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GOb23 - Biotoptypen/Gasteinertal: Naturnahe Wälder und Gebüschstrukturen
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Biotoptypen Gasteinertal |
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Die Waldgrenze ist die auffälligste Höhengrenze der Vegetation im Hochgebirge und
ist vor allem durch kurze und ungünstige Vegetationszeiten bedingt.
Die Hauptursachen für das plötzliche Haltmachen der Bäume im Gebirge
sind die spätwinterliche Erschwerung der Wasserbilanzen in Verbindung mit
Frosttrocknis, der Wärmemangel, der Wind und die Dauer der Schneebedeckung.
Strauchfreie Hochstaudenfluren auf mineralkräftigen, gut
wasserversorgten Böden bilden produktionsfähige Gesellschaften
im Hochgebirge oberhalb der Waldgrenze.
Die montanen und hochmontanen Hochstaudenfluren des Adenostylion alliariae-Verbandes
wachsen auf Lawinenbahnen und im offenen Waldgrenzökoton der Alpen (Glazialrelikte).
An Lawinenbahnen dringen die Hochstauden
in die Schluchtweiden-Gebüsche des Salicion appendiculatae und
letztendlich in den Unterwuchs lichter Grünerlen-Gebüsche vom Typ des
Alnetum viridis ein.
Krummholzgesellschaften mit Alpenrose und Empetrum werden nicht selten von
Hochstauden wie Veratrum album, Senecio, Peucedanum osthrucium und
Geranium sylvaticum besiedelt, die hier vor Viehtritt, Wind und Kälte geschützt sind.
Hang- und Schluchtwälder sind anspruchsvolle, hochstaudenreiche Mischwälder,
in schattigen und feuchten Schluchten des Berglandes, wo die
Buche meist fehlt. Typische Standorte sind steile Hänge mit feucht-kühlem
Klima auf feinerdearmen, aber humosen Fels- oder Steinschuttböden.
Biotoptyp (Sbg.1994): Naturwälder bzw. naturnahe Wälder, Gebüschstrukturen und
sonstige Gehölze - Hochmontan-subalpine Hochstaudengebüsche und Hochstaudenfluren 2.3
| Grünerlengebüsch |
| Kühkar, Gasteinertal 2006 |
Wo die Almbewirtschaftung aufhört bilden sich auf feuchten und
nährstoffreichen Standorten zunächst langgrasige Bestände aus,
die dann rasch von Hochstauden und Grünerlen durchwachsen werden.
Im Bereich der Waldgrenze treten alle Stadien der Grünerlenpionierphase,
Übergangsphase Grünerle - Fichte zu Dauergesellschaften Fichte - Lärche aber auch zu
Fichten-Schlusswäldern auf (aufgelassene Almen).
Vorkommen im Gasteinertal: Derartige Biotope finden sich überall an und oberhalb der Waldgrenze im Gasteinertal, wie
zum Beispiel großflächig auch auf der Wiedneralm, der Leidalm oder der Biberalm usw.
| Milchlattich-Hochstaudenflur | |
| Rastötzenalm, Gasteinertal | |
Diese Alpine Hochstaudenflur vom Typ der Alpenlattich-Gesellschaft -
Adenostylo-Cicerbetetum entsteht nach Schlag aus dem Grünerlenbusch (Alnetum viridis).
Ihr natürliches Vorkommen in der alpinen Stufe sind
waldfreien Standorte, aber auch Lawinenbahnen.
Vorkommen im Gasteinertal: Rastötzenalmweg, Brandner Hochalm usw.
| Berg-Frauenfarnflur | ||
| Rastötzenalm, Palfner Heimalm - Gasteinertal | ||
Entsprechend der - Biotopkartierung für Salzburg - bzw. der Kartierungsanleitung, bearbeitet von Günther Nowotny und Hermann Hinterstoisser et al. April 1994 beinhaltet der Biotopkomplex - Naturwälder bzw. naturnahe Wälder und Gebüschstrukturen sowie sonstige Gehölze - auch die Biotopgruppen - 2.1 Laubwälder - 2.2 Nadelwälder - 2.4 Waldränder und Vorwaldgesellschaften - und die - 2.5 Gehölze in der Kulturlandschaft - . . .
Anmerkung: Der Schlüssel für die - Biotoptypen nach Haeupler & Gavre - bzw. nach Haeupler & Muer (2000) unterscheidet hier entsprechend den terrestrischen Lebensräumen - Hochstaudenfluren, Gebüsche und Rasen - T3.
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- Biotoptyp : Vorwaldgesellschaften |
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Gastein im Bild - Ökologie/Biotoptypen
Hochmontan-subalpine Hochstaudengebüsche und Hochstaudenfluren
© 29.8.2006 by Anton Ernst Lafenthaler
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