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D - Gasteinertal/Dokumentation: Wanderwege - Albert von Muchar, besuchte 1828 Gastein
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Dr. Albert von Muchar, 1834

Dr. Albert von Muchar beschreibt zahlreiche Wanderungen im Gasteinertal, welche er in der Zeit seines Aufenthaltes 1828 im Wildbad Gastein wohl auch selbst begangen hat. Dabei sind teilweise bereits vergessene Wanderwege beschrieben oder aber heute mit anderen Namen belegt. Die Schreibweise ist ebenfalls noch etwas von der heutigen abweichend. Stets hatte Albert von Muchar wohl auch einheimische Bergführer bei sich, ansonsten wären derartige Wanderbeschreibungen nicht möglich gewesen. Hier sind nachfolgend die Wanderungen in das - Kötschachtal - das - Anlauftal und das - Nassfeldertal - als teilweise gekürzte Auszüge aus dem Buch von Dr. Albert von Muchar "Das Thal und Warmbad Gastein", 1834 beschrieben.

Wanderung durch das Kötschachthal bis in die Proßau,
auf die Bräuerochsenalpe und in das Kesselkahr

Muchar (1834) beschreibt den Weg vom Wildbad bis zum heutigen Hoteldorf Grüner Baum,
zum Ölbrenner, zur Himmelwand zur unteren Prossau (=untere Bräueralpe) und
einerseits links hinauf zum heutigen Kühkar (=obere Bräuer- oder Kesselalpe) bis zur Kleinelendscharte und/oder
rechts in die hintere Prossau und weiter hinauf zur Bräuerochsenalpe und dem Tischlerkargletscher.

Textauszug von Dr. Albert von Muchar, "Das Thal und Warmbad Gastein", 1834 :
Proßau, Bräuerochsenalpe und Kesselkahr
Die Gegend des innersten Kötschachthales, die untere Bräueralpe in der Proßau, die Bräuerochsenalpe am Tischlkahr, das Kesselkahr, gehören mit zu den interessantesten Umgebungen des Wildbades. Dieser Gebirgstheil ist einer der großartigsten des Alpenlandes, und in einem Jahre, wo die Gebirgsströme viel Wasser treiben, lohnt es vollauf die Mühe, diese schauerliche Gegend zu besuchen, wenn sie auch noch einmahl so weit vom Wildbade entfernt wäre.
Diese Entfernung aber fordert, daß man sich zeitlich Vormittags aus dem Wildbade, mit Erfrischungen wohl versehen, auf den Weg mache, welcher bis auf die Hauptstandpuncte auch beritten werden kann. Wollte aber ein Badegast, ein Mineralog, ein Botaniker, ein Landschaftsmahler aus der unteren Bräueralpe noch weiter emporsteigen an den zerrissenen Wänden der schauerlichen Schnee- und Gletscherberge: so genügt ein Tag nicht; auf einer der bezeichneten Alpen muß man in einer Sennhütte Nachtlager halten; und erst am andern Tage kann man in das Wildbad wieder zurückkehren. Zu diesem Ausfluge ist daher besonders schöne Witterung und reiner Himmel erforderlich; so wie, wenn man den weiteren Ausflug bis auf den Tischlkahrgletscher, oder in das Kesselkahr beabsichtiget, Wegweiser und Träger der Nahrungsmittel und Erfrischungen bestellt werden müssen. Als Wegweiser verdienen die Jägergehülfen in der Badbrücke vor allen Andern den Vorzug.
Der eigentliche Eingang in das Kötschachthal ist an der Badbrücke. Doch ist er etwas beschwerlich, und vom Wildbade aus ein zu großer Umweg. Man geht daher von dem Wildbade unmittelbar aufwärts, am Reiterbauer und am Spitalhofe vorüber und bis zur zweiten Waldung hinan; auf welchem Gange man immer den wunderlieblichen Anblick über die romantische Landschaft des ganzen Gasteinerthales bis Hofgastein hinaus vor sich hat. Da, wo sich der Fahrweg in die Waldung nieder zu senken beginnt, - verläßt man ihn, geht rechts auf den Fußpfad über Feld und Wiesen fort zum Bauer im hintern Gschlief und von dort bis zum Kötschachbach hinab. Nun wandert man durch den bewohnten Theil dieses Thales, durch das Dörfl und zum Oehlbrenner fort, bis zu welchem, dem letzten Hause des Thales, man vom Wildbade her eine Stunde Weges zurückgelegt hat. Auf der Brücke innerhalb des Oehlbrenners ist es lohnend, ein Weilchen stille zu stehen, und um sich zu blicken.
Bis hieher hatte man zur Rechten gehabt die waldreichen Abhänge des Reichebengebirgs. Bach auf Bach stürzte hier die Bergwände herab (in der Sprache der Alpler: ein Lindwurm nach dem andern hat sich ausgebissen), warf die Urwaldung nieder und bedeckte Alles umher mit wilden Trümmern. Spuren uralter Verwüstungen trifft man überall: kahles Steingerölle, Felsenblöcke mit dichtem Moose überdeckt, ja Trümmer des herabgestürzten Berges, mit hochstämmiger Waldung seit langer Zeit schon wieder bewachsen. Links stehen die schroffen, oft senkrechten, vom Throneck, vom Flugkogl, vom Stubeck und Lasermaiskogl abfallenden, gelblich und schwarz gefleckten Steinwände, und unter diesen die hohe Himmelwand, - mit mehreren mahlerischen Kaskaden . . .
Im Hintergrunde des Thales sieht man den pyramidalischen, graulichgrünen Böcksteinkogl, rechts und links von den Schneefeldern des Tischl- und Kesselkahrs umgeben, über welche eine schauerliche Kette wild zerrissener in hundert Zacken gespalteter Felsen in das Aetherblau hinaussticht . . . - Von nun an erhöht sich das Wildschöne dieses Thales ungemein. Mühsam windet sich der Pfad über wildes Steingerölle, über niedergeworfene Waldstrecken und durch Waldesdunkel aufwärts . . .
Die finstere Waldschlucht lichtet sich nun auf einmahl und auf der Höhe eines solchen von der linken Seite herabgestürzten Gerölles - genießt man einen mahlerisch schönen Anblick, vom Lasermaiskogl und von der Kesselalpe links, und von der Redalpe rechts, in steilen Absätzen hervor. Schwarze Felswände - mit Wald bekränzt und beschattet - über deren Rand zwei herrliche Katarakten, der eine von der Kessellalpe herab zwischen dem Waldesdunkel hoch oben schon in weißschäumenden Wogen sichtbar, - dann auf ein Mahl sprudelnd empor und hinausgeschleudert über die Felswand zum tosenden Absturze; der andere zur Rechten von der Red- oder Seealpe her über den Rauchzaglkopf von Stufe zu Stufe plätschernd, - dann abstürzend und auseinander getrieben auf schwarzer Steinplatte, und bis in die Tiefe hinab zum schneeweißen, zum zartesten Schleier gewoben. Hier vom melodischen Plätschern, dort mit brüllenden Tosen begrüßt - schaut der Wanderer zu seinen Füßen den mit augenerfrischender Matte bedeckten Kessel der unteren Bräueralpe, und im Hintergrunde den graulichgrünen Böcksteinkogl, der jetzt aus der Mitte etwas zurück, und gegen die Kesselalpe gewichen zu seyn scheint, um einer im tiefesten Hintergrunde jäh absinkenden hohen Felsenwand, und der weiten Schnee- und Gletscherwelt im Tischlkahr Platz zu machen. Man erblickt mehrere, über diese Felswand silberweiß abstürzende Cascaden. Stets halten diese den Blick ebenso gefesselt, als sie den Fuß des Wanderers beflügeln, ganz ins Innerste dieses schauerlichen Thales hineinzudringen.
Hier in der unteren Alpe theilen sich aber die Wege.
- Links zwischen dem Wasserfall und Böcksteinkogl führt der Weg zur oberen Bräuer- oder Kesselalpe, auf den Kesselkahrgletscher und bis zur Klein- oder Großelendscharte und zur Zwölferscharte an den Scheidgrath zwischen Salzburg und Kärnthen hinauf.
- Am rechten Ufer der Kötschach über die Alpenmatte an der Sennhütte vorüber und über den vom Böcksteinkogl herabgesenkten walddichten Rücken hinüber in den tiefesten Kessel des Thales, wo ein wahrlich! großartes, bewundernswürdiges Schauspiel der erhabenen Alpennatur den Wanderer umgibt. Hinter dem Böcksteinkogl, auf der höchsten Höhe, wolkennahe von der Linken zur Rechten immer höher und höher emporsteigend, eine lange Felsenkette, mit Schnee und Eis bedeckt in tausend Zinken zerrissen, voll krauser Klüfte, - der Schoberkahrlspitz, der Höllthorspitz, der Tischlerspitz, das Höllthor, die Loankarscharte . . .
Da ist nun zwischen dem Reichebengebirge, der Feuersäng und dem Böcksteinkogl, der große Tischlerkahrgletscher; und auf der andern Seite des Böcksteinkogls gegen die Elendscharte hin - der Gletscher des Kesselkahrs. Der Tischlerkahrgletscher liegt auf den Trümmern des wildzusammengestürzten Gebirges. Unter seinem Eise hervor breitet sich aus die grasreiche Matte der Bräuerochsenalpe, und heraus über den Rand einer amphitheatralisch jäh absinkenden, mehr den 100 Klafter hohen Felsenwand, welche, wie eine Riesenmauer, ihr Grau mit schwarzen, gelblichen und grünlichen Streifen durchzogen, auf eine der wildschauerlichen Schönheit der himmelhohen Felsenzinken, der auf ihren Rücken bestehenden Schnee- und Eiswelt würdige Weise das Tal schließt. Vom grünbesäumten Rande stürzen über diese breitgerundete schwindelnd hohe Wand neun Katarakten und Kaskaden, wie Bäche geschmolzenen Silbers, zugleich - und in die Tiefe hinab. Selbst zuschauen muß ein Auge dem zauberischen, tausendfach gestalteten und wechselnden Tanze so vieler zugleich abstürzender Wasserfälle; jedes Ohr selbst muß zuhören dem großartigen, tief ergreifenden Chorale so vieler rieselnden, brausenden, tosenden und donnernden Fluthen; - ein solches Schauspiel der erhabenen Alpennatur würdig zu schildern, - ist jede Feder zu schwach. In Wahrheit! - Hier ist zu schauen eine der Großartigsten, bewunderungswürdigsten Scenen der hochromatischen Alpennatur! -
Vom Wildbade bis zu diesen herrlichen Schaupuncte im Innersten des Kötschachthales mag man gar wohl 3 Stunden Weges rechnen. - Vom innersten Schaupuncte des Thales stehen zu noch weiteren Ausflügen zwei Wege offen, - auf das Kesselkahr, oder auf die Bräuerochsenalpe und auf den Tischlkahrgletscher . . .
- Um auf die Kesselalpe und auf das Kesselkahr zu gehen, kehrt man wieder thalauswärts zur Sennhütte der unteren Alpe, zurück und steigt von dort aus den oben schon bezeichneten Weg von anderthalb Stunden bis zur Sennhütte auf der oberen Bräueralpe oder auf der Kesselalpe hinauf. Von dort kann man das ganze Kesselkahr bis auf den Grath des Elendgebirges in dritthalb Strunden durchklettern. Das Kesselkahr ist ein wildes, dem Radeck im Anlaufthal ähnliches mit schauerlichem Steingetrümmer des eingestürzten prallichten Gebirges angefülltes Hochthal. Stündlich kann man noch hier das lockere Gebirge bersten und Steinflötze von 100 und mehr Zentnern mit Funkensprühen und Staubwolken unter furchtbarem Krachen und erschütternden Beben des Bodens umher herabrollen sehen. Die Flora ist hier auch jener des Radecks ganz gleich.
- Will man die Bräuerochsenalpe und die Eiswelt des Tischlkahrgletschers besteigen, so klettert man einen schmalen Steig an der Wand mit den vielen Kaskaden von Platte zu Platte - sehr steil bis zur Fläche der Ochsenalpe selbst empor. Man muß für diesen bei zwei Stunden langen Weg ein unerschrockener Bergsteiger und im Felsenklettern woh geübt seyn. Wanderern, welche dem Schwindel unterworfen sind, muß man diesen Weg gänzlich widerrathen. Er heißt insgemein der Kleibensteig. In der Bräuersennhütte des Ochsenhalters ist der bequemste Punct, sein Nachtlager aufzuschlagen; wenn man schon einmahl diesem weiten Ausflug unternehmen will.
Nachdem man sich am anderen Morgen hier auf der öden Schnee- und Gletscherregion umgesehen hat, so kann man zur Rückkehr einen aus folgenden Wegen wählen: entweder über die Redalpe, oder über das Kesselkahr und die Kesselalpe; oder über jenem Weg, auf welchem das Alpenvieh zum Tischlkahr heraufgetrieben wird. Will man den Kleibensteig nicht wählen: so ist der letzt angegebene Weg der sicherste und kürzeste. Er führt außerhalb der unteren Bräueralpe wieder in Kötschachtal hinab. - Zum Kesselkahr aus der Bräuerochsenalpe führt ein Fußsteig über die ganze Länge des Tischlkahrs durch anderhalb Stunden bis zum Böcksteinkogl; dann am Gletscherrande aufwärts und hinter demselben hinüber ins Kesselkahr und von dort in die Kesselalpe hinab. Mineralogen und Botaniker dürften diese Wegesrichtung, jedoch nicht ohne Führer vorziehen. Ein dritter Steig leitet nach der Redalpe unter dem Höllthorspitz und Schoberkahrlspitz gegen das Feuersänggebirge hin, und dann die Höhen der Reicheben zur Linken thalabwärts dem Seekopfe und dem Redsee zu. Dort mag man in der Sennhütte am mahlerischen Redsee ausruhen und die fischreichen Gewässer beschauen. Am See vorüber verfolgt man den Steig rechts am Wildbache abwärts und gelangt dann ins Kötschachthal und zum nähmlichen Wege hinab, auf welchem man thaleinwärts gegangen ist. - In mineralogischer Hinsicht sind die Tiefen des Kötschachthales noch nicht hinlänglich untersucht. Eisenglimmer; gemeiner schwarzer Mangneteisenstein, krystallisirt und derb; verschiedene Gneißarten, grauer Urkalk - fallen überall in die Augen. Die Flora ist gleich mit jener im Naßfelde und im Anlaufthale. Die Cacalia alpina, der Sonchus alpinus - bekränzen überall den steilen, gefährlichen Kleibensteig.
Anmerkung: Die alte Schreibweise (Rechtschreibung) wurde beibehalten (ohne Gewähr).
Der - Kleibensteig - ist heute weitgehend unbekannt und führt von der hinteren Prossau direkt zum Tischlerkargletscher. Der Weg auf die obere Bräualpe bzw. die Kesselalpe, heute - Kühkar - genannt, hingegen ist ein beliebtes aber selten begangenes Ausflugsziel.

Der Gang in das große Naßfeld

Muchar bezeichnet den Bereich der heutigen Evianquelle bzw. die alte Böck als die "Löwengrube".

Muchar (1834) beschreibt den Weg von Böckstein in das Nassfeld mit besonderer Bewunderung des Kessel- und Schleierfalls.
Kessel-, Schleier- und Bärfall
Gleich hinter Böckstein heißt die Gegend "in der Löwengrube". Hier standen die älteren Poch- und Waschwerke von Böckstein; hier war die sogenannte alte Böck, und die letzten Trümmer der im Jahre 1746 zerstörten Werkgaden fallen noch links an der Straße in die Augen.
Bald gelangt man zur Aufzugsmaschine, welche 3342 Fuß über dem Meeresspiegel und 547 Fuß über dem Wildbade liegt. Nun erhebt sich der Weg immer höher, die dunkle Schlucht verengt sich immer mehr zwischen dem Rathhausberge und dem Fuße des Ortberges, so, daß man aus der Ferne hinblickend glaubt, dort sey das Thal ganz geschlossen, und die brausende Ache werde dort aus ihrem unzugänglichen Borne hervorstürzen. In manchem Jahre, bei strengem Winter und hohen Schneemassen, verliert sich in dieser Gegend der Achestrom aus dem Auge. Die von allen Seiten in die Tiefe hinabgerollten Schneelavinen verhärten sich da, wie zu Eis, und hemmen den Lauf des Wildbaches. Jedoch die stürzenden Ache durchleckt die Schneemassen, strömt unter Schneegewölben ungesehen fort, und brauset dann bald wieder unter des Himmels Blau zum alten Rathhausberge hinauf . . .
Auf dem sich steil erhebenden Weg, welchen hier der Erzbischof Hieronymus von Colloredo in dem Felsstocke hatte aussprengen und mit Schrameisen aushauen lassen, wendet man sich hart um einen Felsenvorsprung herum; - ein erschütterndes, Furcht und Grauen erregendes Tosen schlägt mit Macht an das Ohr, die Schlucht ist wieder geöffnet, und auf einer schmalen, an die Felswand hingeklebten, bebenden Brücke, 3884 Fuß über den Meeresspiegel, 1089 Füß höher als das Wildbad, - welch ein Schauspiel zeigt sich wie mit einem Zauberschlage dem staunenden Wanderer! Hier ist der Ache gräßlichster Katarakt, der Kesselfall! Der Gneißstock des Flußbettes, kaum fühnf Klafter breit, mit weißen und schwarzen Bändern durchzogen, fällt auf einmahl bei 20 Klafter senkrecht ab, und des Rathhausberges Fuß bildet hier mit dem hart herangedrängten Abhang des Ortsberges eine finstere Felsengrube, ein tiefes Kesselbecken, in dessen machterfüllte Höhlung sich die rollenden Wogen mit Macht hinabwerfen. Den Boden des schwarzen Kessels hat kein Menschenauge noch gesehen; und schaut man von der bebenden Brücke hinab in den gräulichen Rachen: so sieht man nichts, als den unermeßlichen Staubqualm der zerschwellten Fluthen, und drüberher des Regenbogens bewegtes Farbenspiel, wie das Schweben des schaffenden Geistes über den Wassern des alten Chaos, oder des flammenden Cherubs über den graußen Abrund des Verderbens. Jedoch, Feder und Pinsel müssen innehalten bei diesem Schauspiele, und der Kunst höchste Macht steht hier in verehrender Ohnmacht vor der Allgewalt der Natur und ihres wirkenden Geistes. Kein Wanderer schaut wohl diesen Katarakt ohne Erstaunen, Bewunderung, Freude, Furcht und Grauen zu zeigen, - und keiner ist, dessen Busen nicht erbebte! Im lautesten Aufrufe möchte man der Allmacht Wunder preisen. Was ist aber hier des Menschen schwache Stimme! Das Brausen und Tosen des stürzenden Katarakts ist furchbar schrecklich, Ohr und Sinne betäubend, und weit hinauf an die Felsengiebel der Urberge brüllet die Donnerstimme der rasenden Fluthen.
Um dies großartige Naturschauspiel in seiner ganzen Herrlichkeit jedem sinnigen Wanderer zum Hochgenusse zu biethen: haben Sr. kaiserliche Hoheit, der Durchlauchtigste Erzherzog Johann, in einiger Entfernung oberhalb des Absturzes über den tosenden Wildbach vom rechten auf das linke Ufer eine Brücke werfen, auf dem jenseitigen Felsenstocke einen Weg anlegen, und mit Geländern versichern lassen. Kein Wanderer unterlasse es, von dieser kühnen und wohlthätigen Anlage des großmüthigen, königlichen Freundes der erhabenen Alpennatur Gebrauch zu machen, und diesen in seiner Art einzigen, wilden Katarakt auch vom linken Ufer aus zu bewundern. Von jenem trefflich gewählten Standpuncte aus sieht man den grausen Felsenrachen nach der ganzen Tiefe, den heulenden Fluthensturz im finsteren Kessel und höher und tiefer im Gischt des zerstobenen Wassers das Farbenzauberspiel der Iris. Auch thalauswärts liegt von diesem Schaupunkte aus die schönste Alpenlandschaft vor den Blicken ausgebreitet. Von diesem Standpuncte wieder zurück - geht man aufwärts an dem über wildes Steingerölle von Cascade zu Cascade fortbrausenden Wildbache; - und welch' ein neues wunderherrliches Schauspiel erfreut das, die wild umhergeworfenen Trümmer der Steinlavinen eben noch bewundernde Auge! Zu beiden Seiten himmelhohe, dunkelgraue, schwarz und weißlicht gestreifte Felsenwände, die tief in das Naßfeld hinein gähnende Schlucht vom hohen Scharreck, von den wolkennahen Schneegipfeln der Tauernkette und dem blaulichgrünen Gletscher auf der Schlapperebene geschlossen; - und mitten in dieser so groß, so furchtbar und so gewaltig gezeichneten Felsenwelt - der über eine senkrecht emporsteigende Wand - so weich, so zart und schneeweiß herabflatternde Schleierfall!
Die Freude der frohesten Ueberraschung glänzt aus dem Auge des Wanderers; ein Bravo! tönt der unübertroffenen Meisterinn, Natur, aus seiner ganzen Seele entgegen, und vorwärts eilt er mit geflügeltem Schritte. Jedoch nicht stehen bleibe man dem Schleierfall gegenüber, sondern einige Schritte vorwärts noch - gehe man auf den von dem Hauptwege rechts hinableitenden Steige zur Steinkanzl hin, wo man von der Herrlichkeit zweier Ansichten, in ein Wunderbild vereint, - sich überrascht und mächtig ergriffen fühlen wird. Wie so ganz und einzig würdig der Größe der majestätischen Tauern und der Erhabenheit der wunderreichen Alpennatur ist hier der Anblick! Links der wilde Bärfall der Ache, eine finstere, in zwei Felsenkesseln übereinander sich erhbende Kluft, in welche von oben, ungesehen woher? - hereinstürzt die Ache mit schauerlichem Tosen. Sie scheint, im Rachen des ersten Kessels sich ganz begraben zu wollen; - doch bald schäumt sie wieder zu Tage, und wirft sich ermattet mit minderem Brausen über den zweiten Felsstock hinab, - Rechts das flatternde Tuch des zauberisch-schönen Schleierfalles. 50 bis 60 Klafter hoch oben ist der schneidige Rand einer senkrecht abfallenden, schwarzgrauen Felsenwand, über welchen sich der lichtgrüne Teppich der Alpenmatten aus dem Seethale des Bockharts hervorbreitet, und dunkelgrüne Fichten stechen hinauf in das Firmamentes Blau. Freudig hervor springt dort oben der Silberbach des Bockhartsees, breit walket er auseinander auf schwarzer Steinplatte des blendend-weißen Wasserschaumes über die schwarze Felsenwand. Wie weich, wie faltenreich flattert herab der aus dem Wasserstaube, je tiefer, je feiner und durchsichtiger, gewobene Schleier! Wie bezaubert doch der Anblick, wenn unter des Himmels reinstem Blau, bei dauerndem Sonnenscheine das Farbenspiel des Regenbogens auf und nieder webt; wenn die flackernden Falten des Wasserschleiers ihr unaufhörlich wechselndes eigenes Bild an der Felswand im Schatten nachäffen; wenn da der hüpfende Schatten einen zweiten Wasserfall bildet, und ihn weiter und täuschender immer am schwarzen Gesteine hinausdehnt, je weiter die Sonne zurücktritt! - Auch diesen herrlichen Standpunct hat das Kennerauge Sr. kaiserl. Hoheit, des durchlauchtigsten Erzherzogs Johann, der Natur abgelauscht, und, um an zweien Wundern der Schöpfung zugleich Sinn und Herz des Beschauers zu erheben, mit einem bequemen und gefahrlosen Zugang versehen lassen. Diese Steinkanzl wird aber auch, bei dem erhebenden Anblick der Macht und Milde, der Stärke und Sanftmuth, ein unvergängliches Denkmahl dieses erhabenen Freundes der großartigen Alpennatur bleiben. An der würdigsten Stelle stehet daher hier die einfache, von den dankbaren Gasteinern ihrem großmüthigen Gönner errichtete Granitpyramide mit der Inschrift: "Sr. k. k. Hoheit, Johann, Erzherzog von Oesterreich, am 5 August 1826;" . . .
Nun verfolgt man den Weg weiter einwärts. Er erhebt sich immer mehr und mehr, hart unter einem vorspringenden Felsen hineingedruckt, und schauerlich schaut sich's von diesem, 4347' über den Meeresspiegel und 1551' über dem Wildbade erhabenen Puncte in die Kessel des Bärfalles hinunter.
Endlich auf der Brücke über die Ache, steht man am Eingange des Naßfeldes, 4461 Fuß über dem Mittelmeere, 1666 Fuß höher als das Wildbad. Hier ist nun die weite Mulde des großen Gasteinernaßfeldes, schon in der urältesten Zeit so (campus humidus im Jahre 718) genannt, - wahrscheinlich von den vielen Bächen, welche aus den Feldern ewigen Schnees und Eises auf der Tauernkette herabstürzen und sich hier vereinigen; oder weil diese Fläche in der Urzeit von einem Wildsee bedeckt, und nachher lange Zeit ein großer Sumpf gewesen war, - dessen die Taurer gar wohl noch gedenken. Vor dem Jahre 1573 hatten die Kärnthner diese große Alpe benützt; nachher wurden sie von den Gasteinern für immer daraus verdrängt. Auf der Fläche dieses Naßfeldes, bei einer der nächsten Alpenhütten, oder am Abhange des Rathhausberges, wähle sich nun der Wanderer einen geeigneten Standpunct, überschaue und betrachte diese wildschöne Alpe und das mächtige Amphitheater der weltalten Tauern, und die wolkennahen Felsen, welche in unsäglicher Größe und Majestät des Naßfeldes breite Mulde umgürten.
Anmerkung: Die alte Schreibweise (Rechtschreibung) wurde beibehalten (ohne Gewähr).

Wanderung bis in das hintere Anlauftal

Muchar (1834) beschreibt den Weg von Böckstein bis zur oberen Radeckalm und hinauf zum Ankogel
und kennt auch den Weg vom Anlauftal hinüber zum Reedsee im Kötschachtal.

Textauszug von Dr. Albert von Muchar, "Das Thal und Warmbad Gastein", 1834 :
Ausflug in das Anlaufthal und die Besteigung des Ankogels
Der Gang in das Anlaufthal kann als näherer, aber auch als enfernterer Ausflug - selbst bis auf den eisbedeckten Gipfel des hohen Ankogels als sehr weite Excursion genommen werden. Für Mineralogen, für Botaniker und für andere körperkräftige Wanderer ist selbst der letztere Auflug nicht zu beschwerlich, noch zu grauenvoll, weil er sehr interessant ist, und hohen Lohn gewährt. Für jeden bei mäßiger Anstrengung sich erheiternden Badegast ist der Ausflug in dieses schauerlich-schöne Thal bis zu dem sogenannten Tauernfall gerade passend. Der Weg führt durch das anmuthige Böcksteinerthal bis zur Passaubrücke. Dort strömt der Anlaufbach ins Böcksteinerthal heraus; und dort ist auch, zwischen dem äußersten Fuße des Stuhlkopfes am rechten und jenem des Rathhausberges (Kniebeiß genannt) am linken Ufer des Anlaufbaches, der Eingang in dieses Thal. Jenseits der Brücke wendet man sich links, und wandert an der Sägemühle, den k.k. Werksgebäuden und dem Passerhause vorüber thaleinwärts. Beim Gatterthore, am Eingange des Waldes, wendet man sich noch einmahl um, schaut hinaus in das Böcksteinerthal, wo der breit aufsteigende, mit vielen Riffen und Canälen von der höchsten Höhe herab durchfurchte Hirschkahrlberg und darneben die mit grüner Matte bedeckte Kuppe des Gamskahrspitzes sich erheben. Bald erreicht man eine große Kohlungsstätte, auf welcher das in den Fluthen des Anlaufbaches herzugetrüftete Holz in sehr großen, gegen 8 Klafter im Diameter messenden Mailern, für die k.k. Werke in Böckstein verkohlet wird. Nun beginnt die Anlaufalpe, eine angenehme stille Gegend, mit grünen Matten und mit Wald bedeckt. Am Eingange des dunkeln Forstes stehen drei ganz aus Holz aufgebaute, große Sennhütten, welche dem Patschger, Röck und Koller im Gasteinerthale gehören. Links senken sich die brüchigen, losen Felsenabhänge des Stuhlkopfes herab; rechts fällt jäh ab eine große Felsenwand, welche das äußerste Ende des innerhalb des Kniebeißes vom hohen Rathhausberge sich herabsenkenden Thomaseckes bildet; und über den Wipfeln des dunkelgrünen Forstes nahe an den drei Alpenhütten steigen amphitheatralisch empor die lichtgrauen Felsen des Höhkahrs. Der Wanderer tritt nun in des Waldes Dunkel. Da vernimmt das lauschende Ohr von der fernen Höhe herab ein dumpfes Tosen. Er eilt aus der finsteren Waldung, und auf der Brücke, die sich auf breitem Steingeröll erhebt, genießt er den bezaubernden Anblick des Höhkahrwasserfalls, einer der schönsten Cascaden des Gasteinerthales. Zur Rechten zurückweichend bilden Felsen das mahlerische Amphitheater des Höhkahrthales. Mehrere Silberbäche rieseln und stürzen, besonders bei regenströmenden Hochgewittern, die graue, hohe Felswand herab: am herrlichsten aber aus Allen zu schauen ist der links am schwarzen Felsenabhange zerstobene, breite, schneeweiße Cataract des Höhkarbaches. Von dem einen Abhange des Amphitheaters durch die Tiefe zum andern hinüber breitet sich ein aus licht- und dunkelgrün lieblich gewebter Hain von Fichten, Lerchenbäumen, Birken und Erlen; wie ein großes Tuch umschlingt und verbirgt es den Wasserfall in der Tiefe; wo jedoch die Fluthen bald wieder hervorschäumen, und über eine kleine, mahlerisch-schöne Cascade dem Anlaufbache zueilen. Durch dieß Höhkahrthal, gleich von den Sennhütten fort, führt über steile Felsenabhänge ein Fußweg in das weite Höhkahr hinauf. Zwischen dem Thomaseck, dem Kreuzkogel, dem Höhkahreck, der Steinkahrlspitze und dem rauhen Kopf, an dem untern Höhkahrsee vorüber, zwischen der Höhkahreck und dem Woigstenkogl hinan zur Woigstenscharte und von dort nach Kärnthen in die Mallnitz hinab. - Jenseits des Höhkahrbaches nimmt ein kühles Wäldchen den Wanderer in seinen Schatten auf. Nun erhebt sich das Tahl immer mehr und mehr, immer enger wird's, und immer schauerlicher und wilder.
Die Gegend um den Tauernfall im Anlaufthale ist als ein sehr wichtiger Verbindungspunct besonders merkwürdig. Innerhalb der letzten Brücke über den Anlaufbach führt ein Fußweg über das Steinfeld und die Felsenscharte zwischen der Feuersäng und dem Schoberkahrlspitz am Tischlkahr hinüber auf die Redalpe am Reichebengebirge, oder am hohen Seekopf vorüber zur Ochsenalpe des Bräuers von Hofgastein unterhalb des großen Tischlkahrs, oder hinab in die Proßau, die innerste Gegend des Kötschachthales. Am linken Ufer des Anlaufbaches aber leitet ein anderer Felsenpfad am Tauernbache aufwärts, höher und höher durch ödes Steingerölle, zwischen dem Kahrkopfe und dem Viehzeigkopfe und bis auf die Schneide des Tauernkogels, welcher zur Linken den Scheinbrettkopf, zur Rechten den hohen Tauern, oder den Korntauern hat. In drei Stunden erreicht man die Höhe; von welcher sich dann der Pfad gerade hinab zur Mallnitz in Kärnthen senket. Dieser ist der Weg über den sogenannten Korntauern: der alte Heidenweg, von welchem zur Stunde noch bedeutende, mit vielen Kosten und mit großer Anstrengung hergestellte Straßenüberreste sichtbar sind. Vom Gasteinerwildbade in die Mallnitz ist diese Straßenstecke auch die kürzeste, welche zu jeder Jahreszeit, selbst im Winter und Frühjahre begangen wird; während welcher Zeit der Mallnitzertauern, wegen der unglaublich tiefen Schneemassen auf dem weiten Naßfelde, wegen der von allen Seiten abstürzenden Schneelavinen und wegen den austretenden, Alles verheerenden Wildbächen nicht betreten werden kann! Vom Tauernfalle weg verfolgt man den Steig vom rechten Ufer der Anlauf bis zum Alpenthore an dunkler Waldung, welche sich immer höher und bis zu den Sennhütten der Mitteralpe hinaufzieht, und von dieser noch steiler bis zu den drei Steinhütten der Radeckalpe hinan. Diese Alpenhütten gleichen ganz jenen im Naßfelde; auch wird hier die Alpenwirthschaft eben so wie im Naßfelde betrieben. Bei anhaltender Schneewitterung aber ziehen sich die Senner mit dem Viehe in die niedere, oder Voralpe hinab.
Hier, im hintersten Anlaufthale, ist der sehr hoch gelegene, mineralien- und pflanzenreiche Felsenkessel des Radecks, umgeben (die Bergkette von der Rechten zur Linken hin verfolgend) von dem Viehzeigkopfe, dem Scheinbrettkopfe, von der Lugauerscharte, der Lugauerschärfe, von dem Plattenkogl, von dem majestätischen Ankogl, vom Höllthore, von der Höllthorspitze, von den Gletschern, Schneefeldern und von den weitherabgedehnten Steingeröllen und zerrissenen Felsenabhängen, welche sich von allen diesen Höhen bis in die Tiefe des Radeckkessels selbst herabsenken. Wahrlich! Ein großartiges, wildschönes Felsenamphitheater! Im Hintergrunde von der obersten Alpenhütte (des Patschgers in Hinterbaden) - eine Stunde noch weit entfernt, breitet sich vom hohen Ankogl bis zur Höllthorspitze im Halbkreise herum ein großer Gletscher, und senket sich von dem höchsten Grathe des Tischlkahres, wo er sich an den eisbedeckten Abhang des Ankogls anschließt, in blaugrünen Massen in das diesseitige Anlaufthal herüber. - Der Gasteiner Berge Herr und König ist der Ankogl. In hohen Sommertagen glühet noch um 10 Uhr Abends sein 10131 Fuß über dem Meeresspiegel erhabener Gipfel im flimmernden Abendgolde der hinuntergesunkenen Sonne. Das Haupt dieses erhabenen Berges ist ganz und ewig mit Schnee bedeckt, und die Scharte zwischen der höheren und niederen Kuppe ist mit Gletschereis ausgefüllt. Die Tiefe des gegen den Ankogl sich hinziehenden Radeckkessels ist mit Trümmern eingestürzter Berge angefüllt, - ein grauses Bild wilder Zerstörung. Von allen Seiten über die Felder des ewigen Schnees, über die Gletschermassen und die zerrissenen Felsenwände stürzen Silberbäche herab, die sich alle in der Tiefe als Anlaufbach vereinigen. Die weiten graulichgrünen Steinfelder (eine davon unter dem Plattenkogl, die hölzerne Wand genannt), die gefleckten Felsenwände, die blendendweißen Schneefelder, das bläuliche Grün der herabhängenden Eismassen, die vielen in tief eingefurchen Ritzen des Schnees, Eises und der Felsen herabrieselnden Silberbäche und fallenden Cascaden, das donnergleiche Krachen der Eisstöcke, wenn tief ausgeleckte Furchen und Gruben, mit Wasser gefüllt, bei starkwehenden, schwülen Südwinden in dieser schauerlichen Oede auf einmahl losbrechen; erregt durch den ergreifendsten Contrast die verschiedenartigsten Gefühle.
Anmerkung: Die alte Schreibweise (Rechtschreibung) wurde beibehalten (ohne Gewähr).
Der Textauszug ist hier gekürzt.
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Anmerkung: Der Text wurde überwiegend dem Buch "Das Thal und Warmbad Gastein" von Dr. Albert von Muchar, Grätz, 1834,
sowie auszugsweise dem Buch: "Bad Hofgastein und die Geschicht Gasteins" von S.Hinterseer - entnommen.

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Gastein im Bild - Dokumentation
Wanderwege - Albert von Muchar, 1834
© 2011 by Anton Ernst Lafenthaler
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