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Menschenwerke | ||
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Der künstliche Einschnitt auf der Gasteiner Seite etwas unterhalb des Grates (etwa 200 m östlich der Hagener Hütte) zeigt deutlich, wo der alte Fahrweg über den Tauernkamm gezogen sein wird. Nicht etwa das westlich der Hütte gelegene Joch wurde benutzt, denn es liegt um 20 m höher als die leichter erreichbare Scharte östlich davon, sondern die Einsattelung im Bereich des Grates, der die Landesgrenze zwischen Kärnten und Salzburg bildet. Knapp unterhalb davon springt eine Felsnase vor (10 m östlich des AV-Weges), die einen künstlich angebrochenen Absatz aufweist, über den wohl die alte Fahrstraße gebaut worden ist. Etwa 100 m von der Scharte entfernt und nördlich unterhalb der vorspringenden Felsnase ist die Straßentrasse wieder in voller Breite zu sehen. Sie verläuft hier ostwärts. Dann folgt der dammartige Aufbau einer besonders breiten Kehre, die von außen her gut zu erkennen ist.
Dann tritt die Trasse in einem zwar stabilen, aber unregelmäßig konturierten Felshang ein,
wo sie durch einen künstlich hergestellten Einschnitt sichtbar ist.
An vielen Stellen ist die Kerbe des oberen Wegrandes auszumachen.
Nach rund 50 m ist die Felszone durch eine vom Gebirgsgrat gelöste Blockhalde überlagert.
Dennoch führt die Trasse durch diesen seit jeher gleitenden Hang, der hier etwa 50 m breit ist.
Die quer durch die Blockhalde zurück nach Südwesten führende Trasse ist durch das Blockfließen arg gestört.
Die untere Kehre selbst ist aber dann ausgezeichnet erhalten; ihre beidseitige Dammkonstruktion ist unmittelbar
oberhalb des AV-Weges gut erkennbar.
Die Straße ist dann etwas oberhalb der Trasse, die vom heutigen AV-Weg und vom mittelalterlichen
Saumpfad eingenommen wird, abwärts durch die Felsschrofen verlaufen. Alle passierten sie einen teilweise natürlichen Einschnitt
am unteren Rand des Felsbandes,
wobei der Felsen zusätzlich ausgeschlagen wurde. Durch diesen Einschnitt verlässt heute auch der AV-Steig
die hoch aufragenden schrofen, und hier musste auch der mittelalterliche und neuzeitliche Saumpfad durch . . .
| Eselkar - (Oberes Eselkar: Felsschrofen / Kehre - 2.360 m) | ||
|---|---|---|
Diese Strecke zwischen Einsattelung am Grat der Mallnitzer Tauern und dem nördlichen Ende der Felsriffe, war eine technische Meisterleitung der früheren Straßenbauer. Nach Verlassen der Felsschrofen zieht die als schwacher Absatz erkennbare Trasse zunächst noch länger oberhalb des AV-Weges, und dann in einer - heute im Steilhang längst abgekippten - Kehre zurück, etwa zu jenem Punkt, wo der AV-Weg an den Trockenmauern einer verfallenen Hütte vorbeiläuft. Erst etwas abwärts und östlich vom AV-Weg tritt die Trasse aufgrund ihrer charakteristischen segmentartigen Abschnitte und ihres geringen Gefälles gut verfolgbar wieder in Erscheinung. Ihr Verlauf hält sich an den Ostrand des mäßig fallenden oberen Eselkar und schwingt in langen Strecken und mit wenigen Kehren hin und her.
Es besteht kein Zweifel, dass die Straße dann in Richtung Osten das Eselkar und den Bach querte, obwohl keine Reste von ihr mehr erfassbar sind. Hier herauf sind stattdessen mehrere flechtbandartig eingeschnittene Saumpfade neben dem AV-Weg zu erkennen. Auf dem plateauförmigen Hangrücken östlich vom Bach zeichnet sich jedoch die weitere Trassenführung wieder gut sichtbar ab. Zunächst läuft sie auf einer fast ebenen kleinen Hochfläche dahin, um dann unmittelbar am ersten Geländeabsatz mit einer Kehre nach Westen zu schwenken. Dann verliert sich die Spur wieder.
Am unteren Rand des Felsbandes (Gugl) nach einer lang ziehenden Geraden ist dann die Kehre festzulegen.
Von hier zieht die Straße in einer langen, verschwommen sichtbaren Linie quer durch das Eselkar nach
Osten zurück. Diese Linie ist gut im Abendlicht vom Bockhart aus zu sehen.
Der Trassenführung entsprechende Einschnitte sind in der Folge östlich vom Bach an zwei Stellen zu erkennen.
Schließlich ist die Trasse am östlichen Rand des Eselkars, auf dem oberen Hang der Tauernleiten im Bereich
einer Blockhalde wieder genau festzulegen. Weiter nach Osten findet man eine Kehre auf 1.860 m Seehöhe.
Diese Kehre zeigt eine jüngere
Variante an. Die ältere Variante verlief nämlich geradeaus nach Osten weiter.
Letztlich zieht die Trasse im Bereich sanft fallender Wiesenhänge mit
Serpentinen und schwach im Gelände ausgebildeten Kehren
in Richtung Eggeralm nach Südosten und geht in drei noch gut sichtbaren Kehren zum Talboden des
Nassfeldes.
Im Nassfeld sind keinerlei Reste einer älteren Straßenführung erkennbar. Damit ist leider der Anschluss der Straße vom Mallnitzer Tauern in Richtung Norden nicht klar. Entweder zog die Straße durch das schluchtartig eingezogene Nassfeldtal ins Gasteinertal oder hinauf ins Bockhartgebiet - oder beides . . .
Bei der Straße auf den Mallnitzer Tauern handelt es sich um eine 3,4 bis 4 m breite Fahrstraße mit geringer Steigung. Reliefgegebenheiten werden gut ausgenützt. Im felsigen oberen Bereich wurden längere, mit Stützmauern abgesicherte Strecken errichtet. Hier setzen oft hunderte Meter lange Abschnitte in Form von spitzwinkeligen Kehren aneinander. Im Bereich dieser Kehren ist die Straße dann stark verbreitert. Die Hauptintention wahr wohl, mit langen Strecken und wenigen Kehren Höhe zu gewinnen. Dabei wurde auch ungünstiges und gefährliches Gelände für die Streckenführung gewählt. Lange kann die Straße nicht in Verwendung gewesen sein. Sie war immer wieder vermutlich schon nach kurzer Zeit mehreren Stellen verrutscht oder gar abgestürzt. Die Straße muss ein hohes Alter haben, denn es sind keine Überlieferungen über sie bekannt. Zahlreiche verschüttete und zerstörte Stellen der Straße sprechen ebenfalls für ein hohes Alter. Auch ist die Straße ist extrem flach. Im Mittelalter wurden kurz angesetzte Serpentinen mit größerer Steigung angelegt, für Mensch und Tragtier besser geeignet.
Anmerkung: Der Text entspricht überwiegend Auszügen aus dem Buch "Hochalpine Altstraßen im Raum Badgastein-Mallnitz" von Andreas Lippert Verlag WGÖ-1993. Dabei wurde in den Jahren 1989 - 1991 unter der Leitung von T. Planta eine Altstraßendokumentation im Bockhart, am Mallnitzer Tauern und am Korntauern durchgeführt. Mitarbeitern F. Gruber, R. Krauß, A. Lippert, E. Schanes, A. Fleckingenr, T. Törrer.
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