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GF - Pilze im Gasteinertal: Schleierlingsartige - Cortinariaceae
Pilze im Gasteinertal Pilze-Einteilung
Pilze

Pilze Gasteins

Schleierlingsartige

Die Schleierlingsartigen - Cortinariales - haben als wichtigstes gemeinsames Merkmal den Haarschleier (Cortina). Dieser spinnwebige Schleier umschließt erst als Hülle den ganzen Pilz. Später sind nur mehr feine Reste meist am Stiel sichtbar, die man als nicht Geübter anfangs regelmäßig übersieht. Leider gibt es auch im Gasteinertal zahlreiche Giftpilze, gar tödliche Exemplare - nur wenige Speisepilze.
Die Schleierlinge - Cortinarius - sind die artenreichste Gattung Mitteleuropas und weisen viele Farben auf. Der charakteristische zarte Schleierrest am Stiel kann leicht übersehen werden, was die Bestimmung dieser Pilze äußerst schwierig macht. Eine weitere Unterteilung in Untergattungen wie Hautköpfe, Rauköpfe, Schleimfüße etc. ist nicht unproblematisch, kann aber doch sehr hilfreich sein und bewahrt zudem eine gewisse Übersichtlichkeit.
Die Fälblinge - Hebeloma - sind Pilze mit eher eintönigen Farben und schwer zu unterscheiden. Der Hut ist feucht schmierig und zeigt meist fahle Brauntöne mit teilweisem Velumüberzug am Rand, insbesondere bei jungen Pilzen. Alle Fälblinge sind giftig oder ungenießbar.
Die Risspilze - Inocybe - zeigen mehr oder weniger braune Farbtöne. Den Namen verdanken sie der Eigenschaft, dass die Hüte beim Aufschirmen einreißen. Viele sind giftig; Speisepilze finden sich bei dieser Gattung nicht.

Beachte die Merkmale - Die Schleierlinge - sind farbenfrohe Pilze mit dem charakteristischen spinnwebartigen Schleier, welcher den ganzen Pilz umschließt, letztlich aber nur mehr zwischen Hut und Stiel zu sehen ist. Die Lamellen sind angewachsen, fest mit dem Hutfleisch verbunden und jung oft lebhaft gefärbt, im Alter aber rostfarben.
Alkohollösungen bzw. Kali-Lauge (KOH) kann zur Bestimmung der Schleierlinge hilfreich sein. Die Farben der Hautköpfe sind in Alkohol löslich, die der Rauköpfe nicht. Ebenso verfärbt sich bei den Schleimköpfen und Klumpfüßen das Fleisch mit KOH gelb bis gelbbraun, während die Dickfüße keine Farbreaktion zeigen.

Die Fälblinge - zeigen insbesondere bei den jungen Pilzen das flaumige Haarkleid am Hutrand. Der Hut selbst ist oft schmierig, klebrig. Die Lamellen sind dem Hut gleichfarben, typischerweise milchkaffeebraun und eingebuchtet. Der Stiel ist zylindrisch, selten keulig, an der Stielspitze öfter beschuppt. Fleisch cremebräunlich. Geruch oft rettichartig.
Frische und junge Pilze können an den Lamellen milchweiße Tröpfchen absondern. Dies wird als "tränend" bezeichnet. Nach dem Auftrocknen bleiben diese als Punkte durch das anhaftende Sporenpulver zurück. Die Lamellenschneide ist oft weißlich bewimpert (Lupenmikroskop).
Die Risspilze - zeigen keine Haarschleierreste mehr. Der Hut ist radialrissig und die Stielbasis häufig knollig verdickt. Lamellen im Alter tabakbraun. Zur Bestimmung der Arten ist der Geruch und die mikroskopische Beurteilung der Caulozystiden (besondere Zellen im Stielbereich) unumgänglich.

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Allgemeine Merkmale
Pilze mit faserigem Fleisch. Hut viele Farben. Hut- und Stielgewebe nicht geteilt. Lamellen angewachsen, fest mit dem Hutfleisch verbunden, jung verschiedenfarbig, im Alter rostfarben. Stiel mit Schleierrest (anhaftend das Sporenpulver). Sporenpulver braun.

Bestimmungshilfe zu den "Allgemeinen Merkmalen"

Farbenfrohe Pilze; spinnwebiger Schleier zwischen Hutrand und Stiel = Schleierlinge:
- Hut filzig bis schuppig, oft violett = Schleierlinge
- Hut trocken, glatt bis feinschuppig, oft wie die Lamellen intensiv gefärbt = Hautköpfe
- Hut trocken, hygrophan, meist gelb-orange bis rotbraun. Huthaut samtig, filzig oder schuppig. Lamellen gleich der Hutfarbe = Rauköpfe
- Hut (nicht der Stiel) feucht schmierig oder schleimig. Stielbasis oft verdickt = Schleimköpfe und Klumpfüße
- Huthaut trocken. Häufig verdickte Stielbasis = Dickfüße, Seidenköpfe
- Hut und Stiel schmierig oder schleimig = Schleimfüße
- Hut hygrophan = Gürtelfüße, Wasserköpfe
Falbe, eintönige Pilze, Hut schmierig; Lamellen und Hutfarbe gleich; Fleisch cremebräunlich - Fälblinge:
- rettichartig, süßlich, kakaoartig, nach Seife ?
Hut braun bis gelb, kegelig bis gebuckelt, längsgefasert, rissig; Fleisch weiß - Risspilze:
- Stiel vollständig oder bis zur Hälfte bereift; Stielbasis knollig = Marginatae, Rubellae
- Fruchtkörper jung mit deutlicher Cortina; Stiel nicht oder nur apikal bereift = Cortinatae
- Fruchtkörper ohne Cortina; Stiel mehr oder weniger bereift. Stielbasis nicht gerandet, knollenförmig = Pertiginosae
- Weitere Merkmale und Abbildungen im - Archiv - . . .

Geflecktblättriger Flämmling

Gymnopilus penetrans

Flämmling Der goldgelb bis rötlichbraune Hut des Geflecktblättrigen Flämmling ist etwa 2-5 cm breit, gewölbt bis ausgebreitet und manchmal (meist nicht) gebuckelt. Die Oberfläche ist fast glatt und kahl, nur schwach eingewachsen, radialfaserig, feucht klebrig, goldgelb, fuchsig rötlich bis rotbraun, bisweilen dunkler gefleckt. Die Lamellen sind wie auch bei anderen Schleierlingen am Stiel ausgebuchtet angewachsen bis kurz herablaufend. Die Schneiden sind mehr oder weniger schartig. Der Stiel ist um 3-8 cm lang und unter 1 cm dick, blassgelblich, jung weißlich, später in der unteren Hälfte zunehmend rotbräunlich, stark längsfaserig, bisweilen mit undeutlicher Ringzone, eben jene Zone, die ihn als Schleierling identifizieren soll. Die Basis zeigt nicht selten einen weißen Myzelfilz. Das Fleisch ist gelblich, im Stiel bräunlich. Der Geruch scheint schwach rettichartig, der Geschmack bitter. Der Pilz ist schlichtweg ungenießbar und soll penetrant widerlich schmecken, wie der lateinische Name - penetrans - zum Ausdruck bringt. Eine Verwechslung mit dem Rauchblättrigen Schwefelkopf oder dem Stockschwämmchen sollte nicht vorkommen.

Spitzbuckeliger Orangeschleierling

Cortinarius speciosissimus

Spitzbuckeliger Orangeschleierling

Der Spitzbuckelige Orangeschleierling - Cortinarius speciosissimus - ist ein bei uns nicht seltener Pilz und soll hier besonders abgehandelt werden, da sein Genuss Lebensgefahr bedeutet. Er bevorzugt unsere Fichtenwälder im Gegensatz zum allseits bekannten und ebenfalls tödlichen Orangefuchsigen Raukopf - Cortinarius orellanus - welcher häufiger in Laub- und Mischwäldern mit Buchen und Eichen vorkommt.
Der Hut unseres Spitzbuckelige Orangeschleierling ist rotbraun, feinfilzig, trocken mit deutlich spitzem Buckel. Die Lamellen sind anfangs wie der Hut gefärbt, später aber rostbraun, entfernt stehend, breit, angewachsen. Der rötlich-orangebraune Stiel ist etwas heller als der Hut, die Stielbasis zylindrisch, verdickt; zunächst ausgestopft, dann aber hohl. Der Schleier am Stiel (Cortina) ist anfangs gelblich, das Fleisch ockerrötlich. Geruch leicht rettichartig.
Er zählt zu den lebensgefährlich giftigen Pilzen. Als Pilzgift unbekannter chemischer Struktur gelten die Orellanine, die bei Hitzeeinwirkung noch weiter in toxische Fraktionen zerfallen.
Der Krankheitsverlauf ist langwierig. Erst nach 12 Stunden oder gar erst nach 2-3 Tagen kommt es zu uncharakteristischen Bechwerden wie Durst, evtl. Erbrechen, Durchfälle und Bauchkrämpfe. In schweren Fällen kommt es nach den gastrointestinalen Symptomen innerhalb 6-10 Tagen zur Leberschwellung und Gelbsucht mit einer Erholungszeit von 3-4 Wochen. In sehr schweren Fällen ist die Latenzzeit kurz. Schon nach 4 Tagen kann es zum Nierenversagen, irreversiblen Leberschaden und Tod kommen.

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Safranblättriger Hautkopf Spitzbuckeliger Orangeschleierling Geflecktblättriger Flämmling
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Gastein im Bild - Schleierlingsartige
© 21.11.2008 by Anton Ernst Lafenthaler
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