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ET - Gasteinertal/Menschenwerke: Burg Klammstein, Weitmoserschlössl
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Menschenwerke

Menschenwerke . Gasteinertal

Burgen . Schlösser

Das vordere Gasteinertal wurde, so kann urkundlich nachgewiesen werden bereits um 1100 besiedelt. Die wohl ältesten Ansiedlungen gab es in Luggau, Niederharbach, Mayerhofen, Unterberg und Dorfgastein mit den noch heute bestehenden Kirchen, der Burg Klammstein und dem Weitmoserschlössl. Die Burg Klammstein war bis zur Renovierung im Jahre 1973 zur Gänze verfallen. Nicht hingegen das Weitmoserschlössl, welches bis heute ihren ursprünglichen Zustand nicht verloren hat.

Burg Klammstein

Burg Klammstein, Gasteinertal Die Burg Klammstein soll im 13. Jh. errichtet worden sein. Die Grafen von Goldegg, die zuerst von den Bayernherzögen und dann von den Salzburger Erzbischöfen und Landesherren mit der Grafschaft und dem Gericht Gastein betraut wurden, ließen die Burg weiter ausbauen (Schloss Klammstein). Um die Grafschaft und das Gericht, ebenso wie um die Burg und die Mautrechte gab es ständig Streit zwischen den Goldeggern und den Salzburgern Erzbischöfen. Letztlich saßen erzbischöfliche Pfleger, Verweser und Landrichter auf der Burg und mit ihnen die Strochner. Bis ins 16. Jh. war die Burg bzw. das Schloss Sicherungs- und Verwaltungszentrum Gasteins. Im Jahr 1524 wurde das Bauwerk verlassen und verfiel. Das Verwesamt siedelte nach Hofgastein. Im Jahre 1608 wird das ehemalige "Schloss" als gänzlich verfallen geschildert.

In den Jahren 1960 - 1962 wurde unter dem Burgfelsen ein Tunnel gebaut. Der Hauptturm lag gänzlich frei und war nur mehr wenige Meter hoch. Erst 1972 konnte der neue Besitzer - Adolf Ferner - aus Bad Hofgastein den Turm renovieren und Zubauten errichten. Am 15. Juli 1973 erfolgte Eröffnung der renovierten Burg Klammstein, verbunden mit einer Dokumentation der Burggeschichte und einer volkstümlichen Feier. Führungen sind hier jederzeit möglich und das als Gasthaus geführte Nebenhaus ist allemal einen Besuch wert . . .

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Weitmoser-Schlössl

Weitmoser-Schlössl, Bad Hofgastein Das - Weitmoser-Schlössl - das "Schlösschen Hundsdorf" wie es auch hieß, wurde früher in mehreren Urkunden als "Goldegger Hof" erwähnt, welches den Grafen von Goldegg gehörte, deren Haupthof in Gastein war. Später war das Schloss Sitz des berühmten Gewerken - Christoph Weitmoser.
Christoph Weitmoser hatte das Schlössl nach der Brandkatastrophe im Jahre 1553 wieder aufgebaut, wovon noch eine Erinnerungstafel im Inneren des Gebäudes zeugt.

Inschrift
Marmortafel - "Anno 1553 den 19. tagjuny zu abend umb die 9. stund ist Cbristoffen Weitmoser dieses hundtzdorfhaus und hof gar abgebrunnen und seyn drey person im feur verdorben. Anno 1554 den 14. tag may hat gemelter Weitmoser diesen paw widerum angefangen und am 14. tag jully gar volendet."

Das sogenannte Weitmoserschlössl, der "Sitz zu Hundsdorf", geht auf einen spätmittelalterlichen Vorgängerbau, den sogenannten "Goldegger-Hof" zurück, dessen Grundstrukturen sich im nördlichen Bauteil der heutigen Anlage erhalten haben. Dieser Hof war das Verwaltungszentrum der Herren von Goldegg im Gasteiner Tal. Wann genau die Weitmoser diesen Hof erwarben und von wem, ist derzeit urkundlich nicht nachweisbar. Wir können daher nur vermuten, dass die durch den aufblühenden Goldbergbau reich gewordenen Weitmoser den Hof knapp vor 1500 käuflich erwarben und als ihren Sommersitz nutzten. Ihre ständige Behausung, das Weitmoserhaus im "Stock am Egg" im Zentrum von Hofgastein gelegen, existiert längst nicht mehr (heute: Hotel Norica). Im Jahr 1553 brannte der alte Goldegger-Hof ab, worauf er erst nach einem Jahr, dann aber laut Inschrifttafel im Flur des Hauses innerhalb von zwei Monaten wieder aufgebaut wurde. Inschrift der Marmortafel : siehe Originaltext.
Da sich die mittelalterlichen Mauerstrukturen sichtlich erhalten haben, dürfte der Brandschaden nicht übermäßig groß gewesen sein, wahrscheinlich beschränkte er sich auf den Dachstuhl und die Holzdecken des Obergeschoßes. Im Jahr 1604 kauft der Gewerke Georg Leykofer von den Erben der drei in Bayern verheirateten Töchter Christoffs II. das "Schlößchen". Leykofer musste aber als Anhänger der protestantischen Lehre im Jahr 1615 das katholische Erzstift verlassen. 1626 kauft der Gasteiner Gewerke Alexander Hölzl von Silion den Ansitz und fügt an den bestehenden, schlichten Altbau gegen Süden einen neuen Flügel mit den beiden talseitigen, runden Ecktürmchen an. Im ersten Obergeschoß lässt er im Vorhausgewölbe eine kleine Hauskapelle abtrennen und 1628 den Altar weihen. Schon im Jahr 1634 setzte mit dem Verkauf an Johann Riept, Pfarrherr zu Haus und Schladming, ein rascher und vielfältiger Besitzerwechsel ein, der erst im Jahre 1752 mit dem Kauf durch die Familie Scharfetter, die noch heute auf dem Weitmoserschlössl "ansitzt", beendet wurde (Quelle: Fritz Gruber, 2012).

1752 erwirbt das Schlössl samt zugehöriger Landwirtschaft die Familie Scharfetter. Der erste Stock wurde erweitert und gut in die mittelalterliche Architektur integriert. Im Jahre 1952 wurde es neuerlich restauriert. Eine - Hauskapelle - und die Weitmoserstube mit alten Einrichtungen blieb erhalten. Die Terrasse wurde ebenfalls erneuert und Stallungen errichtet.
Derzeit wird das Schlössl als Café und Restaurant geführt und ist nach wie vor ein beliebtes und empfehlenswertes Ausflugsziel.

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Weitmoser-Schlössl - ehem. Sitz der - Weitmoser - Gewerken in Gastein
Im - Doku-Archiv - siehe auch zu diesem Thema:
- Siedlung - Montanbezirk Böckstein -
- Geschichte - Christoff Weitmoser -
Siehe auch die Seiten:
- Geschichte - Epitaphien - großer Gewerken
- Bauwerke - Kirchen -

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Anmerkung: Die Ausführungen und Daten wurden überwiegend dem Buch "Christoff Weitmoser und seine Zeit" von Heinz Dopsch, Salzburg, 2009 - und dem Buch "Bad Hofgastein und die Geschichte Gasteins" von Sebastian Hinterseer, 1977 -entnommen.

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Geschichte Gasteins: Burgen - Schlösser
© 21.11.2003 by Anton Ernst Lafenthaler
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