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GOb15 - Biotoptypen/Gasteinertal: Ans Wasser gebundene Lebensräume
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Gasteinertal
Ökologie

Biotoptypen . Gasteinertal

Röhrichte und Großseggensümpfe

Röhrichte 151 - Großseggensümpfe und -rieder 152

Röhrichte und Großseggenriede sind hochwüchsige, von grasartigen Süßgräsern, Riedgräsern oder Rohrkolbengewächsen bzw. von Seggen beherrschte Bestände an Gewässern. Die produktionsträchtigen Verlandungsgesellschaften an Teichen, Seen und Fließgewässern sind floristisch heterogen. Alle Röhrichte, in denen das Schilfrohr eine mehr oder weniger große Rolle spielt, werden dem Phragmition-Verband zugeordnet.
Nur flach überschwemmte oder trockenfallende Standorte im Bereich der Stillgewässer werden von Seggenriedern eingenommen. Diese Großseggenriede sind innerhalb der - Phragmitetea - dem (Magno-)Caricion elatae-Verband zugeordnet.
Röhrichte sind in Gastein gar nicht häufig, schon hingegen einige der Großseggensümpfe. Diese werden in horstig und rasig wachsende Großseggensümpfe unterteilt.
Biotoptyp (Sbg.1994): Ans Wasser gebundenen Lebensräume - Röhrichte und Großseggensümpfe 1.5

Röhrichte

Mit Röhricht werden hochwüchsige, artenarme, von Gräsern oder Pflanzen mit grasartigem Wuchs dominierte Biotope zwischen offener Wasserfläche und Land bzw. der Verlandungszone mit Seggen bezeichnet.
Biotoptyp (Sbg.1994): Röhrichte 1.5.1
Schilfröhricht
Beim Biotoptyp Schilfröhricht - Phragmitetum australis - handelt es sich um eine artenarme Gesellschaft bis zu Reinbeständen auf schlammigen Böden eu- und mesotropher Gewässer. Nicht zu verwechseln ist dieses Röhricht mit ebenfalls schilfdominierten Beständen, die sich auf Streuwiesen nach mehrjährigem Aussetzen der Herbstmahd einstellen.
Biotoptyp (Sbg.1994): Schilfröhricht 1.5.1.1
Schilfröhricht Schilfröhricht Schilfröhricht
Patschgwiese, Dorfgastein
Archiv : Biotopkartierung
Schilfröhricht, Dorfgastein Schilfröhricht, Luggau Schilfröhricht, Dorfgastein Schilfröhricht, Dorfgastein
Schilfröhricht 1.5.1.1

Vorkommen im Gasteinertal: Der Biotoptyp - Schilfröhricht - ist im Gasteinertal mit 8 Biotopen ausnahmslos in der Katastralgemeinde Dorfgastein vertreten. Als weiterer Biotoptyp kommt noch der Wasserschachtelhalmröhricht mit 2 Biotopen vor.

Wasserschachtelhalmröhricht
In oligo- und mesotrophen Gewässer bildet der Wasserschachtelhalm - Equisetum fluviatile - in flachem Wasser über Torfschlammböden oft Reinbestände. In tieferen Lagen ist diese Gesellschaft dem Schilfröhricht vorgelagert oder mit diesem verzahnt, in der oberen Montanstufe (bis 1500 m) ist der Wasserschachtelhalm ein wichtiger Verlandungspionier und ersetzt das Schilf völlig.
Biotoptyp (Sbg.1994): Wasserschachtelhalmröhricht 1.5.1.7

Vorkommen im Gasteinertal: Von den Röhrichten kommen die Biotoptypen Sumpfbinsenröhricht, Rohrkolbenröhricht, Igelkolbenröhricht etc. im Gasteinertal nicht vor; schon hingegen der Wasserschachtelhalmröhricht mit einem Biotop am oberen Bockhartsee und einem oberhalb Maierhofen.

Großseggensümpfe und -rieder

Die Großseggengesellschaften, die an primären Standorten nur einzelne Horste bilden, können sich im potentiellen Wuchsbereich von Auengehölzen großflächig ausdehnen. Sie werden mit zunehmender Entwässerung von Molinio-Arrhenatheretea-Arten durchsetzt. Solche Seggenrieden an Sekundärstandorten leiten zum Bereich des Wirtschaftsgrünlandes über. Es handelt sich bei den Großseggensümpfen und -rieder um hochwüchsige, artenarme, von Großseggen beherrschte Bestände an meist flach überschwemmten, von Natur aus nährstoffreichen Stellen. Meist dominiert immer nur eine Seggenart und bildet dichte Horste oder lockere, gleichmäßige Rasen.
Das Schnabelseggenried - Caricetum rostratae - kennzeichnet dabei den nährstoffärmsten Flügel der Großseggenriede und vermittelt zu moosreichen Varianten, zu den Scheuchzerio-Caricetea nigrae-Gesellschaften. Hier ersetzt das Caricetum rostratae die Phragmition-Gesellschaften. Es werden horstige und rasige Großseggensümpfe unterschieden.
Biotoptyp (Sbg.1994): Großseggensümpfe und -rieder 1.5.2
Großseggensumpf, horstig wachsend
Der Steifseggensumpf - Caricetum elatae - ist auf nährstoffreichen, oft kalkhaltigen Schlammböden an flach überschwemmten Stellen von Seeufern entwickelt. Man findet ihn auch in sumpfigen Mulden und Senken mit zeitweise stehendem Wasser. Die dominierenden Horste der Steifen Segge - Carex elata - prägen dieses Großseggenried.
Das Wunderseggenried - Caricetum appropinquatae - kommt auf feuchten bis nassen, anmoorigen und nur mäßig nährstoffreichen, zumeist kalkhaltigen Böden vor. Es steht im engen Kontakt mit dem Steifseggenried und ist nur unscharf von diesem abgegrenzt.
Rispenseggensumpf - Diese von der Rispensegge - Carex paniculata geprägte Gesellschaft - Caricetum paniculatae - ist häufig an Quellaustritten oder Hangvernässungen über mineralischen bis anmoorigen, basenreichen, zum Teil kalkhaltigen Grund zu finden.
Biotoptyp (Sbg.1994): Großseggensumpf, horstig wachsend 1.5.2.1
Archiv : Biotopkartierung
Großseggensumpf, Bäckenalm Großseggensumpf, Bäckenalm Großseggensumpf, Nesslach Großseggensumpf, Amoseralm
Großseggensumpf, horstig wachsend 1.5.2.1

Vorkommen im Gasteinertal: Von den Rispenseggensümpfen sind im Gasteinertal 27 Biotope kartiert. Diese sind bevorzugt im Bereich Angertal bis Dorfgastein angesiedelt.

Großseggensumpf, rasig wachsend
Die Gesellschaft der scharfkantigen Segge - Carex acutiformis - besiedelt nährstoffreiche, feuchte Böden und stellt oftmals das Relikt einer verschwundenen, anspruchsvolleren Feuchtwiesengesellschaft dar.
Biotoptyp (Sbg.1994): Gesellschaft der scharfkantigen Segge 1.5.2.2.1

Der Schlankseggensumpf - Caricetum gracilis - ist eine Ersatzgesellschaft für Erlenbrüche und zum Teil Auwälder auf feuchten, nährstoffreichen, meist kalkhaltigen Böden. Er tritt auch als Sukzessionsstadium der Entwicklung von ungemähten Streuwiesen zu Gehölzformationen auf. Die Gesellschaft ist häufig extrem artenarm und wird von der Schlanken Segge - Carex gracilis - dominiert.
Biotoptyp (Sbg.1994): Schlankseggensumpf 1.5.2.2.2

Schnabelseggenufersaum bzw. -sumpf Bei dieser von der Schnabelsegge - Carex rostrata - dominierten Gesellschaft handelt es sich um eine natürliche Verlandungsgesellschaft im flachen Wasser über mineralischem, aber auch torfigem Untergrund. Wir finden diesen Biotoptyp im Gasteinertal u. a. am Höhkarsee, auf der Hieronymushöhe und kleinflächig an vielen anderen Stellen.
Biotoptyp (Sbg.1994): Schnabelseggenufersaum bzw. -sumpf 1.5.2.2.3

Schnabelseggensumpf
Caricetum rostratae Schnabelseggensumpf Schnabelseggensumpf
>Höhkar, Gasteinertal

Bei diesem Biotoptyp - Schnabelseggenufersaum bzw. -sumpf - handelt es sich um eine von der Schnabelsegge - Carex rostrata - dominierten Gesellschaft. Es ist eine natürliche Verlandungsgesellschaft im flachen Wasser über mineralischem, aber auch torfigem Untergrund. Dieser Biotoptyp kommt großflächig im Höhkar vor.

Schnabelseggensumpf Schnabelseggensumpf
Mooskarl, Gasteinertal

Am Mooskarl oberhalb der Brandner Hochalm ist nur punktuell ein derartiges Biotop anzutreffen. Etwas unterhalb liegt der Weiher mit dem flutenden Igelkolben. Carex rostrata kommt hierin nicht vor.

Caricetum rostratae Schnabelseggensumpf Schnabelseggensumpf Schnabelseggensumpf
Hieronymushöhe - Bildgalerie - Gasteinertal 2006

Auf der Hieronymushöhe findet sich dieser Biotoptyp mit der Schnabelsegge, der Igelsegge und der Braunsegge. Zusätzlich ist das Wollgras beigemischt. Es handelt sich um die Pflanzengesellschaft - Caricetum rostratae bzw. dem Verband - Caricion lasiocarpae.

Archiv : Biotopkartierung
Brandner Hochalm Brandner Hochalm Schnabelseggensumpf, Unterberg
Großseggensumpf, rasig wachsend 1.5.2.2.

Vorkommen im Gasteinertal: Vom Biotoptyp - Großseggensumpf - sind lediglich der Schnabelseggenufersaum bzw. -sumpf mit 8 Biotopen im Gasteinertal vertreten und zwar auf der Brandner Hochalm und in Unterberg bzw. Klammstein. Der Schlankseggensumpf und die Gesellschaft der scharfkantigen Segge kommen nicht vor.

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Anmerkung: Entsprechend der - Biotopkartierung für Salzburg - bzw. der Kartierungsanleitung, bearbeitet von Günther Nowotny und Hermann Hinterstoisser et al. April 1994 beinhaltet der Biotopkomplex - Ans Wasser gebundenen Lebensräume - noch die Biotopgruppen - 1.1 Stehende und langsam fließende Gewässer - 1.2 Fließgewässer - 1.3 Auen und Auwälder - 1.4 Moore und Moorwälder - und die - 1.6 Feuchtlandschaftsreste in der Kulturlandschaft.

Anmerkung: Der Schlüssel für die - Biotoptypen nach Haeupler & Gavre - bzw. nach Haeupler & Muer (2000) unterscheidet hier entsprechend limnische und semiterrestrische Lebensräume wie die die - Großseggenriede - Sümpfe und Niedermoore ohne Gehölze - S2.1.

Biotope im Gasteinertal

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Röhrichte und Großseggensümpfe
© 29.11.2006 by Anton Ernst Lafenthaler
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