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Fasc - Pilze im Gasteinertal: Ascomycota - Artenzahl: 1
Pilze, Flechten - Index Pilze, Flechten
Genus

Ascomycota

Schlauchpilze

Das gemeinsame Organ ist der Ascus, wo die Kernverschmelzung (Karyogamie - 2 haploide Kerne vereinigen sich zu einen diploiden Kern), die Meiose (4 haploide Kerne vereinigen sich zu einem diploiden Kern) und die Ascosporendifferenzierung stattfindet. Die Thalli der Ascomycota bestehen aus einem Mycel mit regelmäßig septierten Hyphen oder aus Kolonien von Einzelzellen. Innerhalb mehrzelliger Thalluspartien stehen die Zellen untereinander durch Septenporen in Verbindung. Die Zellwände sind zweischichtig.
Die Systematik ändert sich bei ständigem Wissenszuwachs immer wieder. Nach Strasburger, 2002 werden die Mycobionta (Chitinpilze) als 4. Subregnum bzw. die Eumycota als Abteilung mit den Klassen Chytridiomycetes, Zygomycetes, Ascomycetes Basidiomycetes geführt. Im folgendem werden die Ascomyceten mit den entsprechenden Ordnungen und Familien zusammengefasst.

Ascomycetes

Die untesrchiedlichen Ascomyceten sollen hier den entsprechenden Ordnungen und Familien zugeteilt werden. Gemeinsam ist ihnen. dass die Sporen in Schläuchen gebildet werden, was ihnen auch den Namen gibt. Sie bilden reich verzweigte, septierte Myzelien aus, deren Zellverbände aus Chitin bestehen. Sie leben als Saprophyten (häufig auf Fäkalien) oder als Pflanzenparasiten. Die vegetative Vermehrung erfolgt durch Konidiosporen, die sexuelle Fortpflanzung ist mit der Bildung eines Meiosporangiums (Ascus) verbunden. Die Geschlechtskerne paaren sich nach der Plasmogamie, verschmelzen aber nicht. Sie teilen sich weiter mitotisch und die daraus hervorgehenden Kernpaare werden auf die sich weiter gliedernde Zellen verteilt. Es entsteht ein System ascogener Zellen oder Hyphen mit je 2 verschieden haploiden Kernen (= Dikaryon). Das Dikaryon ist ernährungsphysiologisch unselbständig, es sind somit Nährhyphen notwendig. Die Asci sind in Gehäuse (Ascomata) eingeschlossen (meist größer 1 mm), selten bilden sich größere, auffällige Ascomata oder gar Komplexe mit mehreren Ascomata. Die Hyphenquerwände sind über einem zentralen Porus verbunden, wodurch ein Austausch von Cytoplasma und Zellorganellen möglich wird.

U-Kl.: Ascomycetidae
Kennzeichnend für die Systematik sind hier die Entwicklung und Ausgestaltung der Ascomata, der Bau und die Anordnung der Asci und ihr biologisches Verhalten. Folgende Ordnungen können unterschieden werden:
• Eurotiales • Microascales • Erysiphales ("Echte Mehltaupilze") • PezizalesHelotiales • Leotiales • Phacidiales (inkl. Rhytismatales) • Leconorales • Sphaerales • Diaporthales • Xylariales • Clavicipitales • Dothideales u. a.

Bisher nur 1 Art der im Gasteinertal vorkommenden Schlauchpilze gefunden . . .
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ARCHIV - Beschreibung einzelner Arten
Helotiales
. . . . Hymenoscyphus pseudoalbidus
Falsches Weißes Stängelbecherchen
Fam : Helotiaceae !
Fruchtkörper 2 - 7 mm im Durchmesser, weißlich, gelblich, braungelb, trichter-, tellerförmig. Fleisch gelblich-weiß. Stiel ist länger als der Fruchtkörperdurchmesser, zylindirsch, dünn, gelblich-braun und wie der Hut gefärbt. Die Stielspitze ist verdickt, die Stielbasis ebenso verdickt und dunkelbraun bis schwarz. Geruch neutral. Sporenpulver weiß, transparent (15-22 µm).
Pflanzenschäden an Fraxinus excelsior, siehe - Biotische Wechselwirkungen -
Im Sommer 2008 wurde das sexuelle Stadium von Chalara fraxinea entdeckt und als Nebenfruchtform des Weißen Stängelbecherchen (Hymenoscyphus albidus) erkannt. Die weißen, schüsselförmigen Fruchtköper (Apothezien) weisen einen Durchmesser von 3- 5 mm auf und befinden sich zumeist an verrottenden, vorjährigen Eschenblattstielen und -spindeln in der Bodenstreu der Art Fraxinus excelsior. Bei dem nun als Eschenparasit bekannten Falschen Weißen Stängelbecherchen sind die Apothecien bis 7 mm groß und sind im frischen Zustand weiß, später hellbraun gefärbt mit schwarzen Pseudosklerotien. Unreife Apothezien treten Ende Mai erstmals auf, solche mit reifen, keimfähigen Ascosporen dann ab Mitte Juni und können bis Oktober beobachtet werden. Die Ascosporen werden aktiv freigesetzt und mit der Luft verbreitet (sexuelles Stadium). Als asexuelles Stadium tritt Chalara fraxinea, eine Nebenfruchtform auf, deren Sporen aber nicht infektiös zu sein scheinen und möglicherweise als Spermatien eine Befruchtungsfunktion bei der sexuellen Vermehrung erfüllen.
DD: Hymenoscyphus albidus - letztlich nur molekularbiologisch möglich. - Quelle: Thomas Kirisits und Katharina Kräutler, Universität für Bodenkultur Wien (BOKU), 2014
Vorkommen: Die Fruchtkörper sitzen am Stiel abgeworfenen Eschenblätter und dringen in die Pflanze ein. Derzeit zunehmende Ausbreitung in Europa.
Symbol, Pyramide Archivbilder in Arbeit - . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Bad Hofgastein, Gasteinertal am 22.10.2017
Siehe auch die Seiten:
- Index - Pilze und Flechten - Familien
- Einteilung - Hauptmerkmale der Pilze -
- Übersicht - Pilze Gasteins -
- Naturbilder - Pilze-Galerie -

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Pilze im Gasteinertal: Ascomycetes, Schlauchpilze
© 28.10.2017 by Anton Ernst Lafenthaler
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