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Siedlungsgeschichte

Wieden

Wieden, Gasteinertal Sebastian Hinterseer schreibt in seinem Buch - "Bad Hofgastein und die Geschichte Gasteins": Der Name Wieden, auch Widm, Widthum geschrieben weist darauf hin, das fast jedes Gut dieses Dorfes pfarrwidthumscher Besitz war, das heißt, es gehörte dem Pfarrer von Gastein, also dem "ze Hove" zu, der ihn verwaltet - und weiter: Als Grundherrschaft scheint dementsprechend auch überall, wie ersichtlich das Pfarrwidum Hof auf. Das Zentrum des umfangreichen Besitzes bildete dabei allem Anschein nach das sogenannt Trupflehen Nr. 6, das höchstwahrscheinlich auch einer der ältesten Siedelplätze des Gebietes sein dürfte. Von diesem Trupflehen heißt es in der mündlichen, auch heute noch lebendigen Überlieferung auch, dass hier zur Zeit, als der Markt verschüttet worden ist, der Pfarrhof gestanden habe. Allerdings ist daraus nicht ersichtlich, um welche Verschüttung des Marktes es sich dabei gehandelt hat, denn die Katastrophe aus der Zeit von 1569 kommt dafür nicht in Frage. Es müsste sich also um einen früheren Zeitabschnitt gehandelt haben.
Auch hier in Wieden finden wir einen sehr alten Siedelraum vor. Manche der Güter am Hochstein, die wohl bereits in allerfrühester Zeit bestanden haben mögen, sind seither "zugewachsen" und verfallen, bedroht vom Niederwachsen des Waldes, dessen Grenze früher viel höäher gelegen war (jedenfalls in der Bergbauzeit) und heute entweder überhaupt nicht mehr oder nur mehr als Zulehen Futterstall oder Heimalm in Benutzung stehen. Verschiedene Namensangaben, die örtlich nicht mehr festzuhalten sind aber auf Wieden verweisen sind: Jacobus Räding (der Name Rädbing oder Rawing existiert noch heute) und zwar als Bezeichnung des Leidalmbaches und seiner Umgebung), Chuno Naedler u.a.

» Das Willergut Nr. 1 «
oder Kerschergut, vielleicht identisch auch mit dem Lechnerlechen, da die Besitzer des halben Lechnerlechens mit den hier vorhandenen Besitzern genau übereinstimmen. Der Name des Gutes dürfte aus der Zeit vor 1450 stammen. Zur Bahnbauzeit wurde hier ein Gastbetrieb geführt. 1922 wurde das Haus teilweise renoviert und ebenso 1954. Die in der Nähe befindliche Kapelle, errichtet um 1908, wurde 1949 abgerissen. Hier fanden jeden Samstag Bittandachten statt, zur Verhütung der Hochwasser, die Wieden immer wieder schwerstens heimgesucht hatten. Umbauten seit 1960, Stall-Wiederaufbau 1961.
Frühe Besitzer: Georg Grillhofer 1596

» Das Schachlgut Nr. 2 «
oder Schächtlguett (Name seit 1456).
Frühe Besitzer: Andre Schachel 1456

» Das Schock Nr. 3 «
oder Riegauergütl (Name seit 1442)
Frühe Besitzer: Denkchel regawer (genannt in einem Rechtsstreit) 1442

» Das Schwabenhäusl Nr. 4 «
Stall entweder abgerissen oder abgebrannt.
Frühe Besitzer: Thoman Seitlinger u. ux. Magd 1589

» Das Lacknergütl Nr. 5 «
144 - oder Hofer genannt (seit 1707), "ain Hauß und Hof in das halbe Lechen zu Widen gehörig". Stallbau 1965
Frühe Besitzer: Georg Edlinger 1617
Dazu gehörte das Haus Wieden Nr. 22, auch Hoferhäusl genannt, das ehemals ein Treidkasten gewesen, 1886 aber vom Fazibauer als Wohnhaus adaptiert, worden war. (Bes.: Ther. Bauer, geb. Moises 1956, vom Fazibauer, Jos. Schönegger 1870 angekauft).

» Das Tropflehen Nr. 6 «
oder Trupflehen (Name seit 1496), jetzt zum Schmaranzgütl gehörig, wahrscheinlich das älteste Haus in Wieden. Abgetragen und 1962 neu aufgebaut.
Frühe Besitzer: Christan Trupf 1496
Dazu gehörig auch Wieden Nr. 21, umgebaut 1956, heute Gasthaus, auch Kerscherhäusl genannt, das seinerzeit Treidkasten des Trupflehens war. Wahrscheinlich gehörte zum Trupflehen auch das Könighäusl oder Khinigheisl zu Wieden, dessen Lage nicht mit Sicherheit festzustellen ist.
Frühe Besitzer: Nicolas Rath 1605

» Das Schockgütl Nr. 7 «
oder ehemalige Scherergut (zeitweise zu Schmaranz gehörig) unterhalb der "Gasse", d.h. unterhalb des Eßl-Neubaues "ain Haußfeldt bey zway Jauch Lanndt groß und zween darinligende Gärtten Item die Hausstadt u. dz. gantze Hofzimmer, so alles aus dem Schocklehen gebrochen". Wann es abgerissen wurde, ist nicht bekannt. "Dises Gut Schocklechen ist 1649 ganz zerteilt und voneinander verkaufft u. auch alt und neuer Dienst darauf geschlagen worden".
Frühe Besitzer: Ulr. Schwaiger 1596

» Das Oberaugütl Nr. 8 «
auch Kritzer genannt (seit 1823), ebenso "Stückacker", ein Ausbruch aus dem Schocklehen daselbst, insgemain "Klain Wieden" genannt oder Sämplgut (seit 1751), 1947 wurde ein Stockwerk aufgebaut und das Dach, das früher in Ost-West-Richtung stand, nach Nord-Süd gedreht. Angeblich stand aufden alten First die Jahreszahl 1420.
Frühe Besitzer: Brigitha Kherschhägglin 1596

» Das Schmaranzgütl Nr 9 «
"ain Häusl und Gärtl zu Wieden", 1905 renoviert und umgebaut, früher reiner Holzbau, in diesem Jahre wurde der Unterbau gemauert. 1952 neuerlich renoviert. Stallneubau 1968, Hausneubau 1972 - 1976.
Frühe Besitzer: Simon Herlich 1496

» Das Kehrergütl Nr. 10 «
oder Söllhäusl, angebaut an das Schmaranzgütl, "ain Söllhäusl zu Wieden, so aus dem Schocklechen gebrochen, vulgo Körer-Häusl", bezahlte laut Berggerichtsurbar den "Aufruhrschilling".
Frühe Besitzer: Geörg Däxer 1596

» Das Neudeggut Nr. 11 «
oder Neidöckh, auch Noidegg genannt.
Frühe Besitzer: Stefan Neydögker 1496, vorher wahrscheinlich die Straßer, Ritter, die sich v. Neidegg nennen und hier bis 1422 nachzuweisen sind.

» Das Fundnergut Nr. 12 «
(Name seit 1677) oder Oberkhärling. Abgebrannt 1958. Wohnhaus- u. Wirtschaftsneubau 1958
Frühe Besitzer: Xtan Riser 1586

» Das Karlinggut Nr. 13 «
oder Gueth Undter Khärling. Abgebrannt 1958, Neubau 1958 (heute: Schafflinger).
Frühe Besitzer: Martin Oth 1596

» Das Haslinggut Nr. 14 «
"ain Gueth am Mütterperg". Abgebrannt 1930, Umbauten 1970 - 74.
Frühe Besitzer: Heinrich an dem Mitterperg 1350

» Das Ortnergut Nr. 15 «
"aber ain Gueth am obern Mütterperg". Gaststätte Mitterberg.
Frühe Besitzer: Paul Püchler u. ux. Magd. 1456

» Das Schwarzgütl Nr. 16 «
"mehr ain Gueth am Mütterperg", auch "Moar" genannt (Name seit 1684 bzw. 1742).
Frühe Besitzer: Simon Neumayer u. ux. Magd. 1596

» Das Palfnergütl Nr. 17 «
oder Gueth Püchler Hochenstain. Die Grundmauern des Hauses und Hofes stehen noch. Wann die Gebäude abgerissen wurden, ist nicht bekannt.
Frühe Besitzer: Chubler auf dem Hohenstain 1350

» Das Hochsteingut Nr. 18 «
oder Muthen genannt, "Ain halbes Hauß und Hofstath Hochenstain auch ain Jauch Acker aus dem Güetl Oberhochstain". Der Name "Muthen" ist wahrscheinlich eine Abkürzung von Monuth.
Frühe Besitzer: Niclas Wimperger 1596

» Das Mitterhochsteingut Nr. 19 «
auch Guett Nidern Hochstain genannt, zu Wchmaranz gehörig.
Frühe Besitzer: Andree Schwarz 1615

» Das Oberhochsteingut Nr. 20 «
oder Guett Obern Hochstain auch Gut Kritzer Hochstein genannt (seit 1859). Heute steht nur mehr der Stall. Das Haus wurde abgetragen, zum Karlingbauer hinuntergeliefert und dort abgebaut.
Frühe Besitzer: Cristan Riser am Khärling 1596

Siehe weiter im - Doku-Archiv - zu diesem Thema:
- Hofgastein - Markt -
- Böckstein - Montansiedlung -
- Dorfgastein - Ort -
- Bad Hofgastein - Weinetsberg -
Siehe auch die Seiten:
Gem. Hofgastein - Siedlungen im Tal -
Frühe Siedlungen - Markt Hofgastein -

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Anmerkung: Die Informationen wurden auszugsweise dem Buch - "Bad Hofgastein und die Geschichte Gasteins"
von Sebastian Hinterseer, 1977 - entnommen.

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© 2.1.2009 by Anton Ernst Lafenthaler
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