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D - Gasteinertal/Dokumentation: Siedlungsgeschichte - Gadaunern/Faschingberg
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Dokumentation . Gasteinertal

Siedlungsgeschichte

Gadaunern . Faschingberg

Der Name Gadaunern (auch "Kadawnern"), schreibt Sebastian Hinterseer in seinem Buch "Geschichte Gasteins" lässt sich nicht erklären, schon aber der Name Zennersperg, eine Verballhornung der Bezeichnung St. Zenoberg bzw. St. Zenos Berg (Besitzungen des Klosters St. Zeno in Reichenhall). Vielleicht erhielt der Berg später durch die hier auffällig oft auftretende Familie der Faschang den heutigen Namen Faschingberg. 1327 führt Diepold von Gastein auf seinen Sigel die Umschrift: "Diepolde von Gadvnarn". 1332 verkauften Friedrich und Wulfing von Goldegg für den Erzbischof ihre Mann- und Lehenschaft auf dem Gut Gadaunern an Heinrich von Lampoding. Die Steuerliste von 1497 nennt von Gadaunern und Faschingberg 33 verschiedene Namen, von denen 10 örtlich festgehalten werden konnten.

Gadaunern = Haus Nr. 1 - 14

» Das Neureitgut Nr. 1 «
auch Pöfflgut oder Pöschlgut genannt (seit 1498)m gehörte früher als Zulehen zu Haus Nr. 6 und vorher als Zulehen zum Röckbauer in Remsach, war aber in frühesten Zeiten selbst ein großes Gut. 1760 waren dabei noch das Grafenlehen ("ein altes baufälliges Haus") und das Eisengut ("ebenfalls ein altes baufälliges Haus") als Zulehen.
Frühe Besitzer: Erasmus Weitmoser 1480, Hans Lentz 1466
Heute : Neureitgut -

» Das Kruggütl Nr. 2 «
Abgebrochen 1975 und durch neues Wohnhaus ersetzt.
Das Guett Dienstreith ob Gadaunern gehört zum Feldingbauer in Heißingfelding und heißt daher heute auch das Feldinggreitl. Der Hof steht noch und ebenso das Häusl, das allerdings heute nur mehr als Almhütte verwendet wird. Schon 1688 heißt es in einer Anmerkung: "ist lang schon ein Heilechen".
Frühe Besitzer: Joan Tatz 1496

» Das Guggenhäusl Nr. 3 «
auch Reithäusl genannt, Guggen- oder Gatterlehen, zum Doferer gehörig, "ain Gut zu Gadaunern so hochfstl. Salzb. Urbar und in das Neu vorhin Lorch, Wetzer-Urbar und Wengerurbar gehörig", ebenso St. Ann-Kap. 11
Frühe Besitzer: Hans u. Christ. Weitmoser 1576

» Das Stöffelgut Nr. 4 «
Gfrererhäusl auch Lätschlehen genannt, "ein haus u. Hofstath, so 1784 aus dem alten Lätschlehen gebrochen".
Frühe Besitzer: Hans Lätsch 1456

» Das Frankengütl Nr. 5 «
(Wirtshaus), wahrscheinlich das ehemalige Gut Rankerlehen. Erweiterungsbau 1970. Wirtschaftsg. 1976
Frühe Besitzer: Christoph Khofler 1540

» Das Abfaltergütl Nr. 6 «
auch "Alpfarter" oder Öpflbaumgütl genannt.
Frühe Besitzer: Andree zu Vorstöbm 1466

» Das Scherergütl Nr. 7 «
auch Schernguett genannt oder Guett Lackhen zu Gadaunern, wie es in einer Anmerkung heißt: "1384 gekauft und 1745 verstuckt". Die Hälften sind mit I und II bezeichnet.
Frühe Besitzer: Thoma Lakhner 1456
Dazu gehörte "ein Häußl und Gärtl, so aus dem vorgemelten Scherrnguett gebrochen" (Domdechantei).
Frühe Besitzer: Martin Mösenhauer 1656

» Das Sagschneidergütl Nr. 8 «
oder "Jochei", das früher einmal ein sehr großer Bauernhof gewesen sein soll. Besitzfolge nicht feststellbar.
Frühe Besitzer: Jos. Lafenthaler 1847

» Das Eisengütl Nr. 9 «
heute "Botinger" oder Botengütl genannt (Joh. Winkler war Bote). Es gehörte 1760 als Zulehen zu Haus Nr. 1 und wurde 1818 aufgelöst und verstuckt.
Frühe Besitzer: Nycol. Eysen 1350

» Das Grafengütl Nr. 10 «
(Name schon vor 1500). Wohnhausbau 1963
Frühe Besitzer: Herr Hannß Graff 1497

» Das Stegerhäusl Nr. 11 «
"zum verstuckten Köchllehen in Gadaunern gehörig". Umbau 1960 und 1963.
Frühe Besitzer: Ruepp Monuth 1799

» Das Söldnerhäusl Nr. 12 «
Frühe Besitzer: Elise Schönberger 1814, vorher Matheus u. Elise Rathgeb

» Das Königlehen Nr. 13 «
auch "Toferer" oder Tofererlechen (Name seit 1519) oder Gall-Lechen genannt (seit vor 1500), mit dem Gatterlehen Nr. 3 als Zulehen (1740 von Mattheus Lenz gekauft, damals als ein altes, baufälliges Haus bezeichnet) und Zulehen im Angertal. Wirtschaftsgebäude err. 1973
Frühe Besitzer: Jorig Gall 1456
Das erste halbe Guett Gadaunern, insgemein Riserlechen genannt, am 23.7.1762 in 5 Iteme verstuckt (hier 3 Acker, auf einem von diesem steht das Gut), welches unterhalb des heutigen Toferer lag und 1953 abgerissen wurde. Wahrscheinlich war in diesem Haus (ein Häusl und "Hüllen", welche zusammengebaut waren) die Familie der Weitmoser beheimatet, obwohl sich das leicher nicht nachweisen lässt, sondern nur in mündlicher Überlieferung erhalten geblieben ist.
Frühe Besitzer: Paul Püchler 1528

» Das Hintermanngütl Nr. 14 «
"Haus Hofstath und Schmitn zu Gadaunern ob der Straß, 1523 aufgerichtet". Umbauten seit 1960.
Frühe Besitzer: Kathrein, Wittib 1527, von Georg Schelnhamer aufgerichtet im Jahre 1523
- heute : Stuhler
- etwas abseits gelegen ein Neubau mit dem Namen - Hintermanngütl -

Dazu gehörte: "Ain Häusl auf der Dionisi Kendlers- oder Nadlers-Hausstatt zu Gadaunern unter der Pruggen im Dorf gelegen, so die groß Güß 1572 Jahr gar hin getragen" (heute wahrscheinlich in der Nähe der alten Mühle unterhalb der Brücke, die ebenso mehrfalls auch in letzter Zeit versandet wurde).
Frühe Besitzer: Wolfg. Schuter 1528

Faschingberg = Haus Nr. 15 - 28

» Das Schocklehen Nr. 15 «
oder Prennerlehen oder Röcklehen (seit 1830)
Frühe Besitzer: Hans u. Christ. Weitmoser 1594

» Das Niederberggütl Nr. 16 «
oder "Tamerl", 1761 (Kauf durch Hans Grueber, Zulehen des Röcklehens Nr. 15).
Frühe Besitzer: Michel Nyderperger 1456

» Das Bierschockgütl Nr. 17 «
Frühe Besitzer: Anna Rieser 1872

» Das Obermaurachgütl Nr. 18 «
oder "Guett Maurach ob Gadaunern", auch Gut Hochperg am Maurach oder "Wofei" genannt, heute als Zulehen beim Sandwirt.
Frühe Besitzer: Erhart der Keckh 1450, Hans von Goldegg vergibt 1377 an Mertlein dem Vögel zu Kasteun und seiner Hausfrau Christain, Tochter der Slunttin seinen ganzen Zehent (2. Teil) an dem Hochperg in der Mawrach

» Das Untermaurachgütl Nr. 19 «
"Rüapei" genannt, wahrscheinlich nach Rupert Wenger.
Frühe Besitzer: Matheus Angermann 1813 (in dieser Zeit zu Freieigen erklärt).

» Das Kerschergut Nr. 20 «
oder Gut Nidersperg am Faschingperg.
Frühe Besitzer: Bartlmä Jäger 1740

» Das Gut Unterlottersberg Nr. 21 «
Unterloidlsberg oder Inhöger genannt.
Frühe Besitzer: Andre von Lodesperg 1456

» Das Gut Oberlottersberg Nr. 22 «
auch Oberloitsperg genannt und Baderlehen oder Baderleitl, als Zulehen beim Gut Kindllehen in Heißing.
Frühe Besitzer: Mert Zandel 1456

» Das Rinderebengut Nr. 23 «
heute zum Meikl in Remsach gehörig, auch Guett Egk oder Ründeröbn genannt. Der Zulehensbeschreibung von 1786 ist zu entnehmen, dass in dieser Zeit Häusl und Zimmer neu gebaut wurden und dass man das Gut immer als Zulehen verwendete, weil das Häusl klein war. Am 24. 9. 1932 brannte es ab.
Frühe Besitzer: Thoman Schnelldrißl 1662

» Das Meiergütl Nr. 24 «
oder Veitgütl oder oberes Angerlgut, wahrscheinlich d. "Guett Zennersperg".
Frühe Besitzer: Jacob Vasthang 1532, wahrscheinlich Hainrich Vaschang 1456 (hinter dem Probst von St. Zeno).

» Das Unteraudorfgütl Nr. 25 «
oder Unteres Angerlgut auch "Guett Zennaß am Faschingperg" genannt (weil es ebenfalls zu St. Zeno gehörte). Heute ist es im Besitz Veitbauers. Es steht nur mehr der Stall, das Haus dürfte zwischen 1895 und 1897 abgebrannt sein.
Frühe Besitzer: Christoph Vasthang v. Zennersperg 1532, wahrscheinlich Hainrich Vaschang 1456

» Das Unterortgütl Nr. 26 «
oder Rauchberg am Faschingberg, vollständig abgebrannt 1940. Der Neubau wurde tiefer angesetzt.
Frühe Besitzer: Preyms Gall 1497

» Das Wurzengütl Nr. 27 «
oder oberes Guett Orth, eine Behausung "1645 aus dem Guett Orth am Faschingberg gebrochen". Baubewilligung 1645
Frühe Besitzer: Simon Mayr 1645

» Ertlausbruch Nr. 28 «
als Zulehen zum "Dicktei" gehörig, wahrscheinlich das andere halbe Gut Gadaunern, insgemein das Riserlehen genannt.
Frühe Besitzer: Caspar Örlmoser 1528
Dazu gehört ein Zuhäusl, früher Getreidekasten des Sagschneidergutes, 1902 Maria Lafenthaler, 1837 Jos. Gruber.

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Anmerkung: Die Textstellen wurden auszugsweise dem Buch - "Bad Hofgastein und die Geschichte Gasteins"
von Sebastian Hinterseer, 1977 - entnommen. Die alte Schreibweise wurde beibehalten. Beschreibung ohne Gewähr.

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