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Siedlungsgeschichte

Heißingfelding

Wie Sebastian Hinterseer in seinem Buch "Geschichte Gasteins" schreibt, dürfte Heißingfelding einer der ältesten Weiler und Ansiedlungen des Tales sein. Am 15.7.1212 wird in einem Vergleich und Schiedsspruch zwischen Otto und Conrad von Goldegg und Otto und Albero von Walchen Heusing genannt mit "Otto und Kastuna et mater sua" und "Otto et filius Diepoldi". 1314 verkauft Diepold von Kastuna mit Willen seiner Hausfrau Elspethen und seines Bruders und seiner Tochter Elspeth sein Guet zu Haeusing an das Domkapital (wahrscheinlich jenes der heutigen Güter Nr. 5 und 6). Im gleichen Jahre wird von Ortlein, der Frau Eisenstangs gerichtet. 1327 übergibt Diepold von Castun seinen Besitz an seinen Lehensherrn Friedrich von Goldegg. Vorher schon ist die Rede von Hezilo Heinrich und seinem Besitz in Heißingfelding. Am St.-Michaels-Tage 1327 verkauft Diepld von Castune mit Zustimmung seines Sohnes Xtoph und seiner, an die einheimischen Familien Ortner, Dieter und Eisenstang verehelichten Töchter sein eigenes Erbgut zu Heißing, auf welchem Jackel von Röd aufgesessen und das jährlich 12 Schilling Salzburgische Pfennige diente, und zwar dem Salzburgischen Domdechante. Er leistet dafür Gewähr mit seinen anderen Gütern zu Gastein.
In der Steuerliste von 1350 lesen finden wir Namen wie Nycol de Heusing, Heinzel arz(er) de Häusing und Nycol fil. de Heusing.
Die Liste des 10. Mannes berichtet von Cunrath Zarnecker, Andre Lackner und Peter Webarin (die hinter dem Sachsel von Hall sitzen), ebenso von der Khawtlin zu Haeusing (hinter dem von der Laber) und Osel Ramer zu Hof Heysing (hinter dem Trawner). 1466 sind 5 Güter zu Felding des Hainrich Sechsel und von der Premmssin, die "hinter dem Scheller sitzt" auszumachen. Die Steuerliste von 1497 schließlich meldet 24 Namen, darunter die "Hewssinger und Veildinger". Die gleiche Steuerliste gibt für Heißing und Felding 2 Dörfer als bestehend an mit 23 Parteien und Iteme bewohnt von 116 Personen.

» Das Feldinggut Nr. 1 »
Feldinggut oder Trupflehen mit dem Gut Dienstreith in Gadaunern als Zulehen. Das erste und zweite Gut Felding gehört lange Zeit zusammen und sind wohl erst um 1660 getrennt worden und in mehreren Besitztümer aufgeteilt. Hier saßen die Familien Ortner, Dieter und Eisenstang.
Frühe Besitzer u. Grh. : Fridl Tetzer von Felding und sein swester 1405; Freieigen.
- heute : Feldinggut -

» Das Orthnergut Nr. 2 »
Name seit 1701 mit Wohnhaus Nr. 39, ehemals eine Brechlstube, auch Bronotten, Prannothen (Name seit 1682 und später) oder "Märkhisch Baadtlehen" genannt, vor 1500 Junkerlehen oder Gut "Felding Aschertausch". Erweiterungsbauten und Gastbetrieb 1963, 1967 und 1971. Im Jahre 1911/12 wurde das neue Haus von Cajet. Viehauser d. Ä. gebaut. Früher war hier ein Garten. Das alte Haus stand hinter dem jetzigen und war, als 1919/20 der vordere Teil abgerissen wurde, nach Angabe des alten Bauers, der sich auf eine vorgefundene Schrift stützt, damals schon etwa 800 Jahre als und äußerst baufällig, kaum mehr bewohnbar. Auf der ehemaligen Mühle steht die Jahreszahl 1655. Der hinter Teil des alten Gebäudes steht noch.
Frühe Besitzer u. Grh. : Jak. Zitterauer 1793, Georg Rormoser 1647, vorher die gleichen Besitzer wie Nr. 1; Graf Plaz.
Der "größte und mehriste Theill des Juckherlehens" diente früher der Pfarrkichte St. Andrä.

» Das Weindllehen Nr. 3 »
früher Rott- oder Khenndlerlehen oder Kendlergut genannt, möglcherweise nach der Familie Kendler zu Hof um 1500, "so vorhero ein Ritterlehen gewesen".
Frühe Besitzer u. Grh. : Ulrich Prantner 1651, früher wahrscheinlich ein Bestandteil der großen Feldinggüter, Michl daselbs 1450; St. Peter, vorm. Höglwörth.
Zu Haus Nr. 3 gehörte auch das Guett Trenck- oder Kittlehen, wahrscheinlich nach den Familien Dankl und Küttl benannt. Dabei ist immer von "ainem außpruch aus dem Rött- oder Khenndlergut" die Rede (Frühe Besitzer: Thom. Rohrmoser 1654).

» Das Eisenstanggütl Nr. 4 »
"ain Guett Felding oder Unbildlehen, per abusum Eisenstanglehen genannt" (seit 1314, bzw. 1500). Umbau und Neubau 1959.
Frühe Besitzer u. Grh. : Örtleins, Frau des Eisenstang 1314, vorher Friedrich der Törl; Chiemsee 12 und Freieigen.
Dazu gehörte ein Leitl und Häusl mit den Besitzern Jak. Hinterberger 1805, u. a.

» Das Augütl Nr. 5 »
oder "Dicktei" oder das "andere Guett Heißing" genannt.
Frühe Besitzer u. Grh. : Joh. Egger u. Maria Kendlin 1785. Diepold von Gastein verkauft 1314 sein Guet zu Heusing an das Domkapitel.

» Das Schockgut Nr. 6 »
auch Oberaugut, Glas- oder Schockgut geheißen; renoviert 1674, Waschküchebau 1903, Stallbau 1949, Hausneubau 1956/57
Frühe Besitzer u. Grh. : Thoman Schockh 1677; Domkapitel.

» Das Heißinggut Nr. 7 »
auch "Heißen", Unterhainzllehen, Ebmer- oder Tänkllehen genannt (seit 1515 und vorher). 1615 war dasselbe Lehen dem Kloster St. Peter dienstbar. Das Haus wurde 1647 renoviert.
Frühe Besitzer u. Grh. : Heinrich von Hewsing, vorher Osel Ramer (sitzt hinter dem Trawner) ze Hof Hewsing, erwähnt aber schon vor dieser Zeit; Hieronym.-Ben. u. a.
Dazu gehört ein Feld "zu einer Äszeit Landt, worin vor Jahren die Behausung, Stallung und das Zimmer standen, zum verstuckhten Unterhainzllehen gehörig".

» Das Kindlgut Nr. 8 »
auch Khindllehen oder Kündllehen genannt, renoviert 1866, Stallumbau 1956. Neubau 1974/75.
Frühe Besitzer u. Grh. : Hans Ebmer 1515, vorher Org Winter (wynter).
Dazu gehört "ain kleines Heusl und darbey Zimmerl und Viehstallung so 1763 aus dem Khindllehen gebrochen".
Frühe Besitzer: Gregori Thaller 1763

» Das Präaugut Nr. 9 »
der Präerbauer, Oberheißing-Guett oder oberes Hainzlguett und oberes Heinzllehen genannt, mit dem Teil des "Dänkllehens", das 1615 zum Kloster St.Peter gehörte. Um 1700 war es Zulehen des Egghauses im Markt.
Frühe Besitzer u. Grh. : Jacob ze Hewsing 1456; Bürgerspital Salzburg.
- heute : Präergut -

» Das Planitzengut Nr. 10 »
Das Planitzengut, auch "Ober Planitzen, Plainitschn oder Plaeniz" genannt, eines der ältesten Güter des Tales. Angeblich lässt sich unterhalb des Firstes heute noch die Jahreszahl 1177 lesen, was aber leider nicht mit Sicherheit feststellbar ist. Jedenfalls ist Planitzen im ältesten bayr. Urbar (1224) erwähnt. Umbau und Neubau 1976/77, Seilbahnbau 1970.
Frühe Besitzer u. Grh. : Hans Orttner u. 4 sun 1522, Otto de Planizen 1350, "ze Plaeniz" genannt 1224 Dazu gehörte früher auch Unterplanizen oder Niderplanizen, Weideböden unterhalb des Gutes Oberplanitzen, oberhalb Grueßberg, Bocksberg und oberhalb Grueb.
Frühe Besitzer u. Grh. : Otto de Planizen 1350, 1224 genannt; Graf Lodron.

» Das Bocksberggut Nr. 11 »
Das Bocksberggut, auch Poxberg oder Pogkhsberg genannt, nahm durch einen Hausbrand am 10. 10. 1928 großen Schaden. Stallbrand 1936
Frühe Besitzer u. Grh. : Heintzel de Poxhsperg 1350; Berchtesgaden u.a.

Rauchberggut, Bad Hofgastein

» Das Rauchberggut Nr. 12 »
Das Rauchberggut befindet sich am Höhenweg auf ca. 1.000m Seehöhe. Der Backofen wurde abgebrochen und bei der Rauchbergmühle, unweit des Rauchberggutes neu aufgebaut. Neben dem alten Bauernhaus steht bereits ein neues Wohngebäude.
Frühe Besitzer u. Grh. : Hans Orttner u. seine 4 sun 1522, Ander auf dem Praittenperg 1513; Chiemsee.

» Das Grueßberggut Nr. 13 »
Das Grueßberggut wurde früher auch Truesberg, Truesperich oder Trusegg genannt, vielleicht nach der Familie Trues, die auch im Markt Besitzungen hatte. Umbau 1961.
Frühe Besitzer u. Grh. : Hans Orttner u. seine 4 sun 1522, Ander auf dem Praittenperg 1513, Gärtler am Truesperch 1350; Berchtesgaden.

» Felding-Zulehen Nr. 14 »

» Altbürgerheim Nr. 15 »

Siehe weiter im - Doku-Archiv - zu diesem Thema:
- Hofgastein - Markt -
- Dorfgastein - Ort -
- Bad Hofgastein - Lafen, Dietersdorf -
- Bad Hofgastein - Faschingberg, Gadaunern -
- Gem. Bad Gastein - Wildbad Gastein -
Siehe auch die Seiten:
Gem. Hofgastein - Siedlungen im Tal -
Frühe Siedlungen - Markt Hofgastein -

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Anmerkung: Die Informationen wurden auszugsweise dem Buch - "Bad Hofgastein und die Geschichte Gasteins"
von Sebastian Hinterseer, 1977 - entnommen.

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© 2.1.2009 by Anton Ernst Lafenthaler
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