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Dokumentation . Gasteinertal

Marktrechte Hofgastein

Verordnungen

Wann tatsächlich die Ortschaft Hofgastein als Markt geführt wird ist nicht mehr nachvollziehbar. Erste Marktrechte sind aber seit frühester Zeit urkundlich nachzuweisen und zwar in den folgend angeführten Urkunden, welche im Archiv der Gemeinde Bad Hofgastein aufliegen und im Buch "Bad Hofgastein und die Geschichte Gasteins" von Sebastian Hinterseer abgedruckt sind mit der dort angeführten Bemerkung, dass "Schon in der ältesten noch vorhandenen Urkunde (abgefaßt 1371) nicht nur vom Markt und von den Bürgern zu Hof in der Gastein gesprochen wird, sondern auch darauf verwiesen, daß "die fron wag daselbst" vormals dem Erzbischof gehört hatte." - So ist wohl anzunehmen, dass die Erhebung zum Markte bereits im 13. Jh. stattgefunden hat. Der Verkauf von Waren ist ja nicht überall erlaubt. Dazu bedarf es immer eines genehmigten "Marktes".
So erwähnt Fritz Gruber in seinem Buch "Mosaiksteine zur Geschichte Gasteins und seiner Salzburger Umgebung" ebenfalls die Erwähnung Hofgasteins als Markt, deren Urkunde zufolge Erzbischof Pilgrim II. von Puchheim den Bürgern von Hofgastein gewisse Privilegien gewährt.
Den zahlreichen Urkunden zufolge ist nachzuvollziehen, wie einerseits immer wieder neue Rechte vom Erzbischof "zugesprochen" werden, andererseits aber auch damit verbunden Pflichten, nicht selten im Zusammenhang mit der gewünschten Festigung des katholischen Glaubens, sowie mit Abgaben und Strafen. Nachfolgend die Urkunden zu den Marktrechten Hofgastein, chronologisch gereiht.

1371

Diese Urkunde gibt Auskunft darüber, dass Hofgastein bereits 1371 als Markt galt.
Die Hofgasteiner Bürger ersuchen, dass die "Fron-Waage" in ihrer Verfügungsgewalt kommt,
um dadurch mehr Einnahmen lukrieren zu können und
die benötigte Trinkwasserleitung finanziert werden kann.
Anm.: Diese Waage gehörte ursprünglich dem montanistischen Wechsler (als Vertreter des Landesherrn),
war also vorher ausschließlich den Gewerken zugänglich.

"Bad Hofgastein und die Geschichte Gasteins" von Sebastian Hinterseer, 1977 p. 375
WIR PILGREIM
von gots gnaden arzbischof ze Salzburg Legat des stuels ze Rom Liehen offenlich mit disem brief Daß von der Gemein unsr Burger wegen ze Hof in der Gastevn uns Gnutst (Bnutst?) ist, datz sey khain gewizze gült oder hilf nit haben zu dem prunn der von dem perg in rören in den markcht daselbe gefuert ist und der dar inner aufget. Und habent uns gepeten umb die fronwag daselbs in der Gastevn die vormal untz her in unsn wechsel gehört hat. Daz wir die nütz und Gesüch die da von iaerlich chomen und geuallen mügen zu pezzrung desselben Prunns und ze hilf und fürdrung dem markcht und den burgn in der Gastevn gaeben ewichlich inne ze haben und ze besitzen und den Prunn davon ze machen und ze pezzid. Daz haben wir getan nach rat unsrs Rates von Besundrn gnaden, Und dar über ze vrchund gebn wir den offen brief versigelten mit unßrer anhangundem Insigel der geben ist ze Salzbg an freitag in der Osterwochen nach Christus gepurd
dreuzehenhundert Jar darnach in dem ainn undsibentzigisten Jare.

1415

Der folgende Brief bestätigt die Abhaltung von "Wochenmärkten" in Hofgastein,
der immer am Montag abzuhalten sei mit der Einschränkung,
das kein Käse oder Schmalz oder "Unslid" (Rindstalg) verkauft oder ausgeführt werden.

"Bad Hofgastein und die Geschichte Gasteins" von Sebastian Hinterseer, 1977 p. 375
WIR EBERHART
von gotes gnaden Erzbischof ze Saltzburg, Legat des Stuels ze Rom Bekenen mit dem brief, Daz wir von sundern gnaden der Lanndtschaft ze Gastewn zu nutz, frum und notdurft, ainen Wochenmarkht geben und gesetzt haben gen Hof daselbs zu Gastewn und setzen den auch in kraft dits briefs, und mainen daz der mit allen rechten und freyungen als denn unser Wochenmarkht ze Sannd Veyt im Pongew und an der Wochenmarkht in Pinzgew habent wöchenlich an dem Montag daselbs ze Hof hinfur sein sol und gehalden werden, In solcher mass, daz yderman darauf chauffen, und verschauffen mag und sol, als man dem auf den obgeschriben Wochenmarkhten pflegt Zetun und recht ist. Doch daz chain Smaltz, Kes noch unslid aus dem Lanndte verchaufft, noch gefürt werde. Und unengolden Busß zöll und mautt und andere rechten, die wir von alter auf solhen Märkhten haben sullen. Darumb empf elhen wir Unsn Wechsel und Landtrichter ze Gastewn daz si den obgenanten Wochenmarkht ernstlich gepieten von Unsern wegen zehalden. Geben ze Saltzburg an aller Heiligentag Nach Kristj gepurde in dem
vierzehendenhunderten und fünfzehentem Jare.

1503

In einer Urkunde vom 5. Dezember 1503 ("erichtag vor S. Niclas") erlaubt Erzbischof Leonhard
auf Bitte der Bürger des Marktes Hof in der Gastein,
dass ein Zimmer an dem Platz in Markt Hof, da vordem eine Gerichtslaube gestanden ist,
nicht mehr anderswo aufgerichtet, sondern der Platz freigehalten werde...
(Der Ort befand sich vermutlich nahe dem ehem. Bezirksgerichtes oberhalb vom Kurhaus Rübezahl)

"Bad Hofgastein und die Geschichte Gasteins" von Sebastian Hinterseer, 1977 p. 376
WIR LEONHART
von Gottes genaden Erzbischoue zu Salcburg, Legat des Stuels zu Rom Bekennen Als unnsßer getrew unnser Burger gemainichlich unnsers Markhts Hof in der Gastewn ersuechen und bitten haben lasßen, daz wir genedigklich willigen und darob sein wellen, damit füeran chain Czymer an dem platz, in vermelten unnsrem markht da vor ain Gerichtslawben gestannden ist, noch annders an des selben Platz awgericht, ßonnder derselbig Platz frey gehalten werde, Alß haben wir sölb Ir bitte angesehen, und darauf aw sonndern gnaden so wir zu Inen haben, gewilligt, Schaffen und wellen auch, Dazua füran an obvermelter ennden chain Ccymer awgericht, sonnder der Platz vermeltes unnsers Markhts frey gehalten werde, doch in der beschaiden Daz vermelt Burger auf Ir Chofburg verordnen, und bestellen, Daz alleweg vier Pawer die darzue gericht vorhannden sew und an Georgen Voriger Haws gelegt werden Und so man Recht Zubesitzen notdürftig ist dieselbigen vier Pawer an dem Platz, da vormals obvermelt Gerichtslawben gestannden ist, in (Schrannen) weis, die Rechtsprecher darauf Recht Zubesitzen, awgelegt, Und so daz Recht geendet ist, vermelt vier Pawer widerumb dannen getan und an obvermeltes Stat gelegt werden trewlich on geverde Urkund des briefs mit unnserem anhanngunden Insigl Geben zu Salzburg an Erichtag vor Sannd Niclastag Nach Christi geburde
Fünffzehennhundert und im Dritten Jare.

1521

Der folgende Brief nimmt Bezug auf die erstgenannten Briefe von EB Pilgrim und EB Eberhardt,
welche zum Ersten die Rückgabe der Fronwaage zur Finanzierung der Trinkwasserversorgung
und zum Zweiten die Abhaltung von Wochenmärkten bestätigen.
Der - Wochenmarkt - soll aber nun am Samstag abgehalten werden.
Im Jahr 1555 wurden die oben genannten Bestimmungen von den Erzbischouen Matheussen
neuerlich bestätigt.

"Bad Hofgastein und die Geschichte Gasteins" von Sebastian Hinterseer, 1977 p. 376 - 377
WIR MATHEUS
von gotsgnaden der heyligen Römischen Kirchen Cardinal Ertzbischoup zw Saltzburg, Legat des Stuels ze Rom Bekhennen mit dem offen brief, und thun khundt menigklich, daz unnz unnßer getrewn die Burger und gemain unnsers Markhts zu Hoff in der Gastein zwey brief von unnsery Vorvordern Nämblich ainer von weilanndt Ertzbischoup Pilgrim, von wegen ainer freyhait und gab der fron wag so Inen derselb unns Vorvorder gegeben hat, und den anndern, von weilanndt Ertzbischoue Eberhartdt beder löblicher gedächtnuss aines wochenmarkhts halben alle Montag daselbs zu Hof in der Gastein zehalten, ausgegangen, fürgebracht weihe bede unnser Vorvordner brief von wortt zu wortt lawtten wie hernach volget.
Wir Pilgrim von gots gnaden Ertzbischof ze Saltzburg, Legat des Stuels ze Rom Verleihen offenlich mit disen Brief, daz von der Gemain Unnsrer Burger wegen ze Hof in der Gastein, an unz bracht ist, daz sy khain gewisß güllt oder hilf nicht haben, zu dem Prunn, der von dem Perg in Rören in den Markht daselbs gefurt ist und der darhinnen aufgeet Und haben Unnz gebeten unz die fron wag, dasßelb in der Gastein, die vormalz untz her in unnsern wechsl gehört hat, daz wir die nutz und gesuech die davon Jerlich kömen und gefalln mügen zu Pezzrung desselben Prunnss und ze Hilf und fürderung dem Markht und den Bürgern in der Gastein gäben ewigklich Innenzehaben und Zebesitzen Und den Prunn davon Zemachen und Zepessern, Daz haben wir gethan nach Rat unnsers Rats von besonndern gnaden, und darüber Ze Urkhundt geben wir den offen brief, versigeltn mit unnsrem anhangunden Innsigl der geben ist Ze Saltzburg an Freittag in der Osterwochen nach Christes geburd
dreutzechenhundert Jar, darnach in dem ainundsibenzigisten Jahre. Und
Wir Eberhart von gottes gnaden Ertzbischof ze Saltzburg, Legat des Stuels ze Rom, Bekhennen mit dem brief, daz wir von sonndern gnaden, der Lanndtschaft ze Gastewn, zu nutz, frum und notdurft ainen wochenmarkht geben und gesetzt haben, gen Hof dasselbs ze Gastein und sezen den auch in craft dits briefs, und mainen, daz der mit allen Rechtn und Freyungen als denn unnser wochenmarkht ze sannt Veyt im Pongew, und annder wochenmärkht im Pintzgew haben, wochennlich an dem Montag doselbs Ze Hof hinfür sein sol und gehaltn werd eninsolchermass, daz Jederman darauf chauffen und verkhauffen mag und sol als man denn auf den obgeschriben wochenmärkhten pfligt Zethuen und recht ist. Doch daß khain Schmaltz, Khäss noch Unslidt aus dem Lannd verkhaufft noch gefürt werde, Und unentgolltn unns Zol und maut und annder rechtn, die wir von alter auf selben markhts haben sollen. Darumb empfelhen wir Unnsern Wechsler und Lanndtrichter zu Gastein Daz sy den obgenanten wochenmarkht ernstlich gepieten von unnsern wegen Zehalten. Geben ze Saltzburg an allerheyligentag Nach Christi gepurde in dem
vierzehenhunderten und fünfzehenten Jare.
Und unns darauf mit diemüthigen und unndterthainigen vleiss gebeten haben Solchen Ertzbischouen Pilgrims brief der fron wag halben gnedigklichen zu bestättn und den Wochenmarkht in Ertzbischof Eberhardts brief angezaigt Zuveränndern und den Markht auf an Samstag alle wochen Zehalten, gnedigklichen Zelegen geruehtn Und wann wir unns genaigt seyn unnßer Vorvorder löblich und part furnemplich Zuhanndthaben, und Zu bekräfftigen. Auch der Unnsren nutz aufnemen und frumen Zubefürdern. Demnach haben wir mit zeittigem Rate und gueter Vorbetrachtung den obgenannten Unnsern Underthannen solh obberürt Unnser Vorvordern gab, in den hinsgeleibten beden briefen begriffen, wie Sy der aus altem herkhomen bißher im gebrauch sein, genedigklich Confirmirt und bestätt, Confirmirn und bestättn dieselben Vorvorder und umbiegen auch den Wochenmarkht, so biss bevor alle Montag, doselben zu Hof in der Gastein gehalten worden ist im furan wochenlich auf an Samstag, nachdem auf denselben tag der Gemain auch der khnappen, und anndern unnsern pergkwerchverwonnthn, so die vom perg khämen datlich dann an anndern tagen gelegen ist hiemit wissentlich crafft des briefs, und wollen, daz solcher Unnser Vorvordern freyhaitengab in obeinglaibten beden briefn begriffn. Auch dem Wochenmarkht durch Unns wie obgemelt umbgelegt und sonnst in allen anndern Articlen, wie diselben brief vermügen nachgeganngen und gehalten sollen werden.
Und darauf so gebieten wir allen unnseren Hawbtleuth, Vitzdombn, Pflegern, Pröbstn, Verwesern, Wechslern, Ambtrattn, Lanndt- und Pergkrichtern und sunst allen anndern unnsern undterthonnen und getrewen gegenwartigen und künftigen, daz sy sollen freyhait und gab wie der Burger und Gemain zu Hof in der Gastein, der bißherr in gebrauch sein, auch unnsern umbgelegten Wochenmarkht, wie obengemeldet alles mit Iren Innhaltungen genntzlich halten, hanndthaben, und die obbestimbten unnser Burg und Gemain zu Hof in der Gastein daby vornemblich bleiben lassen, Inen daraus khain Irrung noch verhindernuss thuen, noch der Benanntz anndern Zuthuen gestatten in khain weiß, bey unser swären straff und ungnad zuevermeiden, daran thuen Sy und Irveder in sonnderhait unnsern willn und ernnstlich geschefft. Doch behalten wir uns und unnsern Nachkhomen bevor solh obberürt unnser Verordnung auch unns umbiegung des wochenmarkhts Zemyndern, Zumeeren, Zuveränndern, oder gar absetzung wir dann das nach gelegenhait der Zeitt und Leüff die notdurft ervordern wirdet trewlich on geverde Urkhunndt des briefs mit unnserem anhanngundn Innsigel. Geben am Sonntag vor Sannd Dionisientag Nach Christi geburde
funfzehenhundert und im ainundzwainzigisten Jare.

1601

Aufgrund zunehmender "Zwitracht Irrung unnd Widerwillen" soll
eine "Marckhtsordnung und Freyheiten" geschaffen werden, um dadurch
"im Marckht guetter Pollicei und Manßzucht gehalten" werden kann.
EB Wolf Dietrich hat dafür neun Punkte vorgesehen, wobei unübersehbar die
wahre Unnd allain Seeligmachende Catholischen Religion und zahlreiche "neue" Abgaben
die Marktordnung prägen.

"Bad Hofgastein und die Geschichte Gasteins" von Sebastian Hinterseer, 1977 p. 379 - 381
WIR, WOLF DIETRICH,
von Gottes Genaden Ertzbischoue zu Saltzburg, Legat des Stuels zu Rom Bekhennen für unns unnd unnsrer Nachkhommen am Erzstift: Nachdem unns unnsere Betreuer gemainelich die Bürgerschafft unnsres Marckhtes Hof in der Gastein underthenigst Zuerkhennen geben, das ain Zeit herobey Inen in dem Marckht allerlay Zwitracht Irrung unnd Widerwillen Zuegetragen, auch in gemainer Bürgerladen, durch die unvermeidenliche Außgaben an gelt gannz und gar erstaigert unnd Ir will under der Bürgerschafft seithero erlittenen Laidigen Prunstschadens, groß anlagen Zugeben nit vermügen. Damit aber hinfüron bey Ihnen im Marckht guetter Pollicei und Manßzucht gehalten, die gemain des Marckhts fürfallend obligen und nothwendiger außgaben bey disen schweren Zeiten desto bößer erschwingen, und aufstehen khönnen, So haben sy uns ain Libell und begrief ainer Marckhts Ordnung und freyheit, wie es khünfftiger Zeit in gedachtem unnsren Marckht gehalten werden mechte (doch auf unnser gnedigiste Verbößerung) fürgebracht, underthenigist bittend, das wir als Regierender Herr und Landtsfürst Inen solche Marckhts Ordnung und freyheit zu bößern Irem aufnemmen und erhaltung guetter Polliccey gnedigist zuelaßen, auch confirmirn und bestättigen wollen welche von wortt zu wortt lauttet wie hernach volgt.
Erstlich
Soll man schauen, so der Uhralten, wahren Unnd allain Seeligmachenden Catholischen Religion zuwider, hinfürter, weder das Bürger Recht noch sunst ain Marckht Zuwohnen, bewilligen unnd Zualassen.
Zum Annderen
soll menigelich die Chirchen gewonlicher Bousdienst unnd Predigen vleißig besuchen unnd fürnemlich an den Son: und Feyrtagen dieselben niemand versäumen.
Drittens
Allen die unehelichen beywohnungen nit mehr gestattet, sunder dieselben hiemit genzlich abgeschafft und verboten sein.
Vierttens:
Wann ainer mit gebreuchigen Abschidt, Khündschafft und Geburthsbriefen versechen und zu ainem Bürger tauglich erkhennt und angenommen würdet solle derselb nach gelegenheit seines vermügens oder vorhabender Handtierung für das Bürgerrecht ain benants gelt nach billiger erkhandtnus Zu des Bürgermaisters hannden Zuerlegen schuldig sein und sunst khainen, so das Bürgerrecht nit erlangt im Markht ainicher handtierung Zutreiben gestattet werden.
Funfften:
Die Perckhwerchsverwohnthen betrepfend, so zugleich mit aignen Heüsern im Burckhfridt angesteßen unnd neben Irer Pergarbait bürgersgewerb treiben soll es mit Jury der Jurisdiction halb gehalten werden, wie solches die Perckhwerchs Ordnung, dann Herrn Erzbischouvn Michael außgangen beveld de dato den vierten Decembris Anno Ain Tausend fünff hundert Neünundfünffzig, unnd Erzbischouven Johann Jacob baider hochßeligiß Zugedenkhen de dato den Zechenden Decembris Anno 9 Ain Tausend fünff hundert Ain und sechzig verferttigte Declaration mit mehreren Zuerkhennen gibt. Darnach sich dann Lanndt- und Perckhrichter zu regalirn haben.
Sechsten
Obwohlen hievor die gemaine anlagen allain auf die heüser im Marckht gelegt, Jedoch weil durch die Laidigen Fürüberganngner Prünst die maisten heüser sehr verderbt, unnd dadurch das einkommen geringert, Entgegen gemainer Marckhtsaußgaben und schulden vill größer worden, Also will die notturft erhaischen, das fürterhin, auch auf die gründt unnd stuckh im Burckhfridt gelegen, die anlagen nach gelegenheit derselben werth, alßoft Zwainzig gülden Sechs Pfenning gemacht werden unnd hievon durchaus niemand befreidt sein solle.
Sibenden:
Ist Zu erschwinckhlicher ablainung gemaines Marckhts villfeltiger Außgaben bewilligt unnd Zugelassen worden, das fürterhin nit die Füerleüth so das Salz zu Marckht bringen unnd füeren ßunder die Ihenigen so das Salz von Inen khauffen und wieder verkhauffen die Zween Pfenning von Jedem füetter oder stuckh Salz, gemainea Marckhts Waagmaister raichen unnd geben sollen. Darvon auch die Herrn Gewercknen, Würth beim Pad, Padprug, gen Dorff unnd Prandtstatt unausgeschlossen sein sollen. Darneben soll auch das Salz in ainem leidenlichen unnd billichen werth geben werden.
Achten:
Solle die Landtgerichtliche Obrigkait darob sein, das khain Züemaß aus dem Gericht Gastein verfüert werde es sey dann Zuvor die gemain im Marckht unnd in sunderheit mit Schmalz der notturfft versechen.
Neunten:
Sollen die bürger unnd Inwohner von allen gewichtigen erkhaufften unnd verkhaufften wahren es werden gleich in heüser oder an der Vronwaag gewogen vom Centen vier Pfenning, von fünffzig und fünffund Zwainzig pfundt Zween Pfenning unnd was darunder bis auf Zechen pfundt wigt, Ain Pfenning dem Waagmaister Zubezahlen schuldig sein. Aber die Gewerckhen werden bey Irem bestimbten Järlichen lohn, der Neün Gulden, Sie wegen gleich vill, wenig oder gar nichts, gelaßen.
Unnd bestettigt, Zulaßen, confirmirn und bestettigen Inen, die auch in allen Puncten unnd articuln hiemit wißentlich in chrafft dits brieffs. Doch behalten wir unns unnd unnßren Nachkhommen am Erzstift Saltzburg bevor, dise Ordnung unnd freyheit zu mehren, zu mündern Zu endern, oder gar widerumb abzuthuen, wir unns unnd unnßre Nachkhommen das nach geligenhait der Zeit unnd Leüff auch gemaines nuezes willen guett bedunkhen würdt Unnd gebietten hierauf, allen unnßeren haubtleuthen, Viezdomben, Pflegern, Verwesern, Ambtleüthen, Richtern, Bürgermaistern, gemainten unnd allen unnsren underthonen unnd getreuen, den diser unnser brieff fürkhombt unnd wellen das sie obbemelten unnßren Marckhtbürgern unnd underthonen daselbst bey solchen gnaden unnd freyheiten bleiben laßen unnd Inen darin khainerley Irrnis thuen, darwider nit hanndlen, noch das annderen Zuethuen gestatten, in khainerley weiß noch weeg, Sonnder sie auf unnser und unnßrer Nachhkommen am Erzstift widerrueffen. Zumaßen wie hiroben begriffen ist dabey hanndhaben unnd schermen bey Vermeidung unßrer straff unnd ungnad Urkundt dits brieffs, mit unnßres Erzstiffts Hofgerichts anhanngenden Secret verfertigt. Geben in unnßrer Stadt Salzburg den Zwelfften Monatstag Jannuary Nach Christ unnsres lieben Herrn unnd Seeligmachers geburth
Sechstenhundert unnd anderm Jar.

1615

Der folgende Brief erweitert und ergänzt die Marktrechte des Vorgängers Wolf Dietrichs.
Die bestehenden Verordnungen werden dabei noch strenger formuliert und
das gesamte Marktrecht mit weiteren 5 Punkten ergänzt.

"Bad Hofgastein und die Geschichte Gasteins" von Sebastian Hinterseer, 1977 p. 381 - 383
WIR MARX SITTICH
von Gottes genaden, Ertzbischoue zu Saltzburg, Legat deß Stuels zu Rom, Bekhennen für Unns und Unnsre Nachkhommen am Erzstift unnd thuen khundt mit dißem brief, daß Unnß Unnsrer Getreue N. Gemainelich die Bürgerschafft Unnßres Marckhts Hof in der Gastein ain Libell ainer Marckhtsordnung und Freyhaiten deren Sy Bißhero in Yedlichen gebrauch gewest fürbracht, und undterthennigist gebetten haben, Das Wir Inen als Regierender Herr und Lanndtsfürst, solche Markhts Ordnung und Freyhait Zu besserem Iren auf nemmen und Erhaltung guetter Policei Genedigist Confirmiren und bestättigen wolten, welche von wort zu wort lautet wie hernach volgt,
Erstlich soll man khainen, so der Uhralten, wahren und allein Seligmachenden Catholischen Religion Zuwider, hinfürter weder das Bürgerrecht, noch sonst im Marckht Zuwohnen, bewilligen und Zuelassen.
Zum andern soll Menigelich die Khirchen gewohnliche Gottsdienst und Predigen vleißig besuechen und fürnemblich an den Son: und Feyertagen, dieselben niemandt versäumen.
Drittens sollen die Unehelichen beywohnungen nit mehr gestattet sondern dieselben hiemit genzlich abgeschafft und Verbotten sein.
Vierttens Wann ainer mit gebräuchigen Abschidt: Khundtschafft und Geburthsbriefen Versechen, Und zu ainem Bürger tauglich erkhendt und angenommen würdet, solle derselb nach gelegenhait seines Vermügens, oder Vorhabender Handthierung für das Bürgerrecht ain benantsgelt nach billicher erkhandtnus Zu des Bürgermaisters handen Zuerlegen schuldig sein, und sonst khainen, so das Bürgerrecht nit erlangt im Marckht ainiche handtierung Zutreiben gestattet werden.
Fünfften die Perckhwerchs Verwohnten betref so Zugleich mit aigenen heüsern im Burckhfridt angesessen Und neben Irer Pergarbait Bürgersgewerb traiben, soll es mit Inen der Jurisdiction halb gehalten werden, wie solches die Perckhwerchs Ordnung dann Herrn Erzbischouen Michaeln außgangen bevelch, de dato den vierten Decembris Anno Aintausendt fünffhundert, Neünundfünffzig, und Erzbischouen Johann Jacob baider hochseeliger Zuegedenkhen de dato den zehendten Decembris Anno Aintausendt fünff hundert Ainundsechzig Verferttigte Declaration mit mehrerem Zuerkhennen gibt, darnach sich dann Landt und Perkhricht zu regulirn haben.
Sechsten Obwollen hievor der gemaine anlagen allein auf die heüßer im Marckht gelegt, Jedoch weilen durch die laidigen fürübergangenen Prünst die maisten Häuser sehr verderbt, und dardurch das einkhommen geringert Entgegen gemaines Marckhts außgaben und schulden Vill größer worden Also will die notturfft erhaischen, das fürterhin auch auf die Gründt: und stuckh im Burckhfridt gelegen, die anlagen nach gelegenhait derselben werth, als offt von Zwainzig gulden, Sechs Pfening gemacht werden, und hiervon durchauß niemandt befreidt sein solle.
Sibenden Ist Zu erschwingkhlicher ablainung gemaines Marckhts vil feltiger außgaben bewilligt und Zugelassen worden, das fürderhin nit die füerleüth, so das Salz Zu Marckht bringen und Führen, sonder die Ihenigen, so das Salz von Inen khauffen und wieder verkhauffen die Zween Pfennig von Jedem Füeder oder stuckh Salz, gemaines Marckhts Wagmaister raichen Und geben sollen, Darvon auch die Herren Gewerckchen, Würth beim Padt, Padpruggen, Dorff, und Prandtstatt unausgeschlossen sein sollen. Darnebn soll auch das Salz in ainen leidenlichen und billichen werth gegeben werden.
Achten: Siehe vorletzte Ordnung W. D. v. 1602.
Neunten sollen die Bürger und Inwohner von allen Gewichtigen erkhaufften und verkhaufften wahren, es werden gleich in heüßer oder an der Fronwaag gewegen vom Centen vier Pfenning, von fünffzig und fünffundzwainzig pfundt Zweyn Pfenning und war darunder biß auf zehen pfundt wigt, ain Pfenning, dem Waagmaister Zubezahlen schuldig sein, Aber die Gewerkhen, werden bei ihrem bestimbten Järlichen Lohn, der Neün Gulden, Sie wegen gleich, vil wenig oder gar nichts, gelassen.
Zechenden Damit die Undterthannen im Landtgericht wider die gebür nit beschwerdt, und gleichwol das gewerb bey dem Marckht erhalten werde, ist das Hausiren, Prandtwein Verkhauffen unnd andre handtierung auf dem Gey gennzlich abgeschafft, und allain Zwayen Cramern bey dem Pad und Zwayen zu Dorff neben den Bürgern zu handtieren bewilligt worden, doch sollen dieselben wie andre Crammer im Marckht, von Iren gewerb ain billiche anlag Zugmainen Markht geben, also auch solle den frembden und außlendischen Crammern, ainen, Zween oder drey tag auf offenem Marckht faillzuhaben, bewilligt werden, und ain Jeder so geringe wahren hat aines Tags ain Khreüzer, die Jenigen aber so mit Tuech, Seidenwahren, Pertlwerch, und dergleichen Ellnmaß handeln, drey Khreüzer bezallen.
Ailfften soll under den Handtwerkhsleüthen, im Marckht und Landtgericht ain glaiche Zunfft und Handtwerchsordnung gehalten werden.
Zwelften soll ain Jeder, so ain aingen Prunnwasser hat, dasselb von gemainem Thailstockh aus, ohne Marckhts entgelt Zu Hauß ebenmeßig das Verloren wasser, auf sein aigen Costen widerumben aufführen.
Dreytzechenden sollen Järlich oder wie die Zeit er erfordert, durch die Obrigkhaiten und gemaine Bürgerschafft zwo taugliche Persohnen die eines guetten rueffs und wandel seyen, Zu Bürgermaistern erkhiest und verordnet werden, welche neben Jeztgedachten Obrigkhaiten ob diser Unnser Ordnung halten, gemaines Marckhts nutz befürderen, und darob sein sollen, damit die gewonlichen feuerbeschauungen, Nachtwachen, Prüggen, Weeg, Steeg und all andere nothwendigkhaitten wie von Alter herkhommen fürgenommen, und mit Vleiß verricht, auch die Gemainen anlagen Unableßlich eingebracht werden, Wie sie auch Järlich aller Irer empfang, und außgaben halber Erbare Raittung thuen sollen.
Letstlichen sollen gerechte Waag und Mäßerey nach dises Landts gewohnhait aufgericht, dieselben Quatemberlich, durch die Obrigkhait besichtigt und gefächt, auch wer darüber unrecht erfunden abgestrafft werden.
Wenn wir dann, was zur erhaltung guetter Policei und Mannßzucht den Unseren zu fromben und guetten auch gemainen nuz und bevorab der ehr Gottes Zu aufnemung und wolfarth raicht, Zu befürdern, Jederzeit mit gnaden genaigt sein, Demnach so haben Wir als Regierender Herr und Landtsfürst mit zeittiger Vorbetrachtung, guettem Rath und rechter wissenheit solche Ihre Marckhtsordnungen und Freyhaiten wie die obenverleibtem Libell underschidtlich vermelt sein, mit gnaden confirmirt und bestättigt Confirmirn und bestettigen Inen die auch in allen Puncten und Articuln hiemit wissentlich in Crafft dises briefs.
Doch behalten Wir Uns und Unsren Nachkhommen am Erzstifft Salzburg bevor, dise Ordnung und Freyhait zumehren, Zu mündern, Zu ändern, oder gar wiedrumb abzuthuen, wir Unns und Unnßere Nachkhommen das nach gelegenhait der Zait und leüff auch Gemaines nuzend willen guet bedünkhen würdet.
Unnd gebieten hierauff allen Unnsren Haubtleüthen, Vizdomben, Pflegern, Pröbsten. Verwesern, Richtern, Bürgermaistern, Gemaindten und allen Unseren Underthonnen und Gethreuen, denen diser Unnser brief fürkhumbt, und wollen das sy obbemelten Unnsern Marckht Bürger und Undterthonen daselbst bei solchen gnaden und freyhaiten beleiben lassen und Ihnen darin khainerley Irrung thuen, darwider nit handlen, noch das andren Zethuen gestatten, in khainerlei weiß noch weeg, sonder Sy auf Unnser und Unnsrer Nachkhommen am Erzstift widerrueffen, Jnmassen wie hieroben begriffen ist, dabei handthaben und schermen bey Vermeidung Unnsrer Straff und Ungnadt. Urkhundt diß briefs, mit Unnsrem anhangenden Secret Insigl verfertigt. Der geben ist in Unnserer Statt Salzburg den Zwelfften Tag Monaths Marty. Nach Christi Unnseres lieben Herrn und Seeligmachers Geburt,
im Sechzehenhundert und fünffzehendten Jahr.

1623

Die Urkunde der Amtszeit Paris Graf von Lodron enthält im Wesentlichen denselben Wortlaut wie die Anordnung zuvor
wird aber um weitere Punkte, welche auch das "Vich, VICTUALIEN und andere Haußnotturfften" betreffen ergänzt.
Des Weiteren bestätigen Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein,
Kardinal Max Gandolf von Kuenburg und Guidobald Graf von Thun und Hohenstein
die "Marckhtsordnung und freyheiten" des Marktes Gastein.

"Bad Hofgastein und die Geschichte Gasteins" von Sebastian Hinterseer, 1977 p. 383 - 390
WIR PARIS
von Gottes genaden Ertzbischoue zu Saltzburg, Legath des Stuehls zu Rom ecc Bekhennen für unns unnd unnsere Nachkhommen am Erzstifft hiermit unnd in crafft dieß Brieffs, das unns nach antrettung unnsrer Lanndtsfürstlichen Regierung Unnsre gethreuen N. gemainigelich die Bürgerschafft unnsres Marckhtes Hof in der Gastein ain Libell, darinen Ihre von Weilant Ertzbischouen Wolff Dietrichen erthaillte unnd durch den hochwürdigisten Fürsten unnseren besonders lieben Herrn und freundt Herrn Marx Sittichen, Ertzbischouen zu Saltzburg Legaten des Stuehls zu Rom ecc Unnseren nechtsgewesten Antecessoren, Christlichen gedechtnus, Confirmirte Markhtsordnung unnd Freyhaitten begriffen, unndterthennigelich fürtragen unnd bithen lassen, das wir als Regierender Herr und Landtsfürst Ihnen solche, Zu erhaltung gueter Policey, be-fürderung gemainen nuzs unnd ihres aufnembens, von neuem zu vergleichen und zu Confirmiren gnedigelich geruehen wolten. Unnd lauthen obangezogene Ihre Marckhtsordnung unnd Freyhaiten von wort zu wort alß volgt:
Erstlich - w. o. (entspricht bis zum Letzten Punkt im Wesentlichen demselben Wortlaut)
. . . - bis Pkt. 13 - und weiter:
Seitemahlen wie dann alles das, so Zubefürderung der Ehre Gotts erhaltung guetter Mannßzucht und Policey dem gemainen wesen aber zugueten unnd Unnseren gethreuen underthonnen Zu frommen und aufnemben gedeyen mag, ins werkh zu sezen, nach möglichkait beschlissen.
Den allen nach haben Wir Alß Regierender Herr und Landtsfürst mit Zeitiger Vorbetrachtung guettem Rath und Rechter Wissenheit solche Ihre Marckht Ordnung Unnd Freyhaiten wie die in obeinverleibtem Libell underschidtlich vermelt sein mit gnaden confirmirt und bestättigt, Confirmirn und bestättigen Inen die auch in allen Puncten und Articuln hiermit wissentlich in crafft dits brieffs Doch behalten Wir Unns unnd Unnseren Nachkhommen am Erzstüfft Saltzburg bevor dise Ordnung und Freyhait Zumeeren, Zu mündern, Zu ändern, oder gar wiederumb abzuthuen, Wir Unns unnd Unnßren Nachkhommen das nach Gelegenheit der Zeit und leüff auch gemaines mügens willen guet bedünkhen würdet, unnd gebieten hierauf allen Unnseren Haubtleuthen, Vizdomen, Pflegern, Pröbsten, Verwesern, Richtern, Bürgermaistern, Gemaindten, Insonderhait aber Unnsren Lanndt- und Perckhrichter in mehrgedachter Gastein, gegenwertig unnd zuconnfftigen Unnd allen Unnsren undegthannen und ge-threuen, denen diser Unser brief fürkhombt und wollen, das Sy obbemelten Unseren Marckht Bürger und Underthonnen daselbst bey solchen genaden und Freyhaiten bleiben lassen und Inen darin kainerlai Irrung thuen darwider nit handeln, noch das anderen Zuthuen gestatten in khainerlei weiß noch weeg sonder Sy auf Unnser und Unnserer Nachkhomen am erzstifft widerrueffen Inmassen wie hiroben begriffen ist dabey handthaben und schermen, bey Vermeidung Unnsrer straff unnd Ungnadt. Zu Urkhundt dies mit Unnsrem anhängenden Secret verferttigt Libellirten brieff, der geben in Unnser Statt Saltzburg den dritten Monatstag February Nach Christi Unnseres lieben Herrn Gnadenreicher Geburth
im Sechzechenhundert drey und zwainzigsten Jar.
Vierzechentens sollen gemelte Waag: und Mäßerey nach dises Landts gewohnheit aufgericht, dieselben Quatemberlich durch die Obrigkhait besichtigt und gefächt, auch wer darüber unrecht erfunden abgestrafft werden.
Fünffzechentens den Bürgern in der Gastein sowohl an Jahrmärckht: als anderen Tägen Zu ainer haußnotturfft und führend bürgerlichen Gewerb das faillstehende Vich und andere Pfenwerth alda, iedoch umb den gebürenden werth, und ohne Zualaßung ainiger Vortheilhaftigkait Vor auß: und Innländern alten gebrauch nach khäuffliehen an sich zubringen Verstattet werden: und im fahl.
Sechzechentens ain Außländer oder außer des Gerichts Gastein entlegener Undterthann, dergleichen Vich, VICTUALIEN und andere Haußnotturfften in: oder außer Marckhtszeiten erhandlet hette, nit allain der Hochfürstliche Handel: sondern auch syne Bürger in der Gastein hierumben einzustehen fueg und macht haben: dabey aber der Fürkhauffs und anderer Unzuläßigen Vorthailigkaiten, wie obverstanden sich allweeg enthalten sollen.
Sibenzechentens: würdet auß sonderbaren Hochfürstlichen gnaden Verwilliget, und ihnen Bürgern Zu Hof in der Gastein die freyhait erthailt, dasselbige anderen Vorhin berechtigten Zwey Vich: und Roßmärkhten gleich anderen umbligend benachbarthen Märkhtlern Vormittag biß auf die Zwelffte stundt (: seitemahlen obbemelter einstandt in berührten Zwey Märckhten nach dieser Zeit nit mehr stat hat) das sye Zu ihrer haußnotturfft bedürfftige Vich vor denen frembden oder außer Gerichts wohnenden erkhauffen khönnen, dagegen denen flaischhackern und anderen Persohnen wenigist acht: oder vierzechen tag vor bedeut gewohnlichen Jahrmärkhten der Viehkauff bey dennen Ställen auf dem Gey, wie auch allerhandt pfenwerthseinhandlung: maßen die hierunter ergangner hochfürstliche GENERALIA vorhin außweisen: mitls anbetroender straff indersmahlen durch öffentlichen Verrueff zeitlichen abzuschaffen ist.
Achtzechentens und Schließlichen wan khonfftig die in dem Burgfrid des Marckhts Gastein gelegen und von der Burger hofstätten hindan verkhauffte Wisßen und Gründstückher widerumb faillgesprochen: und verkhaufft würden, sye Burger hierfür daß Vorzug oder einstandtrecht haben: und solche Stükher umb den werth, aß ainer außer der Burgerschafft, und des Markts hierumben geben mechte, an sich Zuelesen befuegt sein sollen.
SEITEMAHLEN WÜR DAN alles daß so Zu befürderung der Ehr Gottes, erhaltung gueter Mannßzucht, und Policey, dem gemainen Weesen aber Zu gueten, und Unseren gethreuen Underthannen Zu frommen und aufnemmen gedeyen mag, ins Werkh Zu sezen, nach Müglichkhait beflisßen. Dem allen anch haben WÜR alß regierender Herr und Landtsfürst, mit zaitiger Vorbetrachtung, guetem rath und rechter Wisßenhait solche ihre Markht-Ordnung und freyhaiten wie die in obeinverlaibten LIBELL undterschidlich vermelt sein, mit gnaden CONFIRMIRT und bestätigt, CONFIRMIRN und bestettigen ihnen die auch in allen puncten und ARTICULN hiemit wisßentlich in crafft dits Briefes, doch behalten WÜR Unß, und Unsern Nachkhommen am Erzstüfft Salzburg bevor, die Ordnung und freyhait zumehren, Zumündern, Zu ändern, oder gar wiederumben abzuthuen, WIR Unß und Unsrer Nachkhommen das nach gelegenheit der Zeit und leüff auch gemaines nuezens willen guetbedünkhen würdet. Und gebiethen hierauf allen Unsren Haubtleuthen, Vizedomben, Pflegern, Pröbsten, Verwesern, Richtern, Bürgermaistern, Gemaindten insonderheit aber Unseren Landt- und Perkhrichtern in mehr gedachter Gastein, gegenwertig: und zuokhonfftigen, und allen Unseren Underthannen und Gethreuen, denen dier Unser Brief Vorkhombt, und wollen, daß sye obbemelten Markht, Bürger und Undterthann daselbst bey solchen gnaden und freyhaiten beleiben lasßen, und ihnen darin khainerlay Irrung thuen, darwider mit handlen, noch des andern Zethuen gestatten, in khainerlei weiß noch weeg, sondern sye auf Unser und Unsrer Nachkhommen am Erzstüfft widerruffen, inmaßen wie hiroben begriffen ist, darbey handthaben und schirmen, bey Vermeidung Unsrer straff und Ungnad, ZU URKHUNDT dies mit Unserem anhangenden SECRET Verferttigt LIBELLirten Brieffs, der geben in Unserer Statt Salzburg den dritten Monathstag FEBRUARY nach Christi Unsres lieben Herrn genadenreichen geburth,
im Sechzehnhundert drey und Zwanzigsten Jahr.
WIR MAXIMILIAN GANDOLPH,
von Gottes genaden Erzbischoue zu Salzburg, Legat des Heyligen Apostolischen Stuels zu Rom Bekhennen für unns und Unsre Nachkhommen am Erstüfft hiemit öffentlich in Crafft diß Briefss, daß Uns nach antretung Unsrer Landtfürstlichen Regirung Unsere gethreue N: gemainlich die Bürgerschafft Unsres Marckhts Hoff in der Gastein ain Libell, darinnen die von weyland Erzbischoffen Wolf Dietrichen ihnen erthailte und nit allein durch Marx Sittichen und Paridem, sondern auch Unsren negstgewesten ANTECESSOREN den Hochwürdigisten Fürsten, Unseren besonders lieben Freundt und Herrn Guidobaldum der Heyligen Römischen Kürchen Cardinalen von Thuen allen mildseligen angedenkhens CONFIRMIRTE Marckhtsordnung und Freyheiten begriffen, underthenigist Vorgetragen und gebetten, daß WÜR alß iezt regirender Herr und Landtsfürst nit weniger solche de nouo widerumben ihnen zuverleihen und zubestätten genedigist geruhen wolten, und lauten erstangeregte Ordnung und Freyheiten sambt denen darüber erfolgten Confirmation von Wort zu Wort wie hernach zu vernemmen.
WIR GUIDOBALDUS
von Gottes genaden Erzbischoue zu Salzburg, Legat des Stuels zu Rom Bekhenen für Unns und Unnsre Nachkhommen am Erzstüfft Salzburg, daß Uns Unsre gethreue N: gemainlich die Bürgerschafft Unsres Marckhts Hoff in der Gastein in underthenigkhait vor- und angebracht, welcher gestalts ihnen durch weyland Herrn Erzbischoffen Wolf Dietrichen eine Marckhtsordnung und Freyheiten erthallt, sodann durch die am Erzstüfft nechstgefolgte Herren Erzbischoffen MARX SITTICH, und PARIDEM Christseligen angedekhens bestattet und confirmirt worden, mit beygeheffter gehorsamen bitte, daß WÜR alß regirender Herr und Landtsfürst ihnen solch ihre erlangte und von alter hergebrachte Ordnung und Freyhaiten auß Landtsfürstlicher Obmacht de nouo widerumb zu verliehen genedigiglich geruheten, Welche ihr Ordnung und Freyheiten von Worth zu Worth lauthen, alß hernach folgt.

1711

In den Folgejahren kam es dann immer wieder zu Abänderung oder Zusätze
der bereits bestehenden, vorgenannten Verordnungen.
wie z.B. die von EB Franz Anton Fürst von Harrach im Jahre 1711

"Bad Hofgastein und die Geschichte Gasteins" von Sebastian Hinterseer, 1977 p. 391
WIR FRANTZ ANTONI
von Gottes genaden Ertzbischoff, Legat des Heilig: Apostolischen Stuels zu Rom, Fürst von Harrach etc., gleichlautend mit den übrigen Marktordnungen seiner Vorgänger, insbesondere der von Johann Ernest, Maximilian Gandolph, Guidobald, Paris, Wolf Dietrich, mit Ausnahme von:
Sibendens ist zu erschwinglicher ablainung gemaines Marckts Villfältiger Außgaben bewilligt und Zugelassen worden, daß fürter hin nicht die fuhrleüth, so das Salz von ihnen kauffen Und wieder Verkauften, die Zween Pfennig von iedem fueder oder stuckh Salz gemaines Marckts Waagmaister raichen und geben sollen, davon auch die Herren Gewerckhen, Würth beym Bad, Badpruggen, Dorff und Brandstatt iedoch anderer gestalten nit, als nach ausweisung von einer Hochfürstl. Hoffkhammer Unterm 16. Marty diß 1711. Jahres auf acht hundert stöck Salz beschechenen USTRICTION, Unausgeschlossen sein sollen, dar neben auch das Salz in ainen leidentlichen und billchen werth geben werden solle.
Neünzechendens die vier Freyberg, als der Hausstatter, Kranzacher-, Hofer- auch Galwisberg, und zwar der lestere Von der Schidkendl an Völlig dem Markt Hof und selbigen Bürgerschafft sovill den Blüembbesüch und Waid betrifft nueznüßlich zueständig sein Und von der Bürgerschafft, nach Innhalt der Zwischen Ihnen und der umbligenden Bauernschaft aufgericht - alten Verträgen wie auch dem alten Herkhommen Und auch der bisheriger Observanz gemäß, noch fortan genossen werden.
Zwainzigisten Sye Bürger (: außer deren, die in der Bauernschafft-Zechen und Rothen ein einverleibtes guett oder grundstückh haben) Zu der Bauernschafft gemainen robbathen, geiaidern, Wildbrätführen, durch Zügen und coachten, auch der Bauern jährlich gemainen anlagen noch fürohin, wie von alters her, nichts beyzutragen haben.
Zum Ain: und Zwainzigsten Und Lestlichen sich die angehenden Bürger Vor allem bey dem Hochfürstlichen Marcktgericht, Bürgermaistern Und Ausschuß, dem alten Herkommen nach, anmelden, Volgents mit deren bewilligung bey Ihro Hochfürstlichen Gnaden Umb gnädigste Verleichung des Bürgerrechts Unterthänigst anlangen, dahero ohne der Marckt-Gerichtlichen Obrigkeit wissen Und Verwilligung keinen Kauff umb ein solche behaußung, auf welcher einsmahls ein bürgerliches gewerb getrieben worden, oder inskönfftig Von dem Haußkäuffer getrieben werden wolte, schließen, noch ehe und Zuuor solches beschechen, dergleichen Haus-kauff giltig sein - wie auch, damit die gewerben nit übersezt werden, noch ainer dem andern einen widerrechtlichen eintrag thue, Obrigkeitlich darob gehalten werden solle. Geben zu -
in Aintausent, Sibenhundert Und Ailfften Jahr.

1836

Die "Marktrechte und Freiheiten" wurden immer wieder bestätigt wie z. B. von
Leopold Anton Eleutherius Freiherr von Firmian im Jahre 1730,
Jakob Ernst Graf von Liechtenstein im Jahre 1746 und Sigismund III. Christoph Graf von Schrattenbach im Jahre 1754.

Im Jahr 1836 wurde dann die Zustimmung zur Abhaltung eines jährlichen Viehmarktes bestätigt.
Dieser sollte immer am 23. September jedes Jahres abgehalten werden.

"Bad Hofgastein und die Geschichte Gasteins" von Sebastian Hinterseer, 1977 p. 392 - 393
WIR FERDINAND DER ERSTE
von Gottes Gnaden Kaiser von Österreich, König zu Jerusalem, zu Hungarn, Böhmen, der Lombardei und Venedig, zu Dalmatien, Kroatien, Slavonien, Galizien, Lodomerien und Illyrien, Erzherzog zu Österreich, Herzog zu Lothringen, Salzburg, Steier, Kärnten, Krain, Ober- und Nieder-Schlesien, Großfürst in Siebenbürgen, Markgraf in Mähren, gefürsteter Graf zu Habsburg und Tyrol etc. Bekennen öffentlich mit diesem Briefe und thun kund, daß Uns die Marktgemeinde Hofgastein in dem Herzogthume Salzburg gebeten haben, die von jeher ausgeübte Berechtigung zur Abhaltung von einem Viechmarkte in jedem Jahre zu ertheilen und zu bewilligen, daß dieser Viechmarkt am einundzwanzigsten September jeden Jahres abgehalten werden dürfe.
Da Wir jederzeit geneigt sind, das Wohl unserer Unterthannen bestens zu befördern, so haben Wir nach Einvernehmung der Behörden in diese allerunterthänigste Bitte der Marktgemeinde Hofgastein, jedoch ohne Nachtheil und Schaden Unserer obrigkeitlichen und sonst Jemandes Rechten, dann ohne Abbruch der jetzigen und künftigen Landesverfassung und unter der Bedingung allergnädigst gewilligt, daß wenn an dem genannten Tage ein gebotener Feyertag fiele, der Viechmarkt an dem darauf folgenden Wochentage abgehalten werden soll.
Die Marktgemeinde Hofgastein darf demnach den von uns verliehenen Viechmarkt an dem bestimmten Tage zu allen Zeiten halten und sich dieses Rechtes wie es die Marktgerechtigkeit und Gewohnheit mit sich bringt ohne Jemandes Hinderniß gebrauchen. Wir gebieten hiernach allen unseren Obrigkeiten Inwohnern und Unterthanen, welchen Standes Würde oder Amtes sie sind besonders aber Unserer Regierung im Lande Österreich ob der Enns hiermit gnädigist, daß sie die Marktgemeinde Hofgastein bei diesem Privilegium schützen und handhaben, darin weder selbst hindern, noch Jemanden anderen dagegen etwas zu unternehmen gestatten sollen bei Vermeidung Unserer schweren Strafe und Ungnade. Das meinen wir ernstlich. Zur Urkunde dieses Briefes besiegelt mit unserem kaiserlich-königlichen und erzherzoglichen anhangenden größeren Insigel der gegeben ist in Unserer Kaiserlichen Haupt- und Residenzstadt Wien am vierzehnten Monatstage Merz im achtzehnhundert sechs und dreissigsten, Unserem Reiche im zweiten Jahre.
Unterzeichnet vom Obersten Kanzler Graf Mittrovic von Mittrovic und Nemischl Karl Graf von Juzzaghy
Nach seiner k. u. k. Majestät Höchsteigenem Befehle
Gleichlautend die Bewilligung dieses obengenannten Jahrmarktes in einem gesonderten Brief durch FERDINAND DER ERSTE, von Gottes Gnaden Kaiser etc.
Wien am dreissigsten Monatstag September Eintausend acht hundert zwei und vierzigsten Jahr, Unserem Reiche im achten Jahre
mit persönlicher Unterschrift der Majestät
Siehe weiter im - Doku-Archiv - zu diesem Thema:
  - Grundherren und Leibeigene - bis 1848
  - Taidinge -

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Anmerkung: Der Text wurde dem Buch "Bad Hofgastein und die Geschichte Gasteins" von Sebastian Hinterseer, 1977 und dem Buch "Mosaiksteine zur Geschichte Gasteins und seiner Salzburger Umgebung" von Fritz Gruber, Eigenverlag Gastein 2012 - entnommen.

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