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EH - Geschichte Gasteins: Epitaphien der großen Gewerken
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Epitaphien der großen Gewerken

Grabkapellen der Liebfrauenkirche, Hofgastein Das Äußere der Liebfrauenkirche zu Hof zeigt uns die schönsten der noch erhaltenen Epitaphien einstiger Gewerken und edler Familien. Hier sind beiderseits des Turms Grabgewölbe eingebaut, die ein 1832 hier im Amte weilender Landrichter instand setzen ließ. In der linken Kapelle wird die Erschaffung der Welt in vier Bildern dargestellt, in der rechten sind die vier Evangelien (Evangelisten) zu sehen. Links vom Turm, befindet sich die Grabstätte der Gewerken - Strasser - rechts die der - Weitmoser.
Die dritte Gruppe von Epitaphien an der Südseite der Kirche enthält hauptsächlich hierher versetzte Denkmale der Gewerken - Zott - und - Krünner - und drei Grabsteine befinden sich im Inneren der Kirche an der Seite des linken Altars. Es sind die Gedenksteine der - Strochner - die als Wappen eine ausgespannte Fledermaus in Schild und Kleinod führten.
Weitere Epitaphien von Gewerken und edlen Familien finden sich natürlich auch noch in allen übrigen Kirchen des Gasteinertales, wie z. B. in der - Nikolauskirche - sind aber zum Teil leider nicht mehr vollständig erhalten.

Die Epitaphien der Strochner

Inschriften
Stein (1) - "Hie liegt Marx Strochner, der Wechsler und Pfleger zu Klammstein gewesen ist und ist gestorben des sambtztag (Samstag 30.Mai) nach gotzleichstag (Fronleichnam, 30.Mai) A.D. 1467."
Stein (3) - "Hie ligt begraben der edl und vest Hanns Strochner pfleger zu Klamstain dem got genadig sey der gestorben ist im Jahre 1492."
Stein (2) - "Anno dnie 1489 an pfinztag (Donnerstag) nach sand mathiastag (26. Feber) ist gestorben der Edl und fest Conrad Strochner, Wechsler zu Gasteewn dem gotzenad itz Als hernach." (dem Gott gnädig sei jetzt und hernach). "

Die reichen Strochner (auch Strachner oder Strohner genannt) waren teils Pfleger auf Klammstein, teils Vorsteher des Wechsleramtes zu Hof. Max Strochner (1476) und Konrad Strochner (1489) werden auf ihrem marmornen Grabstein in der Pfarrkirche zu Hof Wechsler genannt und Hans Strochner, der auch auf einem Inschriftenstein über der Spitaltüre im Wildbad verzeichnet ist, als Pfleger.

Epitaph, Conrad Strochner Epitaph, Hanns Strochner (Stein 2) Epitaph, Marx Strochner (stein 1)
Hanns . Conrad . Marx

Nach der großen Restauration der Kirche (1872 - 1875) wurden noch 3 der Grabsteine im Inneren der Kirche belassen und zwar die Steine von Conrad Strochner - Stein (2), Hanns Strochner (3) und Marx Strochner (1). Es sind dies die an der Seite des linken Altars befindlichen Gedenksteine der Strochner.
Die Gedenksteine dürften im 18. Jahrhundert renoviert worden sein. In dieser Gruft soll auch Egelinde, die Gemahlin des Pflegers Hans Strochner begraben liegen.

Im Jahre 1463 erachtete es Erzbischof Burchard (auch Burckart) für notwendig, eine neue Bergwerksordnung zu entwerfen und für den Pinzgau und Pongau zwei Wechsler (aus der Familie der Strochner) anzustellen. Sein Nachfolger Bernhard setzte dann am Montag vor Sand Johannestag zu Sunnwendten 1477 von neuem 69 Artikel zusammen und forderte jedermann auf, Neuschürfe anzulegen, "verlegene Baue" aufzuschlagen und Gold in den Bergen und Flüssen zu suchen. Von allen denjenigen, die neue Baue anschlagen wollten, ward als öffentliche Abgabe eine Fron allein eingesetzt, nämlich für die ersten zehn Jahre der zehnte Kübel Erz auf den Halden, für die folgenden 30 Jahre aber nebst der Fron von jeder Silber ein Gulden und jeder Mark Gold neun rheinische Gulden und nach Verlauf dieser 30 Jahre die Ablieferung alles Goldes und Silbers an den hochfürstlichen Wechsler "umb einen leidendlichen Preis". Im Jahre 1489 starb Konrad Strochner, Wechsler zu Hof in der Gastein. - Quelle: S. Hinterseer

Die Epitaphien der Strasser

Epitaph, Epitaph, Martin und Wolf Strasser

Inschriften
(1) Stein des - ". . . Christian Geisler im leben gewester Hoch-Fr. Pergwerkhs Obmanns . . ." vom Jahre 1656.
(2) Stein des - "Edl und Gestreng Herrn Alexander Grimming zum Niderrain und Grebmdorf, Landtmanns gewest. Hochfürstl. Salzburgischer Vitzdumb im Lungau und Pfleger der Herrschaft Moßheim" vom Jahre 1626.
(3) Stein der Strasser - "Gott Vater, Sohn, Heiliger Geist Wier Pitten Dein Genad unns Allen laist, Durch die heilig ebig Trinitet Wierd Alles erhalten was Ta lebt". Kniende Figur links - "der Edl und Vest Herr Martin Strasser zu Neidegg, Perckher in der Gastein, der gestorben ist am Ehritag (Dienstag) nach Oculi den 19.Tag Marty Anno 1560, dem Gott der Herr genedig sein und ain fröliche Urständ (Auferstehung) verleihen Welle." Die kniende Figurette ist dessen Bruder - "Wolf Strasser zu Neidegg, Perck Herr in der Gastein, welcher gestorben ist Am 22. Tag Octobers Im 61. Jahr (1561) dem Gott der Herr am jüngsten Tag Mit Freiden auferbeckhen (auferwecken) Welle."

Die Strasser-Grabkapelle enthält einen Stein (1) des Christian Geisler vom Jahre 1656 mit Hammer und Eisen im Kleinod des Wappens. Rechts ist ein Stein (2) des Alexander Grimming vom Jahre 1626. Diese Grabsteine standen früher in der Kirche.

In der Mitte der Grabkapelle steht der reiche Renaissancegrabstein (3) der Gewerken Strasser selbst aus rotem und weißem Marmor vom Jahre 1653, die heiligste Dreifaltigkeit, mit den kniend dargestellten Strasserschen Brüdern. Die Lisenen zeigen Abzeichen des Bergbaues: Knappen und Schlegel, Hammer und Eisen (auffällig der eigenartig geschwungene Stiel), mit einem Weinfässlein und einer Erzschüssel.
Die kniende Figur links mit dem Rosenkranz und dem geknüpften Barte ist Martin Strasser, gestorben anno 1560. Die kniende Figurette mit ebenso markanten Zügen ist dessen Bruder Wolf Strasser, gestorben anno 1561.

Epitaph, Strasser (Stein 1) Epitaph, Martin und Wolf Strasser (Stein 2) Epitaph, Alexander Grimming (Stein 3)
Stein (1) - (3), Grabkapelle der Strasser

Das Ölgemälde links, darstellend Moses und Aaron mit der ehernen Schlange, zeigt die Portraits dieser Männer. Die ehrwürdige und vornehme Gestalt im weißen Bart mit dem Verstorbenen einzigen Söhnchen hinter sich, ist Martin Strasser, der rotbärtige Mann mit seinen fünf Söhnen ist Wolf Strasser. Das Gemälde rechts darstellend die Huldigung des Gekreuzigten, auf den Johannes der Täufer deutet, enthält die Portraits der Gemahlinnen der Gewerken, nämlich Anna Strasser mit vier Töchter und Walpurga Strasser mit einer Tochter.

Martin Strasser, Ölgemälde links Anna Strasser, Ölgemälde rechts
Ölgemälde, Details

Die Epitaphien der Weitmoser

Inschriften
Stein (2) - "Christifer hac posuit corpus Weitmoser in urna, Sanem, qui coluit cum pietate fidem. Quem Deus innumeris opibus virtuteque multa Ornavit; variis ingeniique bonis. Extulit hic animum nunquam, licet auctus opimis Rebus: et in cunctos officiosus erat. Hic inopum pater et fuit anchera certa relictis. Munificas viduis exhibuitque manus, Adfuit ac doctis si quos cognovit egenos, Artibus et studiis, spesque salusque fuit. Virtutum gravis et morum defensor et aequi, Cultor honstatis, justitiaeque decus, Quem licet immenso donavit terra metallo-In solum posuit spem tamen illw Deum, Divitias moriens ceu sprevit inutile pondus-Vitae coelistis gaudia sola petit. - Iam quibus in Christo fruitur, coeloque receptus Praemia quanta piis sint ibi parta, videt". Stein rechts (3) - "Nudus egressus, nudus revertor ad te Domine, miserere mei - Huius Animae tu Christiane viator ex animo bene precare. Agite penitenciam".

Die zweite Grabkapelle rechts vom Turm mit der dramatisch bewegten Kreuzigungsgruppe beherbergt die Epitaphien Christoph I. Weitmoser, gestorben 1558 im Alter von 52 Jahren. Das Marmorrelief links (1) zeigt diesen Mann in Lebensgröße. Dieser Stein verschloss einst sein Grab, wurde aber aufgebrochen in der Hoffnung, dort Schätze zu finden. Dabei sind Teile des Steines zerbrochen, sodass die Schrift ringsherum nicht mehr zu sehen ist.

Epitaph, Christoph Weitmoser Grabkapelle Weitmoser, Kreuzigungsgruppe Epitaph, Wolfgang Frank von Greiffenburg
Stein (1) - (3), Grabkapelle Weitmoser

In der Mitte der Grabkapelle steht der von der Gattin und den Kindern gewidmete Denkstein (2) von edlem Renaissancestil mit klassischen lateinischen Distichen also geschildert wird (Originaltext siehe Kasten). Es zeigt die bergmännische Tätigkeit (links Knappe mit Schlägel und Eisen, rechts Knappe mit Schlägel).

Epitaph, Weitmoserkapelle Epitaph, Weitmoser Epitaph, Knappe
Stein (2), Details

- Übersetzung der Inschrift des Grabsteines der Weitmoserkapelle - Stein (2): "Christoph Weitmoser ruht hier unter dem Stein begraben, Der mit dem frommen Gemüt kräftigen Glauben verband. Schätze gewährte ihm Gold ohne Zahl und der Tugenden Reichtum zierte ihn und Geist vielerlei Kenntnisse voll. Seht und dennoch erhob nie stolz sein Herz sich im Glücke. Fand doch jeder an ihm stets den gefälligen Freund; Armen war er ein Vater, Verlassenen sichere Zuflucht, Witwen reichte er dar seine wohltätige Hand, traf er Gelehrte, von Armut gedrückt, er war ihr Beschützer. Wissenschaft auch und die Kunst nannten ihn Hoffnung und Hort. - Tugend und Sitte wie Recht fand an ihm den energischen Anwalt. - War er der Sitte doch selbst wie der Gerechtigkeit zier! Reichlich beschenkte die Erd' ihn mit unermesslichen Golde, doch auf den Herrn allein war seine Hoffnung gebaut. Schätze wie nichtigen Tand verachtete sterbend sein Auge, das nach dem Glücke verlangt ewiger Freuden allein. Sehet und in Christo genießt er sie schon der Bewohner des Himmels und sein erstaunendes Aug' schwelgt in der seligen Lohn!"

Der Stein rechts (3) zeigt den 1556 verstorbenen Pfarrer zu Hof in Gastein - Dr. Wolfgang Frank von Greiffenburg in Oberkärnten - mit den Worten (Originaltext siehe Kasten).
- Übersetzung der Inschrift des Steines rechts: " Nackt ging ich aus, nackt kehr ich zurück zu Dir, o Herr, erbarme Dich mein. Für diese Seele flehe, o christlicher Wanderer, Gutes herab. Tuet Buße ".

Die Epitaphien der Gewerken Krünner

Inschriften
Stein links (1) - "Iam portum inveni, spes et fortuna, valete! Nil mihi vobiscum est, Indite nunc alios". Stein (2) - "Tugendhaft fraw Ursula Schmirbensatlin weilandt virgilien Krünners seligen eelichen Hausfraw". Über dem Doppelstein ist ein Epitaphium (3) - "Christus mein Erlöser und Heilandt - hat mein Ellend und Schwachheit erkant - Zu dem ich sanft entschlafen bin. - Der am Jüngsten tag wierd nehmen hin - Mich zu Ewiger Glory und Freidt. - Dem ich in dieser gruft alhie zu peit (zuwarte)". Stein (4) - "Christlich und Ehrlich hab ich gelebt - Zu Christo bin ich durchs gepeth - Von dieser argen Welt abgeschieden, - Des warte ich allhie in Frieden - Bis ich höre der Posaune schaal - Zum ebigen Leben aufsten wir all -"

Die dritte Gruppe von Epitaphien an der Südseite der Kirche enthält hauptsächlich hierher versetzte Denkmale der Gewerken Zott und Krünner. Der Stein links (1) in dieser Doppelkapelle zeigt im Relief die betende Gestalt des Virgilius Krünner. Es ist das Grabmal des Virgilius Krünner, Gewerk in der Gastein und Rauris 1572. Virgil Krünner (gest. am 14. August 1572), verheiratet mit Ursula Schmirbensattlin (gest. am 13.2.1568) war Eigentümer des Militärkurhauses.
- Epigramm des Steines links: " Schon ist der Hafen erreicht, lebt wohl nun ihr Träume des Glückes! Nichts mehr hab' ich mit euch, haltet nun andere zum Narren " -

An der entgegengesetzten Seite ist der Grabstein (2) mit dem Bildnis der Frau Ursula Schmirbensatlin, gestorben 1568.
Epitaph, Krünner Epitaph, Ursula Schmirbensatlin
Stein (1) und (2)
Gewerken Krünner

Über dem Doppelstein ist ein Epitaphium (3) "Hans Krünner Gewerkh in der Gastein" gestorben Anno 1581. Links nebenan ebenfalls oberhalb zweier Grabsteine befindet sich der Stein (4) seines Eheweibes Warbara Krinerin von Graben zu Steinhausen, gestorben Anno 1580.

Epitaph, Hans Krünner Epitaph, Warbara Krinerin
Stein (3) und (4)
Gewerken Krünner

Die Epitaphien der Gewerken Zott

Inschriften
Stein (2a) - " Christus hat ainmall gelitten fyer unser synde, der gerecht fyer die Ungerechten, auf dass er Uns got Opfferte und ist getodt nach dem Fleisch aber Lebendig gemacht nach dem Geyst".
Stein (2b) - " Hie ligt begraben die Edl und Tugenthafft Eva Zottin, die gestorben ist am Auffert (Himmelfahrt) abend ady 9.May Anni 1548 . . . "
Stein (3a) - "Mors omnia aequat". - "Hie ligt begraben die Edl Tugendhafft Junckhfrau Martha Zottin weilant des Hansen Zotten Eliche Tochter, welche am 25. tag februari von diesem Jammertal abgeschieden, der Gott genedig sein welle 1533".
Stein (3b) - "Qui confidit mihi habet vitam aeternam".
Stein (4a) - "Hie ligt begraben der Edl und Vest Martin Zot Pergwerks Gewerkh zu Gastein und Rauris, welcher saliglich verschieden ist den 18. tag Juni A 1554. Got welle seiner Seel ain Barmhertzige und saluge froliche Urstend verleihen".
Stein (4b) - "In Frid bin ich dahingefahren - Den meine Augen gesehen haben. - Dein Heilant Herr von dir berait - zum liecht der ganzen Christengait - Indes Reug (indessen Ruhe) ich in dieser grufft - Bis auf meines Herren widerkuft, Lucas am zweiten (Kapitel) 29".
Stein (5, 6) Vers Job. 19 - "Ich wais das Erlöser lebt - So oben in dem Himmel svebt - Der werde mich hernach aufvegkhen (Aufwecken) - Dazu mit allem Fleis (Fleisch) bedegkhen (bedecken) Mit dieser meiner Haut umgeben - und mich ebig lassen leben, - in meinem Fleisch wird' ich auch sehen - Got mein' Herr wie Job tut jehen (sagen)".

Neben dem Grabstein von Georg Kanstetter zu Osseg befindet sich in der Doppelkapelle links der Stein (2) der Frau "Eva Zottin, gestorben ist am 9. May Anni 1548", unter deren Wappen mit Korb und Wellenband die Schriftstelle 1.Petri, 3.Kap. eingemeißelt ist.

Links davon sind die schönsten zwei Epitaphien. Einer davon Martin Zott - Stein (4) mit erhabener ausgemeißelter Minuskelschrift. Über dem schön gearbeiteten Wappen mit aufsteigenden Löwen und geschlossenem Fluge im Kleinode steht ebenfalls ein Vers (4b). Rings um den angeführten Stein läuft eine Inschrift (4a).
Neben dem Grabstein des Martin Zott der Stein der Martha Zottin (3a), Tochter des Hans Zott, gestorben am 25. Februar 1533 - "Mors omnia aequat".
- Übersetzung der Inschrift des Steines (3a): " Der Tod machte alles gleich" - und des Steines (3b): "Wer an mich glaubt, der hat das ewige Leben".

Epitaph, Martha Zottin Epitaph, Martin Zott Epitaph, Eva Zottin
Stein (2) - (4), Gewerken Zott

Neben der Doppelkapelle an der Südseite der Pfarrkirche der Stein des - " Erenvest Hieronimus Zott, der von dieser Welt abgeschieden ist den 15.tag February 1538 " - Dieser trägt über dem Wappen mit einem halben Löwen zwischen den Kornuten des Kleinodes den Vers Job. 19 (Stein 5). Den gleichen Vers wie der Stein (4b) enthält auch der Grabstein des Gewerken Hanns Zott - Stein (6), gestorben 1550 (an der Kirchenmauer nebst dem Abstieg zur Krypta).

Epitaph, Hieronimus Zott Epitaph, Hieronimus Zott
Stein (5) - (6)

Die Zotten waren eines der ältesten Geschlechter der Gewerken, die wahrscheinlich schon lange vor den Weitmosern in den goldreichen Bergen in Gastein und Rauris tätig waren und wohlhabende Güterbesitzer in St.Johann, Radstadt und Großarl hatten. Sie führen im Wappenschilde einen aufsteigenden Löwen im roten Felde, wozu später noch ein Sturmhut mit gewundenen Fangschnüren kam.
Christoph Zott war verheiratet mit Ehrentraud Krottenmoser. Von den 3 Söhnen, welche mit den Weitmosern und Strassern den Hauptgewerkenverein bildeten, starb Hieronymus Zott 1538 in der Gastein, Hans Zott im Jahre 1550 und Maria Zott 1554. Eva Zott starb 1548 und Martha Zottin, Tochter des Hans Zott 1553. Der goldreiche Stollen am Radhausberg mit dem Namen "Freudenthal" war Eigentum der Zotten. Ihre Hauptschmelzwerke standen in der nach ihnen benannte Zottelau am linken Ufer der Ache direkt unterhalb von Bad Gastein.

Weitere Epitaphien
Inschriften
Stein (1) - Doppelgrabkapelle
" Anno domini 1508 an sontag nach Allerheiligentag ist gestorben der Erberg weiss jor (ehrbare und weise Georg) kanstetter zu Osseg in Ungarn, dem Gott genad ".

Georg Kanstetter zu Osseg Von den Doppelsteinen der Arkade an der Südseite der Kirche rechts (1) trägt der älteste von allen, der auf einem Kissen eine Tiergestalt in Schild und Kleinod des bürgerlichen Kopfhelmes führt und dessen Decken noch Spuren der Gotik zeigen, den Namen Georg Kanstetter zu Osseg in Ungarn, gestorben 1508. In der nebenstehenden Tabelle die Minuskelinschrift.

Der kleine Stein an der Mauerecke (Arm mit brennender Fackel im Wappen) dürfte einen Protestanten gehören, worauf die Inschrift hindeutet: "Christus gepurt strb (Sterben) und aufersteer(n)g ist alain mein Erlesu(n). Christof Feuersinger, die Zeit des Herr(n) Zott Diener 1549".

Epitaph - Arm mit brennender Fackel Andere Epitaphien, welche jedoch größtenteils der Zerstörung überlassen worden sind, nennen andere alte Gewerken und ausgezeichnete Familien des Tales, wie die Rosenberg, Katzbeck, Käutzl, Schmelzing, Anfang, Schott, Prank, Kirchpichler, Dietrichstein, Perner, Aufner, Speuk, Ayden, Zauchner, Zappler, Vötzl, Mayr, Baumgartner, Leikhofer, Klein u.a.

Die Epitaphien anderer Kirchen

Nikolauskirche
In der - Nikolauskirche - in Bad Gastein findet sich ein an der Steinkanzel angebrachter Grabstein des Jörg Framinger mit der Inschrift: "Jörg Framynger, Gastwirt der Niederbadtaferne" (heute Grabenwirt) um 1500.
Steinkanzel, Nikolauskirche Epitaph, Jörg Framynger Steinkanzel, Nikolauskirche Steinkanzel, Nikolauskirche
Steinkanzel - Epitaph, Jörg Framynger

In der Mitte der Westwand wurde das Holzepitaph der Familie Straubinger aus dem Jahre 1647 angebracht, um das die weiteren Grabsteine dieser Familie angeordnet sind - mit folgenden Namen:
Tafel-I: Anton Straubinger, Besitzer der Straubinger Wirtschaft im Wildbade Gastein, gestorben 1819
Tafel-II: Franz Anton Straubinger, gestorben 1817 und Gattin Frau Maria Barbara geborene Schwaigerin, gestorben 1815
Tafel-III: Theresia Straubinger, geborene Deschler k.k.Postmeister und Gasthofbesitzers Gattin in Badgastein, geboren zu Kirchdorf in Oberösterreich, gestorben in Sulzau infolge einer Entbindung am 7. Oktober 1865. und Josef Straubinger k.k.Postmeister und Hotelbesitzer in Badgastein, gestorben 1903.
Tafel-IV: Anna Straubinger, gestorben 1831.
Tafel-V: Sektionschef Dipl. Dr. jur. Karl Straubinger, gestorben 1964.
Tafel-VI: Verstorbene Kinder der Familien Straubinger (Anton und Alexander, Juliana Maria, Lorenz und Karl).

Epitaph, Straubinger Holzepitaph, Straubinger Epitaph, Straubinger
Epitaph, Straubinger

Ferner sind hier die Grabsteine der Veronica Pergkhouverin aus 1543, des salzburgischen Magisters Jörg Strigl aus 1545, der Anna Kopeunde aus 1586, des Josef Egger "hochfürstlicher Rath, der Arzneikunst Doktor in Radstadt und Gastein 1760" und der Grabstein des Kajetan Exler, Weinwirtssohn zu Salzburg, " welcher im 31. Jahre seines Lebens am 1. Juli 1790 in Bad Gastein verschied ". Dann sei noch die für ihre Entstehungszeit typische gusseiserne Grabplatte des 1823 verstorbenen Vikars J. B. Weber genannt, der sich um die Erhaltung beider Gotteshäuser große Verdienste erworben hat.

Epitaph, Jörg Strigl Epitaph, Jörg Strigl Epitaph, Jörg Strigl Epitaph, Anna Kopeunde Epitaph, Anna Kopeunde Epitaph, Anna Kopeunde
Epitaphien in der Nikolauskirche: Mag. Jörg Strigl - Anna Kopeunde

Viele dieser Grabplatten sind stark abgetreten, was beweist, dass sie früher im Fußboden eingelassen waren. Der Fußboden der Nikolauskirche wurde anlässlich der Restaurierung mit heimischen Gneisplatten neu verlegt. Dabei entdeckte man im Boden zahlreiche menschlichen Knochen, die seinerzeit bei Auflassung der alten Gräber in der Kirche bestattet wurden.

Im - Doku-Archiv - siehe weiter:
- 16. Jh. - Bergordnungen und Pachtverträge
- Gründung der ersten - Gewerkschaft Radhausberg - 1866
Siehe auch die Seiten:
- Geschichte - Weitmoser -
- Geschichte - Kirchenbau -

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Anmerkung: Die Informationen wurden überwiegend unverändert dem Buch: "Bad Hofgastein und die Geschichte Gasteins" von Sebastian Hinterseer 1977 und dem Buch: "Die Baudenkmäler von Badgastein" von Heinrich Zimburg, 1978 - entnommen.

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Geschichte Gasteins: Epitaphien
© 2.11.2007 by Anton Ernst Lafenthaler
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