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GOb24 - Biotoptypen/Gasteinertal: Naturnahe Wälder und Gebüschstrukturen
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Biotoptypen Gasteinertal |
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Hier werden alle Gebüsch- und Waldmantelgesellschaften zusammengerfasst, die nicht auf vermoorten
oder durch regelmäßige Übeschwemmungen beeinflusste Standorte
wachsen. Es sind überwiegend Gesellschaften aus der Klasse Rhamno-Prunetea, eine
rein von Gebüschen geprägte Gruppe. Neben der von der
Landwirtschaft geprägten Kulturlandschaft sind sie auch an natürlichen Waldgrenzen anzutreffen.
Derartige Saumgesellschaften, wie sie vorwiegend an Gebüsch- und Waldrändern vorkommen,
schließen entweder direkt an einen Wald an oder sind von diesem durch einen
strauchige Formation getrennt, die als Waldmantel vielerorts den Übergang zwischen der offenen,
waldfreien Formation und dem Wald selbst bildet.
Unter Waldmantel versteht man Gehölzbestände am Waldrand, die einen
stufigen Übergang vom Wald im offen Land vermitteln.
Unter Waldsaum versteht man wechselnd breite Streifen hochwüchsiger
Stauden und Gräser, die dem Strauchmantel vorgelagert sind und sehr vielfältig
zusammengesetzt sein können.
Die Waldränder und Vorwaldgesellschaften beinhalten auch Bezeichnungen wie
Saumgesellschaften, Waldmäntel, Gebüsche und Hecken,
wobei allerdings z. B. die Hecken als eigene Biotopgruppe
im Biotopkomplex - Gehölze in der Kulturlandschaft - geführt werden.
Biotoptyp (Sbg.1994): Waldränder und Vorwaldgesellschaften 2.4
Das Salweidengesträuch - Epilobio-Salicetum caprae - beispielsweise ist eine
weit verbreitete Vorwaldgesellschaft vor allem auf sandig-steinigen, oft humusarmen
oder nur mäßig frischen Böden. Zur Salweide - Salix caprea gesellen sich sehr
oft Birke - Betula pendula und Zitterpappel - Populus tremula.
Auch von der Birke dominierte Bestände sind häufig. Auf eher nährstoffarmen Böden
im Bereich von Fichtenwäldern kann sich der Fichten-Vogelbeer-Vorwald -
Picea-Sorbetum aucupariae einstellen. Es wird durch aufkommende Fichten - Picea abies
und Vogelbeerbäume - Sorbus aucuparia charakterisiert. Im Unterwuchs findet man
Fuchskreuzkraut - Senecio fuchsii, Himbeere - Rubus idaeuns, Brombeere - Rubus
fruticosus agg., Roter Hollunder - Sambucus racemosa u.a.
| Fichten-Vogelbeer-Vorwald | |
| Leidalm, Gasteinertal | |
Vorwaldgesellschaften entstehen auch auf Flächen, die von Naturkatastrophen betroffen
wurden oder sind, da dadurch immer wieder
Freiflächen entstehen, die für die natürliche Sukzession von großer Bedeutung sind.
Kehren diese Katastrophenereignisse (z.B. Lawinen, Muren)
in periodischen oder episodischen Abständen (wenige Jahre bis Jahrzehnte) wieder,
wird die natürliche Sukzession in einem bestimmten Stadium unterbrochen und erneut
in Gang gesetzt, sodass die Entwicklung nicht über das Vorwaldstadium hinausgeht.
Unter den Gehölzen finden sich sowohl Arten der am jeweiligen Standort natürlichen
Waldgesellschaft als auch der Vorwaldgesellschaften.
Die buschwaldartigen Bestände im Strich großer Lawinen sind derartige dichte und
undurchdringliche Buschwälder nach Naturkatastrophen. Charakteristisch sind
Stockausschläge aus teilweise mächtigen Wurzelstöcken. Der Unterwuchs ist meist
aus Hochstauden- und Waldarten aufgebaut. In offenen Bereichen kommen auch
Arten der alpinen Rasen vor. Der Anteil von liegendem Totholz kann im
Auslauf des Lawinenstriches sehr hoch sein.
Entsprechend der - Biotopkartierung für Salzburg - bzw. der Kartierungsanleitung, bearbeitet von Günther Nowotny und Hermann Hinterstoisser et al. April 1994 beinhaltet der Biotopkomplex - Naturwälder bzw. naturnahe Wälder und Gebüschstrukturen sowie sonstige Gehölze - auch die Biotopgruppen - 2.1 Laubwälder - 2.2 Nadelwälder - 2.3 Hochmontan-subalpine Hochstaudengebüsche und Hochstaudenfluren - und die 2.5 Gehölze in der Kulturlandschaft - . . .
Anmerkung: Der Schlüssel für die - Biotoptypen nach Haeupler & Gavre - bzw. nach Haeupler & Muer (2000) unterscheidet hier entsprechend die terrestrischen Lebensräume - Waldlichtungsfluren und Gebüsche - T2.
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- Biotoptyp : Gehölze in der Kulturlandschaft |
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Gastein im Bild - Ökologie/Biotoptypen
Hochmontan-subalpine Hochstaudengebüsche und Hochstaudenfluren
© 29.11.2006 by Anton Ernst Lafenthaler
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