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A2hexlk - Fauna/Gasteinertal: Insecta, Lepidoptera - "Microlepidoptera" - Artenzahl: 5
Kleinschmetterlinge Schmetterlinge - Familien
Familia

Lepidoptera

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"Microlepidoptera"

Früher wurden die Schmetterlinge (Lepidoptera) in zwei Gruppen, nämlich die Kleinschmetterlinge - Microlepidoptera - und die Großschmetterlinge - Macrolepidoptera - eingeteilt und die Großschmetterlinge wiederum je nach ihrer Lebensweise in Nachtfalter - Heterocera und Tagfalter - Rhopalocera.
Nach den Gesichtspunkten der modernen Systematik ist diese Einteilung jedoch keineswegs gerechtfertigt, denn es gibt kein Unterscheidungsmerkmal, das die Trennung in Klein- und Großschmetterlinge wirklich begründen kann. Trotzdem sollen hier der Übersicht und der volkstümlichen Abgrenzung wegen die sogenannten "Kleinschmetterlinge" auf dieser Seite extra vorgestellt werden.
Die - 'Kleinschmetterlinge' - umfassen zahlreiche Familien, die nach ihrem Merkmalsbild manchen Familien der Großschmetterlinge näher verwandt sind als andere Kleinschmetterlingsfamilien. Hierzu gehören zum Beispiel die Zünsler (Pyralidae) und die Spanner (Geometridae). Auch das früher so hervorgehobene Merkmal der Körpergröße ist für die systematische Einordnung nicht brauchbar, denn es gibt sowohl unter den Kleinschmetterlingen sehr große, als auch unter den Großschmetterlingen sehr kleine Arten. Ebenso ließe sich die Unterteilung in Tag- und Nachtfalter nur mit Zwang begründen, da es unter den Echten Tagfaltern (Papilionoidea) zumindest einige Dämmerungsfalter gibt, während bei den Familien der Nachtfalter zahlreiche Gruppen nur tagsüber im Sonnenschein fliegen.

Systematik

Die moderne Systematik unterscheidet heute bis 100 Schmetterlingsfamilien, unabhängig von ihrer Größe oder ihrer Tag- bzw. Nachtaktivität. Dabei werden zwei große Gruppen bzw. Unterordnungen unterschieden und zwar die - Homoneura - als die urtümlichsten Kleinschmetterlinge mit den Urmotten (Micropterygidae) und den Wurzelbohrern (Hepialidae) und die - Heteroneura - also alle übrigen Schmetterlinge.
Die - Homoneura - zeichnen sich durch den gleichartigen Bau von Vorder- und Hinterflügel aus, worauf sich auch der Name bezieht. Eine der Familien, die Urmotten (Micropterygidae) besitzen noch funktionsfähige Kauladen (Mandibeln) und wurden deshalb auch von einigen Insektenkundlern als eigene Ordnung abgegrenzt. Bei den Familien der Wurzelbohrer treten derartige Mandibeln nur mehr während der Puppenentwicklung auf und werden dann völlig rückgebildet, so dass diese Falter dann keine Nahrung mehr aufnehmen können. Bei den - Heteroneura - den höher entwickelten Faltern - werden die Saugwerkzeuge als nachträglich erworbenes Merkmal aufgefasst.
Familien der "Microlepidoptera":
Blattminiermotten (Lithocolletinae), Blattmotten, Tütenmotten, Miniermotten (Gracillariidae), Echte Motten (Tineidae), Federmotten (Pterophoridae), Flachleibmotten (Depressariidae), Gespinstmotten (Yponomeutidae), Glasflügler (Sesiidae), Grasminiermotten (Elachistidae), Langhornmotten (Adelidae), Miniersackmotten (Incurvariidae), Sackträgermotten (Coleophoridae), Schleiermotten und Halbmotten (Plutellidae), Urmotten (Micropterigidae), Wickler (Tortricidae), Zünsler (Pyralidae) und Zwergmotten (Nepticulidae).

Im Gasteinertal können wohl nur wenige Arten aus den genannten Familien angetroffen werden; so einige aus der Familie der Urmotten (Micropterydidae), der Wickler (Tortricidae) oder der Zünsler (Pyralidae). Oft und gerne werden sie aber übersehen oder als Ungeziefer verkannt ("Motten"). Die Gesamtübersicht der Gattungen, die u. a. auch im Gasteinertal vorkommen, sind auch in der Tabelle der - Lepidoptera - aufgelistet.

Arten der in Gastein vorkommenden
- Kleinschmetterlinge -
alphabetisch nach dem lateinischen Namen geordnet . . .
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ARCHIV - Beschreibung einzelner Arten
Pyralidae
Die Zünsler sind meist bunte und glänzende, kleine bis mittelgroße Falter mit etwa 15.000 Arten. Ihr Körperbau wie ihre Lebensweise ist vielfältig. Als gemeinsames Merkmal gilt das an der Hinterleibsbasis liegende Trommelfellorgan (Tympanalorgan), das die Falter vor dem Ultraschall ihrer ärgsten Feinde, der Fledermaus, warnt und ihnen so oft die rechtzeitige Flucht ermöglicht. Andererseits können manchen Zünsler selbst Geräusche erzeugen. Charakteristika: Erstes Hinterleibssegment mit Tympanalorganen. Hinterflügel mit 3 Innenrandadern. Maxillentaster und Labientaster ausgebildet. Fühler nackt oder bewimpert, oft mit Schuppenwülsten hinter dem Basalglied. Chaetostoma und Saugrüssel vorhanden oder fehlend. In Europa über 900 Arten mit 13 Familien! Mehrere U-Familien werden unterschieden - viele sind Vorratsschädlinge.
Agriphila straminella Agriphila straminella Flügelspannweite: 16 - 19 mm. Die Vorderflügel sind bleich ockergelb und spärlich braun bestäubt. Der Saum ist schwarz punktiert. Die Hinterflügel sind hellbraungrau. Die Raupen überwintern.
Bestimmungshilfe : Rolf Mörtter, Entomologie-Forum.
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Bildnachweis © Anton Ernst Lafenthaler - Tofererböden, Gasteinertal 19.7.2008
Anania funebris Anania funebris Flügel schwarz mit weißen Punkten. Imagines fliegen vom späten Mai bis Juli. Raupe an Solidago virgaurea und Genista tinctoria
Anmerkung: Bestimmung durch Herrn Mag. Dr. Patrick Gros, Haus der Natur, Salzburg.
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Bildnachweis © Anton Ernst Lafenthaler - Luggau, Gasteinertal 19.5.2005
Crambus lathoniellus Crambus lathoniellus Der Vorderflügel ist im Umriss langestreckt zugespitzt, der Apex ist deutlich vorgezogen und bildet einen spitzen Winkel, der Außensaum ist unter dem Apex deutlich geknickt. Die Art ist in Färbung und Schärfe der Zeichnungselemente ziemlich konstant. Aus der Flügelwurzel entspringen die Costalstrieme und die mediane Strieme, die bei Crambus pratella nahezu parallel verlaufen. Der Vorderrand des Vorderflügels und der Vorderrand der medianen Strieme verlaufen nahezu parallel, dazwischen existiert ein schmaler, strichförmiger Zwischenraum. Die mediane Strieme verläuft insgesamt näher am Vorderrand.
DD: Crambus pratella - der Raum zwischen den Striemen verlaufen nahezu parallel.
Text: Helmut Kolbeck
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Bildnachweis © Anton Ernst Lafenthaler - Amoseralm, Gasteinertal 30.5.2008
Pyrausta aerealis Pyrausta aerealis U-Fam: Pyraustinae! -
Die Arten der Gattung Pyrausta haben eine Vielzahl von Futterpflanzen erschlossen. Die Raupen fressen gewöhnlich in Bodennähe in zusammengesponnenen Blättern der Futterpflanzen.
Anmerkung: Bestimmung durch Herrn Mag. Dr. Patrick Gros, Haus der Natur, Salzburg.
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Bildnachweis © Anton Ernst Lafenthaler - Böckfeldalm, Hirschkarkogel am 6.7.2008
Pyrausta purpuralis Pyrausta purpuralis
Purpurroten Zünsler
KL: ca. 20 Millimeter. Die Vorderflügel sind mit purpurfarbenen Schuppen bedeckt und weisen mehrere goldgelbe Flecke auf. Die Hinterflügel besitzen eine schwärzliche Grundfärbung und tragen eine hellgelbe Binde. Bei stark abgeflogenen Exemplaren sind die namensgebenden purpurroten Schuppen fast nicht mehr vorhanden. Der immer vorhandene gelbe Fleck am Hinterrand liegt saumwärts und ist meist halbmondförmig ausgebildet. Zum Saumfeld hin fasert der Fleck häufig aus, kann aber auch gerade abgeschnitten sein. Die zweite Generation ist größer und trägt meist eine breitere gelbe Zeichnung.
Larve auf Minze und Dost (Origanum). Die Raupen fressen in Bodennähe in zusammengesponnenen Blättern der Futterpflanzen.
Anmerkung: Bestimmung durch Herrn Mag. Dr. Patrick Gros, Haus der Natur, Salzburg.
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Bildnachweis © Anton Ernst Lafenthaler - Amoseralm, Gasteinertal 26.05.2007
Udea alpinalis Udea alpinalis
Auf ca. 1.500m Seehöhe.
Anmerkung: Bestimmung durch Herrn Mag. Dr. Patrick Gros, Haus der Natur, Salzburg.
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Bildnachweis © Anton Ernst Lafenthaler - Tofererböden, Gasteinertal 19.7.2008
Udea lutalis Udea lutalis Flügelspannweite: 23- 26 mm. Vorderflügel cremefarben. Die Hinterflügel sind hellgrau bis weißlich. Die äußere Querlinie am Vorderflügel ist stark gewellt, im vorderen Teil gezackt, im hinteren Teil ein zungenförmiger Lobus. Ein Nierenmakel liegt direkt neben dem Lobus der äußeren Querlinie, ein Ringmakel liegt näher zur Wurzelzone. Die innere Querlinie ist undeutlich und meist unterbrochen. RAUPE: 13 bis 15 mm.
Anmerkung: Bestimmung durch Ruedi Bryner, Entomologie-Forum am 13.12.2008
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Bildnachweis © Anton Ernst Lafenthaler - Amoseralm, Dorfgastein am 30.5.2008
Tortricidae
Als Falter sind die Wickler oft recht bunt und durch die eckige Flügelform gekennzeichnet. Spannweiten 10- 25mm. In Ruhe werden die Flügel dachförmig über den Körper zusammengefaltet. Die Falten fliegen meist abends oder in der Nacht. Die Raupen leben zwischen zusammengesponnen Blättern, Nadeln oder Trieben, die sie durch Gespinnstfäden zusammenziehen oder in Früchten, Stängeln, Knospen, Blüten, Gallen, in der Rinde oder im Wurzelstock. Viele sind Schädlinge in der Landwirtschaft.
Merkmale: Labialtarsen nach vorn gestreckt oder aufwärts gebogen. Basalglieder klein. Mundglieder in Seitenansicht dreieckig. Maxillartarsen rudimentär. Flügelumriss sehr verschieden. Sichere Bestimmung nur durch Untersuchung der Kopulationsorgane möglich.
Aethes tesserana Aethes tesserana
◊ Bild-Galerie
Flügel mit gelber Grundfarbe, mit orange- bis rostroten Flecken besetzt. Die Flecken sind größtenteils bleimetallisch gesäumt. Flügelspannweite 11- 20mm.
LARVE (Raupe): gelblich mit dunklem Kopf und gelbem Nackenschild. Futterpflanzen der Raupen: Wurmlattich, Gemeines Bitterkraut, Pippau, Habichtskraut.
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Bildnachweis © Anton Ernst Lafenthaler - Amoseralm, Gasteinertal 30.5.2008
Diasemia reticularis Diasemia reticularis Kopf, Brust und die Grundfarbe der Flügel sind braun. Auf den Flügeln befinden sich mehrere weiße Binden und Flecken.
Anmerkung: Bestimmung durch Herrn Mag. Dr. Patrick Gros, Haus der Natur, Salzburg.
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Bildnachweis © Anton Ernst Lafenthaler - Amoseralm, Gasteinertal 31.5.2008
Epiblema scutulana Epiblema scutulana
Pracht-Wickler
KL: 18-23 mm. Ganz ähnlich die Art Epiblema sticticana und Epiblema cirsiana. Sie sind nur durch die Untersuchung der Genitalien zu unterscheiden.
Anmerkung: Bestimmung unsicher! - DD: Epiblema sticticana und Epiblema cirsiana.
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Bildnachweis © Anton Ernst Lafenthaler - Poserweg, Gasteinertal 18.5.2006
Olethreutes arcuella Olethreutes arcuella
Pracht-Wickler
◊ Bild-Galerie
Flügelspannweite von 14 bis 18 mm. Grundfarbe orange mit silberglänzenden, grauen, schwarzen und gelblichen Mustern. Kommt an Waldlichtungen und verbuschten Trockenrasen vor, meist auf Blättern. Die dunkelbraun gefärbten Raupen leben vom Spätsommer bis zum Frühjahr des Folgejahres an welken Blättern von Pflanzen und an Falllaub, die auch als Nahrung dienen. Unter Laubansammlungen überwintern sie. Im April und Mai verpuppen sie sich in einem Kokon im Laubstreu.
Anmerkung: Bestimmung durch Herrn Mag. Dr. Patrick Gros, Haus der Natur, Salzburg.
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Bildnachweis © Anton Ernst Lafenthaler - Wieden, Gasteinertal 24.5.2008
Siehe auch die Seiten:
- Systematik - Insecta - Hexapoda
- Übersicht - Lepidoptera - Schmetterlinge
- Larven - Raupen - Schmetterlingslarven
- Tierbilder - Bildergalerie - Übersicht

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© 29.5.2008 by Anton Lafenthaler
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