Steinbauten unterliegen einen relativen langsamen Verfall im Vergleich zu Holzbauten, wie sie als Almhütten
im Gasteinertal zahlreich sind. Die Burg Klammstein - bis 1970 ebenfalls ziemlich mitgenommen, konnte
durch - Adolf Ferner - wieder restauriert und der Öffentlich zugänglich gemacht werden.
Nicht so das Hieronymushaus, welches von einer Lawine zerstört wurde oder das Radlagerwerk,
welches beim Goldabbau Verwendung fand und deren Türme noch gut erhalten sind.
Die Bergknappenhäuser im Nassfeld (Sportgastein), noch in Kriegszeiten bewohnt, drohen ebenfalls zu verfallen . . .
Almhütten
Bäckenalm
Die Bäckenalm liegt weit unterhalb des Weges zur - Toferer Scharte - im Ardackergraben und ist schon seit Jahren verfallen.
Die Alm ist ohne Ortskenntnisse auch nicht zu erreichen und auch kein Wanderziel, obwohl diese
Gegend gar mystisch und beschaulich anmutet . . .
Die Eggeralm liegt am Wanderweg von der Poserhöhe zur Toferer Scharte. Diese Almhütte scheint ziemlich desolat,
das Ofenrohr scheint aber noch auf eine mögliche Nutzung hinzuweisen . . .
Die Gaberlhütte liegt am Wanderweg auf die Kleine Scharte und wurde neu gestaltet.
Sie zeigt dabei keine Ähnlichkeit mehr mit der ursprünglichen Hütte, wurde
aber doch liebevoll gestaltet.
Einige Mauerreste sind noch vorhanden als Zeugen der Zerstörung durch eine Schneelawine . . .
Die Haitzingalm ist zur Gänze verfallen. Es sind nur mehr Mauerreste erhalten.
Sie liegt am Weg auf den Gamsstubenkopf bzw. zum - Hieronymushaus - . . .
Haitzingalm
Palfner Hochalm
Die Palfner Hochalm besteht noch als Ruine und liegt am Weg zum - Palfnersee - bzw. zur -
Palfnerscharte - . . .
Die vordere bzw. untere - Radeckalm - führt zwar die Bezeichnung
"Gaststätte", erfüllt aber alle Kriterien einer Alm. Eine
Wanderung dorthin ist absolut zu empfehlen. Die hintere bzw. obere Radeckalm hingegen
ist eine verfallene Alm, die wohl dem Druck der Schneemassen nicht mehr standhalten konnte . . .
Das Hieronymushaus wurde 1972 (?) von einer Lawine zur Gänze zerstört und nicht mehr wieder aufgebaut.
Die Achslagertürme auf der - Hieronymushöhe - sind noch gut erhalten . . .
Siehe Wanderziel - Hieronymushaus - Achslagerturm auf der Hieronymushöhe
Nassfeld
Die heute noch gut erhaltenen aber nicht mehr bewohnbaren Knappenhäuser in Nassfeld waren die Wohnstätte der
Bergknappen, die im Bockhart und im Siglitztal tätig waren. Auch das damalige -
Kraftwerk - der Gewerkschaft Radhausberg ist noch erhalten . . .
Knappenhäuser / Nassfeld
Am Weg über dem Knappenbäudelsee bzw. auf den Kreuzkogel findet man zahlreiche Reste des ehemaligen Goldbergbaues mit Mundlöcher und
Mauerresten. Hier hat einst reges Treiben geherrscht und wohl trotz der zahlreichen Besucher heute ein
unvergleichlicher Lärm . . .
Goldbergbau, Ruine
Erzwies . Bockhart
Die heute noch zahlreich zu findenden Mundlöcher auf der Erzwies zeugen für eine
rege Bergbautätigkeit im Mittelalter bis noch ins 19. Jahrhundert. Ebenso am Oberen Bockhartsee, wo
in den letzten Jahren Ausgrabungen gemacht wurden - Berghausgruppe am oberen Bockhartsee - und
zahlreiche Utensilien aus dem 15./16.Jh. zum Vorschein kamen.
Die Ruinen und riesige Halden sind unübersehbar . . .
Erzwies - Bockhartsee
Gaststätten
Alraune
Die Alraune war einst eine beliebte Gaststätte unweit der Evian-Quelle. Sie war gleichzeitig auch Wohnstätte
und Ausschank. 1951 zerstörte der Luftdruck einer gewaltigen Lawine, welche den Westhang des
Nassfeldertales hinunter stürzte und
im Gebirgsbach zum Stillstand kam das Haus völlig. Bäume wurden noch weit hinauf gestürzt - nichts blieb übrig.
In den späteren Jahren wurde sie neuerlich vorübergehend als Gastätte betrieben, dann aber stillgelegt.
2004 wurde das bereits zerstörte Gebäude neuerlich von eine Lawine erfasst
und lies nur wenig übrig, wie heute zu sehen ist . . .
Wer ein Gewitter in den hohen Bergen erlebt hat, weiß um deren Gefahr.
So mussten die Hirten derartige Hütten errichten, um einerseits dem heftigen Gewitter nicht schutzlos
ausgeliefert zu sein und andererseits bei etwaigen Schneefällen, bei kaltem Wind und Kälte Schutz zu finden.
Einer dieser Hütten ist noch erhalten, sogar mit Ofen und Kamin . . .
Hütte im Fels
Althochstraßen
Bockhart
In das seit dem 13. Jahrhundert aktive Bergbaurevier am oberen Bockhart führen mehrere
Wege und Straßen. Im Bereich des unteren Bockhartsees sind ältere Straßenlinien
weitgehend durch spätere Transportwege des Bergbaues verwischt worden.
Der Stützmauerweg oberhalb des unteren Bockhartsees findet seine Fortsetzung im oberen
Hochtal des Bockhart, wo am unteren Hang des Silberpfennig eine aufwendig gemauerte
Dammstraße führt. Diese fahrbare Straße ist etwa 3 m breit, geschottert, geradlinig
und weist eine Spitzkehre auf, wie sie am Mallnitzer Tauern und am Korntauern typisch sind.
Eine Fortsetzung der Straße ins Raurisertal wurden nicht gefunden.
Somit kann die Bockhartstraße als eine Stichstraße aus dem Süden in das Bergbaugebiet angesehen werden.
Die Straße zeichnet sich durch weit ausholende Strecken mit Spitzkehren und mit
gewöhnlich langen Segmenten aus. Der Aufwand für die Errichtung war sehr groß.
Die Passstraße über den Korntauern würde wenig Sinn ergeben, wenn sie nicht
weiter durch das Gasteinertal hinaus ins Salzachtal verlaufen wäre.
Im Gasteinertal wurden bisher aber keine derartig alte Straßenreste gefunden . . .
Das Bauprinzip römischer Bergstraßen war die Geradlinigkeit und die Spitzkehren,
wobei der Kurvenradius einer Straßenbreite entsprach. Die Linienführung wurde bestimmten
Steigungen angepasst, die zwischen 7 und 15% ausmachte. Die Folge war, das entweder hohe
Dämme (Blockhalden) gebaut werden mussten oder die Trasse tief ins Gelände einschnitt
(talseitige Stützmauer). Römische Gebirgsstraßen machten dabei Umwege und Zick-Zacklinien,
um die Steigung zu mäßigen.
Eselkar - (Oberes Eselkar: Felsschrofen / Kehre - 2.360 m)