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D - Gasteinertal/Dokumentation: Kunstgeschichte - Ernst Dosenberger in Hofgastein
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Kunstgeschichte

Ernst Dosenberger

Ernst Dosenberger, geb. 1898 in Innsbruck kam nach Abschluss der Kunstgewerbeschule in Innsbruck zunächst nicht wegen seiner künstlerischen Ausbildung als Maler und Zeichner nach Hofgastein, sondern als Ski-Pionier, nachdem er vom Wintersportverein Hofgastein eingeladen wurde, um beim offiziellen Eröffnungswettspringen am 22. Januar 1922 auf der erst kürzlich fertiggestellten großen Hofgasteiner Bilgeri-Sprungschanze teilzunehmen. Wie bereits auf der Seite - Ski-Pioniere - dargestellt, belegte er mit einer Weite von 29 Metern den fünften Platz und beim zweiten großen Wettspringen in Hofgastein am 12. Februar 1922 mit einer Weite von 30 m den 2. Platz hinter dem Bad Gasteiner Max Deutsch. Nach einem neuerlichen Sprung, allerdings nicht im Rahmen des Wettbewerbes erreichte er 36 Meter und Max Deutsch gar 42 Meter. Ernst Dosenberger wurde daraufhin als Skilehrer für den nächsten Winter engagiert und gilt somit als Begründer der Hofgasteiner Skischule. Zwei Jahre später, am 15. Februar 1927 gelang der legendäre Dreisprung auf der Hofgasteiner Sprungschanze, welcher vom örtlichen Kunstfotografen Eduard Wolkersdorfer fotografisch festgehalten werden konnte und auf vielen Ansichtskarten und Prospekten erschien. Neben seiner skisportlichen Betätigung wurde Dosenberger als einer der ersten Skilehrer Österreichs zu einem unentbehrlichen Werbemittler für den Ort. In Wien bot er als Skilehrer sog. "Trockenskikurse" an, als Vorbereitungskurse für den Winter in Hofgastein.
Im Winter 1923/24, nachdem Dosenberger bereits als hervorragender Skispringer in Hofgastein bekannt war, kam auch die Gasteiner Hotellerie wegen seines künstlerischen Talents auf die Idee, ihn als Auftragsmaler zu engagieren und deren Bilder als Werbemittel einzusetzen. So entstanden zahlreiche Prospekte und Postkarten mit Landschaftsmotiven und Bauten aus dem Gasteinertal. Während der Sommermonate 1926 und 1928 hielt sich Dosenberger in Bad Gastein auf; in den Sommermonate 1929 bis 1932 allerdings in Hofgastein, wo er zunächst nach der Eheschließung mit Grete Drobiunig im Marienhof (heute: Hohe Tauern) und später in der Parkvilla des Herrn Holleis wohnte. Am 15. November 1932 verließ Dosenberger mit seiner Gattin Gastein und zog nach Innsbruck.
Eine ausführliche Darstellung mit zahlreichem Bildmaterial und detaillierten Ausführungen finden sich in dem Buch von Lorenz Krisch: "Ernst Dosenberger, akad. Maler und Skipionier in Gastein", Selbstverlag des Gasteiner Museums, Bad Gastein, 2013 - dem auch nachfolgende Ausführungen entnommen sind.

Dosenberger als akad. Maler

Im Winter 1923/24 beauftragte die Gasteiner Hotellerie Ernst Dosenberger, gemeinsam mit dem Kunstfotografen Eduard Wolkersdorfer in der Fremdenverkehrsausstellung in Linz, die zwischen 26. April und 12. Mai 1924 stattfand, die Koje des Wintersportortes Hofgastein mit seinen Bilder von Gastein zu bewerben. Dazu malte Ernst Dosenberger zahlreiche Winterbilder aus dem Gasteinertal, wie z.B. die - Sprungschanze - das - Weitmoserschlössl - und die - Schlossalpe - welche von der Presse als "prächtig" und "von besonderem künstlerischen Werte" beschrieben wurden. Danach war er ein gefragter Auftragsmaler für die Gasteiner Hotellerie, die ihre Bauten und Innenräume von ihm gestalten ließen und diese auf Postkarten und Werbebroschüren druckten. So entstanden zahlreiche Bilder, die heute noch als Postkarten zum Kauf angeboten werden.

» Dosenberger verlässt Gastein «
Nachdem nun Ernst Dosenberger als Ski-Lehrer, Ski-Springer, als Besitzer eines Sportgeschäftes, Werbemittler und Postkartenmaler seit 1922 in Gastein verbrachte, verließ Dosenberger Ende November 1932 Hofgastein und siedelte nach Innsbruck. Die Gründe dafür sind nicht bekannt, könnten aber mit der sich verändernden politischen Lage zu tun haben. Zunächst leitete er die Skischule Panhans am Semmering, um ein Jahr später nach Zürs am Arlberg zu übersiedeln, um dort eine Skischule zu leiten. Neben seiner Tätigkeit als Skilehrer betätigte er sich am Arlberg zunächst (1934 und 1935) als Reklamemaler für die dort ansässige Hotellerie. 1935 konnte er im Rahmen einer Gemäldeausstellung in Innsbruck eine Auswahl seines künstlerischen Schaffens präsentieren. Seine Reklamebilder fanden dabei in der Kunstszene wohl Beachtung, weniger aber seine Aquarelle. Zahlreiche Landschafts- und Reklamebilder entstanden noch in den Folgejahren. Zwei Landschaftsgemälde aus den ersten Nachkriegsjahren belegen, dass er auch nach dem Krieg noch das Gasteinertal besuchte, wohl in der Absicht, bereits gemalte Bilder hier zu verkaufen, wie z.B. den Bärenfall im Nassfeld. Ebenso existiert ein Bild aus 1954 während seines Aufenthaltes im Hotel Austria in Bad Hofgastein.

» Dosenberger gründet 1946 einen eigenen Verlag «
Sein eigener Verlag in Innsbruck ermöglichte ihm die Gestaltung des Panoramas mit Stadtplan für Innsbruck mit regelmäßig neuen Druckauflagen. Das Umschlagbild zierte wie auch schon in vorherigen Reklamebroschüren seine Tochter Liselotte aus zweiter Ehe mit Terentia Todeschini, die er am 27. Mai 1943 in Innsbruck standesamtlich heiratete. Als Umschlagsbild wählte er ab der zweiten Auflage sechs Mal seine Tochter Liselotte in Volkstracht. Nachdem Ernst Dosenberger am 9. Februar 1963 verstarb, ging das Patent und die Druckrechte für die Stadtpläne an die Alpina Druckerei.

» Ausstellungstouren in Dänemark waren ein Erfolg «
Zeitungsberichten ist zu entnehmen, dass die erste Kunstausstellung in mehreren dänischen Städten im Oktober 1956 von rund 6500 Kunstfreunden besucht wurde und die zweite Ausstellungsreise im Oktober 1957 gar 11.000 Besucher in die Ausstellungsräume lockte. Aber auch in seinem Heimatort Innsbruck gingen größere Aufträge an Dosenberger, wie 1955, wo die Sparkasse der Stadt Innsbruck Dosenberger beauftragte, für das Tiroler Studentenheim in Wien ein repräsentatives Gemälde von Innsbruck zu malen. Auch Dosenbergers "Swarovski-Familienbild" (3 Meter lang und 50 cm hoch) zählt dazu.

» Dosenbergers Postkarten - Dokumente Gasteins «
Ernst Dosenbergers Postkarten gelten als Dokumentation zahlreicher Bauten im Gasteinertal, inklusive deren Innenräume. Auch seine Zeichnungen, die als Werbeprospekte weit verbreitet scheinen, sind selbst von damaligen Kunstkritikern als wertvoll beschrieben worden. Nachfolgend ein kleine Auswahl von Postkarten, die Ernst Dosenberger während seiner Zeit in Gastein gemalt hat. Eine wesentlich umfangreichere Bildersammlung findet sich wie schon erwähnt im Büchlein von Dr. Mag. Lorenz Krisch, Selbstverlag des Gasteiner Museums, Bad Gastein 2013.

» Bauten Gasteins «

Kurhaus Gisela, Dosenberger Kurhaus Reineke, Dosenberger Marienhof Bad Hofgastein, Dosenberger Kurhaus Wünsche Bad Hofgastein, Dosenberger 1929 Lutherhof Bad Gastein, Dosenberger 1927 Waldorf-Astoria, Bad Hofgastein, Dosenberger 1930

» Landschaftsmotive «

Kurhaus Wahnfried Bad Hofgastein, Dosenberger 1924 Weitmoserschloss, Dosenberger 1924 Sprungschanze, Dosenberger 1924 Ski-Abfahrt, Kamin Bad Hofgastein, Dosenberger 1924 Schlossalm Bad Hofgastein, Dosenberger 1924 Bergbauernhof Hofgastein, Dosenberger 1924 Bergbauernhof Hofgastein, Dosenberger 1925 Hofgastein, Dosenberger 1925

» Innenräume «

Speisesaal, Bundeskrankenkasse Bad Hofgastein, Dosenberger
Siehe weiter im - Doku-Archiv - zu diesem Thema:
  - Menschenwerke - Lift-Anlagen - in Gastein
  - Wintersport- Ski-Pioniere - Ski-Legenden
  - Wintersport - Ski-Touren - bis 1980
Siehe auch die Seiten:
  - Markt Hofgstein
  - Wildbad Gastein
  - Sommerfrischekunst -

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Anmerkung: Die Informationen wurden auszugsweise dem Buch - "Bad Hofgastein und die Geschichte Gasteins" - von Sebastian Hinterseer, 1977 und dem Buch "Ernst Dosenberger, akad. Maler und Skipionier in Gastein" von Lorenz Krisch, Selbstverlag des Gasteiner Museums, Bad Gastein, 2013- entnommen.

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© 12.4.2017 by Anton Ernst Lafenthaler
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