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EE06 - Gasteinertal/Ereignisse: Kirchtag in Bad Hofgastein
Ereignisse im Gasteinertal Kunst & Kultur
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Ereignisse . Gasteinertal

Kirchtag in Bad Hofgastein

21. September 2006

Kirchtag, Gasteinertal Wer etwa glaubt, Kirchtag gibt's überall und sei auch in Bad Hofgastein nichts Besonderes - irrt. Kirchtag in Bad Hofgastein ist für das ganze Gasteinertal ein absolutes Ereignis. Kaum ein Hofgasteiner, der den Kirchtag nicht besucht und ist die Zeit noch so knapp: "einmal durchgehen" - heißt die Devise und ist Pflicht. Viele gehen gleich morgens - "wenn's noch nicht so voll ist".

Die Zahl der "Standln" ist groß; über 150 gab es in diesem Jahr, Bierzapfsäulen und Grillstationen noch gar nicht mitgerechnet. Getrunken wird am Kirchtag natürlich auch entsprechend freudig im Beisein von "Brathendln, Würsteln und Grillfleisch". Musik spielt an allen möglichen Plätzen, eine überaus stimmungsvolle Atmosphäre.

Luftballon, Kirchtag Kirchtag, Musikkapelle Kirchtag, Puppen Luftballon, Bad Hofgastein
. . . Kirchtag in Bad Hofgastein . . .

Süßigkeiten vom Feinsten - Schokolade-Gebäck bis zum türkischen Honig, Schaumrollen, Kokosbusserl und nicht zuletzt gesponnenen Zucker (diesmal in Kübeln) - begehrt bei den Kindern, verpönt bei den Erwachsenen gibt es hier. Selbst hartnäckige Schaumrollen- und Kokosbusserlverweigerer werden am Kirchtag ganz schwach - niemand kann sich den Süßigkeiten wirklich entziehen.

Lebkuchenherzen Lebkuchenherzen, Kirchtag Schaumrollen, Kirchtag Kirchtag, Hofgastein
. . . "Lebkuchen-Standl" mit Lebkuchenherzen, Schaumrollen u.v.a.m. . . .

Es scheint, das ganze Gasteinertal ist auf den Beinen, des Kirchtags wegen; und hat man sich vielleicht das ganze Jahr über nicht gesehen - am Kirchtag trifft man sich bestimmt. Verwandte oder Freunde zu treffen bedeutet dann meist auch ein Geschenk bekommen, eine Schaumrolle, Spielzeug, einen kleinen Geldbetrag - aber zumindest ein Lebkuchenherz.

Spielzeug-Standl Spielzeug Puppen, Bad Hofgastein Armreifen, Kirchtag, Hofgastein
. . . "Spielzeugstandl", Armreifen und allerlei Schmuck . . .

Spielsachen, Ringe, Ketten und Armreifen, Uhren, Porzellanfiguren, Puppen, Gewürze, Schirme, Messer, Werkzeug, Körbe, Hosen, Filzhüte, Unterwäsche, Socken und vieles mehr gibt es zu erstehen. Doch nicht zu vergessen die vielen Gesundheitswässerchen, sogar das Murmeltier ziert den Stand. Und dann noch die praktischen Haushaltsgeräte und die unvergleichlich hochwirksamen Putzmittel. Sie alle haben eine lautstarke Vertretung und die Produkte werden angepriesen als hätte man etwas im Leben versäumt, greift man nicht sofort zu. Zu aller Letzt muss ein Lebkuchenherz her, denn der Kirchtag ist auch ein Tag des Schenkens und das mit Herz . . .

Uhren-Standl Kirchtag, Ziergegenstände Porzellanpuppen
. . . "Uhren-Standl", Porzellanfiguren u.a. . . .
Kirchtag im 19./20. Jahrhundert

Vom Kirchtag in Bad Hofgastein berichten die "alten Gasteiner" : Es war für Dienstboten, Knechte und Mägde ein Festtag, denn hier erstanden sie begehrte Kleidungsstücke und vieles andere mehr. Die Bauern erwarben für die ganze Familie aber auch für ihre Angestellten Arbeitskleidung, Schuhe, Werkzeug, Geschirr und allerlei Dinge, die es sonst das Jahr über im Tal nicht zu kaufen gab.
Nur wenige Läden gab es damals im Gasteinertal und diese hatten nur eine kleine Auswahl des täglichen Bedarfs. Bis zur Machtübernahme der Nationalsozialisten gab es den Kirchtag und war wie heute ein ersehntes wie großes und freudiges Ereignis für die gesamte Bevölkerung.
Dann allerdings 1938 wurde der Kirchtag im Gasteinertal verboten, denn (hitlertreue) Geschäftsleute sahen hier eine Konkurrenz, die sie nicht haben wollten. Nach Kriegsende war es dann wieder soweit, zur Freude aller - Kirchtag war wieder im Gasteinertal und wie zuvor wurde er wieder in Bad Hofgastein abgehalten.

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. . . Murmeltierfett, Kräutersalben und zahlreiche "G'wandl-Standln" . . .

Kirchweihfest und Jahrmarkt

Der Kirchtag in Bad Hofgastein findet wie auch anderswo seinen Ursprung in der Kirchweih der örtlichen Kirche, also der Liebfrauenkirche zu Hof. Wann die letzte Kirchweih stattfand und ob dies der 21. September war, konnte ich bisher leider nicht in Erfahrung bringen. Der Kirchtag als Jahrmarkt wurde aber bereits von Papst Gregor I. geduldet oder gar gefördert, denn es soll ihm gefallen haben, dass an den Weihtagen der Kirche und an den Geburtsfesten der Märtyrer und Heiligen Verkaufsstände und Lauben errichtet wurden. Luther hingegen war sehr gegen diese Kirchweihfeste, was aber die bäuerliche Welt nicht davon abhalten konnte, diesen gesellschaftlich wichtigen Markt aufzugeben.

Anmerkung: Eine Kirchweihe findet immer dann statt, wenn eine neu erbaute oder renovierte Kirche als Gotteshaus dienen soll. Diese erfolgt meist durch einen Bischof bzw. Superintendenten. Ob dieser Jahrmarkt in Bad Hofgastein nun "Kirchtag, Kirtag, kirta" oder anderswie genannt werden soll, ist unklar. Meines Wissens ist der übliche Name dafür "Kirchtag", was der ursprünglichen Bedeutung, nämlich die der Kirchweihe auch am nächsten kommt. Die unterschiedlichen Benennungen meinen auch immer dasselbe - einen seit dem 9. Jahrhundert bestehenden Jahrmarkt, verbunden mit dem Tag der Kirchweih der örtlichen Pfarrkirche.

Puppen Hüte Hüte Tücher Puppen Puppen Puppen
. . . "Hutstand" - Tücher und "Puppen-Standln" . . .
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Ereignisse in Gastein - Kirchtag 2006
© 5.10.2006 by Anton Ernst Lafenthaler
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