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FLz - Flechten im Gasteinertal: Arthoniomycetes, Arthoniales - Artenzahl: 1
Flechten, Index Pilze / Flechten
im Gasteinertal
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Arthoniomycetes

WIKI: Sie bilden normalerweise Apothecien. Diese sind manchmal geschlossen und haben dann eine längliche, porenförmige öffnung. Die Peridie ist dick- oder dünnwandig. Das Zwischen-Asci-Gewebe (Hamathecium) besteht aus verzweigten Paraphysen in einer gelartigen Matrix. Die Schläuche sind dickwandig und färben sich mit Iod bläulich. Die Ascosporen sind septiert oder unseptiert, manchmal braun. Als Nebenfruchtform bilden sie Pyknidien. Der Algenpartner ist in den meisten Fällen ein Vertreter der Trentepohliaceae, nur in der Familie der Chrysotrichaceae und sehr wenigen Vertreter von Arthonia gibt es auch Photobionten der Chlorococcales. - (Quelle: Wikipedia, 2020)
Derzeit gibt es nur eine gleichnamige Ordnung und die - Fungi imperfecti - im Anhang.

Arthoniales

Der Habitus variiert von primitiven Krustenflechten bis zu Strauchflechten. Bei einigen Gattungen ist der Thallus nur sehr schlecht entwickelt oder wächst nur im Substrat. Die Fruchtkörper sind (runde) Apothecien oder (strichförmige) Hysterothecien. Charakteristisch für die Ordnung sind die nicht amyloiden, bitunicaten Asci mit dickwandigen Exoascus. Die Asci enthalten zwei- bis mehrzellige Sporen. Bei einigen Flechten der Gruppe kommt ein verkohltes Gehäuse vor. Die Hüllfäden sind immer Paraphysoide, echte Paraphysen werden nicht gebildet. Die kugeligen bis eiförmigen Asci enthalten zwei- bis mehrzellige Sporen. Algen: überwiegend Trentepohlia. Arthonia mit etwa 500 Arten vorwiegend in den Tropen lebend besitzt dünne, krustige, meist rindenbewohnende Thalli mit rundlichen bis sternförmig gelappten Apothecien; diese unberandet und ohne Gehäuse. - (Quelle: Strasburger, Biologie, 2006)

Familien n. Rothmaler - Exkursionsflora von Deutschland, 1994 : Graphidaceae, Opegraphaceae, Arthoniaceae. Sie werden in der Ordnung Hysteriales zusammengefasst.

- 2019 (Wikipedia) : Die Ordnung Arthoniales schießt derzeit u. a. folgende Familien ein: Andreiomycetacae, Arthoniaceae, Chrysotrichaceae, Lecanographaceae, Opegraphaceae, Roccellaceae and Roccellographaceae, wobei die Lecanographaceae, Roccellographaceae, Opegraphaceae and Roccellaceae gut dokumentiert sind. Andreiomycetaceae ist als neue Familie hinzugekommen.

Beschreibung der Arthoniales n. Henssen/Jahns
Familien: Arthoniaceae, Roccellaceae, Lecanactidaceae, Opegraphaceae
Fruchtkörper sind Apothecien oder Hysterothecien. Charakteristisch sind nicht amyloide, bitunicate Asci mit dickwandigem Exoascus. Das Fehlen einer Eigenwand der Fruchtkörper, sowie die lang anhaltende Bildung von Ascogonen bei den Arthoniaceae sind typisch für ascoloculare Pilze. So scheinen die Roccellaceae, Lecanactidaceae und Opegraphaceae relativ eng miteinander verwandt zu sein, während die Arthoniaceae mehr isoliert stehen.
Die Lecanactidaceae sind mehr oder weniger einfach strukturierte Krustenflechten auf Gestein oder Rinde. Die Fruchtkörper werden einzeln oder in Stromata angelegt. Die Paraphysoide stehen dicht oder locker und sind netzig miteinander verbunden. Reste des Thallus bleiben lange auf dem Hymenium liegen. Lecanactis abietina ist durch die Bildung von zwei Conidientypen ausgezeichnet. Auf sterilen Lagern der Flechte entstehen in dickwandindigen Pycnidien mit weiter Mündung ellipsoide Makroconidien.

Chrysothricaceae

Die Familie Chrysothricaceae ist im Gasteinertal nur mit der Gattung Chysothrix vertreten, welche auf Baumrinden wie auf Fels vorkommt. Die Lager sind einheitlich und oft auffällig gelb oder grünlichgelb, ohne Fruchtkörper oder andere Reproduktionsstrukturen = Fungi imperfecti.

Rocellaceae

Die - Roccellaceae - haben meist ein strauchiges, seltener ein krustiges oder blättriges Lager. Die Festigkeit der Loben wird durch verschiedene anatomische Strukturen erreicht. Sorale dienen als Organe der vegetativen Vermehrung. Die Gestalt der Fruchtkörper variiert von runden Apothecien bis zu sehr lang gestreckten Hysterothecien. Die Scheibe ist häufig bereift. Die dicht stehenden Paraphysoide sind mehr oder weniger stark netzig verzweigt und lange von einem Epithecium aus Resten des Thallus bedeckt. Die quergeteilten Sporen sind farblos oder braun, glatt oder warzig. Phycobionten sind Trentepohlia-Arten. (Quelle: Henssen/Jahn, 1974)

- 2019 (mindat.org) : Derzeit werden den Rocellaceae folgende, auch im Land Salzburg vorkommenden Gattungen zugeordnet: Alyxoria, Dendrographa, Dirina, Enterographa, Lecanactis, Lichenomyces, Opegrapha, Schismatomma

Anhang : Fungi imperfecti

Derzeit scheint die Familie der Chrysotrichaceae nur Arten zu enthalten, die als Fungi imperfecti geführt werden. Bei Chrysothrix (Lepraria) sind jedenfalls keine Apothecien bzw. sonstige Reproduktionsorgane nachzuweisen. Thamnolia, bei der ebenfalls keine derartigen Reproduktionsstrukturen nachzuweisen sind, wird aber mittlerweile zu den Lecanorales gestellt.

Beschreibung der Imperfekte Ascomyceten-Flechten n. Henssen/Jahns
Gattungen: Thamnolia, Siphula, Leprocaulon, Lepraria
Die drei strauchförmigen Gattungen Thamnolia, Siphula und Leprocaulon sind mit Sicherheit lichenisierte Ascomyceten. Thamnolia und Siphula erinnern im Habitus an die Podetien von Cladonia, während das Lager von Leprocaulon Pseudopodetien von Stereocaulon gleicht. Die Lepraria-Arten bilden diffuse Überzüge auf Rinde und Gestein. Die Thalli sind oft auffällig gelb (Lepraria candelaris) oder grünlichgelb (Lepraria chlorina) gefärbt. Bei manchen Arten, zum Beispiel bei Lepraria membranacea wächst der Thallus kreisförmig, und sein Rand ist effiguriert. Das Vorkommen von Flechtenstoffen macht wahrscheinlich, dass Leprocaulon und Lepraria lichenisierte Ascomyceten sind.

Flechten Gasteins

Arten der im Gasteinertal vorkommenden Arthoniales - alphabetisch gereiht . . .
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ARCHIV - Beschreibung einzelner Arten
Chrysothrix candelaris Chrysothrix candelaris
Goldhaarflechte
Fam.: Chrysothricaceae!
Färbt ganze Bäume von der Stammbasis bis in den Kronenbereich mit ihrem leuchtend gelben Thallus. Gedeiht nur in extrem feuchten Lagen in niederschlags- und nebelreichen Gebieten. Lager einheitlich, ohne Fruchtkörper oder anderen Reproduktionsstrukturen - keine Sporenbildung = Fungi imperfecti. Auf Baumrinde in Borkenrissen. Auf Gestein und Fels kommt Chrysothrix candelaris nicht vor.
DD: Chrysothrix chlorina - Thallus auf kalkfreien Gesteinsflächen, in luftfeuchten Gebieten mit überhängenden Silikatfelsen.
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Lafenthaler - Kötschachtal am 23.07.2013
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Anmerkung: Die Informationen und Bestimmungsmerkmale wurden unterschiedlichen Bestimmungsbüchern wie u. a. dem Buch
"Exkursionsflora von Deutschland" von Werner Rothmaler, Band I, Fischer-Verlag 1994 - dem Buch
"Lichenes" von Aino Henssen und Hans Martin Jahns, Thieme-Verlag 1974 und der Schriftenreihe
"Sauteria", Band 3, Institut f. Botanik, Salzburg 1987 von H. Türk und H. Wittmann, Abakus-Verlag entnommen.
Teilweise wurden die Informationen unterschiedlichen Internetquellen entnommen.
Fehlbestimmungen können nicht ausgeschlossen werden. Beschreibung ohne Gewähr.

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Flechten im Gasteinertal
Arthoniomycetes - Arthoniales, Fungi imperfecti
© 2019 by Anton Ernst Lafenthaler
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