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D - Gasteinertal/Dokumentation: Reise-Handbuch - Emil, 1927
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Dokumentation . Gasteinertal

Straßen von Klammstein bis Bad Gastein

Reise-Handbuch, Emil 1827
Im Reise-Handbuch für Kranke oder Naturfreunde, welche das Thal und Wildbad Gastein in naturhistorischer, archäologischer und pittoresker Hinsicht zu besuchen wünschen findet sich im Abschnitt "Monographie des Gasteiner-Thales" auch eine Beschreibung der Straßenführung vom Klammpass bis nach Bad Gastein. Die Straßenführung scheint hier einerseits den Dörfern Mayerhofen, Dorfgastein, Harbach, Laderding, Gallwies und andererseits den Ansiedlungen Stein und Wieden zu folgen. Unterberg liegt zu dieser Zeit zu beiden Seiten der Gasteiner Ache.
Nachfolgend ein Auszug aus dem Reise-Handbuch von Emil, Wien 1827

Straße bis zum Markte Hof

Von der Klammhöhe über die Dörfer nach Hofgastein.

Emil (1827) beschreibt den Weg durch das Gasteinertal zu beiden Seiten der Ache bis zum Markte Hof wie folgt:
Die Klammstraße
Diese einzig fahrbare, nach und aus Gastein führende Landstraße fängt bey dem Hüttenwerke Lendt am rechten Ufer der Salzach an, wo sich die Gasteiner Ache über hohe Felsen in das Salzach-Thal hinabstürzt. Sie zieht sich allmählig den Berg aufwärts, und führt am linken Ufer der in ihrem Felsenbette tief rauschenden Gasteiner-Ache an hohen Gebirgswänden und über gemauerte Brücken aufwärts zur Klammhöhe, und von da abwärts bis nahe zur Ache, dann schmal unter einer Felsenwand vorbey zum ehemahligen Passe Klamm, wo vor wenigen Jahren noch Thor und Gitter, nebst einem gemauerten Wachhause, standen. Erstere wurden verkauft und abgerissen; letzteres ward am 30. März 1821 von Hochwässern untergraben und zum Theil in das Wasser gestürzt. Nahe bey diesem gewesenen Wachhause führt die Straße über die Lendt-Brücke an das rechte Ufer der Gasteiner Ache in das offene Thal.
Eine Viertel-Stunde Weges von der Klamm entfernt, am rechten Ufer der Ache, verenget sich bey einer steilen Felsenwand die Straße nochmahls auf einige Minuten, wo man an den zerstörten Mauern noch einige Überbleibsel eines zweyten Passes sieht, über welchem die Ruinen von Klammstein liegen, die bereits mit Waldungen überwachsen sind. Eine Strecke aufwärts liegt die ehemahlige, zu diesem Schlosse gehörige Meierey Brandstatt, dermahl ein Bauernwirthtshaus.
Eine Viertel-Stunde von Brandstatt steht an den beyden Ufern der Ache das Dorf Unterberg, durch welches der Fußsteig zu den drey Wallern geht. Das Thal wird nun breiter . . .
Die Straße führt zwischen Wiesen, Weideplätzen und Feldern zu dem Dorfe Mayerhofen, und nach einer halben Stunde zum Vicariate Dorf (Dorf-Gastein), wo eine Kirche und das Wirthshaus an der Straße liegt. Dorf-Gastein gegen über wird am linken Ufer der Ache Tuffstein gebrochen. Bey nasser Witterung sind die Wege durch Dörfer gewöhnlich schlecht; Dorf-Gastein scheint in dieser Rücksicht den Vorzug vor vielen zu verdienen. Viele Fußreisende gehen durch die Wiese der Ache nach und berühren Dorf gar nicht. Gegenwärtig wurde diese Straßenstrecke erhoben und in guten Zustand gesetzt. Von Dorf geht die Straße meistens eben zwischen Feldern, bis man in der Nähe zweyer Bauernhäuser nahe zur Ache kommt, welche bey Anschwellung des Wassers die Straße bedeckt, und die Pferde oft tief im Wasser fortzuschreiten nöthiget. Die wässerige Strecke dauert zum Glück nicht lange. Man erreicht bald das Dorf Harbach. Gegen über am linken Ufer liegt Luggau. Zwischen Dorf und Harbach führt ein Gangsteig über die östlichen Gebirge nach Groß-Arl.
Eine halbe Stunde oberhalb Harbach's, an der Landstraße, liegt das Dörfchen Laderding, an dem nördlichen Fuße des gleich benannten Berges, der sich an den Ingelsberg bey Hof lehnt. Von Laderding, dem die Aubäche oft Gefahr bringen, hat man kaum 3/4 Stunden nach dem Markte Hof. Ein einzelnes, links an der Straße nahe bey der Kirche liegendes Bauernhaus heißt Galwies.
Die Häuser am Abhange des Berges jenseits der Ache heißen der Kamberg, und die etwas weiter aufwärts liegenden Dörfer Stein und Wieden. Hier ist das Gasteiner-Thal am breitesten. Der bebauete Weg zwischen Wieden und dem Leitalpen-Graben heißt der Mitterberg; ein Bauernwirthshaus dabey Neueck.
Anmerkung: Die alte Schreibweise (Rechtschreibung) wurde beibehalten (ohne Gewähr), dieser Text wurde teilweise gekürzt.

Die alte Poststraße und der Neuweg

. . . mit besonderer Berücksichtigung des Straßenverlaufes bis ins Wildbad.

Emil (1827) beschreibt den "alten Thalweg", auch die alte Poststraße genannt über Gadaunern, Remsach und St. Niklas bis ins Wildbad und den neuangelegte Fürstenweg über den Schneeberg.
Der alte Thalweg
Er ist nur mit leichten Bauernwagen zu befahren, und zieht sich in gerader Linie gegen Felding und Heißing. In ersterem Orte befand sich früher ein sectisch-lutherischer Friedhof. Den letzteren bewohnte einst das adelige Geschlecht der Haitzinger. Eine Stunde von Hof entfernt erreicht man endlich Gadaunern, und nach einer halben Stunde das Dorf Remsach. Der bebaute Berg zwischen beiden Dörfern heißt Fasching. Es wachsen hier die meisten und besten Kirschen.
Von Remsach führt die Straße nach Kötschaudorf, welches im Jahre 1422 die Straßer in Besitz hatten. Die Hötzel besaßen 1515 eine Schmelzhütte daselbst. Es ist Schade, daß die Ache in der nahen Muskatau oft austritt, und die Straße unter Wasser setzt.
Der nächste Ort heißt Badbrücke am Kötschachbache, und nun beginnt der Berg ziemlich steils aufwärts zu gehen, zum Dörfchen Ange, dann zu St. Niklas am Badberge, einer Kirche mit dem Friedhofe für das Vicariat Bad Gastein. Von hier geht es über die Pichlbrücken und das Eidenegg zum Hospitale des Heilbades.
Die neu angelegte Straße oder der Fürstenweg
Dieser wendet sich gleich außer dem Armenspitale zu Hof der Ache zu. Über eine Brücke gelangt man an das linke Ufer. Rechts liegt unfern der Straße das Dorf und Schloß Hundsdorf, Dietersdorf am Stummerboden und endlich das Dörfchen Laveen am Angerbache. Die Edlen von Laveen und das freyherrliche Geschlecht der Diether zu Urstain und Schödling hatten zu Laveen und Dietersdorf ihren Sitz.
Die Straße zieht sich am Fuße des Schneeberges, dessen mittlere Region der Salesen-Wald, die Spitze der Stubnerkogel heißt, noch Eine Stunde lang allmählich aufwärts, bis ein donnerähnliches Geräusch die Nähe des Heilbades verkündet.
Eine Tafel mit der Aufschrift: "Weg nach dem Wildbade" lenkt den Wagen links von der Straße ab; der so sehnlich erwartete Anblick des Schlosses und des Straubinger-Hauses macht alle Reisebeschwerlichkeiten vergessen, wenn man die neue Prälatur (ein Bauernaus) vorüber fährt, das zum Aufenthalte für Badegäste eingerichtet wurde. Es ist bloß die Brücke in der Nähe des Wasserfalles noch zu übersetzen, und man befindet sich auf einem freien Platze vor dem landesfürstlichem Schlosse und dem Straubinger-Hause, wo so manchem Ankommenden die Erklärung des Herrn Bade-Directors, "daß keine Wohnung leer sey," eine nicht erfreuliche Bewillkommnung ist.
Anmerkung: Die alte Schreibweise (Rechtschreibung) wurde beibehalten (ohne Gewähr);
Weiterführende und verwandte Themen :
• Dokumentation : Wanderwege Gasteins - Muchar, 1834
• Dokumentation : Verkehrswege - Muchar, 1834
• Dokumentation : Verkehrswege - Straßen vor 1945
• Menschenwerke : Frühe Straßen - in Gastein

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Anmerkung: Der Text wurde dem Buch "Reise-Handbuch für Kranke oder Naturfreunde, welche das Thal und Wildbad Gastein in naturhistorischer,
archäologischer und pittoresker Hinsicht zu besuchen wünschen" - herausgegeben von Emil, Wien, 1827

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