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Dokumentation . Gasteinertal

Orts-, Fluss-, Berg- und Flurnamen

. . . im Wandel . . .

Flurnamen, als Bezeichnungen umschriebener Landschaftsteile (Flur) haben immer wieder im Laufe der Jahrhunderte einen Wandel erfahren. Die Namen der Berge und Gipfel, Wälder, Wiesen und Äcker, Auen oder auch Wege als geografische Bezeichnungen (Lokalnamen) werden von Ortsansässigen meist mündlich überliefert und sind auch deshalb in ihrer Schreibweise häufig voneinander abweichend oder erfahren gar einen Bedeutungswandel. Flurnamen, die bis in die Vor- und Frühgeschichte zurückreichen, sind dabei selten, wenn man von Flussnamen oder Namen markanter Berge absieht; sie sind häufig erst im 18. und 19. Jahrhundert entstanden und überliefert. Nicht selten stammen derartige Flurnamen auch aus dem Jagdbereich. Dazu folgende Textstelle aus dem Skriptum der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde: "Flurnamen des oberen Gasteiner und Rauriser Tals" von Fritz Gruber und Walter Strobl: "Die Flurnamen in den Gebirgsgauen gehen zum größten Teil auf die Zeit der Schwaighofwirtschaft, eine extensive Form der Viehwirtschaft, zurück, die bereits im 11. Jahrhundert einzusetzen begann und Anfang des 14. Jahrhunderts ihren Abschluß fand1. Die Namengebung, besonders die Prägung von Alm- und Waldnamen, oblag demnach in Gastein und Rauris nicht den viel später auf den Plan getretenen Bergleuten, sondern den Bauern als den frühesten Siedlern der beiden Tauerntäler, die natürlich jeweils Ortsspezifika aus der sie umgebenden Naturwelt aufgriffen. Dabei bleibt zu beachten, daß die Zeit der Namengebung im Normalfall viel weiter in der Geschichte zurückliegt als die erste Erwähnung eines Namens im erhaltenen Schrifttum."
Nachfolgend angeführte Flurnamen, inklusive Flüsse, Berge und deren Gipfeln, Almen, Wälder und Äcker etc. als tabellarische Auflistung sollen den Bedeutungswandel in den vergangenen Jahrhunderten dokumentieren. Dabei werden auch ältere Schriften, insbesondere jene der bekannten Autoren aus dem 19. Jahrhundert ebenso mit einbezogen, wie solche neueren Datums. Mündliche Aussagen von ortskundigen Einheimischen sollen besonders berücksichtigt werden. Querverweise zu den Wanderkarten sollen das Auffinden der beschriebenen Regionen erleichtern.
Nicht mehr existierende bzw. verfallene und vergessene Wege und Straßen werden im - Anhang - angeführt.
Lagebeschreibung und Bilder finden sich im Hauptteil auf der Seite - Fluss-, Berg- und Flurnamen - heute.

Index

A B C D E F G H I J K L M
N O P Q R S T U V W X Y Z
A Anlauftal - bis ins 16. Jahrhundert hieß das ganze Tal "ze Radeck" Der Gasteiner Gewerke und spätere Landesjägermeister Martin Strasser II. beschreibt, wie er im Anlauftal die Gämsen jagte, indem er im Bereich der ehem. Käser-, Alb- oder Prentlhütten (heute Verladebahnhof-Böckstein) große Netze als Absperrung installierte, wo sich dann die aufgescheuchten Gämsen verfingen. Im Text heißt es, dass die Gämsen die Netze "anlaufen". Es lag daher durchaus nahe, die ganze Netz-Anlage, einfach als "Anlauf" zu bezeichnen. Hieß es zunächst noch "beim Anlauf", so kam bald schon die Namensform "zw Anlauf" auf, und seit dem vorigen Jahrhundert gibt es einen "Anlauf-Bach" und schließlich ein "Anlauf-Tal" - Quelle: Fritz Gruber, 2012 - Muchar,1834 bezeichnet bereits das äußere Anlauftal als die Anlaufalpe. - Karte
Ardacker = Artacker, ein mit Steinen befriedetes Grundstück (Koch-Sternfoeld,1820).
Arlspitze - wird mit dem Gipfelkreuz allgemein auch als "Schuhflicker" - bezeichnet. Der eigentliche "Schuhflicker-Gipfel" liegt aber westlich davon; ist allerdings in der Vergangenheit gebrochen und Richtung Lenzbauernalm abgerutscht, wo sie als mächtige Dolomitsteine zu liegen kamen (Quelle: mündlich überliefert). Die Gasteiner bezeichnen die Arlspitze allgemein als "Schuhflicker", wobei aber auch das Gebiet unterhalb diesen Namen trägt. Vor noch gar nicht langer Zeit hieß die Arlspitze Kendlachkogel und das ganze Gebiet Kendlach bzw. Kendlachalm, Heute führt nur noch der Kendlachgraben und die Kendlachmähder diesen Namen. Die Großarler nannten den einstigen Kendlachkogel immer schon Arlspitze. - Karte
Astenalm - als "Asten" wird ganz allgemein eine Heimalm bezeichnet, wo man das Weidevieh, nachdem man es von den Almen geholt hat einige Tage/Wochen noch halten kann, bevor es ins Tal gebracht wird. Die Astenalm im Nassfeldertal, wird auch als Schuster-Asten bezeichnet. Eble,1834 schreibt dazu: "Von Beckstein aus kann man noch 1/2 Stunde weit, nämlich bis zum Schusterrasen (Anm.: Schusterasten?), wo einige Alpenhütten und die Aufzugsmaschine sind, fahren." - Anm.: derselbe Wortlauf findet sich auch bei Emil,1827 - Karte
B Badbruck = Badbrücke (Muchar, 1830) = Badbrucken (1417 u. 1624). - Die Badbrucken wird bereits im Jahre 1417 erwähnt. Seit Beginn des 16. Jhs. ist aber bereits die Bezeichnung "Bad Bruck" üblich mit der Urbedeutung: "Brücke, die zum Bad hinauf führt" (Fritz Gruber, 2012) - Badpruggen (Landesarchiv, 1694; Quelle: S. Hinterseer) - Karte
Barastelscharte = oberhalb von Harbach zw. Aukopf und Kreuzkogel = Perastelscharte (Exner, 1957) - Karte
Batzberg = Pazberg (Skizze, 1790), westlich von Dorfgastein - Bäzberg (Landesarchiv, 1694; Quelle: S. Hinterseer)
Bauleiten = nördlich des oberen Bockharttales befand sich der Bergbau, die "Alte Pochleithen" = Bauleiten (Quelle: Paar/Günther/Gruber, 2006).
Bernkogel = Bärenkogl (Muchar, 1830) - "Bärenkogel" als Hinweis, dass es hier Bären gab (?)
Bockhart - Der älteste Name "Pogwart" mutierte im 16. Jh. innerhalb kürzester Zeit zu "Poghart" und entwickelte sich dann zum heutigen "Bockhart". Sternfeld, 1920 schreibt vom obern und untern Pochart und - Eble, 1934 von der Pochkartscharte - Muchar, 1934 wiederum spricht vom Bockhartthal und von den Bockhartbergen mit zwei Seen. Die Bockhartscharte wurde im Mittelalter als Ochsenstallscharte bezeichnet. Im 16. und 17. Jh. war mit dem Namen "Bockhart" - im Gegensatz zu heute - immer das heutige Baukarl gemeint. Unterhalb vom ehem. Bockhart - dem heutigen Baukarl - befindet sich die Zaunzeche. Die Namensformen Pochkar und Pochhart sind Erfindungen des 19. Jh. (Quelle: Buch vom Tauerngold). Der Bergmann der frühen Zeit sprach nicht vom oberen Bockhartsee oder dem oberen Bockharttal, sondern vom "Unkenwasser" (früher gab es keine Fische im See, sondern nur Unken, und Salamander) und wenn auf den Talboden oder die talnahen Hänge Bezug zu nehmen war, einfach von der (sonnseitigen) "Bauleiten" und dem (schattseitigen) "Unteren Seekogel" (Quelle: Fritz Gruber, 2012)
Böckstein = bezeichnete ursprünglich tatsächlich einen "Stein", nämlich den Kirchhügel. Der (dahinter liegende) "hintere Böckstein" war allerdings unbewohnt mit Ausnahme eines seit 1427 existierenden Bauerngutes, das einfach "Böckstein" hieß. Nach der Zerstörung der montanistischen Aufbereitungsanlagen in der "Peck" durch eine Lawine von der Fuxleithen (heute: Böckfeldalm), erfolgte der Wiederaufbau im Bereich des uralten Bauerngutes "Böckstein", dem heutigen "Alt-Böckstein". "Peck" kommt von alpenslawisch "pek" = Ofen - und später und somit sekundär auch in der Bedeutung von "Stein". (Quelle: Fritz Gruber, 2012) = Beckstein (Eble, 1834).
Koch-Sternfeld, 1820 schreibt: "Das Dorf Beckstein, auch Böckstein genannt (von Bach = im Mittelalter Beck) ..." -
Anm.: "Pock" (Skizze, 1790) bzw. "Peck" bezieht sich auf die Region Haslau am Eingang des Nassfeldertales. Siehe dazu auch - Hinterbaden = Boden von Böckstein.
Brandeben - bezeichnet die Region rund um den Brandebenhof in bzw. oberhalb von Breitenberg. Bereits besiedelte Landschaften wurden in früher Zeit durch Rodungen kultiviert. Vielfach geschah dies durch Niederbrennen des Waldes. Die Endung -brand weist auch hier auf diesen Tatbestand hin (Quelle: S. Hinterseer).
Brandmaißgraben - bezeichnet das Ursprungsgebiet des Harbaches bis zum Zufluss des Nasenbaches. Der Name "brand" weist vielfach auf die Tatsache hin, dass im Zuge der Besiedlung Wald abgebrannt wurde, um Weideland zu gewinnen. Dasselbe gilt für den Begriff "maiß" (mundartl. "moas"), welcher für "abhacken" (von Holz) steht. Das Wort "Moaß" bezeichnet einen Kahlschlag im Waldgebiet bzw. die Umwandlung von ehemaligen Holzschlägen ("Meißen" genannt) in Weideland. So finden sich in alten Schriften Textstellen wie: "Khranawetstauden nit abmaißen" oder "khain Uhrmaiß anzinten " etc. - Quelle: S. Hinterseer.
Bräuerochsenalpe - auch Ochsenalpe genannt befindet sich unterhalb des Tischlerkars bzw. oberhalb der Hinteren Prossau (heute: Tischlerkaralm) und war im Besitz des Bräuer Mosers. So heißt es bei Muchar,1834: "führt ein Fußweg ... am hohen Seekopf vorüber zur Ochsenalpe des Bräuers von Hofgstein unterhalb des großen Tischlkahrs, oder hinab in die Proßau." Die untere Bräueralpe meint wohl das Gebiet, wo einst die Sennhütte (Proßau-, Bräueralpe) stand und später das Alpenhaus Prossau gebaut wurde. Die oberen Bräuer- oder Kesselalpe liegt im Kesselkar mit dem Durchströmungsmoor. Und weiter heißt es bei Muchar,1834: "In der Bräuersennhütte des Ochsenhalters ist der bequemste Punct, sein Nachtlager aufzuschlagen.".
D Drei Waller - wohl schon in vorrömischer Zeit ein wichtiger Übergang ins Gasteinertal und möglicherweise auch eine Kult- und Opferstätte in allerältesten Zeiten. Der Name leitet sich von den - "3 Heiligen, Wallner genannt" - ab, die hier begraben liegen sollen. Dazu heißt es (23. August 1616): "Man habe sich mit dem möglichsten Fleiß nach allem erkundigt und von etlichen alten Personen in Erfahrung gebracht, daß von Mannßgedenkhen her etwa drei Heilige Väter - die Wallner genannt - sich dorthin in das Wilde und umbrauste Gebirg begeben, dort gestorben und nahe beieinander begraben worden seien." - Und weiter aus einer Meldung vom 3. September 1621: "mit dem Mesner zu Dorf und sechs tauglichen Arbeitern ist man am 30. August zu den Drei Wallern aufgestiegen, um genauere Untersuchungen anzustellen. Man habe dabei - sechs Claffter tief nachgegraben in der unteren Hütte und zwischen den beiden oberen Hütten und ain Loch gefundten, so vill aines Menschen Haupt plaz haben mecht. . . und es mit einem hölzernen tächl verdeckt, aber sonst nichts gefunden." - Laut Originalbericht vom 27. August 1686 habe man dann die Sache neuerlich in Untersuchung genommen, und man will dabei drey Fueßstapfen der drey Waller eingetruckht im Felsen gefunden haben. - Quelle: S. Hinterseer - Karte
E Erzwies - Der Name ist kein für die Gewerkenzeit typischer Name, sondern kommt wahrscheinlich aus der bäuerlichen Sphäre. Es ist bezeichnend, dass sich in nächster Umgebung der "Erzwies" eine zweite "Salesen" befindet, ein Name, in welchem das slawische Wort "zeleso" (Eisen, Erz) steckt. Die erste Erwähnung findet die Erzwies im Jahre 1375 in einem der Schuldscheine, die zugunsten Konrad Deckers ausgestellt wurden. - Quelle: Fritz Gruber - Karte
F Faschingberg - der heutige "Faschingberg" scheint (vielleicht schon seit der Gründungszeit des Klosters St. Zeno in Reichenhall - also seit 1140) diesem Stift zugeeignet. In ältesten Urkunden wird dieses Gebiet immer als Zennerberg geführt und nicht als "Faschingberg". Der Name Zennersperg wäre somit eine Verballhornung der Bezeichnung St. Zenoberg, die daher stammt, dass der Großteil der Besitzungen in ältester Zeit zum Kloster St. Zeno in Reichenhall gehörte. Vielleicht erhielt der Berg später durch die hier auffällig oft auftretende Familie der Faschang (die Steuerliste von 1497 nennt allein 5 verschiedene!) den heutigen Namen. - Quelle: S. Hinterseer.
Noch heute führt der "Faschingberg" den Zweitnamen "Zennersberg", richtig St. Zenos Berg. - Quelle: Fritz Gruber - Karte
Feuersang - Der Name Feuersang (auch Feuerseng, Eble, 1834) stammt von "(ver)sengen" und weist auf eine alte Brandrodung hin. - Quelle: Fritz Gruber - Karte
G Gallwies - Der Name scheint von der Galgenwiese abgeleitet zu sein, die sich hier bei der heutigen Ansiedlung Gallwies befand. Am 3. 3. 1759 fand hier die letzte Hinrichtung statt. So heißt es u. a.: "In der Nähe des vom Markte eine Viertelstunde entfernten, aber noch zu diesem gehörigen Gallwiesgutes Nr. 10 stand der Gerichtsgalgen." - Quelle: Sebastian Hinterseer.
Gamskar, Gamskarl - als eine der häufigsten Flurnamen und Berggipfelbezeichnungen im Gasteinertal (Gamskar, Gamskarlsee, Gamswand, Gamskarkogel, Gamskarspitzen usw.) soll den Hinweis geben, dass sich gehäuft Gämsen in den entsprechenden Regionen antreffen lassen oder sich gar ihre Schlafplätze dort befinden. Häufig wird Gamskar und Gamskarl nicht unterschieden, obwohl es verschiedene Regionen bezeichnet.
Anmerkung : "Gamskar" meint im Gasteinertal ausschließlich den Gamskarkogel östlich von Bad Hofgastein und - jedes "Gamskar" wird im Gegensatz dazu liebevoll "Gamskarl" genannt.
Gasteiner Ache - ist gleichbedeutend mit dem mundartlichen Ausdruck "Ache". Da Fluß- und Bergnamen die unverrückbarsten Marksteine der Natur sind, dürfte die Ache schon in der vorrömischen Zeit ihren Namen gehabt haben. Die Kelten nannten sie jastun (Koch-Sternfeld, 1920), woraus die Lateiner gastuna machten, woher es ins Deutsche in unserer Mundart mit chastune (1224), Gasteun (1327) und Gastewn (Urkunden des 14. Jahrhunderts) übernommen wurde. Die Schreibweise Gastein tritt erstmalig in Urkunden des 15. Jahrhunderts auf. - Quelle: Zimburg.
Nach Fritz Gruber soll "Gastein" einen keltischen oder gar indogermanischen Ursprung haben, wobei das keltische "jesta-dunum" = Hügel des schäumenden/siedenden Wassers bedeutet mit einer indogermanischen, also noch ältere Wortform "ias-dun" verwoben sein könnte. - (siehe dazu die ausführliche Argumentation im Buch "Mosaiksteine, Fritz Gruber, 2012).
Den Ursprung des Namens Gastein heute einwandfrei festzustellen, wird nicht mehr möglich sein. Weder kann ein lateinischer, noch ein gotischer oder slawischer Ursprung belegt werden (gast, jast, gaest soll auf den nordischen Stamm im Namen Geyser hinweisen, was den Namen mit den heißen Quellen in Zusammenhang bringen würde). In der Schweiz werden Wasserfälle Giessinnen und die in der Nähe gelegenen Ortschaften Gastune genannt, was in Gastein auf den Wasserfall als Namensgeber schließen lassen würde.
Geisel-Kopf - als ein Gipfelmassiv westlich der Hagener Hütte hat nichts mit Geisel oder Geißel zu tun, sondern entspricht einem slawisch-karantanischen Ausdruck, nämlich "koz(i)l(u)" für Bock oder Gamsbock.
H Haitzingalm - auf der Nordseite des Radhausberges gehörte früher zu den Haitzing-Gütern bei Hofgastein. Beispielsweise verkaufte um 1471 Ritter Johann Strasser seine zwei Güter zu Haitzing samt der Alm am Radhausberg an Wolfgang Windsteiner. - Quelle: Fritz Gruber. Koch-Sternfeld, 1820 nennt die Haizing's - als Sitz eines gleichnamigen alten Gewerken-Geschlecht's.
Hinterbaden - Der Talschluss des Haupttales südlich der Bad Gasteiner Poser-Höhe ist durchwegs mit alpenslawisch-karantanischen Namen besetzt. Die offene Fläche war die "Reidnitzen", später hieß es "Hinterbaden". So entwickelte sich "Rudinica" zu "Räudnitzen" und schließlich zu "Reidnitzen", In der Folge setzte sich bei den bairisch sprechenden Bauern die Bezeichnung "Hinterboden" durch, und der Name "Reidnitzen" wurde auf einen kleinen Teilbereich, nämlich den Palfnergraben, zurückgedrängt. Im Wälderverzeichnis von 1521 heißt es: "die Wälder um den Reidnitzen Bach (Palfnergraben)."
Der "hintere Boden" (Boden = Talstufe) war "hinter des Bades" gelegen, und so entstand "Hinterbaden". Bereits im Lehenbuch III von 1434 findet sich eine bezeichnende Eintragung: "Item ein Gut hinter dem Bad", also "zu Hinterbaden". Im "hinteren Böckstein" gab es seit 1427 ein Bauerngut, das einfach "Böckstein" hieß. Nach Zerstörung der montanistischen Aufbereitungsanlagen im Jahr 1741 in der "Peck" erfolgte der Wiederaufbau im Bereich des uralten Bauerngutes "Böckstein" = "Böckstein zu Hinterbaden" und letztlich Böckstein. (Quelle: Fritz Gruber, 2012)
Hörkar, Hö(h)kar - hat immer wieder eine andere Schreibweise zum Inhalt wie "Hiörkaar (Karte,1940), Hiörkar (Griebens,1927), Höhkahr (Emil, 1827, Muchar, 1834), Höchkar (Koch-Sternfeld,1820)". Dem Jagdbuch von Sigmund von Keutschach aus dem Jahr 1536 ist zu entnehmen (Zitat aus dem Buch Mosaikstein, Fritz Gruber 2012):
"...als Schrecken und Verzweiflung eine Gämse zu einem großen Satz veranlasste, geschah es: sie sprang also etwas zu kurz und fiel über die hohe Wand, die Langwand unter dem Hörkar, in den Hörkarbach, in der Gastein, genannt, ab und verblieb als toter liegen." - Ortsfremde Vermessungsbeamte scheinen den Namen "Höhkar" vermeintlich eingedeutscht und in die frühen Landkarten eingeführt zu haben. Im Wälderverzeichnis von 1521 heißt es: "Wald vom Horkar (=Hörkar) bis zum Wildenkar für die Baumgartner." Die alte und richtige Bezeichnung lautet somit "Hörkar" - Quelle: Fritz Gruber. Letztlich bleibt die Bedeutung diese Wortkreation aber unklar! - Karte
K Keuchenscharte - meint nicht den beschwerlichen Weg dorthin, sondern leitet sich nach Fritz Gruber von der früheren Bezeichnung "Golch" bzw. von "Goich" ab, wie auch die Feuersangkalche bzw. "Feuersang-Goichen". Das -oi- ist aus -ol- entstanden (Goid= Gold, woikig= wolkig etc.) und könnte somit auf das slawische "gol(u)/nackt, kahl hinweisen. Somit weist die Keuchen-Scharte bzw. Goichen-Scharte wohl auf die kahle, baumlose Gegend hin.
Knappenbäudelsee - oder auch Knappenbeutelsee hat nichts mit einem "Beutel" zu tun, sondern hinter dem Namen verbirgt sich vielmehr ein kleiner Bau, ein "Bäuel". Der Begriff stammt aus der Bergwerkszeit. - Quelle: Fritz Gruber. - Karte
Kolm - soll auf den karantanisch-slawischen "ch(u)" zurückzuführen sein.
Korntauern - auch Hoher Tauern genannt, kommt von alpenslawisch "koren = Wurzel", wie auch der deutsche Name Wurzenwald bzw. Wurzberg auf der der Nordseite des Korntauern genannt wird. - Karte
Kötschach - von "Hotjeschewo" (=Gegend des Herrn Hotecha). Kötschach, heute Kötschau (= Großraum Bad Bruck-Kötschachdorf). - Quelle: F. Gruber. - Der ursprüngliche Name war Kötschau - ab dem 17. Jh. wurde dieser Name durch "Badbruck" verdrängt. - Im bayr. Urbar, 1224 wird der Name Kouchove genannt. Bei Muchar, 1834 heißt es in einem Schenkungsvertrag: Chotshoawe = Kötschach (Anm.: Schenkung verschiedener Güter in Gastein durch Peilsteins Gemahlin an das Kloster Zeno im Jahre 1208).
Kraxentrager - waren mit aufgeschnallten Traggestellen ("Kraxen") versehene, gehtüchtige Burschen, welche den Saumweg über den Mallnitzer Tauern benutzten, um so den beliebten Kärntner Bauernschnaps (mit der Absicht Mautgeld einzusparen) nach Gastein zu schmuggeln. Dabei wurden immer die kürzesten und somit wohl auch steilsten Wegvarianten gewählt. Eine andere Gruppe von Kraxentragern beschäftigte sich mit dem Salzhandel.
Kreuzkogel - In keinen Urkunden und Schriften finden sich Hinweise über deren Bedeutung dieser Namensbezeichnung. Im Gasteinertal gibt es 4 Berggipfel, die den Namen "Kreuzkogel" tragen und auffällig ist nur, dass die Gipfel nicht einfach die höchste Erhebung eines Gebirgszuges darstellen, sondern von 3 Gebirgszügen gebildet werden - und so ein (3-eckiges) "Kreuz" bilden.
Kühlenprein = Kühle Brein im hinteren Naßfelde, mit der Bedeutung: der kühle Brunn - Quelle: Koch-Sternfeld,1820 bezieht sich auf die dortigen zahlreich vorkommenden Quellen. - Karte
L Lafen - bzw. im Namen "Laven" meint Koch-Sternfeld das Wort Lavenz, Lavant, etwas Fließendes, Schmelzendes zu erkennen. Der Name sollte aufgrund einer möglichen romanischen Siedlungskontinuität lateinisch sein. Fritz Gruber (Böckstein) ist aber der Überzeugung, dass Lafen aus dem Alpenslawischen kommt ("Leuvenje").
Lahn - bzw. im Dialekt "Laah" oder "Loah" meint eine mächtige Lawine, insbesondere Schneelawine oder eine Mure, wobei meist ein deutlicher "Lawinenstrich" bestehen bleibt.
Luggau - In alten Urkunden und Schriften findet sich der Name der Ortschaft in unterschiedlichen Formen wieder, und zwar 1555 als Luccau, 1456 als Luchawe, 1324 als Lochkawe und 1212 als Lukkawe. Dr. Fritz Gruber (Böckstein) stellt fest, dass die Bezeichnung aus dem Altslowenischen lukovati (= spähen) bzw. aus dem zugehörigen Hauptwort Lukova (= die Wacht) entstanden ist. Tatsächlich findet sich auch heute noch südwestlich von Luggau ein "Wachtberg". Erwähnung findet Luggau in den alten Urkunden des Stiftes Michaelbeuern bereits 1138 - Quelle: S. Hinterseer. Aus einer Urkunde des Jahres 1138 ergibt sich, dass ein Bauernhof in den Besitz der "Edlen" Ehefrau Ita, Gräfin von Lothringen, Schwester des Kaisers Lothar III. gelangt war. Sie war für viele Jahre die Herrin (Domina) von Luggau. - Quelle: Fritz Gruber.
M Murau - als eingedeutschtes Wort aus dem slawischen "Murava"/"Murova" mit der Bedeutung "Nasswiesen-Gegend". Ursprünglich galt die Bezeichnung für das gesamte Nassfeld mit der ältesten deutschen Bezeichnung - "ze den nazzen felden". Der Begriff Murova/Murau blieb dann letztlich auf einem der Nassfelder Berge, den Murauer Köpfen. - Quelle: Fritz Gruber.
M Nassfeld - besser Gasteiner Nassfeld bezeichnet die Hochebene, die von Böckstein über das sog. Nassfeldertal erreichbar ist und wo der Nassfelder Tauern - heute Mallnitzer Tauern - schon vor Jahrhunderten als Übergang nach Kärnten benutzt wurde. Seit der Erschließung des Nassfeldes als Wintersportgebiet (um 1972) wird die Region auch - Sportgastein - genannt. Siehe auch die Bezeichnung - Murau - Quelle: Fritz Gruber.
Anm.: Die Bezeichnung "Sportgastein" sollte für einen "neuen Ort" im Gasteinertal stehen, nachdem hier mit einer neu zu errichtenden Gletscherbahn, zahlreichen Hotelanlagen, sowie Kur- und Badeeinrichtungen den gestressten Städtern eine attraktive Erholungsregion angeboten werden sollte. Die Pläne konnten nie realisiert werden.
P Palfenalpe, Palfneralm - Ein Palfen bezeichnet im Gasteinertal einen Felsvorsprung, wie er zum Beispiel in der - Sage vom Blutpalfen - gut beschrieben scheint. Ob sich dazu die Bezeichnung "Palfner" ableiten lässt, kann hier nicht entschieden werden. Quelle: Fritz Gruber. - Karte
Patschg-Stuhl - entspricht einem für Oberkärnten typischen Personennamen, inklusive des karantanischen Ortsnamensuffix -en-, also Patschgen, was auf das slawische "pasce"/Weideplatz hinweist. Ein Herr Patschg hatte nachweislich Almrechte am Patschg-Stuhl, wobei die Bezeichnung "Stuhl" auf eine Verebnungsfläche hinweisen soll. - Quelle: Fritz Gruber.
Pleksen - Der Name ist als "plaexen" um 1379 belegbar und bezieht sich auf die lange und steile Geröllablagerung zwischen Radeckscharte und dem heutigen obersten Teil des Anlaufbachs. der Name scheint slawischen Ursprungs. - Quelle: Fritz Gruber.
R Radegg - Bis in das 16. Jahrhundert hieß das gesamt Tal, ausgehend von Böckstein bis hinauf zur Alm, einheitlich "Radeggtal". Der Name der Gasteiner Radegg wird im 16. und 17. Jahrhundert als "Rädegg" geschrieben. Fritz Gruber sieht in der Bezeichnung einen slawischen Ursprung und meint, es könnte einem Personennamen entsprechen, vielleicht einem Herrn Rada. Dieser könnte von Marienstein bis auf den Radhausberg-Gipfel Besitzer gewesen sein, was auch der Bezeichnung Radhausberg, also "Rad"(-Hausberg)! entspräche. Auch scheint ein markanter Gipfel am Radhausberg, der Salesenkogel - slawischen Ursprungs zu sein (zeleso = "Erz", Eisen). Der Wald unter dem "Radhaus" hieß "Rauchen-Matzl".
Radhausberg - bzw. das 'Radhausmassiv' schließt auch das Bergbaugebiet um die Hieronymushöhe ein, wo der Achslagerturm steht, zwischen deren Türme sich in den Jahren 1804 - 1868 das großes Rad der Aufzugsmaschine befand. Der Name "Radhausberg" leitet sich allerdings nicht von diesem großen Rad ab, sondern ist um viele Jahrhunderte älter und bezieht sich auf ein Räderwerk zum Zerstampfen des Erzes, das in frühester Zeit dort in Betrieb stand. In Verbindung mit dem Namen "Rad-egg" könnte sich die Bezeichnung aber auch von einen Personennamen (Herr Rada etc.) ableiten. - Quelle: Fritz Gruber.
Rastötzen - Im Waldbuch von 1521 heißt es: "Item mer ist ain gestrayff ob dem marckht zu hoff In der Gastein verhannden genant In der Rastitzn" - Die Bezeichnung Rastitzen - gehört hier zweifelsfrei zu südslawisch hrast (= Eiche), mit dem früh zu "-itzen" eingedeutschten Bachnamensuffix "-ica". Die Benennung muss besonders früh, etwa zwischen 900 und 1100, höchstens 1200, entstanden sein, da südslawische Siedler nach Ausgang des 12. Jahrhunderts mit Sicherheit nicht mehr im Tal ansässig waren. - Quelle: Fritz Gruber.
Reed - Die Reed umfasst die Regionen Reedsee, Reedgraben, Reedalpe, Reed-Wald und Reedbretter. Der Reed-Wald im Kötschachtal reicht von der Tannwand bis zum Plattenbach - und im Wälderverzeichnis von 1521 heißt es: Wald zu Röt (=Reed). Reedsee als ein von "Röte" umgebener See (von der Ziegelroten Veilchenalge?). So könnte "Die Reed" ursprünglich das ganze Tal bezeichnet haben, oder doch den inneren Teil desselben. - Quelle: Fritz Gruber. - Karte
Der Radhausberg soll seinen Namen nach Koch-Sternfeld, 1820 aufgrund des hier von Oberwerksmeister Gainschnigg geplanten und errichteten Radwerks herzuleiten sein mit der Bemerkung, das auch in Kärnten viele Bergwerke - "Radwerke" heißen. Nach Fritz Gruber leitet sich der Name Radhausberg von einem Radwerk ab, dass zum Zerstampfen des Erzes in frühen Zeiten diente, weist aber auch darauf hin, dass in Verbindung mit der Radegg der Name auch einem Ortsnamen entsprechen könnten, dessen Besitzer den Namen "Rad" oder "Rada" führte.
S Sackzieherbühel -Der Sackzieherbühel hat seinen Namen aus der Bergwerkszeit, als das Erz noch in Ledersäcken im Winter vom Radhausberg heruntergeschleift wurde. Weiter taleinwärts befand sich die Talstation des Aufzugs zur Hieronymushöhe.
Salesen - Früher hieß das ganze Angertal Salesen mit der Bedeutung - "Gegend des Eisens". Heute ist damit nur mehr ein eng umgrenzten Waldbereich, der Salesenwald nördlich des Stubnerkogels damit gemeint. Um die Mitte des 16. Jahrhundert reichte der Salesenwald "vom innersten Angertal entlang dem Nordhang des Stubnerkogels bis zum Bsuch-Gut". In dem Begriff verbirgt sich das slawische Wort "zeleso" (Eisen, Erz). Dasselbe gilt für den Salesen-Kogel, als Teil des Radhausberg-Massivs. - Quelle: Fritz Gruber.
Schiedeck - auch Scheideck bezeichnet eine "Trennung" und zwar vom eher flachen Weidebereich zum steil abfallenden nördlichen Teil, welcher durch häufigen Felsstürzen und Lawinenabgängen geprägt ist. - Quelle: Fritz Gruber.
Schlapper-Eben - "Slap"-Namen sind in Slowenien ziemlich häufig und beziehen sich immer auf einen größeren oder kleineren Wasserfall. Bei der Übernahme ins Deutsche wurde lautgesetzlich das -sl- zu -schl- und der aus mehreren kleineren Wasserfällen sich bildender Gebirgsbach wurde in der Mehrzahl vom Slap-er zum Schlapper...
Schlossalm - wurde ehemals Tresnitzen (Name slaw. Herkunft, 16. Jh.) genannt. Katharina Rainer-Schmelzerin kaufte von den Vormündern ihrer Tochter Sybilla etliche "Stuck und Güter", die ihr nun der Fürsterzbischof ordnungsgemäß lehenrechtlich verlieh. So heißt es: "In Gastein ein Viertel der Alm Tresnitzen, von Valtin Hochberger erkauft." - Quelle: Fritz Gruber
Schuhflicker - bezeichnet entsprechend der - Sage eines Schusters - wobei ein Schuster aufgrund seiner Gotteslästerung auf der Alm zu Stein erstarrte, das Dolomitmassiv oberhalb vom Kendlachgraben in Dorfgastein.
W Woisken - Der Name kommt von slawisch-karantanisch "vysoky(u)", mit der Bedeutung "hoch".
Z Zitterauer - Der Name "Zitterauer" war im Gasteinertal immer schon eine weit verbreitete Familienbezeichnung, was zahlreiche Besitzurkunden belegen. Ebenso gab es aber auch den Namen "Zittrauer", insbes. im 18. Jh. und "Zietherauer" bzw. viel häufiger "Zieterauer". Eine besondere Namensbedeutung ist aber nicht nachzuweisen.
Zottelau - im Süden von Badbruck gelegen ist nach der Gewerkenfamilie Zott benannt. Koch-Sternfeld, 1820 schreibt dazu: "Auf der Zottelau am Fuße des Schneebergs, standen einst die Schmelzhütten der Zotte; jetzt nimmt ein schöner Bauernhof das höhere, vor dem Wasser geschützte, Plateau dieser Gegend ein." Fritz Gruber bemerkt hingegen und schließt aus Meckaus Rechnungen, dass ein "Zottl Kramer", jener "Zottl", der mit den Gewerken Zott nichts zu tun hat, der Zottlau (Bad Bruck) den Namen gab" (?)

Anhang

. . . nicht mehr existierende oder verfallene Straßen, Wege und Übergänge . . .

B - "Binderloch" - bezeichnet den Hang oberhalb vom Hotel Austria mit einem Fußweg, dem Binderweg Durch den Bau der Hochgarage bleibt dieses sog. "Binderloch" weitgehend verdeckt. Am Fuße befindet sich noch eine sehenswerte Gletschermühle. - Quelle: Zimburg
- "Beda-Weg" - Beim Badeschloss führt ein Fußweg ziemlich steil zur Hohen Brücke hinauf. - Quelle: Grieben-Reiseführer, 1927 -
G - "Großreith" - Das Gebiet südlich der Helenenburg mit dem Reithgut in Bad Gastein bezeichnet das Gebiet Großreith.
- Quelle: Grieben-Reiseführer, 1927 - Alte Ansichtskarte - ...
- Grabenbäckersbrücke - Diese Holzbrücke führte vom Grabenwirt, entsprechend der Wasserfallgasse hinüber zum ehemaligen Wohn- und Wirthschaftsgebäude des Grabenbäckers Nro. 13 bzw. zur Wiese des Grabenbäckers, heute Bäckenmahdwiese genannt. Diese Brücke ist heute aus Beton gemauert.
K - "Kaiserin-Elisabeth-Weg" - meint den heute noch existierenden Steig von der Talstation der Graukogelbahn bis hinauf zum Hüttenkogel. - Dieser Steig, der vom "Reitbauern" vor der Villa Helenenburg auf den Hüttenkogel, einem Lieblingsberg der Kaiserin, führte, erhielt vor einigen Jahren die Bezeichnung Dr.-Alfred-Schwarzer-Weg - Quelle: L. Krisch.
M - "Moltke-Weg" - Dieser Weg zweigt oberhalb vom Schwaigerhaus in Bad Gastein von dem beim Dunstbad beginnenden Schillerweg ab - noch vor der Villa Anna. Er führt in engen Serpentinen direkt zum Schillerhof hinauf und endet bei der Kötschachtaler Straße. - Quelle: Grieben-Reiseführer, 1927 - Der preußische Generalfeldmarschall von Moltke kam nach Bad Gastein, um im Badeschloss die Kur zu gebrauchen. Dabei kam er immer wieder mit Kaiser Wilhelm und Bismarck zusammen Er kam bis zu seinem Lebensende immer wieder nach Gastein. - Bild, 2010 - ...
- Mühlgraben - Entspricht dem heutigen Schlossgraben - und verlief damals von der heutigen Hohen Brücke rechts vom Badeschloss bis zum E-Werk, wo die Thermalquellen an die Oberfläche treten. Beim Anschlag des Franz-Josef-Stollens wurde der Mühlgraben, welcher von einer langen Holzbrücke überspannt war, mit dessen Aushubmaterial zugeschüttet; so entstand der Straubinger-Platz. Der Wasserzulauf zum Mühlgraben wurde bei der Hohen Brücke beim Bau des Badeschlosses abgemauert.
- Quelle: Zimburg - Alte Ansichtskarte - ...
O - Ochsenstall - Bezeichnete im 16. Jh. das Felsengebilde zwischen Bockhartscharte und Seekogel. Hier befand sich ein Ochsenstall nahe der Bockhartscharte (ehem. Ochsenstallscharte genannt), da man damals Ochsen für den Schlittentransport der Erze benötigte, aber nicht ins Nassfeld, sondern entweder direkt ins Raurisertal oder aber über die Baukarlscharte und Erzwies ins Angertal. Den Anstieg auf die Baukarlscharte bewältigten aber mit Erzwäcken beladene Saumtiere.
- Quelle: Fritz Gruber, Bergbaureviere im Bockharttal bis ins 17. Jahrhundert
P - Patriarchenkogl - Dieser von Muchar im Jahr 1834 beschriebene sog. "Patriarchenkogl" wird heute Pyrkershöhe genannt.
- Quelle: Muchar, 1834 - Alte Ansichtskarte - ...
S - Schiller-Weg - Entspricht der heutigen Reitlpromenade und mündet oberhalb vom Hotel Miramonte (ehem. Königsvilla) nahe beim Reitbauer in die Kötschachtaler Straße ein.
- Quelle: Grieben-Reiseführer, 1927 - Alte Ansichtskarte - ...
- Schlossgraben - Befindet sich in Bad Gastein unterhalb der Hohen Brücke bzw. östlich vom Badeschloss. Er entspricht dem oberhalb vom Straubingerplatz gelegenen ehem. - Mühlgraben - s. d.
- Schreckbrücke - heißt heute "Hohe Brücke" und wurde von Muchar, 1834 als "Schreckbrücke" zwischen der ehem. Böcksteinerstraße (heute Karl-Heinrich-Waggerl-Straße) und der Kötschachtaler Straße beschrieben, so sie sich ja auch "auf der Schreck" befindet. Hier beginnt auch der Schreck-Steig. Im 20. Jahrhundert (Grieben, 1927) wird dann die Brücke im "Oberen" Bad Gastein - "Schreckbrücke" - genannt, als Fortsetzung der ehem. Böcksteinerstraße im Bereich des Gasthauses Fischerwirt (heute Karl-Heinrich-Waggerl-Straße), wo damals die ehem. sog. Bahnhofstraße (heute Böcksteiner Bundesstraße) einmündete. Ein - Lageplan-1945 - und ein - Lageplan-1927 - zeigt die Stelle der einstigen Schreckbrücke und der Hohe Brücke. Zimburg benennt die Stelle, wo heute die Wasserleitungsbrücke nördlich des Hotels Bismarck über die Ache führt.
- Schreck-Steig - Dieser Steig beginnt bei der Hohen Brücke (ehemals Schreckbrücke und zwischenzeitlich "Hohe Schreckbrücke" genannt) - und führte oberhalb der Kötschachtaler Straße durch den Wald bis hinauf zur Windischkrätzhöhe bzw. zum Schreckgut. - Quelle: Grieben-Reiseführer, 1927 - Alte Ansichtskarte - ...
- Schusterasten - Asten bezeichnet ein Almgebiet, welches hier im Nassfeldertal von der Evianquelle bis zum Kesselfall als Schusterasten bekannt ist. - Alte Ansichtskarte - ...
T - "Totengass'l" - Dieses Straßenstück nahm seinen Ausgang bei der Gasteiner Bundesstraße nahe der ehem. Autowerkstätte Magerle und führte hinunter in die Talebene. Die Fortsetzung dieses verfallenen Straßenstückes heißt heute Eggbauernweg, welcher in die Erlengrundstraße einmündet. - Alte Ansichtskarte - ...
Z - "Zottelau-Steig" - Dieser Weg nahm seinen Ausgang in der Zottelau beim heutigen Gutshof und führte parallel zur Ache Richtung Süden (heute Golf-Rasenfläche) bis etwa zur heutigen Talsperre. Danach führte der Steig hinauf (?) zum ehem. Minigolfplatz bzw. Mozartplatz. - Quelle: Grieben-Reiseführer, 1927
Reitlpromenade, ehem. Schiller-Weg, Bad Gastein Schiller-Weg, Bad Gastein Schlossgraben, ehem. Mühlgraben in Bad Gastein Nassfeldertal, Böckstein Kötschachtal, Bad Gastein Großreith, Bad Gastein Großreith, Bad Gastein Patriarchenhügl, Bad Gastein Moltke-Weg, Bad Gastein Totengassl, Bad Gastein
- Bilder-Galerie -
Brücke zum Grabenbäckeranwesen, Bad Gastein Schreckbrücke, Bad Gastein Schreckbrücke, Bad Gastein

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Siehe weiter im - Doku-Archiv - zu diesem Thema:
  - Nassfeld, Kötschachtal - Wanderwege - Muchar, 1834
  - Gebirgsgrenzen, -flüsse - Orts-, Fluss-, Berg- und Flurnamen - Muchar, 1834
  - Verkehrswege - Frühe Straßen - Gasteinertal
  - Ortspläne - Lageplan, Bad Gastein - vor 1945
  - Ortspläne - Lageplan, Bad Hofgastein - vor 1960
Siehe auch die Seiten:
  - Hauptseite - Frühe Straßen - in Gastein

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Anmerkung: Die Informationen wurden auszugsweise dem Buch - "Bad Hofgastein und die Geschichte Gasteins" von Sebastian Hinterseer, 1977 - dem Buch "Mosaiksteine zur Geschichte Gasteins und seiner Salzburger Umgebung" von Fritz Gruber, Eigenverlag Gastein 2012 und anderen Ausgaben desselben Autors - weiter den Büchern des 19. Jahrhunderts von Burkhard Eble, 1834 - Ritter J. E. von Koch-Sternfeld, 1820 - Dr. Albert von Muchar, 1834 - Josepf Mitterdorfer, 1820 - Benedikt Pillwein, 1839 - Emil, 1827 - u. a. sowie diversen älteren und neueren Landkarten entnommen. Die Ausführungen sind ohne Gewähr.

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