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Filialbadeanstalt Hofgastein

Pyrker, Bad Hofgastein Die ersten Pläne zur Errichtung einer Filialbadeanstalt Hofgastein begann mit der steigenden Frequenz der Fremden im Wildbad Gastein in den 20-er Jahren. Der Ort war zur Aufnahme aller Fremden nicht mehr imstande und jene, die in Hofgastein Quartier bezogen, mussten sich das Heilwasser fuhrenweise dorthin bringen lassen. Ein weiterer Ausbau in Bad Gastein schien nicht möglich und es wurde die Errichtung einer Thermalleitung nach Hofgastein in Erwägung gezogen. Der Bergbeamte Gainschnigg, der auch als Erbauer der Aufzugsmaschine in Nassfeld gilt, arbeitete bis ins letzte Detail ein Projekt aus. Dieses wurde aber von der Regierung bzw. deren eingesetzte Kommission abgelehnt.
Nach dem gescheiterten Projekt der Errichtung einer Thermalleitung nach Hofgastein wandten sich die Hofgasteiner direkt an Kaiser Franz I. mit der Bitte, die Regierung möge eine Probeleitung genehmigen, da dieses Projekt Privatinvestoren alleine nicht zugemutet werden könne.

Errichtung einer Thermalleitung nach Hofgastein

Ladislaus Pyrker, Denkmal Nach dem Gutachten von Ladislaus Pyrker wurde dann auch tatsächlich die Genehmigung erteilt. Der Staat verpflichtete sich, jährlich 5 Jahre hindurch kostenlos 100 Fichtenstämme für die zu bauende Leitung zu Verfügung zu stellen. Von privater Seite wurde von den Hofgasteinern und Ladislaus Pyrker eine Aktiengesellschaft gegründet, deren Aktienkapital 7500 Gulden betrug.

1828 wurde mit dem Bau begonnen und 1830 konnten bereits in Hofgastein die ersten Bäder verabfolgt werden. Die Thermenzuführung hatte eine Länge von 7250 m. Zu ihrer Errichtung wurden 2235 Fichten- und Lärchenstämme benötigt. Das Wasser wurde von der Elisabeth-Quelle in gut geschlossenen Holzröhren aufgefangen und an der rechten Seite der Ache nach Badbruck und entlang des Abhanges des Faschingberges bis in den Markt geführt. Ab Heißing bestand die Leitung nicht mehr aus Holz, sondern aus tönernen Röhren, weil hier die Leitung meist unter der Erde verläuft und diese weniger unter den Witterungseinflüssen zu leiden hatten. Ab 1843 begann man generell weite Teile der Holzröhren durch Tonrohre zu ersetzen. Als Zeichen des Dankes an Kaiser Franz I. errichtete die Gemeinde Hofgastein ein Denkmal, welches am 15. August 1847 eingeweiht wurde (Kaiser Franz Platz). Die Büste ist aus Bronze gegossen, der Sockel ist ein Marmor aus Untersberg.

Ladislaus Pyrker

Ladislaus Pyrker, Denkmal Erzbischof Johann Ladislaus Pyrker war es, welcher Kaiser Franz I. den Vorschlag unterbreitete, den Markt Hofgastein zur Erweiterung der Badeanstalten auszuwählen. Er war als Dichter und Menschenfreund berühmt. Nach Gastein kam er erstmals 1817, wo er in der Nähe der Villa Anna eine Gloriette errichtete, welche später Schillerhof genannt wurde. Das Gebäude des im Jahre 2003 aufgelassenen Bezirksgerichtes und das Volksschulhaus war eine Stiftung des Patriarchen. Die bedeutenste Dichtung Pyrkers ist eine poetische Erzählung "Rudolf von Habsburg", deren Haupthandlung die Marchfeldschlacht ist. Ihm zu Ehren wurde ein Denkmal aus Bronze auf einen mächtigen Serpentin errichtet.
Der Stein ist ein naturbelassener Findling aus Serpentin, der im Wiedner Graben bei Bad Hofgastein gefunden und vom Schmaranzbauer zur Verfügung gestellt wurde. Die künstlerische Gestaltung übernahm Dr. Friedl, die Kosten für Büste und Tafeln trug die Ladislaus Pyrker Stiftung im Sozialministerium. Eingeweiht wurde das Denkmal am 3. August 1997 von Prälat Johannes Neuhardt in Vertretung des Erzbischofs von Salzburg.
Quelle: Gasteiner Kulturkreis, Heft 18, Jahrgang 1997

Im - Doku-Archiv - siehe weiter zu diesem Thema:
- Geschichte - Thermalwasser - Wildbad Gastein
- Geschichte - Heilquellen - Muchar, 1828
- Geschichte - Filialbadeanstalt - Berichte
Siehe auch die Seiten:
Geschichte - Thermalquellen - Bad Gastein

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Quellen: Text teilweise entnommen dem Buch: "Bad Hofgastein und die Geschichte Gasteins" von Sebastian Hinterseer, 1977.

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© 1.11.2003 by Anton Ernst Lafenthaler
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