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EH - Geschichte Gasteins: Keltenzeit, Regnum Noricum
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Geschichte . Gasteinertal

Frühgeschichte

Weißenbachtal, Alpenübergang Der früheste Fund aus dem Gasteinertal stellt die am Radhausberg auf 2.000 m Höhe gefundene Serpentin-Lochaxt dar. Sie ist eher klein, schmal und von geringem Gewicht, wie sie zum Gebrauch als Waffe nützlich scheint. Ein ähnlicher Fund am Weg über den Korntauern, welcher das Anlauftal bzw. Gasteinertal mit dem Seebachtal in Kärnten verbindet - eine Axt, besteht aus Hornblendeschiefer ist massig und gedrungen und soll als Werkzeug als auch als Waffe geeignet sein. Beide werden der späteren Jungsteinzeit, also wohl mindestens 2.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung zugeordnet. Aufgrund des Fundortes scheint der Beweis gegeben zu sein, dass bereits zur Steinzeit eine Überschreitung der Hohen Tauern erfolgte und somit das Gasteinertal zu dieser Zeit begangen wurde.
Die ersten Menschen, die in die vom Eis befreiten Alpentäler eindrangen, werden wohl nur Jäger gewesen sein, die gelegentlich ihre Streifzüge in die hochgelegenen Alpentäler ausdehnten. Welche Sprache sie redeten, welcher Kulturstufe sie angehörten, wissen wir nicht.
Bis 1.000 v. Chr. (Bronzezeit) wurden wahrscheinlich unter dem Einfluss von Völkern aus dem vorderen Orient Metallwerkzeuge aus Kupfer hergestellt. Besonders in Bischofshofen (Mitterberg, Buchberg) aber auch anderswo wurde Kupferbergbau betrieben. Eine in Hofgastein gefundene Tonschale war mit Kupferschlacke gemagert. Dieser Fund wird der älteren Bronzezeit zugerechnet (um 1700 v.Chr.) und soll die bereits frühe Besiedlung des Gasteinertales belegen.
Langsam ging man zur Verwendung von Eisen über und nach und nach dehnte sich die Besiedlung aus. Funde für diese Zeit fehlen im Gasteinertal.

Keltenzeit

Die Kelten überschreiten die Alpen

Erst die Kelten, ein indogermanisches Volk, welche um 400 v.Chr. von Westen her die Donau abwärts vorstoßen, nahmen im Zuge ihrer Wanderungen wohl auch Besitz vom Gasteinertal. Ihre Ausbreitung reichte vom Balkan über Italien bis zur Iberischen Halbinsel. Um 113 v.Chr. schlossen sich verschiedene keltische Stämme zusammen und gründeten das Königreich "Norikum", welches auch das heutige Salzburg (Stamm der Ambisonten - Pinzgau) mit einschloss. Die Römer nannten die keltischen Stämme "Norische Taurisker" und das Land, welches sie besiedelten "Regnum Noricum".

Höhkar, Alpenübergang Spuren einer Keltischen Besiedlung haben sich im Gasteinertal bisher nicht gefunden. Keltische Orts- und Flurnamen, wie sie hier vermutet werden, sollen aber auf eine derartige Besiedlung hinweisen. Der Name Gastein selbst oder der Ortsteil Lafen (ältere Schreibweise: Laven, Louen) weisen auf keltische Herkunft hin, was aber einer eingehenden Forschung vorbehalten bleiben muss. Der Münzfund am Mallnitzer Tauern scheint jedenfalls zu beweisen, dass die Kelten sich dieses Überganges bedienten.

Regnum Noricum

Die Römer beherrschen das Land

Die römische Periode ist durch historische Aufzeichnungen seitens der Römer und Griechen gut dokumentiert. Es wird dabei auch der rege Handel mit Eisen und Stahl beschrieben, wobei keltischer Stahl in römische Hand zur Waffenherstellung wohl gebraucht wurde.

Korntauern, Römerstraße Im keltischen Königreich Noricum, welches um 15 v. Chr. römisches Protektorat und ab 45 n. Chr. dem römischen Reich angegliedert wurde, ist die römische Kultur längst von den sesshaften Stämmen übernommen worden. Um die eroberten Gebiete zu sichern, wurden Verkehrswege geschaffen, die vermutlich auch das Gasteinertal mit einschlossen. Am - Korntauern - finden sich sichtbare Spuren des alten Römerweges, wo sich auch noch Überreste römischer Ansiedlung finden sollen.

Noch Jahrhunderte später stand die Region und somit auch Gastein unter römischer Herrschaft. Nur wenige Funde (bronzene Schreibgriffel, Bronzemünze des Kaisers Trajan und Severus, Gewandspange) belegen diese Tatsache. Mit dem Abzug der romanisierten Bevölkerung um 488 n. Chr., gezwungen durch die anstürmenden Völker aus dem Osten endete die Römerzeit in Österreich. Manche der ortskundigen Einheimischen mögen sich in dieser Zeit wohl in die Berge geflüchtet haben . . .

Bajuwarische Besiedlung

6.Jahrhundert

Der Einfall der Hunnen löste im Jahre 375 n. Chr. in Osteuropa eine germanische Völkerwanderung aus. Die Provinz Noricum kam unter gotische Herrschaft. Andere germanische Stämme und letztlich der Einfall der Awaren führte zur weiteren Abwanderung der ansässigen Völker in die Alpentäler. Das indogermanische Volk der Slawen wurde in die südlich der Alpen gelegenen Seitentäler abgedrängt (Alpenslawen - Osttirol, Kärnten, Steiermark, Lungau), wo die Reitervölker nur schwer Zugang fanden. Es kann nicht belegt werden, dass dabei von Süden her auch das Gasteinertal besiedelt wurde. Das germanische Volk der Bajuwaren (Bayern, Baiovarii) hingegen drang in den nördlichen Teil der Alpen vor und gewannen alsbald auch in Gastein die Vormachtstellung. Ab 700 n. Chr. sollen die ersten bajuwarischen Siedlungen entstanden sein und zwar eher in höheren Regionen, da die Talsohle wegen der Auwälder, Moore, Sümpfe und Teiche nicht zugänglich war.

Anmerkung: Die ältesten Ansiedlungen sollen dabei in Mayerhofen, Unterberg, Luggau, Harbach, Laderding, Stein, Breitenberg, Haitzing, Weinetsberg, Wieden, Hundsdorf, Lafen, Dietersdorf, Remsach, Gadaunern, Heißing und der Ort Hofgastein selbst sein. Mit dem Bau der Pfarrkirche in Bad Hofgastein um 900 entstand am Schuttkegel des Kirchbaches eine Kirchdorfsiedlung.

Im - Doku-Archiv - siehe weiter zu diesem Thema:
- Besiedlung Gasteins -
- Älteste Funde - Lochaxt etc.
Siehe auch die Seiten:
- Goldbergbau - in Gastein
- Römerstraße - Korntauern

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Quelle: "Bad Hofgastein und die Geschichte Gasteins von Sebastian Hinterseer - 1977"

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© 29.10.2003 by Anton Ernst Lafenthaler
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