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EH - Geschichte/Gasteinertal: Illyrer, Kelten, Römer, Bajuwaren
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    Siedlungsgeschichte

    Frühe Siedlungen am Berg

    Blockhausform, Mayerhofen

    Die ersten Menschen, die in die vom Eis befreiten Alpentäler eindrangen, werden wohl nur Jäger gewesen sein. Erst in der Jungsteinzeit wurden allmählich feste Wohnsitze errichtet, wobei bereits die Blockhausform mit waagrechter Stammlage, mitunter schon auf Steinsockeln, ähnlich den späteren Almen errichtet wurden.

    Während der Bronzezeit war, vor allem im Zusammenhang mit dem Kupferbergbau im benachbarten Salzachtal, auch das "innere Gebirg" bereits stärker besiedelt. Als Beweis dient die Tonschale, gefunden in Hofgastein, datiert auf 1700 v. Chr.

    Illyrer - Kelten - Römer

    Im Salzachtal scheint es nur eine sehr karge Besiedlung gegeben zu haben und zwar mit Beginn des 4. Jh. v. Chr. durch die Kelten, welche über die vorher hier siedelnden Illyrer die Oberhand gewannen. Häuser werden dabei schon im Blockwandbau auf Steinsockeln errichtet. Mit der Eisen- und Goldgewinnung im letzten Jahrhundert v. Chr. ist bereits die Stammesbezeichnung der „Ambisonter“ bekannt als Siedler des oberen Salzachtales. Die ältesten Berg- und Flussnamen wie Ortsbezeichnungen werden diesen Kelten, manche auch den vorher hier sesshaften Illyrern zugeschrieben.

    15./14. v. Chr. beginnt auch in den Alpentälern die römische Herrschaft. Die alten Höhensiedlungen wurden verlassen, die Bevölkerung zieht ins Tal und besiedelt neue römische Ortschaften. Die folgende Herrschaft der Römer mögen Einfluss hier im Tale gehabt haben, Funde einer Besiedlung durch Römer sind bisher aber nicht gemacht worden.

    Völker aus dem Osten (Goten, Vandalen und Hunnen) suchten günstigere Lebensbedingungen und drangen nach Westen vor. Die noch römische Provinz Norikum konnten keinen Widerstand leisten und die römische Bevölkerung zog sich letzlich nach Italien zurück. Nur einige der alten Siedlungen werden im Laufe der folgenden Unruhezeiten der großen Völkerwanderungen in unserem Raume verblieben sein.

    Bajuwarischen Besiedlung im Gasteinertal

    Ab 550 n. Chr. beginnt die bajuwarische Siedlertätigkeit zwischen Lech und Enns, Böhmerwald und Alpen. Erst ab 700 n. Chr. haben dann die Bajuwaren oder Baiern auch die hochgelegenen breiten Trassen der unteren Talhänge besiedelt, bis in höchstgelegene Regionen auch im Gasteinertal. Die von den Baiern gegründeten Maierhöfe in Mayerhofen, Unterberg, Luggau, Harbach, Laderting (Laderding), Stein, Heitzing (Haitzing), Weinetsberg, Hundsdorf, Lafen, Dietersdorf, Kötschau, Remsach, Gadaunern, Heißing, und vor allem auch der - Hof zu Gastein - scheinen die ältesten Ansiedlungen im Gasteinertal zu sein. Der slawische Einfluss war dabei wenn überhaupt nur sporadisch vorhanden.

    Um Weide- und Ackerland zu gewinnen, wurden Wälder niedergebrannt und bewaldete Auen und Sümpfe trockengelegt. Viele Familiennamen stammen aus dieser Zeit. Als sich im 13. und 14. Jh. die Lage der Bauernschaft besserte und eine natürliche Volksvermehrung durch Zuwanderung eintrat, wurden große Güter in Einzelgüter zerlegt, wobei der Name beibehalten wurde und die neuentstandenen Höfe durch die Bezeichnungen Ober-, Unter, Vorder-, Hinter- usw. ergänzt wurde. Etwa um die Mitte des 14. Jh. war die Besiedlung im großen und ganzen abgeschlossen.

    Die frühen Siedlungen am Berg

    Der Talboden war wohl mehr oder weniger eine geschlossene Au mit Auwaldungen, Mooren und Tümpeln und so kam es im gesamten Gasteinertal zu hochgelegene Siedlungen. Es waren durchwegs Bauernhöfe, wie sie heute noch anzutreffen sind, wohl oft renoviert oder neu aufgebaut, da so manches Unwetter oder Feuer viele der Häuser gänzlich zerstörte. Nachfolgend eine kleine Bestandsaufnahme der noch vorhandenen hoch gelegenen Ansiedlungen in - Bad Hofgastein - Lafen - Breitenberg - Heißing - Faschingberg (Zennersperg) und zur Gemeinde - Dorfgastein - gehörig die hochgelegenen Siedlungen am Bergl.

    Bad Hofgastein
    "Hof zu Gastein"

    Das - Gut Inglsberg Nr. 99 – liegt hoch oben östlich von Hofgastein - seit 1774 Zulehen des Egghauses im Markt, damals gekauft von Jos. Rathgeb. Zu dieser zeit war Haus und Hof neu erbaut. Wegen der Bergstürze war dieses Gut vor 1913 lange Jahre unbewohnt. Ein breiter Weg führt heute direkt zum Ingelsberggut und ist ein beliebter Spazierweg auch von einheimischen gerne begangen. Erster nachgewiesener Besitzer: 1452 Nicla ob dem Rewtt (1497 Niclas Inglsperger).

    Ingelsberg
    Inglsberggut

    Das - Gut Obergrueb Nr. 114 - auch "Stoffguet" genannt (seit 1634 nach Christoph Burgschwiger) abgebrannt im Okt. 1969 - abgetragen! - Frühe Besitzer: Georg in der Grueb 1425. Das - Untergrueb Nr. 115 - entspricht dem heutigen Grubhof, eines der vielen beliebten Ausflugsziele. Frühe Besitzer: Dietr. in der Grueb 1350.
    Im Jahre 1332 verkaufen Wulfing und Friedrich v. Goldegg für den Erzbischof an Hainrich v. Lampoding ihre Mann- und Lehenschaft auf 2 Gütern zu Grueb.

    Untergrueb, Grubhof Grubhof, Hofgastein
    Grubhof - Kronwald

    Das - Schöcklgut Nr. 116 - oder Kronwaldgütl liegt oberhalb der Straße, welche zum Annenkaffee führt.
    Frühe Besitzer: Jacob von dem Chronwald 1425, vorher "die Grolchen".

    Schöcklgut Schöcklgut, Hofgastein Schöcklgut, Kronwaldgütl
    Schöcklgut - Kronwald

    Das - Gütl Mitterkronwald Nr. 117 – liegt oberhalb des bekannten Cafe Gamskar bzw. südlich des Kronwaldgütl, erreichbar über die Straße oder dem Höhenweg - heute: Mitterkronwald.
    Frühe Besitzer: Ander auf dem Praittenperg 1513

    Mitterkronwald Mitterkronwald, Hofgastein
    Mitterkronwald - Hofgastein

    Das - Tischlerpeternhaus Nr. 118 - oder "das 4. Guett Khronbalt ob des Stainbruchs" (gemeint ist der ehemalige Tuffsteinbruch gegenüber vom Sendlhof in der Pyrkerstraße) - heute: Kranabetter, Cafe Gamskar

    Tischlerpeternhaus, Cafe Gamskar Tischlerpeternhaus, Cafe Gamskar
    Cafe Gamskar - Höhenweg

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    - Bad Hofgastein -

    Heißingfelding
    "Heißing und Felding"

    Das - Planitzengut Nr. 10 - auch "Ober Planitzen oder Plaeniz" genannt ist eines der ältesten Güter des Tales. Angeblich lässt sich unterhalb des Firstes heute noch die Jahreszahl 1177 lesen, was aber leider nicht mit Sicherheit feststellbar ist. Dazu gehörte früher auch Unterplanizen oder Niderplanizen, Weideböden unterhalb des Gutes Oberplanitzen, oberhalb Grueßberg, Bocksberg und oberhalb Grueb. Umbau und Neubau 1976/77, Seilbahnbau 1970.
    Frühe Besitzer: Otto de Planizen 1350, "ze Plaeniz" genannt 1224.

    Planitzengut, Heißingfelding
    Planitzengut

    Das - Bocksberggut Nr. 11 - auch Poxberg oder Pogkhsberg genannt nahm durch einen Hausbrand 1928 großen Schaden. Stallbrand 1936. Das Gut liegt am Fuße des Rauchbergs oberhalb des Höhenweges.
    Frühe Besitzer: Heintzel de Poxhsperg 1350.

    Bocksberggut, Heißingfelding Bocksberggut, Hofgastein Bocksberggut Bocksberggut
    Bocksberggut

    Das - Rauchberggut Nr. 12 - liegt direkt am Höhenweg, südlich des Feldingbaches. Hier befindet sich auch noch eine - Gmachl-Mühle - die Rauchbergmühle.
    Frühe Besitzer: Hans Orttner u. seine 4 sun 1522, Ander auf dem Praittenperg 1513

    Rauchberggut am Höhenweg Rauchberggut, Höhenweg Rauchberggut, Höhenweg Rauchberggut, Höhenweg
    Rauchberggut - Heißingfelding

    Das - Grueßberggut Nr. 13 - heute Grußberggut wurde früher auch Truesberg, Truesperich oder Trusegg genannt - vielleicht nach der Familie Trues, die auch im Markt Besitzungen hatte. Umbau 1961.
    Frühe Besitzer: Hans Orttner u. seine 4 sun 1522, Ander auf dem Praittenperg 1513, Gärtler am Truesperch 1350

    Grußberggut Grußberggut Grußberggut
    Grußberggut - Heißingfelding

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    - Heißingfelding -

    Lafen
    "Laven"

    Das - Hartlgut Nr. 24, 25 - Name seit 1613; früher auch Gut Meiling, Gut Zeilling, auch Guett Eylling genannt. Das Hartlgut liegt oberhalb vom "Radlach", das Gut - Oberkrausberg Nr. 26 - welches sich knapp über der Haltestelle Angertal befindet. Beide liegen direktt am alten Weg ins Angertal.

    Hartlgut, Lafen Hartlgut, Lafen Hartlgut, Lafen Oberkrausberg, Radlachgut
    Hartlgut - Radlachgut

    Das - Diemlinggütl Nr. 13 - in frühen Zeiten auch als "Guett Tyembling oder Tyemblsperg oder Diemelsperg" bezeichnet liegt schon nahe Bertahof auf der Anhöhe gleich mit dem - Großbirkengut Nr. 14 - mit Wohnhaus Nr. 59, auch Egger genannt (seit 1720); ein noch sehr altes Bauernhaus.

    Großbirkengut, Lafen Großbirkengut, Bad Hofgastein Großbirkengut
    Großbirkengut, auch Egger genannt

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    - Lafen -

    Weinetsberg
    "Walchperg"

    Das - Viehausergut Nr. 9 - oder 2. Walchgut, auch 2. Gut am Walchperg genannt, abgebrannt 1872. Frühe Besitzer: Florian Fleiß 1614.

    Viehausergut, Weinetsberg Viehausergut, Weinetsberg
    Viehausergut

    Breitenberg
    "Breitenberg"

    Das - Riedlgut Nr. 10 - Name sein 1456, ein sehr altes Haus. Derzeit werden auf diesem Hof Lamas gehalten. Auf der Streuobstwiese scheuen sie sich nicht, die Obstbäume zu entrinden. Das - Wengergut Nr. 5 - (Name seit 1842), auch die "Brandstatt" genannt mit dem Ertllehen, früher auch Christan Joans-Guett genannt (Name seit 1456), liegt unterhalb vom Riedlbauern. Das - Ortnergütl Nr. 23 – oder Rauschhäusl, auch Johnshäusl genannt, liegt nördlich vom Wengergut bzw. unterhalb vom Riedlgut.

    Riedlhof, Breitenberg Riedlhof, Breitenberg Riedlhof, Breitenberg Riedlhof, Breitenberg Riedlhof, Breitenberg
    Riedlgut

    Wengergut, Breitenberg Ortnergütl, Breitenberg
    Wengergut - Ortnergütl

    Das - Grabnergut Nr. 12 - oder Gueth im Graben liegt auf 1.075 m Seehöhe und gibt nach Süden wie nach Norden den Blick frei. Abgebrannt (1943) und Wiederaufbau, Erweiterungsbau und Gastbetrieb 1972. Frühe Besitzer: Niclas am Grabengut 1405

    Grabnergut, Breitenberg Grabnergut, Breitenberg Grabnergut, Breitenberg
    Grabnergut

    Das - Schröckgut Nr. 13 - oder Schröcklechen am Praittenperg, auch "auf der Schreck" genannt oder "Güttl Schröckh" liegt an der Straße etwas unterhalb vom - Oberbrandebengut Nr. 15 - heute Brandebengut genannt; beide mit einem herrlichen Blick ins Gasteinertal. Das Leben auf dem Bergbauernhof beschreibt Sepp Gruber in seiner Autobiographie: "Jugend im Paradies" - ein Bergbauernbub erzählt . . .
    Um Weide- und Ackerland zu gewinnen, wurden Wälder und Auen niedergebrannt, was hier wie auch anderswo durch den Namen 'Brandeben' zum Ausdruck kommt. Haus-Erweiterungsbau 1961, Rohbau des neuen Hauses 1962, Wirtschaftsbau 1971.

    Schröckgut, Breitenberg Brandeben, Breitenberg Brandeben, Breitenberg
    Schröckgut und Oberbrandebengut

    Das - Klettebengut - Nr. 19 – Frühe Besitzer: Fridrich Chlett und Fitzlinus gener Chlettery de Stain 1350, liegt etwas oberhalb von Stain auf einem bescheidenen Plateau inmitten einer Wiese, umgeben von Hecken und gar nicht leicht auszumachen.

    Klettebengut, Breitenberg Klettebengut, Breitenberg Klettebengut, Breitenberg Klettebengut, Breitenberg
    Klettebengut in Breitenberg


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    - Breitenberg -

    Dorfgastein
    "das Dorf Gasteins"

    Der - Mitterbauer - liegt auf etwa 1100 m Seehöhe und gehört mit dem Hauserbauer, dem Paulbauern, dem Lenzbauer und dem Reitergut zu den höchstgelegensten Ansiedlungen in Dorfgastein am Bergl. Der Rodelberghof und der Simabauer liegen nordwestlich des Kranzlgraben oberhalb von Mayerhofen; östlich davon der Hartlbauer.

    Mitterbauer, Mayerhofen Mitterbauer, Dorfgastein Mitterbauer
    Mitterbauergut am Bergl in Dorfgastein

    Rodlberghof, Mayerhofen Rodlberghof, Mayerhofen
    Rodlberghof


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    - Dorfgastein -

    Quellen: Die Informationen wurden überwiegend dem Buch "Bad Hofgastein und die Geschichte Gasteins" von Sebastian Hinterseer 1977 - entnommen.

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    © 4.1.2008 by Anton Ernst Lafenthaler
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