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Fi - Pilze im Gasteinertal: Mykologie - Terminologie
Pilze, Flechten Pilze/Flechten
Pilze

Pilze . Fungi

Die Pilze sind nicht wie die Pflanzen in der Lage, Nährstoffe selbst zu synthetisieren und so sind sie auf eine parasitische, saprophytisch oder symbiotische Lebensweise angewiesen. Chlorophyll fehlt.

Boletus edulis, Gasteinertal

Bei den niederen Pilzen fehlt eine Zellwand und die Zellen sind amöboid beweglich. Generell besitzen Pilze aber eine Wand, deren charakteristischer Baustein Chitin ist. Manchen dieser Pilze führen auch Zellulose.

Als Reservestoffe kommen in Pilzen Polyglykane vor, die strukturell weitgehend dem Glykogen entsprechen. Stärke und Saccharose fehlen. Nicht selten sind Lipide. Auffällig ist auch die intensive Bildung von organischen Säuren (z.B. Zitronensäure) und die Produktion von Geruchsstoffen, deren Bildung in vieler Hinsicht mit der von ätherischen Ölen bei höheren Pflanzen verglichen werden kann. Diese dienen als Pheromone, Gametenlockstoffe oder Insektenrepellents. Reichhaltig ist auch das Spektrum von N- und S-haltiger Verbindungen, die zum Teil hoch toxisch sein können.

Es werden bei den Pilzen mehrere Klassen unterschieden. Hier werden nur die Ascomyceten (Schlauchpilze) und die Basidiomyceten (Ständerpilze), abgehandelt und beschrieben. Alle übrigen Pilze sind meist mikroskopisch klein und wohl nur für Spezialisten von Interesse.

Terminologie

Die Pilze vermehren sich ungeschlechtlich durch Sporen. Diese entwickeln sich in einem Sporenbehälter, der Basidie (Sporenbehälter bei den Basidiomyceten) bzw. dem Ascus (Sporenbehälter bei den Ascomyceten). Die mehr oder weniger typischen fädigen Vegetationskörper werden als Hyphen, deren Gesamtheit als Mycel-ium bezeichnet. Die Hyphen können durch Querwände gegliedert sein.

Hymenium, Skizze Die Ascomyceten haben ihren Namen von den schlauchförmigen Sporangien (Sporenbehälter), dem Ascus, wo die Sporen gebildet werden. Die Asci sind keulige, zylindrische oder kugelige Zellen, die sich meist innerhalb des Fruchtkörpers (Ascocarpien) entwickeln, selten frei am Mycel. Sie sind stets einzellig. Im Ascus vollzieht sich die Karyogamie (Kernverschmelzung) und Meiose (Kernteilung). Das Resultat sind die Sporen = Ascosporen.
Die Sporen verbreiten sich, keimen aus und deren Hyphen bilden wieder Fruchtkörper (Ascocarpien). Die Ascocarpwand besteht aus lockerem Hyphengeflecht mit weichfleischigem Pseudoparenchym oder aus kompakten Hyphenschichten. Das Zentrum enthält wieder die Asci. Es kommen u.a. schüssel- bis scheibenförmige Fruchtkörper (Apothecien) vor, deren Oberfläche vom Hymenium mit den Asci bekleidet ist (z.B. Frühjahrsmorchel). Für die Systematik ist primär der Wandaufbau der Asci von Bedeutung.

Pilzanatomie, Skizze Bei den Basidiomyceten vollzieht sich derselbe Vorgang in der sog. Basidie. Diese können septiert oder unseptiert sein. In deren Basidienausstülpungen, den Sterigmen findet sich wiederum das Endergebnis der Meiose, je 4 Basidiosporen. Der Pilz besteht dann aber nicht nur aus einem Hyphengeflecht aus dikaryotischen Hyphen, sondern bildet wieder Basidien bzw. Asci aus, welche im Hymenium eingebettet als Lamellen, Leisten, Röhren oder Stacheln erscheinen oder gar innere Kammern bildet.

Fruchtkörperbildung

Die Hyphen der auskeimenden Sporen sind haploid (tragen nur den einfachen Chromosomensatz) und nach Verschmelzung mit einer "verschiedengeschlechtlichen" zweiten Hyphe mit nachfolgender Kernverschmelzung dikaryotisch.
Nach der Fusion zweier Hyphen kommt es aber noch zu keiner Fruchtbildung, sondern dieses (dikaryotische) Myzel wächst am Substrat bzw. im Boden weiter und durchsetzt ein weitflächiges Areal. Oft kommt es erst nach mehreren Jahren und nur zu einer bestimmten (Jahres)-Zeit aus nicht vollständig geklärter Ursache zur Fruchtbildung = (Hut-)Pilze.

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Pilze im Gasteinertal: Einführung in die Mykologie
© 29.12.2002 by Anton Ernst Lafenthaler
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