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D - Gasteinertal/Dokumentation: Siedlungsgeschichte - Lafen/Dietersdorf
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Siedlungsgeschichte

Lafen - Dietersdorf

Der Name Lafen, in der alten Schreibung Laven, Lauen oder Lauvenie kann nicht erklärt werden. Ein keltisches Wort würde die Übersetzung "Schüttbach" zulassen. Hier standen zur Bergwerkszeit Schmelzhütten. 1856 waren noch Reste dieser alten Schmelzhütten und Bergwerksgaden zu sehen. Sebastian Hinterseer schreibt in seinem Buch "Geschichte Gasteins", dass Wahrscheinlich die - von Laven ihren Sitz hier hatten, ein Geschlecht, das auf seinem Wappenschilde angeblich den Kopf einer Jungfrau führte. Das älteste bayr.Urbar von 1224 nennt Lavenie neben Windsteine (siehe Anger), Lachen und zwei örtlich nicht festellbare Güter, nämlich Agocperge, Wichersperge.
Von den oben genannten Edlen scheinen auf: Otto von Laven 1327, Nicolo von Laven 1343, Jörg von Laven 1365. Die Wulfen und Mitterlechner von Lafen waren auch im Pinzgau begütert. Für das Jahr 1378 wird ein Swarsenlehen von Leuen genannt, das "grozz inne hat". Die Liste des 10. Mannes von 1456 nennt in Lafen Thömel (sitzt hinter dem Chewtzl zu Casteun), Mykel Sansaner (hinter dem Mawttner), Mykel am Gamsperg (hinter dem probst von St. Zeno) und Erhart Ottenaier (hinter dem spythall) neben einiger anderer Namen, die örtlich fixiert werden konnten.

Der Name Dietersdorf stammt wahrscheinlich von den Salzburger Edelleuten und Gewerken Diether, den Herren von Urstein bei Hallein und Schedling bei Teisendorf, welche im 15. und 16. Jahrhundert aufscheinen. Der Name taucht allerdings schon 1350 auf, und zwar als Dyetthersdorff.
Die Liste des 10. Mannes von 1456 nennt folgende Leute von Dyetthersdorff: Mychel Lachner und Wolfel Lachner, sun (hat ein peunt ist lehen des Eb.), Wolfgang Lachner (obley), Christan Rötofner (pfarrer ze Casteun), Christian (Ulrich Fladnitzer) und Jacob Varaws (hinter dem Wolf Goschel) ebenso in Schneeberg u. a. Lentz Voglaren (H. Nußbaumer). Die Steuerliste von 1497 aber weist aus "Dietersdorff, Lauen, puchl und Schneeperg" 68 Namen auf, von denen vorläufig nur 18 örtlich festzuhalten sind.

» Das Zitterauergut Nr. 1 «
früher wahrscheinlich auch Nr. 2 + 3
Dazu gehört das Stainergut (Kloster Nonnberg und Chiemsee, Simon Zitterauer 1862, oblay zu Lafen, Chuentz Stainer genannt), das Greifengut (Chiemsee), das Grausberggut, das Krapflehen (Ruperti-Ritterorden), das Hopfgartenlehen (Freieigen), das Grelehen (Kirche Gois) und das Khlettlehen.
Frühe Besitzer: Hans Zieterauer 1680, Eustach Zietherauer 1668, Mich. Zietherauer 1613.
Vielleicht gehörte hierher auch das Guett Stoff zu Dietersdorff (Name von 1528) insgemein Schneeberglechen genannt oder Schefwisen (ein Gebiet gegenüber vom Stummerbauer), abgerissen wahrscheinlich ca 1905. Stallneubau 1977.
Frühe Besitzer:
1. Viertel: Christoff Weitmoser 1560, Georg Palfner 1536, Sigmund Balff, vorher Anna Stoff
2. Viertel: Peter Junger 1645
3. Viertel: Matheus der alte Junger 1625
4. Viertel: Kinder des Jac. Junger 1645, vorher Maria Amoserin

» Das Gut Untergrausberg Nr. 4 «
Graunßberg oder einfach "Guet am Graußperg" genannt.
Frühe Besitzer: Hans am Grawßperg 1497, Prenn auf dem Grawßperg u. Els. Prennsen, praut 1456, das Gut am Grawßperg 1442

» Das Jungergut oder Krapfengut Nr. 5 «
auch Krapfenlehen oder Prieskhrapfenlechen genannt (Name seit 1456), mit 2 Wohnhäuser, ein Gut, das neben dem Lafenschmid lag und vor etwa 20 Jahren abgerissen worden ist.
Frühe Besitzer: Chrapfer zu Lauen (sitzt hinter der Kewtzlin u. Nikla am Reyth) 1456

» Das Holzmeisterhäusl Nr.6 «
Frühe Besitzer: Elisabeth Brandner 1866

» Das Schmiedhaus Nr. 7 «
und Wohnhaus Nr. 58, "Schmidten, Garten, Padtstuben u. Kollparm", dazu gehörte zeitweise das Gut Rastegg in Anger und als Zulehen (1771 Joh. Paul Oberpichler).
Frühe Besitzer: Jos. Oberpichler 1748

» Das Sagschneidergütl Nr.8 «
"eine Behausung, Garten, Säge und Walchstampf" mit einer Hauskapelle, die 1903 aus Dank für Errettung aus der Wassergefahr erbaut wurde.
Frühe Besitzer: Andrä Zitterauer 1807, Paul Hueber, Sagschmid auf der Lafen 1737, Paul Schafflinger 1626
Dazu das Walchhäusl, Nr. 31
Frühe Besitzer: Ant. Schwaiger, Maurer im Bliemhäusl in Böckstein 1877.
- heute : Grabmaier - Kulturhaus Sägewerk

» Die Lavenmühle Nr. 9 «
oder Mauthmill zu Laven
Frühe Besitzer: Hans Kamatter 1522

» Das Schmelzhüttenhäusl Nr. 10 «
im Jahre 1895 zusammengefallen, neu aufgebaut 1928
Frühe Besitzer: Paul Pergner 1748

» Das Schmelzhaus Nr. 11 «
auch "Turz" genannt (1706), "auch Hauß und Kollparm auf der Lafen, insgemein Schmölzerhauß genannt".
Frühe Besitzer: Nikolaus Turk 1706

» Das Ballgütl Nr. 12 «
oder Beilgütl, "ein altes Häusl an der Lafen aus dem Klammsteinurbar 1682 gegen eine benannte Waldstraff bewilligt worden". Das Häusl wird auch "Unterturz" genannt. Unterhalb desselben stand seinerzeit noch ein weiteres Haus, dessen Mauern teilweise noch vorhanden sind. Gleich unterhalb des genannten Hauses sind auch noch Gewölbe vorhanden. Vielleicht handelt es sich bei diesem Mauerresten un Überbleibsel verschiedener Schmelzwerksbauten aus der Bergbauzeit.
Frühe Besitzer: Nicla ob dem Rewtt, genannt auf einem "Haws zu lauen auf dem pälisthen lehen ober der Mül".

» Das Diemlinggütl Nr. 13 «
in frühen Zeiten auch als "Guett Tyembling oder Tyemblsperg oder Diemelsperg" bezeichnet.
Frühe Besitzer: Hainrich Herlich am Diemlperg (sitzt hinger dem Trawner), vielleicht vorher Elysabeth Herleich.

» Das Großbirkengut Nr. 14 «
mit Wohnhaus Nr. 59, auch Egger genannt (seit 1720).
Frühe Besitzer: Fritzel an der Pirichen 1350
- heute : Egger -

Bertahof, Markt Hofgastein » Der Bertahof Nr. 15 «
früher Söllhäusl genannt, "ein Söllhäusl und Gärtl zu Pichl".
Frühe Besitzer: Simon Schlickh 1723, Carl Wildner 1903, Jos. Granitzer 1962
- heute : Bertahof - . . .

» Das Lechen zu Pichl oder Meixner Nr. 16 « Zum Bertahof gehörig mit den gleichen Besitzern.
Frühe Besitzer: Chunrat fil. nycol in Puhel 1350
Dazu gehörte wahrscheinlich auch das Gut Pichl (Stadtpfarrurbar St. Andrä), wahrscheinlich in der Gegend, wo heute die Ruinen des großen Wirtschaftsgebäudes stehen, das um 1905 von Baron Mesnil gebaut wurde, mit folgenden Besitzern: Anna Knoll 1870, Georg Pichler zu Pichl 1601

» Das Gimplhäusl Nr. 17 «
auch Gumpenhäusl genannt, oder Gimpllehen zu Pich, "bestehend aus einem Häusl, Leitl u. Garten".
Frühe Besitzer: Matheus Leyerer 1727

» Die Schweizerhütte Nr. 18 «
auch "Guett Hauseben am Schneeperg", in früheren Zeiten auch Gerllehen, Gorllehen oder Gallehen genannt.
Frühe Besitzer: Andre Gal ze Puchel 1456, ehem. Peter und Carl Straubinger 1904
- heute: Haus Schweizerhof - Vorderschneeberg 18

» Das Neuweghäusl Nr. 19 «
oder Scherreiter, errichtet 1637
Frühe Besitzer: Thomas Heigl 1637
Wahrscheinlich gehört hierher: "Ain Heisl in der Egghalt ob des Wegs am Schneeperg, so 1647 einzufangen bewilligt worden" (Klammsteinurbar).

» Das Haberreithgut Nr. 20 «
auch Habsreith oder Haabsreith geheißen.
Frühe Besitzer: Paull Heberriewtter 1496

» Das Bsuechgut Nr. 21 «
öfter auch als Gesuechguett oder Guett Gesuech oder Geschuech bezeichnet. Abgetragen 1966/67. Heute "Schneeberglehen" mit Gaststätte, unterhalb des alten Weges neu errichtet. Erweiterungsbau 1975/76.
Frühe Besitzer: Georg Maurer 1496

» Das Abrahamgut Nr. 22 «
oder Kleinbirkengut, auch "Klain Pirchn", Heiglgut oder Heigllehen am Schneeperg genannt. Name vermutlich seit 1637.
Frühe Besitzer: Thom. Heigl 1637

» Das Gigerachgut Nr. 23 «
ob Laven.
Frühe Besitzer: Mykel Sayder (hinter den Zechlewtten zu Dorff) 1456

» Das Hartlgut Nr. 24 und 25 «
(Name seit 1613); früher auch Gut Meiling, Gut Zeilling, auch Guett Eylling genannt.
Frühe Besitzer: Friedrich ab dem Meyler 1530
- heute : Hartlgut

» Das Gut Oberkrausberg Nr. 26 «
auch Radlach benannt (Name seit 1680).
Frühe Besitzer: Steffel Chekch auf dem oberen Graußberg 1456
- heute : Radacherhof

»Das Brandlgut Nr. 27 «
oder Mittern Krausberg, auch Mittern Graunsperg geheißen, bei Bahnbau abgerissen; heute steht hier der Bahnhof Angertal.
Frühe Besitzer: Georg Prändl 1680

» Das Koflergut und Hölzllehen Nr. 28 und 29 «
am Schneeperg ob Laven zu Lafenschmied gehörig. Von hier emigrierte Nicol. Turz und Christan Wohner.
Frühe Besitzer: Vater Andrä Pöffl 1496

» Das Schmalzgrubengut Nr. 30 «
oder Laßaunerlehen, Zulehen von Hauseben in Hinterschneeberg.
Frühe Besitzer: Hanns Khrapfer u. ux. Marg. Leyerin 1622

» Das Stummergut oder Wurfgut Nr. 31 «
auch Cholberlehen zu Dietersdort genannt (seit 1456), welches 1872 einem Brande zum Opfer fiel, in der Folge aber wieder aufgebaut wurde.
Zu diesem großen Gute gehören die nachbeschriebenen Güter:

- Das Würfellehen oder Wierfellehen zu Diettersdorf
Frühe Besitzer: Leonh. Moßhammer 1496
- Das Leutllgut - Leuttlehen zu Dietersdorf, 1550 auch Raichlechen genannt (seit 1548), auch Hauserguett oder Leithallechen.
Frühe Besitzer: Nycolaus Nepus Leutoldi 1350
- Das Dankllehen - Tänkllehen oder Tantlehen (Name seit 1350), wahrscheinlich das sogenannte Guett Dietersdorff oder Thettersdortt mit dem Zulehen Palfing- oder Schneeberglehen (1775 von Georg Wallner gekauft).
Frühe Besitzer: Seyfridus, fil, Daenchlini 1350, Friedrich u. Maria v. Mitterkichen verkaufen das Gut 1327 an das Domkapitla (Oblay).
- das Narrenlehen - oder die Halt
- das Gut Kratzreith - und die 2 Heideggüter.
Frühe Besitzer: Andree Cholb 1456

Siehe weiter im - Doku-Archiv - zu diesem Thema:
- Hofgastein - Markt -
- Dorfgastein - Ort -
- Bad Hofgastein - Anger, Hundsdorf -
- Bad Hofgastein - Faschingberg, Gadaunern -
Siehe auch die Seiten:
Gem. Hofgastein - Siedlungen im Tal -
Frühe Siedlungen - Markt Hofgastein -

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Anmerkung: Die Informationen wurden auszugsweise dem Buch - "Bad Hofgastein und die Geschichte Gasteins"
von Sebastian Hinterseer, 1977 - entnommen.

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© 2.1.2009 by Anton Ernst Lafenthaler
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