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D - Gasteinertal/Dokumentation: Freiwillige Feuerwehr Bad Hofgastein - Protokolle und Zeitungskommentare
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Dokumentation . Gasteinertal

Freiwillige Feuerwehr Bad Hofgastein

Protokolle und Zeitungskommentare
Elementarereignisse sind teilweise sehr gut durch Zeitungsberichte dokumentiert. In der Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Bad Hofgastein sind noch einige der Original-Zeitungsberichte erhalten und sollen hier unverändert bzw. unwesentlich gekürzt wiedergegeben werden. Eine umfangreiche Zusammenstellung der Elementarereignisse im Gasteinertal soll in einer eigenen Rubrik dokumentiert werden. Eine Zusammenfassung findet sich in der - Geschichtliche Entwicklung - der Freiwilligen Feuerwehr Bad Hofgastein.
Die nachfolgenden Zeitungsausschnitte und Protokolltexte sind der Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Bad Hofgastein entnommen.

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Brief an die Mitbürger

In Angelegenheit Ankauf einer Motorspritze und Leiter bzw. Art und Höhe der Kostendeckung wurde beschlossen,
an die Bürger mit einem Schreiben heranzutreten, in welchem sie um Spenden in der Gesamthöhe eines Drittels
der Anschaffungskosten gebeten werden.

Brief an die Mitbürger vom September 1925
Liebe Mitbürger!
Nach den Erfahrungen bei Bränden in letzter Zeit und nach dem Urteile erprobter Fachmänner sind die Geräte und Löschmittel der Freiwilligen Feuerwehr Hofgastein als rückständig zu bezeichnen und nicht mehr geeignet, der Not rasche und ausgiebige Hilfe zu bringen. Um nun aber dem Zwecke und Ziele einer Freiwilligen Feuerwehr im besten Maße nachzukommen und die verheerenden Elemente wirksam bekämpfen zu können, ist die Anschaffung neuer Löschmittel wie Motorspritzen, Schlauchmaterial und Leiter unerlässlich und dringend durchzuführen. Die hiefür erwachsenen Auslagen in der beiläufigen Höhe von S 18.000,- sollen im Einverständniss mit der Marktgemeinde zu 1/3 von den Hausbesitzern und Gewerbetreibenden des Kurortes getragen werden; 1/3 trägt die Marktgemeinde aus Eigenem und das restliche Drittel die Landgemeinde. Die Freiwillige Feuerwehr wird sich aus diesem Grunde erlauben, in den nächsten Tagen eine Abordnung zu Euer Wohlgeboren zu entsenden und bittet, denselben eine entsprechende Spende übergeben zu wollen. Um eine gerechte Aufteilung unter den verehrten Mitbürgern zu ermöglichen, wurden für alle Interessenten Beträge ins Kalkül gezogen, die den wirtschaftlichen Verhältnissen jedes einzelnen entsprechen. Hiebei wurden Euer Wohlgeboren mit einem Mindestbetrage von S .... angenommen und werden selbstredend auch höhere Spenden bestens dankend entgegengenommen.
Hochachtungsvoll
Schriftführer: Josef Wiedenhofer
    Der Brandmeister: Alois Embacher m.p.

Protokoll vom 11. September 1925

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Kollektiv-Unfallversicherung

Mitteilung, dass erstmalig der Abschluss einer Versicherung möglich ist.

Herr Brandmeister Embacher eröffnete die Versammlung
. . . und erteilte dem Geschäftsführer das Wort zum Tätigkeitsbericht dem wir u.a. kurz entnehmen: Zur Erfüllung des Vereinswerkes wurden im verflossenen Jahre 12 Ausschusssitzungen, zwei Haupt-, vier Gesamt- und mehrere Detailübungen abgehalten. Mit der Versicherungsgesellschaft Generali wurde eine Kollektiv-Unfallversicherung für 40 Mann abgeschlossen, und zwar 10.000 Schilling für den Todesfall, 10.000 S für bleibende Invalidität und 3.- S täglich Entschädigung bei vorübergehender Unfallserkrankung, unbeschadet aller üblichen Versicherungen. Dies sind die Höchstsätze und die Höhe der Auszahlung richtet sich nach dem Grade des Unfalles. Die jährlichen Prämien zahlt die Marktgemeinde Hofgastein. Für Hydranten und Motorspritzen wurde bestes Schlauchmaterial nachgeschafft, Brausestrahlrohre, elektrische Handlampen, Bindespindeln usw. und mehrer Arbeitsmonturen . . .

Jahreshauptversammlung am 11. März 1928 im Gasthof Eisl

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Die Feuerwehr ein Körperschaft öffentlichen Rechtes

Im Protokoll vom 16. Februar 1936 ist nachzulesen,
dass das neue Landesfeuerwehrgesetz vom 13. September 1935 besprochen wurde.
Die Feuerwehr hat als Verein aufgehört zu bestehen und ist nun eine Körperschaft öffentlichen Rechtes.

Zeitungsartikel vom 14. Februar 1937
Bad Hofgastein - . . . Auf Grund der Landesgesetze für das Land Salzburg vom 13. September 1935, betreffend Organisation der Freiw. Feuerwehr im Lande Salzburg, hat der Landesverband eine neue Dienstordnung herausgegeben, womit das alte Rottensystem aufgehört hat. Über das ganze Um und Auf der Neueinführung hielt Herr Bezirkswehrführer Wabinger ein eingehendes, allgemein verständliches Referat. Einen weiteren Kommentar hiezu erstattete mit Dank an die Wehr Herr Bürgermeister Alois Laner. Zufolge der neuen Dienstordnung für die Freiw. Gemeindefeuerwehren im Lande Salzburg wurden bei uns an Stelle der Rottenführer ernannt; August Höhenwarter, Exerziermeister; Thomas Viehauser; Josef Mühlthaler, Matth. Irnberger, Matth. Lindeber, Löschmeister; Hippolyt Hasenauer, Alois Angerer, Anton Irnberger, Andrä Gaßner, Löschmeisterstellvertreter. Die Chargenbesetzung der Feuerwehrleitung sowie der Löschtrupps in Harbach, Gadaunern und Hundsdorf bleibt unverändert. Die Freiwilligen Feuerwehren des Landes Salzburg stehen nunmehr im Zeichen der allgemeinen Ausbildung des Einheitsmannes. Weiters hat sich das Vereinswesen bei den Freiw. Gemeindefeuerwehren aufgehört. Diese Wehren sind nunmehr eine Einrichtung des öffentlichen Rechtes mit Rechtspersönlichkeit. Ihrem Führer und seinem Stellvertreter und Unterführern kommt in Ausübung ihres Dienstes die Eigenschaft und der Schutz einer öffentlichen Wache zu.

1 9 4 8

Großbrand Pfarrerstall

Gleichsam als Auftakt für den neuen Kommandanten August Höhenwarter,
welcher am am 21. März 1984 die Leitung der Feuerwehr übernahm,
brannte am 22. März um 22.45 Uhr der Pfarrerstall in Bad Hofgastein.

Großbrand in Hofgastein
Am Montag abends schlugen plötzlich aus dem sogenannten Pfarrersstadel in Bad Hofgastein aus bisher ungeklärter Ursache helle Flammen. Die sofort alarmierten Feuerwehren von Hofgastein und Bad Gastein gingen mit acht Schlauchlinien gegen den Brand vor, konnten jedoch nicht verhindern, daß durch das Feuer die Möbel einer im Gebäude untergebrachten Wohnung sowie die Einrichtung einer Tischlereiwerkstätte und beträchtliche Futtervorräte vernichtet wurden. Die braven Feuerwehrleute rangen über zehn Stunden lang, die ganze Nacht hindurch, mit dem Feuer und konnte es gegen acht Uhr morgens endlich lokalisieren. Der Markt Hofgastein der dadurch, daß sich gleich neben dem Brandherd die mit Holzschindeln gedeckte Ortskirche befindet, in großer Gefahr schwebte, bei Ausbreitung des Feuer eingeäschert zu werden, war dadurch gerettet.

Zeitungsartikel März 1948

1 9 5 4

Hofgasteins Feuerwehr eine mustergültige Wehr

Die Presse, anwesend bei der Florianifeier und Geräteweihe am 9. Mai 1954
bezeichnet die Hofgastein Feuerwehr als eine mustergültige Wehr mit beachtlicher Schlagkräftigkeit.
Im Originaltext der Presse heißt es :

Schlagkräftige Hofgasteiner Feuerwehr
Beachtliche Modernisierung seit 1945 * Florianifeier und Geräteweihe
Nach der Kranzniederlegung vor dem Gefallenendenkmal und der Ehrung der verstorbenen Feuerwehrkameraden wurde in der alten Pfarrkirche ein Hochamt zelebriert, verschönt durch die Schubert-Messe. Anschließend zogen die Wehrmänner mit ihrer Fahne unter den Klängen flotter Märsche, gespielt von der Böcksteiner Knappenmusik, durch den Ort zur Feuerwehrzeugstätte, die in den letzten Jahren einen durch die fortschreitende Technisierung notwendig gewordenen Umbau erfahren hat. Hier waren zur Weihe - die Geistlicher Rat Struber vornahm - neben einer alten Handspritze aus dem Jahre 1900 die modernen neuen Geräte aufgestellt. Bürgermeister Gruber sprach im Namen der Gemeinde den Feuerwehrleuten Dank und Anerkennung aus.
"Hofgastein verfügt heute über eine mustergültige Wehr, die allen Anforderungen gewachsen ist. Seit 1945 wurden ein großer Tankwagen, ein Steyr-Rüstwagen und ein Anhänger mit je einer Motorspritze für den Einsatz bei Bränden auf Bergbauernhöfen neu eingestellt, Ausreichendes Zusatzgerät, darunter Sauerstoffgeräte und ausgiebiges Schlauchmaterial, ergänzen die Ausrüstung."
Während früher fast alle Hausbesitzer tätig in der Wehrmannschaft vertreten waren, rekrutiert sich diese fast ausschließlich aus Jungmännern, die ein Musterbeispiel für eine gemeinsame, freiwillige und uneigennützige Tätigkeit zum Schutze und zum Nutzen des ganzen Ortes sind.

1 9 5 4

Großbrand beim Sägewerk Deisl Georg in der Wasserfallgasse

Bei diesem Brand am 22. August 1954 erlebte die Feuerwehr einen Brandeinsatz,
wie er infolge fehlender Einsatzleitung in schlechter Erinnerung ist.
Im Originaltext der Presse heißt es :

Großbrand in Bad Hofgastein
Sieben Familien obdachlos- Zwei Helfer bei der Bergung schwer verletzt
Am Sonntag brach kurz nach 21 Uhr in der Werkstätte für Kistenerzeugung des Sägewerkes Georg Deisl in Hofgastein ein Brand aus, der sich rasch zu einem Großfeuer entwickelte und blitzschnell auf das Hauptgebäude übergriff. Die Werkstätte, die oberen Stockwerke des Sägewerkgebäudes und ein Lagerschuppen des Installateurs Eduard Wanker samt dem darin befindlichen Material wurden zur Gänze vernichtet. Die Bemühungen zur Rettung der im Hauptgebäude wohnhaften Personen - es handelte sich um sieben Familien - waren von vollem Erfolg begleitet, doch wurden zwei der Helfer bei den Bergungsversuchen schwer verletzt. Sie mussten in das Krankenhaus nach Bad Gastein gebracht werden. Die obdachlos gewordenen Familien deren Hab und Gut nur zum Teil vor den Flammen gerettet werden konnte, wurden in Notunterkünften untergebracht. Die äußerst schwierige Brandbekämpfung wurde von den Feuerwehren aus Bad Hofgastein, Bad Gastein, Böckstein, Badbruck, Dorfgastein, Schwarzach und Lend durchgeführt. Um Mitternacht war das Feuer lokalisiert. Die Höhe des durch den Großbrand verursachten Schadens steht noch nicht fest, ebenso bildet auch die Brandursache noch den Gegenstand von Erhebungen.

Zeitungsartikel - August 1954

1 9 5 5

Großfeuer im Angertal

Das Hoisinggut des Andreas Walker (Anger 32) wurde mit dem Wastlgut zusammen
am 23. März 1955 zur Gänze ein Raub der Flammen.

Großfeuer in der Angertal-Einschicht
Zwei Bauernhöfe mit den Ställen völlig eingeäschert * Nur das Großvieh konnte gerettet werden * Feuerwehr konnte Mot-Fahrzeuge nicht einsetzen * Über eine Million Schaden.

Mittwoch gegen dreiviertel sechs Uhr früh, brach im Anwesen des Wastlbauer, Rupert Schappacher in Hofgstein-Angertal, vermutlich durch Kurzschluss, ein Brand aus, der blitzschnell auch auf die nächstliegenden Gehöfte des einschichtig am Eingang zum Angertal in etwa tausend Meter Höhe gelegenen Weilers übergriff. Das Hoisinggut des Andreas Walker (Anger 32) wurde mit dem Wastlgut zusammen zur Gänze ein Raub der Flammen, während es gelang, das ebenfalls höchst gefährdete Strubergut (Anger 33) zu retten. Der Gesamtschaden beträgt nach ersten Schätzungen mehr als eine Million Schilling.

Das Feuer war vermutlich an einer schadhaften elektrischen Leitung, in einem aus Holz gebauten, jahrhundertealten Bauernhaus ausgebrochen. Das trockene Holz und die Fahrnisse gaben den Flammen reichlich Nahrung, so dass in kürzester Zeit die umliegenden Gehöfte nicht nur gefährdet waren, sondern gleichfalls lichterloh in Flammen standen. Der in Bad Hofgastein gegeben Feuer-Großalarm hatte nur halben Wert, da die überaus schlechten Anfahrtswege zur rund 4 km entfernten Brandstelle den Einsatz von Mot-Fahrzeugen unmöglich machten. Nur unter größten Anstrengungen gelang es, wenigstens zwei Motorspritzen mit einem Pferdefuhrwerk in Stellung zu bringen. So konnte von den Feuerwehren wenigstens das Strubergut gerettet werden. Beim Wastlbauer verbrannten außer den Massivbauten auch 13 Schafe, sechs Ziegen, ein Schwein und 15 Hühner. Die Hausleute konnten nur das nackte Leben retten. Beim Hoisingbauer gelang es wenigstens, das gesamte Vieh und einen Teil des Hausrates in Sicherheit zu bringen. Wirtschaftsgebäude und Stall wurden gleichfalls zur Gänze vernichtet. Das Feuer wütete bis in die Mittagsstunden des Mittwochs und war im ganzen Gasteiner Tal zu beobachten.

Zeitungsbericht vom März 1955

1 9 5 5

Der 8. Oktober 1955

Der 8. Oktober 1955 wird als der traurigste Tag in der Geschichte der Feuerwehr dokumentiert.
Zwei Kameraden starben bei einem Unfall wie folgender Zeitungsartikel berichtet (Originaltext) :

Hofgasteiner Feuerwehr fuhr in den Tod
Wieder forderte unbeschrankter Bahnübergang seine Opfer * Zwei Tote, drei Schwer-
verletzte * Vollbesetzter Rüstwagen kam von der Übung

Samstag war für die Hofgasteiner Feuerwehr ein Unglückstag: Um 10.10 Uhr ertönte die Sirene, die die Feuerwehrleute zu einer Einsatzübung in die Ortschaft Luggau zwischen Dorfgastein und Hofgastein rief. Alles ging programmgemäß, und als Hofgasteins Wehr in einem Rüstwagen die Heimfahrt antrat, dachte keiner der Männer daran, dass kurze Zeit später der Tod zwei ihrer Kameraden fordern werde. Bei der Rückfahrt kam es an der Luggauer Brücke zur Katastrophe. Als der von acht Personen besetzte Rüstwagen sich mitten auf den Geleisen des unbeschrankten Bahnüberganges befand, kam der von Hofgastein um 20.10 Uhr abfahrende Güterzug direkt auf den Wagen zugerast. Die Lokomotive erfasste den Rüstwagen und riss ihn etwa 45 Meter mit sich. An der Böschung zur Gasteiner Ache kam er schließlich, nachdem er das Geländer der Bahnbrücke mitgerissen hatte, zum Stehen. Der Feuerwehrmann Sebastian Höhenwarter und der Sanitäter Hans Kobler waren sofort tot.
Der Hofgasteiner Totengräber Thomas Viehauser, der Feuerwehrmann Kajetan Höhenwarter und der Chauffeur Karl Humer wurden schwer verletzt. Der im Führerhaus mitfahrende Franz Sendlhofer erlitt leichtere Verletzungen. Zwei Männer aus Luggau, die im Wagen Platz genommen hatten, erblickten den herannahenden Zug, warnten den Lenker des Rüstwagens und konnten noch rechtzeitig abspringen. Sie blieben unverletzt. Augenzeugen des Unfalles berichten, dass der Güterzug vor Passieren des Bahnüberganges keinerlei Signale gegeben hatte. Da außerdem die Sicht nach der einen Seite durch ein Wärterhäuschen verdeckt ist, verwundert es kaum, dass es an dieser Stellen schon wiederholt zu schweren Unfällen gekommen ist. Eine Gerichtskommission ist zur Zeit damit beschäftigt, die Schuldfrage zu klären. Wie immer auch das Ergebnis dieser Untersuchung sein mag, so kann jetzt bereits festgestellt werden, dass die Zustände an dem Bahnübergang, der ohne Blinklichtanlage ist und an dem auch keine Glockenzeichen ertönen, unhaltbar sind, wie die Serie von Unglücksfällen zeigt, die sich an dieser Stelle schon ereignet haben. Die beiden Todesopfer Sebastian Höhenwarter und Hans Kobler, sind Familienväter und hinterlassen zwei bezw. Kinder.

1 9 6 5

Großbrand in Badgasteins Bellevue-Alm

48 Stunden nach dem Brand im Hotel Germania, ebenfalls in Bad Gastein
brach am 2. Juni 1965 gegen 20.30 Uhr in Wührers Bellevue-Alm in Bad Gastein ein Brand aus.
die Presse berichtet (Originaltext) :

Großbrand in Badgasteins Bellevue-Alm

Unvorsichtige Schweißarbeiten lösten Dachstuhlbrand aus.
Ursache des Großbrandes im Hotel Germania geklärt

48 Stunden nach dem Brand Im Hotel Germania brach Mittwoch gegen 20.30 Uhr in Wührers Bellevue-Alm in Bad Gastein ein Brand aus, der einen Schaden von mindestens einer Million Schilling anrichtete. Personen wurden glücklicherweise nicht verletzt.

In den Abendstunden des Mittwoch schlugen plötzlich aus dem Dachstuhl der Bellevue-Alm riesige Flammen, die in kurzer Zeit auf das ganze Dachgeschoß Übergriffen. Man hatte den Eindruck, das ganze Haus stünde in Flammen. Glücklicherweise herrschte zur Zelt des Brandausbruches Windstille, so daß Nachbarobjekte nicht gefährdet waren. Sofort begaben sich vier Löschzüge der Feuerwehren von Badgastein, Bad Hofgastein. Badbruck und Böckstein zu der in 1400 Meter Höhe gelegenen Bellevue-Alm. Die Feuerwehren konnten auf Grund der schlechten Zufahrtsmöglichkeiten nur geländegängige Fahrzeuge einsetzen. Noch während der Löscharbeiten stürzte der brennende Dachstuhl ein und durchbrach die Decke des darunterliegenden Stockwerkes. Nach dreistündiger Arbeit konnten die Flammen eingedämmt werden. Glücklicherweise befanden sich zum Zeitpunkt des Brandes keine Personen In dem Gebäude. Gestern sollten jedoch 13 Angestellte in der Bellevue-Alm untergebracht werden. Wie Gendarmeriebeamte der Erhebungsabteilung Salzburg gestern bei einer Besichtigung der Großbrandstelle feststellten, wurde der Brand durch unvorsichtige Schweißarbeiten ausgelöst. Der 19jährige Hausinstallateur Johann Egger hatte Mittwoch nachmittag auf dem Dachboden Schweißarbeiten an einer Warmwasserleitung vorgenommen. Dabei war eine Strebe des Dachstuhls in Brand geraten. Der Installateur hatte den oberflächlichen Glimmbrand selbst gelöscht und seine Arbeit beendet. Das Feuer gloste jedoch weiter und brach schließlich am Abend aus. Der Schaden von mehr als einer Million Schilling ist durch Versicherungen gedeckt. Die Gendarmerie ermittelte, daß der Brand im Kaminmauerwerk des Dachgeschosses durch Selbstentzündung hölzerner Steher einer Heraklithverkleidung, welche den Exhaustor der Küchenlüftung umgab, ausgebrochen sei. Bei einer Lufttemperatur von mehr als hundert Grad entzündete sich der Holzbaustoff. Auch die Ursache des Großbrandes, der am 3l. Mai das Hotel "Germaniaquot; heimgesucht hatte, wurde nunmehr endgültig geklärt. Die ursprüngliche Vermutung, daß der Brand durch einen Kurzschluß im Lichttransformator entstanden sei, stellte sich als unrichtig heraus.

Zeitungsartikel vom Juni 1965

1 9 6 9

Brand im Stoffbauernanwesen

Am 21. (22. ?) Oktober 1969 entstand durch Unvorsichtigkeit ein Brand im Stoffbauernanwesen in Kronwald.
Der Brand wurde durch ein 4-jähriges Kind verursacht.

Vierjähriger steckte Haus in Brand
Bad Hofgastein.
In dem zum Grubbauern gehörenden Zuhaus (Stoffenbauer) brach ein Brand aus, der das Gebäude vollkommen einäscherte. Das Haus war von der Familie Scheibner und deren vier Kindern bewohnt gewesen! Als Dienstag abend der vier- und der achtjährige Sohn des Ehepaares mit einer brennenden Kerze von der Wohnung durch die Scheune gingen, um Holz zu holen, entzündete der Vierjährige ein Stück Papier mit der Kerze und steckte damit das in der Scheune gelagerte Stroh in Brand. Erst nachdem die Buben hilflos zugesehen hatten, wie sich das Feuer ausbreitete, holten sie ihre Mutter.
Trotz der Bemühungen der Frau, den Brand zu löschen, wurde alles ein Raub der Flammen. Die Familie Scheibner konnte aus ihrem brennenden Objekt nichts mehr retten. Mitverbrannt sind noch Maschinen und Gerätschaften des Besitzers. Personen und Tiere kamen nicht zu Schaden. Die Höhe des entstandenen Schadens ist noch nicht bekannt. Am Brandplatz erschien die Feuerwehr von. Bad Hofgastein, der es gelang,, ein Übergreifen auf das Haupthaus, die dazugehörigen Wirtschaftsgebäude und den angrenzenden Hochwald zu verhindern.

Original-Zeitungsbericht Oktober 1969

1 9 7 2

Brand im Kollerbaueranwesen in Harbach

Am 13. Juni 1972 brach im Kollerbaueranwesen in Harbach in der Scheune ein Großbrand aus,
welcher durch spielende Kinder verursacht wurde.
Bei den Löscharbeiten beteiligten sich alle Feuerwehren des Gasteinertales.

Zündelnde Kinder verursachten Brände

Mitten im Stroh mit Feuer gespielt - In Garage Benzin angezündet

Bad Hofgastein - Schwere folge hatte am Dienstag der Leichtsinn zweiter Buben im Alter von fünf und sechs Jahren aus Bad Hofgastein-Harbach: Die beiden, die sich in einem unbeaufsichtigten Moment auf die Tenne des Landwirte Josef Meikl aus Bad Hofgastein geschlichen hatten, begannen dort mitten im Stroh mit Zündhölzern zu spielen. Es dauerte nicht lange und das Stroh begann lichterloh zu brennen. Im Nu breitete sich das Feuer auf das Wirtschaftsgebäude sowie auf Nebengebäude aus. Die Freiwilligen Feuerwehren von Dorfgastein, Hofgastein und Bad Gastein, die mit 80 Mann und zehn Löschfahrzeugen innerhalb kürzester zeit am Brandplatz erschienen waren, konnten glücklicherweise ein Übergreifen des Brandes auf ein Nachbarhaus verhindern. Wirtschaftsgebäude und Nebengebäude sowie die im Gebäude abgestellten landwirtschaftlichen Maschinen wurden ein Raub der Flammen. Ein Tei des Wohnhauses konnte gerettet werden. Ein Feuerwehrmann erlitt bei den Löscharbeiten leichte Verletzungen. Die Höhe des entstandene Schadens ist noch nicht bekannt.

Original-Zeitungsbericht 1972

1 9 7 2

Brand des Stoffbauer in Maierhofen

Der Brand vom 21. September 1972 in Dorfgastein war durch Kinderbrandstiftung verursacht.

Brand mit Millionenschaden in Dorfgastein
Ein Brand, der auf drei Gebäude in der dicht verbauten Ortschaft Maierhofen, Gemeinde Dorfgastein, übergriff, brach aus bisher unbekannter Ursache Donnerstag nachmittag im Wirtschaftsgebäude des Stoffbauern, Robert Kranabetter, aus. Das Feuer vernichtete das Wirtschaftsgebäude mit der gesamten Ernte, dem Maschinenpark und dem landwirtschaftlichen Gerät, griff auf das Wohnhaus und auf das benachbarte Wohngebäude des Robert Hutter über. Im zweiten Wohnhaus wurde zwar nur das Dachgeschoß ein Raub der Flammen, doch wurde das Gebäude durch die Intensiven Löscharbeiten unbewohnbar. Der Gesamtschaden wird mit etwa zwei Millionen Schilling angegeben.

Original-Zeitungsbericht 1972

1 9 7 2

Großbrand in der Tischlerei Sixtl am 27. Juni 1972

Infolge immer wieder neu auftretender Brände im Sägespäne-Silo
waren noch weitere Einsätze erforderlich.

Autofahrer entdeckte Großbrand in Hofgastein

Tischlerei brannte völlig aus - Drei Millionen Schilling Schaden - Der März war ein "brandheißer" Monat

Bad Hofgastein. - Neun Häuser mit 51 Bewohnern mussten Sonntag Abend nach einem gewaltigen Felssturz in Bad Hofgastein evakuiert werden. Steinmassen im geschätzten Ausmaß von 5000 Kubikmeter wurden von einem Bannwald aufgefangen und drohten, auf die Siedlung im Norden der Marktgemeinde abzugehen.
Ein Autofahrer, der am Dienstag gegen 4.45 Uhr auf der Gasteiner Bundesstraße die Tischlerei Sixtl passierte, betätigte sich als Feuermelder. Er sah nämlich die erst kürzlich weiter ausgebaute Tischlerei in hellen Flammen und alarmierte sofort die Bewohner des angebauten Wohnhauses. Wahrscheinlich brach das Feuer, das sehr rasch um sich griff, in einem Schuppen aus, der Teil der Werkstätte ist. Die sofort ausrückenden Freiwilligen Feuerwehren von Bad Hofgastein und Bad Gastein fanden bei ihren Eintreffen ein Flammenmeer vor, das die gesamte Tischlerei einhüllte. Die Löscharbeiten konzentrierten sich daher hauptsächlich auf das Lokalisieren des Brandes. Dadurch konnte die Gefahr gebannt werden, die durch ein Übergreifen der Flammen auf das Wohnhaus drohte. Der angerichtete Schaden, der anfänglich mit rund drei Millionen Schilling beziffert wurde, dürfte nach Schätzungen der Sachverständigen noch höher liegen. Allein der Wert der fast vollständig vernichteten Tischlereimaschinen - die Firma ist auf Parkettböden spezialisiert - wird mit zwei Millionen Schilling angegeben. Sachverständige und Erhebungsbeamte waren am Dienstag den ganzen Tag damit beschäftigt, nach der Ursache sowie der genauen Ursprungsstelle der Feuers zu suchen. Bisher liegen nur Vermutungen vor, die sich auf wenige Hinweise stützen. Aller Wahrscheinlichkeit nach dürfte ein Kurzschluss den Brand ausgelöst haben. Es wird vermutet, dass das Feuer im Schuppen ausbrach, in dem eine Richtmaschine für Bretter untergebracht war. Die Tischlerei war erst kürzlich vergrößert worden, doch war der Anbau mehr oder weniger ein Provisorium, mit dem der Fertigungsbetrieb während des Umbaues aufrechterhalten werden sollte. Nach Angaben der Gendarmerie dürfte das niederbebrannte Objekt nicht in voller Höhe des Schadens versichert sein.

Original-Zeitungsbericht 1972

1 9 7 3

Ungewollte Brandlegung am Gaiskar

Wald- und Flächenbrand im Gaiskargebiet am 5. Mai 1973

Aus Spaß wurde riesige Feuersbrunst
40 Hektar Wald und Wiesen beim Hofgastein in Flammen * Hotelfachschüler entfachten den Brand

24 Stunden lang kämpften Samstag und Sonntag 100 Feuerwehrleute, Bergrettungsmänner, Gendarmeriebeamte und freiwillige Helfer gegen einen riesigen Wald- und Wiesenbrand im Gaiskarkogelgebiet östlich von Bad Hofgastein. Ihren schwierigen Einsatz im extrem steilem Gelände hatten die Männer zwei Lausbuben zu verdanken, die sich einen Spaß erlauben wollten. Einige Kurgäste des Kurhauses der PVA in Bad Hofgastein unternahmen Samstag Mittag eine Bergtour zum Gaiskar. Kurz außerhalb des Ortes überholten sie zwei Burschen in auffallendem Pullovern. Als die Bergwanderer in etwa 1600 m zurückblickten, stellen sie mit Entsetzen fest, dass unter ihnen bereits eine größere Wald- und Wiesenfläche in Flammen stand. Sie eilten sofort nach Hofgastein zurück und verständigten Feuerwehr und Gendarmerie. 100 Mann der Freiwilligen Feuerwehr aus Bad Gastein, Bad Hofgastein, Dorfgastein und Luggau, Mitglieder der Bergrettung und Gendarmeriebeamte aus Bad Hofgastein und freiwillige Helfer brachen unverzüglich zur Brandstelle auf. Die Leitung der Aktion lag in den Händen von Bürgermeister Matthias Schwaiger und Gendarmeriepostenkommandant Franz Janka aus Bad Hofgastein.
Das Feuer hatte sich inzwischen auf einer Fläche von 30 bis 40 Hektar in 1300 bis 1800 m Höhe ausgebreitet. Die Löschgeräte und Mannschaften mussten größtenteils mit Hubschraubern des Ministeriums und des Bundesheeres aus Schwaz auf das Gaiskar geflogen werden. Der Einsatz in dem steilen und felsigen Gelände, das sich im Besitz der Landwirte Kajetan Stuhler und Ferdinand Standteiler befindet, gestaltete sich äußerst schwierig und konnte erst Sonntag gegen 515 Uhr beendet werden. In Bad Hofgastein war inzwischen die Fahndung nach den beiden Burschen mit den auffallenden Pullovern angelaufen. Samstag in den späten Abendstunden hatte die Gendarmerie Erfolg.

Original-Zeitungsbericht 1973

1 9 8 0

Großbrand der Gasteiner Tenne

Am 23. April 1980 brannte die "Gasteiner Tenne" (Nachtlokal) völlig aus.

"Gasteiner Tenne" brannte völlig aus

Dach stürzte ein - niemand wurde dabei verletzt

Bad Hofgastein. - Völlig ausgebrannt ist am Mittwoch vergangener Woche das bekannte Nachtlokal "Gasteiner Tenne" in Bad Hofgastein. Trotz raschem Einsatz konnte die FFW das Gebäude nicht mehr retten.
Um etwa zwei Uhr schloss an diesem Tag der Besitzer der Bar und ging schlafen. Schon eine Stunde später weckte ihn starker Rauchgeruch. Zu diesem Zeitpunkt stand das Dach des Lokals bereits in hellen Flammen. Eine Angestellte alarmierte sofort die FFW Bad Hofgastein, die mit drei Löschzügen sofort eintraf. Inzwischen hatte der Brand auch auf das anschließende Wirtschaftsgebäude übergegriffen. Mit schweren Atemschutzgeräten ausgerüstet, versuchte die Feuerwehr, den Brand einzudämmen, als bald auch die Decke des Lokals einstürzte. Oberbrandmeister Josef Lehner, der den Einsatz leitete, sprach von einem Wunder, daß dabei niemand verletzt wurde. Der angerichtete Schaden geht in die Millionen Schilling. Die Brandursache konnte nicht einwandfrei geklärt werden. Es wird nicht ausgeschlossen, daß ein glimmender Zigarettenstummel das Feuer ausgelöst hatte.

Original-Zeitungsbericht 1980

1 9 8 0

Vermurung des Hundsdorfergrabens

5. August 1980

"Schweres Unwetter in Bad Hofgastein

Wiesen und Keller überflutet - Hochwassergefahr in Anger gebannt

Bad Hofgastein. - Schäden in nicht abschätzbarer Höhe richtete Dienstag Abend ein Unwetter in Bad Hofgastein an: Innerhalb 30 Minuten standen Wiesen, Gärten und Keller unter Wasser. Wildbäche vermurten Felder und einen Teil der Bundesstraße. Besonders gefährlich war die Situation im Ortsteil Anger. Dort drohte der verschlammte, mit Holz verklauste Fallwandbach mehrere Einfamilienhäuser wegzureißen. Eine Geschäftsfrau wurde im Keller ihres Hauses von den Wassermassen überrascht und eingeschlossen. Erheblichen Schaden meldete auch die Gemeinde Tamsweg.
Sintflutartige Regenfälle lösten Dienstag zwischen 20.30 und 21.00 Uhr in Bad Hofgastein Hochwasseralarm aus. Die Freiwillige Feuerwehr Bad Hofgastein unterstützt von Gendarmen aus Bad Hofgastein, Bad Gastein und Dorfgastein standen bis Mitternacht im Einsatz. Sie mussten die westlich der Bundesstraße gelegenen Häuser gegen das Hochwasser sichern.
Ein besonders böses Erlebnis hatte eine Geschäftsfrau, die in einem überfluteten Kellerraum Nachschau hielt Die Frau wurde von den Wassermassen überrascht. Geröll, das gegen die Türe drückte, versperrte ihr den Rückweg. Sie hatte Glück In letzter Minute: Ihre lauten Hilferufe wurden vom im Haus wohnenden Schwager gehört, der unverzüglich die Rettungsaktion einleitete. Die Helfer mußten die Kellertüre zertrümmern, um die Eingeschlossene bergen zu können. Die Frau konnte im letzten Moment vor dem Ertrinkungstod bewahrt werden.
Der Fallwandbach wurde mit einem Bagger freigelegt. Der Bach war innerhalb einer halben Stunde bis zu einer Höhe von drei Metern verschlammt gewesen. Gegen Mitternacht war für fünf Einfamilienhäuser, dies sich in unmittelbarer Nähe befinden, die Hochwassergefahr gebannt. In den Kreuzungsbereichen Bundesstraße - Haltestellenweg vermurte der Haltestellenbach die westliche Fahrbahnhälfte in einer Breite von fünf und einer Länge von 50 Meter. Auch die gesamte Kreuzung Bad Hofgastein Süd wurde überflutet. Mittwoch Nachmittag standen Feuerwehr und Helfer noch immer im Einsatz. Sie mussten die angerichteten Unwetterschäden beseitigen.

Original-Zeitungsbericht 1980

1 9 8 7

Felssturz vom Ingelsberg

Rezenter Felssturz vom Ingelsberg, dem sogenannten Teufelskirchl zwang zur Evakuierung.

Gewaltiger Felssturz bedrohte Siedlung in Hofgastein-Nord

9 Wohnhäuser evakuiert

Bad Hofgastein. - Neun Häuser mit 51 Bewohnern mussten Sonntag Abend nach einem gewaltigen Felssturz in Bad Hofgastein evakuiert werden. Steinmassen im geschätzten Ausmaß von 5000 Kubikmeter wurden von einem Bannwald aufgefangen und drohten, auf die Siedlung im Norden der Marktgemeinde abzugehen.
Die größten Sorgen bereitete den Verantwortlichen, die sich zu einer Kommission zusammengefunden hatten, ein riesiger Felsbrocken: Das über 100 Tonnen schwere Ungetüm in der Größe eines Hauses war an ein paar jungen Erlen hängen geblieben; ob und wie lange die Bäume dem Druck standhalten könnten, war ungewiss. Sonntag gegen 19 Uhr schlugen mehrer Zeugen Alarm: Vom sogenannten Teufelskirchl im Bereich des Ingelsberges hatten sich Geröll- und Steinmassen gelöst. Rund 50100 Kubikmeter Fels stürzten 200 Meter über steilstes Gelände in die Tiefe. Der erst vor zehn Jahren gepflanzte Erlenwald rund 1,5 Kilometer oberhalb des Talbodens und zwei Schutzwälle, die noch aus der Zeit des ersten Weltkrieges stammen, fingen den Felssturz ab. Die Gefahr für die neun Häuser an der Salzburger Straße war aber dennoch zu groß: Bürgermeister Adolf Weber ordnete die sofortige Evakuierung der 51 Bewohner an, sie kamen in nahe gelegenen Pensionen sowie bei Bekannten und Verwandten unter.
Erst gestern Nachmittag konnten die ersten drei Häuser wieder bezogen werden: Allerdings wurde die Bewohner aufgefordert, sich nur im ersten Stock und in den dem Gefahrenhang abgewandten Zimmern aufzuhalten. Noch in der Nacht liefen die ersten Sicherungsmaßnahmen durch die freiwillige Feuerwehr. Gestern fing man nun daran, Schutzwälle aufzuschütten. Außerdem überprüfte ein Spezialist des Bundesheeres die Möglichkeit, den Riesenfelsen zu sprengen. "Wir schauen jetzt einmal, welche Maßnahmen durchgeführt werden können. Wenn das Wetter hält und es nicht regnet, wird sich auch die Lagen entspannen". Meine der Hofgasteiner Bauamtsleiter Ing. Franz Bergmann gegenüber der SVZ. Das Gebiet ist seit Jahrzehnten als felssturzgefährdet bekannt, aber erst vor zehn Jahren wurde dort deswegen ein Baustopp verfügt.

Original-Zeitungsbericht - Salzburger Volkszeitung 1987

1 9 8 7

Brandstiftung - "Becherlgut"

Hilfeleistungseinsatz am 10. Oktober 1987 beim Brand des Wirtschaftsgebäudes vom "Becherlgut" in Luggau.

Feuerteufel zerstörte fröhliche Hochzeitsfeier
Ein Brandstifter zerstörte Samstag Abend in Dorfgastein eine fröhliche Hochzeitsfeier: Während die Braut von Freunden in ein Gasthaus "entführt" wurde, legte der Unbekannte beim benachbarten Elternhaus des Mädchens Feuer. Das Wirtschaftsgebäude brannte aus. Es entstand Millionenschaden. Mehr als 100 Feuerwehrmänner standen während eines Föhnsturmes im Löscheinsatz.

Für die 23jährige Christine Mayr und den 27jährigen Vinzenz Papernigg sollte der vergangene Samstag der "schönste" Tag im Leben werden. Die jungen Leute, die einen zweijährigen Sohn haben, heirateten. Doch der Hochzeitstag endete mit einem Fiasko - mit Tränen. Dafür sorgte ein noch unbekannter Brandstifter.
Der Feuerteufel muss Samstag gegen 19 Uhr zugeschlagen haben. Zu diesem Zeitpunkt saßen rund 180 geladenen Hochzeitsgäste im Hotel "Römerhof" in Dorfgastein. Minuten zuvor war die Braut von Freunden "entführt" worden. Die jungen Leute fuhren zum Gasthof "Walcher", das nur wenige Meter vom Elternhaus des Mädchens entfernt ist. Nachbarn, die gegen 19 Uhr bei dem Bauernhof vorbeigingen, bemerkten nicht Verdächtiges.
"Die Leute sind vielleicht 20 oder 30 Minuten gesessen, als das Feuer entdeckt wurde", schilderte ein Gast, der dabei gewesen war. "Rennt's alle raus, beim 'Pecherl' brennt's", alarmierte die Wirtin die noch fröhliche Hochzeitsgesellschaft. Geschockt eilten die jungen Leute zum brennenden Wirtschaftsgebäude. Die Braut wollte noch Dokumente aus dem Wohnhaus retten.
Während zahlreiche Feuerwehrleute zum Einsatzort in Luggau rasten, schütteten aufgeregte Nachbarn, die nahe der Pecherlhofes wohnen, mit Kübeln Wasser auf ihre zum Großteil aus Holz gezimmerten Außenfassaden. "Wir hatten wahnsinnige Angst, dass durch den Funkenflug auch unser Haus zum Brennen anfängt" schilderte eine Nachbarin. "Es war wirklich gefährlich, denn der Föhn hat das Feuer zu und rübergeblasen. Zum Glück ist nichts geschehen."
Die Braut kehrte geschockt zu ihrem Mann in den "Römerhof" zurück. Schnell machte die Hiobsbotschaft die Runde. Erste Untersuchungen an der Brandstelle ergaben eindeutige Hinweise auf Brandstiftung. So konnte der Brandherd exakt ermittelt werden. An dieser Stelle waren die Bretter des Gebäudes außen und nicht innen verkohlt. Das bedeutet: keine Heuselbstentzündung, ebenso sind technische Defekte auszuschließen.
Für die Mutter der Braut ist dieser Schicksalsschlag einer von vielen: Vor Jahren verlor sie ihren Mann, der freiwillig aus dem Leben schied. Ein Kind wurde von einem Holzstamm erdrückt. Ein enger Verwandter wurde von einem Auto niedergefahren und getötet.
Für die Familie bedeuten die kommenden Tage viel Arbeit. Bei dem Brand, der Millionenschaden angerichtet hat, konnte wohl das Vieh gerettet werden, doch sind sämtliche Heuvorräte vernichtet.

Original-Zeitungsbericht - Kronenzeitung 1987

1 9 8 7

Brandstiftung - Taxerbrandstattbauer

Brand des Wirtschaftsgebäudes am 13. Oktober 1987 des Taxerbrandstattbauern.

Der "Feuerteufel" im Gasteiner Tal hat schon wieder zugeschlagen
Der "Feuerteufel" im Gasteiner Tal hat schon wieder zugeschlagen: In der Nacht zum Dienstag ging das Wirtschaftsgebäude des "Daxerbrandstadtgutes" in Flammen auf. Es entstand Millionenschaden. Nach dem Brandanschlag auf das "Pecherlgut" vor vier Tagen zittern nun Landwirte im gesamten Gasteiner Tal vor dem noch unbekannten Brandleger.

"Draußen war es plötzlich hell - und gekracht hat es, das kann man sich nicht vorstellen." Das schilderte Dienstag Vormittag die 34jährige Luise Lackner in Harbach nahe Dorfgastein. "Es war so gegen zwei Uhr früh. Da brannte das Wirtschaftsgebäude schon voll."
Die Frau alarmierte ihren Bruder Engelbert, der sofort die Feuerwehr verständigte. Trotz eines Großeinsatzes konnte das Gebäude nicht mehr gerettet werden. Während die Löschmannschaften die Flammen bekämpften, versuchte Engelbert Lackner mit Hilfe seines Vaters rund 200 kg schweres Zuchtschwein aus dem Stall zu bringen. Doch alle Bemühungen kamen zu spät. Das Tier musste am Vormittag notgeschlachtet werden.
Als Brandsachverständige das ausgebrannte Gebäude untersuchten, stand bald fest: Das war das Werk eines Brandstifters Messungen im Heustock ergaben, dass Selbstentzündung auszuschließen sei.

Original-Zeitungsbericht - Kronenzeitung 1987

1 9 8 8

Brandstiftung Klughaus

24. Jänner 1988

Flammen im Zentrum von Bad Hofgastein

Brandstifter zündete Vorbau eines Althauses an - Familien mussten evakuiert werden


Bad Hofgastein. Sonntag um 2.13 Uhr heulten in Bad Hofgastein die Sirenen. Kurz vorher hatte ein unbekannter Brandstifter an einem Vorbau eins Althauses im Ortszentrum von Bad Hofgastein Feuer gelegt. Der Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr konnte ein Übergreifen der Flammen auf das Haupthaus verhindern.
Der Schaden beträgt rund 100.000 Schilling. Der Anbau diente als Behelfsbüro und Lager, in dem sich verschiedene Geräte und Möbel befanden. Diese Gegenstände brannten mit starker Rauchentwicklung. Durch die Schwaden, die in den Eingang des Haupthauses zogen, wurden die Bewohner gefährdet.
Die Freiwillige Feuerwehr musste daher die Mieter, vorwiegend Gastarbeiterfamilien evakuieren. Rund fünfzehn Personen waren von dieser Maßnahme betroffen. Die Flammen waren nach etwa einer Stunde gelöscht, die Nacharbeiten nahmen weitere zwei Stunden in Anspruch. Verletzt wurde niemand.
Das Feuer erregte großes Aufsehen. Zahlreiche Schaulustige fanden sich beim Brandplatz ein. Wie die Erhebung der Kriminalabteilung der Gendarmerie und des Brandsachverständigen ergaben, war ein Brandstifter am Werk gewesen. Von ihm fehlt bisher jede Spur. Bereits vor einer Woche hatte ein Unbekannter in unmittelbarer Nähe des Althauses Feuer gelegt.

Original-Zeitungsbericht 1988

1 9 8 8

Gerichtsverfahren

Mehrere Brandlegungen in den Jahren 1987 und 1988 im Gasteinertal blieben unaufgeklärt.
Einige aber konnten nachgewiesen werden.

Zurechnungsfähigkeit "nicht nachvollziehbar": Freispruch

Brandserie bleibt ungeklärt

Salzburg (SN). Eine aufseherregende Brandserie in Bad Hofgastein beschäftigte am Dienstag ein Salzburger Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Dr. Ziesel (Staatsanwalt Dr. Fürlinger). An fünf verschiedenen Stellen war im August 1987 auf dem Dachboden eines Hotels in Bad Hofgastein Feuer gelegt worden. Der Gesamtschaden belief sich auf fünf Millionen Schilling. Schon zuvor waren zwei Heuschober in der Nähe des Hotels ein Raub der Flammen geworden (200.000 Schilling Schaden). Nach einem weiteren Brandanschlag auf das Nachbarhaus im März v. J. - Spuren im Schnee führten zu dem Beherbergungsbetrieb - wurde der 21-jährige Hoteliersohn Alexander W. festgenommen. Er gestand, die Brände gelegt zu haben und blieb auch bei drei weiteren Vernehmungen dabei. Ein halbes Jahr später widerrief der junge Mann sein Geständnis. Der Angeklagte (Verteidiger RA Dr. Stuhler und Dr. Zitta) wurden schließlich vom Vorwurf der Brandstiftung und der schweren Sachbeschädigung freigesprochen. Begründung: Die Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten zum Tatzeitpunkt sei, auf Grund seiner epileptischen Veranlagung, "nicht mit hundertprozentiger Sicherheit nachvollziehbar". Selbst wenn er die Brände gelegt haben sollte, könne er deshalb für die Taten nicht zur Verantwortung gezogen werden. Der psychologische Sachverständige Prim. Dr. Gerhard Harrer verwies in seinem Gutachten auf substantielle Funktionsstörungen im Gehirn des Beschuldigten. Alexander W. neigte zu seelischer Abnormität und falle immer wieder in epileptische Dämmerzustände, die oft Stunden dauern könnten und an die er sich nach dem "Erwachen" nicht mehr erinnern könne. Im Zeitraum dieser Absencen sei es ihm aber trotzdem möglich, sinnvolle und zweckmäßige Handlungen zu setzen. Auf die Frage des Gerichtes, warum er die Geständnisse abgelegt habe, meinte der Beschuldigte: "Um meine Ruhe zu haben".

Original-Zeitungsbericht - Salzburger Nachrichten 1988

1 9 8 8

Unwetter in Bad Hofgastein

Am 3. August 1988 schwere Unwetter im gesamten Ortsbereich

Unwetterschäden im Gasteinertal
Schwere Unwetter suchten in der Vorwoche das Gasteinertal heim. Besonders arg war der Bad Hofgasteiner Ortsteil, Gadaunern betroffen. Ein orkanartiger Sturm schaffte es mit über 100 Stundenkilometern bei nahe mühelos, die größten Bäume zu entwurzeln und auch zwei Dächer, jenes der Pension Grubbauer und das Scheunendach des Feldingbauern, abzudecken. Für die Freiwillige Feuerwehr Bad Hofgastein, die von der Badgasteiner Feuerwehr tatkräftig unterstützt wurde, gab es alle Hände voll zu tun, zumal nach einem schweren Gewitter auch noch der Gadaunererbach aus seinen Ufern trat und eine Brücke wegriß. Die angrenzenden Felder und Wiesen wurden stark vermurt. Es entstand Sachschaden in Millionenhöhe. Auch am Gasteiner Höhenweg wurde der Weg an mehreren Stellen vermurt.

Kronenzeitung 1988
Siehe weiter im - Doku-Archiv - zu diesem Thema:
  - FFW-Hofgastein - Geschichtliche Entwicklung
Siehe auch die Seiten:
  - Geschichte der FFW - Bad Hofgastein
  - Elementarereignisse - Unglückschronik

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Anmerkung: Der Text wurde überwiegend der "Chronik der FFW Bad Hofgastein" mit freundlicher Genehmigung entnommen, sowie
auszugsweise dem Buch: "Bad Hofgastein und die Geschichte Gasteins" von S.Hinterseer.

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