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ET - Gasteinertal/Menschenwerke: Frühe Bauten in Bad Gastein 1918 - 1945
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Bauten in Bad Gastein

1918 - 1945

Zimburg schreib in seinem Buch: Die Geschichte Gasteins und des Gasteiner Tales zur baulichen Entwicklung Bad Gasteins:
"Den letzten großen baulichen Aufschwung erlebte Bad Gastein in den Jahren nach dem ersten Weltkriege bis zum Beginn der katastrophalen Wirtschaftskrise, welche durch die Sperre der deutschen Grenzen 1933 ihren Höhepunkt erreichte. Schon nach der Eröffnung der Giselabahn, insbesondere aber nach der Fertigstellung der Tauernbahn, wurde in Bad Gastein viel gebaut. Alle diese Bauten waren aber den an sie auf sanitärem Gebiete gestellten Ansprüchen nicht mehr gewachsen. Zentralheizung und Fließwasser waren im internationalen Hotelwesen Selbstverständlichkeiten geworden. So mußten sich die Besitzer der Gasteiner Hotels dazu entschließen, ihre Betriebe mit diesen modernen Einrichtungen zu versehen. Diese Investitionen erforderten weitgehendste Bauarbeiten in den Häusern, welche meist gleichzeitig mit An-, Zu- und Aufbauten verbunden wurden."
Mag. Dr. Laurenz Krisch schreibt in seiner Broschüre Angelo Comini, der bedeutenste Baumeister in der Geschichte Bad Gasteins: "Nachdem Bad Gastein im Jahr 1905 an das internationale Bahnnetz angeschlossen wurde, setzte ein gewaltiger Bauboom ein. Über 100 Häuser, nicht nur in Bad Gastein, sondern auch in Böckstein, wurden dabei von der Firma Comini errichtet. Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Jahr 1914 kam es zum Erliegen der Bautätigkeit."
- Eine merkliche Phase der Erholung auf dem Bausektor gab es erst wieder ab 1923. Von der Hotellerie ging aufgrund der zunehmenden Gästeströme ein regelrechter Bauboom aus. Viele der Bauten sind dabei durch den Bauunternehmer Franz Franzmair, welcher gemeinsam mit der Firma Alois Spiluttini, der bei sämtlichen Baustellen als Bauleiter fungierte und dem begabten Hochbautechniker Karl Huber, dessen Entwürfe viele Gasteiner Hoteliers überzeugte entstanden. Ab 1932 sank die Bautätigkeit auf ein Minimum um erst wieder in den Nachkriegsjahren mit der Zunahme des Wintertourismus in Schwung zu kommen. Dabei sind die meisten Neu- und Umbauten bis in die 70er-Jahren wiederum der Baufirma Franzmair zuzuordnen.
- Quelle: Mag. Dr. Laurenz Krisch - Der Bad Gasteiner Baumeister Franz Xaver Franzmair und seine Architekten

Bauten in Bad Gastein bis 1945

Hoteldorf Grüner Baum, Kötschachtal
Hoteldorf Grüner Baum
1923 - Neubau des Ausflugsgasthofes Grüner Baum (Haupthaus), welcher zunächst als Jagdhaus von Erzherzog Johann 1831 errichtet und später vom Braumeister Hans Lindinger 1913 erworben wurde. Im Jahre 1923 brannte der Gasthof Grüner Baum vollständig nieder und musste neu aufgebaut werden. Das dann neu erbaute Haupthaus mit dem Ganghofer-Stüberl entspricht heute noch dem damaligem Aussehen. Das Hoteldorf besteht aus folgenden Gebäuden: Haupthaus mit Ganghöfer Stüberl und Seminarräume, Kösslerhaus (gebaut 1932), später Erweiterungsbau mit Hallenbad, Landhaus (gebaut 1928), Michelhaus, Reiterbauer, Kapelle, Florihaus, Jägerhaus und das Lindyhaus
Heute: Hoteldorf Grüner Baum, Kötschachtal - Betrieb seit April 2016 eingestellt.
Siehe dazu die - Chronik - bzw. die - Doku - . . .
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Villa Anna, Bad Gastein
Orania-Stüberl, Nr. 173
1924 - Neubau - damals der Villa Orania zugehörig.
Der Name "Orania" stammt von der damaligen Besitzerin. Der Goethehof wurde später zugebaut.
Heute: Goethehof - Orania-Stüberl, Bahnhofsplatz 2b
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Hotel Hirt, Bad Gastein
Haus Hirt, Nr. 188
1925 - Heinrich Hirt erwarb als ehem. Besitzer des Kaiserhofes 1924 eine kleine Parzelle an der Kaiser-Wilhelm-Promenade und errichtete dort 1925/26 das Kurhaus Hirt mit 30 Gästezimmern (Quelle: Zimburg).
Im Jahr 1937/38 erfolgte ein Zubau des Hauses Hirt an der Kaiser-Wilhelm-Promenade durch Baumeister Franz X. Franzmair, nach den Plänen des St. Gilgener Architekten Lois Stelzer. (Quelle: L. Krisch)
Heute: Hotel Hirt, Kaiserhofstraße 14
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Villa Erna, Bad Gastein
Villa Erna, Nr. 176
1925 - Neubau der - Villa Erna - 1924/25 durch Angelo Comini mit 12 Zimmern und fünf sonstigen Räumen Architekt Paul Geppert d. Ä.
Heute: Villa Erna, K.-H.-Waggerl-Straße 15
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Villa Anna, Bad Gastein
Villa Anna, Nr. 190
1925 - Neubau der - Villa Anna -
Zubau 1972 durch Franz X. Franzmair
Heute: Villa Anna, Reitlpromenade 1
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Villa Elisabeth, Bad Gastein
Villa Elisabeth, Nr. 182
1925 - Die mehrstöckige Villa Elisabeth mit 13 Zimmern und acht sonstigen Räumen, wurde 1924/25 von Angelo Comini gebaut.
Heute: Villa Elisabeth, Wasserfallstraße 3
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Villa Rheinland, Bad Gastein
Villa Rheinland
1925 - Die "Villa Rheinland" wurde in den Jahren 1924-1929 für den Rheinländer Karl Söntgen von Architekt Hans Jelem erbaut und diente dem Kurarzt Dr. Alois Windischbauer als Wohnhaus und Praxis in Bad Gastein.
In den Jahren 1997-98 wurden im Inneren zwei Geschosse abgetragen, ein neues Galeriegeschoss eingezogen und nach Umbauarbeiten dem heutigen Zweck zugeführt - Quelle: Wandtafel des Hauses.
Heute: Silver Bullet, Meyerbeerweg 1
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Haus Behrens, Bad Gastein
Haus Behrens, Nr. 171
1924/25 - Im Jahre 1923 kaufte der Sohn Ferdinand Behrens von Paula Lampl und Berta Zecha die Liegenschaft "Badlehen in Wildbadgastein", ein 3.453 Quadratmeter großes, direkt an der Kaiser Wilhelm-Promenade gelegenes Grundstück. Nachdem der Innsbrucker Architekt Walter Norden bei der Gemeindevorstehung in Bad Gastein ein Genehmigt wurde der Bau am 24. Jänner 1924. Die Villa, das "Kurhaus Behrens", und ein Gemäldesalon konnten bis Juni 1925 fertiggestellt werden. Im November 1925 erhielt Ferdinand Behrens jun. auch die Konzession für die Fremdenbeherbergung und schließlich 1927 die Genehmigung zum Anschluss an die bestehende Thermalanlage. Der Gemäldesalon ist bis heute unverändert geblieben (bis 2012 Architektenbüro). Das Wohnhaus dagegen wurde durch Zubauten ergänzt. Architekt: Walter Norden. Zubau 1929 durch Baumeister Franzmaier.
- Quelle: Kulturkreis: Heft 78 (Jahrgang 2012)
- Heute: Haus Behrens, Reitlstraße 22 bzw. Kaiser Wilhelm-Promenade 9 und 10
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Hotel Mozart, Bad Gastein
Hotel Mozart, Nr. 163
1926 - Im Jahre 1926 erwarben Jakob und Romana Watzinger die Villa Schneyer und einen kleinen dazwischen liegenden Grundstreifen von Straubinger. Unverzüglich wurde mit einem Verbindungsbau begonnen und aus den beiden Villen Mozart und Schneyer entstand das Hotel Mozart. Im Winter 1926/27 wurden von Jakob und Romana Watzinger mehrere Adaptierungen durchgeführt. In den Jahren 1955 bis 1957 wurde ein Wirtschaftsgebäude errichtet und das Mozartstüberl erweitert. Die Villa und das Cafe Mozart (Südteil des heutigen Hotel Mozart) wurden bereits 1911 - 1913 errichtet.
- Quelle: Kulturkreis: Heft 81 (Jahrgang 2013)
- Heute: Hotel Mozart, Kaiser-Franz-Josef-Straße 25
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Club Alpenresidenz, Bad Gastein
Kurhaus Dr. Thaler
1926/27 - erbaute Primarius Dr. Alois Thaler das "Kurhaus Dr. Thaler" mit Ordination und Gästezimmer. Architekt war Josef Prikryl. Der SO-Erker wurde mit Fassadenmalereien von Switbert (Leo) Lobisser ausgestaltet, ebenso die Fresken am Haus im Jahre 1927. An der nordöstlichen Ecke des Hauses findet sich ein steinernes Wappentier mit dem Kärntner Wappen. Das Wappentier sollte ein Dackel (?)sein, das Lieblingstier von Dr. Alois Thaler.
- Quelle: Kulturkreis: Heft 53 (Jahrgang 2006)
- Heute: Club Alpenresidenz / Appartements, Karl-Heinrich-Waggerl-Straße 2
Kaiser-Franz-Josef-Straße 29
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Haus Lindebner, Badbruck
Haus Lindebner
1928 - Neubau - Haus Lindebner - nachdem das alte Thorhäusl abgetragen wurde. Gebaut wurde das Haus vom Zimmermeister Julius Malzer. Das Blockwandhaus wird allgemein auch als "Jägerhäusl" bezeichnet.
Haus Lindebner, Badbruck, Badbergstraße
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Kurbadehaus, Bad Gastein
Kurbadehaus, Nr. 234
1930/31 - Neubau 1930/31 durch Baumeister Franzmair. Architekt Paul Geppert hatte die Bauüberwachung inne. Architekt Friedrich Walz schuf sämtliche Pläne und Berechnungen für dieses "Zentralbad" und übte die Bauleitung vor Ort aus. - Quelle: Lorenz Krisch, 2005
Bereits 1914 sollte mit dem Bau begonnen werden. Der Ausbruch des Krieges machte aber das Bauvorhabens unmöglich. Nach einer zweijährigen Vorarbeit (Bürgermeister Lahsnig) im Jahre 1930 konnte dann mit den Arbeiten des Kurbadehaus am Bahnhofsplatz begonnen werden. Im ersten Stockwerk befanden sich die Reinigungsbäder, im zweiten die Herren- und im dritten die Damenthermalbäder. Im Dachgeschoß war die Wäscherei untergebracht. Die Eingangshalle war mit einem Thermaltrinkbrunnen ausgestattet. Gleichzeitig mit dem Kurbadehaus wurde auch ein Freischwimmbad errichtet. Am 31. Mai 1931 fand die feierliche Eröffnung des - Kurbadehauses - durch den damaligen Bürgermeister Josef Mühlberger statt - Quelle Zimburg, 1948
- Doku - Kurbadehaus und Freischwimmbad -
- heute: Thermalkurhaus, Bahnhofplatz 6-7
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Hoteldorf Grüner Baum
Eine Besonderheit stellt die Entstehung des Hoteldorfes "Grüner Baum" dar. War es zunächst lediglich eine Jausenstation, entstand mit dem Bau des Haupthauses 1929 eine Hotelanlage durch immer wieder neue Zubauten. Seit der Jahrtausendwende besteht das Hoteldorf Grüner Baum neben dem Haupthaus mit dem Ganghofer-Stüberl und den daran angeschlossenen Bar- und Seminarräumen aus dem dahinter liegendem Landhaus und dem Michelhaus und dem jenseits des Kötschachbaches gelegenen Kösslerhaus mit einem daran angeschlossenen, neu errichteten Wellnessbereich. An der Straße bergseitig gegenüber vom Haupthaus stehen das Florihaus und das Jägerhaus. Das Haus Lindy Tal einwärts gelegen und der Reiterbauer am Talanfang, sowie die Kapelle an der Straße sind ebenfalls Teil des Hoteldorfes.
1928 wurde das Landhaus und 1932 das Kösslerhaus gebaut. Bau eines Stall- und Wohngebäudes (1929 - 1931) durch Baumeister Franzmair. Durch eine neu errichtete Thermalwasserleitung ins Kötschachtal (1959) wurde im Jahr 1969 der Bau eines Thermal-Hallenbades möglich. 1970 übernahm Hannes Blumschein durch Heirat die Hotelanlage und baute diese weiter aus. Um das Jahr 2000 wurde auch Anwesen Reiterbauer von der Fam. Blumschein erworben. Ende April 2016 musste der Hotelbetrieb eingestellt und die gesamte Hotelanlage verkauft werden.
Siehe auch die Doku : Ausflugsgasthof Grüner Baum - . . .
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Im - Doku-Archiv - siehe auch:
- Siedlungen - Bad Gastein - im 19. Jh.
- Siedlungen - Hofgastein -
Siehe auch die Seiten:
- Bauten zur Kaiserzeit - Wildbad Gastein -
- Frühe Siedlung - Alt-Böckstein -

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Quellen: Die Informationen wurden überwiegend dem Buch: "Die Geschichte Gasteins und des Gasteiner Tales" von Heinrich von Zimburg, 1948 - sowie der Schriftenreihe des Gasteiner Museums: "Angelo Comini, der bedeutenste Baumeister in der Geschichte Bad Gasteins", 1997 und - "Der Bad Gasteiner Baumeister Franz Xaver Franzmair und seine Architekten", 2005 von Mag. Dr. Laurenz Krisch - entnommen. Hauptseite
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Geschichte Gasteins/Menschenwerke
Bauten der Nachkriegszeit - Bad Gastein
© 23.5.2013 by Anton Ernst Lafenthaler
Rev. am 12.6.2016
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