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GOb37 - Biotoptypen/Gasteinertal: Alpine Hochlagen an und über der Waldgrenze


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    Nivale (glaziale) Typen

    Gletscher, Gletschervorfeld, Lawinenkegel, Fels 3.7.1

    Unter Nivale (glaziale) Typen werden alle Lebensräume zusammengefasst, die von Schnee und Eis geprägt werden bzw. wurden. Obwohl hier extreme Lebensbedingungen herrschen, kommen doch noch einige pflanzliche und tierische Organismen vor. Unter den pflanzlichen Pionieren sind besonders die Flechten sowie einige Blütenpflanzen wie der Gletscherhahnenfuß - Ranunculus glacialis - zu erwähnen.
    In der Formation der Geröll- und Felsvegetation werden einschichtige Gesellschaften feinerdiger Standorte zusammengefasst. Es sind Dauergesellschaften die sich nur dann verändern, wenn die Standortbedingungen variieren (Freilegung von Moränen, Abbau von Gletschern, Geröllbewegungen etc.).
    Gletscher sind nivale Lebensräume. Gletschereis ist als monomineralischer Gesteinstyp eine bewegliche Masse, die bei Klimaänderungen mit Vorstoß oder Rückzug reagiert und dadurch Erosion, Transport und Sedimentation bewirkt. Die Gletschervorfelder sind vegetationsarm und werden von Pionierpflanzen besiedelt.

    In den Hohen Tauern handelt es sich vor allem um Kargletscher, Hängegletscher und Wandgletscher sowie um alpine Talgletscher. Selten sind kleine Plateaugletscher und Nischengletscher. Im Gasteinertal werden derartige Gletscher als Kees bezeichnet, wie z. B. der Tischlerkarkees, der Grubenkarkees, der Schlapperebenkees oder der Schareckkees.
    Biotoptyp (Sbg.1994): Alpine Hochlagen an und über der Waldgrenze - Nivale (glaziale) Typen 3.7

    Gletscher
    Gletscher entstehen dadurch, dass über viele Jahre hinweg der gefallene Schnee im Sommer nicht vollständig abschmilzt, sondern sich Schneeschicht auf Schneeschicht häuft und sich im Laufe der Zeit zu Eis verfestigt. Die dabei entstehenden Eismassen sind kein starres Gebilde, sondern fließen langsam den Hang abwärts. Da die Gletscherausdehnung klimatisch bedingten Schwankungen (Vorstoß oder Rückzug) unterliegt, können sich von Jahr zu Jahr verschiedene Abgrenzungen dieser Biotopfläche ergeben.
    Biotoptyp (Sbg.1994): Gletscher 3.7.1.1

    Jeder Gletscher ist gekennzeichnet durch eine Akkumulationsfläche (Nährgebiet), wo der Niederschlag überwiegend bis ausschließlich in Form von Schnee fällt und dieser auch im Sommer liegen bleibt und der Ablationsfläche (Zehrgebiet - unterhalb der Schneegrenze), wo die Abschmelzprozesse überwiegen. Beide Flächen werden durch die Schneegrenze (Firnlinie, Gleichgewichtslinie) getrennt. Die Lage der Schneegrenze ändert sich saisonal in Abhängigkeit von den Witterungsverhältnissen. Dünne Schutt- und Staublagen am Gletscher fördern infolge ihrer guten Wärmeaufnahme die Abschmelzungsprozesse. Die Gletscheroberfläche nutzt hier der berühmte Gletscherfloh, ein Urinsekt aus der Gruppe der Springschwänze, der sich von Pollenkörnern ernährt, die der Wind auf die Eis- und Firnoberfläche weht.

    Gletschervorfeld
    Das Gletschervorfeld ist geprägt von einem kalten Lokalklima sowie lockerem Moränenmaterial bzw. frischen Gletscherschliffen. Aufgrund dieser Bedingungen befindet sich die Pflanzenbesiedlung erst in einem Initial- bzw. frühen Pionierstadium. Die 1850er-Moränen grenzen das vegetationsarme Gletschervorfeld vom stärker bewachsenen Gelände außerhalb ab. Moränenwälle von kurzen Vorstoßperioden, die den Gletscherrückzug seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bis heute unterbrachen, gliedern das Vorfeld und die Pioniervegetation.
    Biotoptyp (Sbg.1994): Gletschervorfeld 3.7.1.2

    Schneefeld (Firnfeld)
    Schneefelder bzw. Firnfelder findet man in Hängen und Mulden schattseitiger Laben vorwiegend oberhalb der alpinen Stufe, wo sie in der Regel auch während des Sommers nicht völlig abschmelzen. Zur Feststellung der ständig von Schnee bedeckten Fläche ist die Kartierung im Hochsommer (Ende Juli und August) vorzunehmen. In der Beschreibung ist zwischen perennierenden (mehrjährigen), an der stärkeren Verschmutzung erkennbaren und temporären (zeitweilig vorhandenen) Schneefeldern zu unterscheiden.
    Biotoptyp (Sbg.1994): Schneefeld (Firnfeld) 3.7.1.3

    Dauerhafter Lawinenkegel
    Hier sind auch die "Eiskapellen" mit eingeschlossen. Am Hangfuß von Lawinenhängen bzw. -rinnen lagern sich oft erhebliche, stark verdichtete Schneemengen ab. Diese Lawinenkegel bleiben vor allem in Schattlagen sehr lange in den Sommer hinein erhalten bzw. können diesen sogar überdauern. Durch Schmelz- und Druckmetamorphosen wandeln sich der Lawinenschnee in Firn bzw. Firneis um. Durch Abschmelz- und Verdunstungsvorgänge, häufig in Verbindung mit durchfließenden Bächen, bilden sich Unterhöhlungen in Form von Tunneln oder Gewölben aus, die verschiedentlich als "Eiskapelle" oder "Eisgrotte" bezeichnet werden.
    Biotoptyp (Sbg.1994): Dauerhafter Lawinenkegel 3.7.1.4

    Erscheinungen des Dauerfrostes, Blockgletscher
    Beim Dauer- oder Permafrost handelt es sich um ständig oder zeitweilig gefrorenen Boden und Schutt. Eine besondere Erscheinung der Schuttumlagerung in der nivalen Zone im Bereich des diskontinuierlichen, d.h. nicht völlig flächendeckenden Permafrostes sind sogenannte Blockgletscher. Es handelt sich dabei um langsam hangab fließende Schuttmassen, wenn es ein "aktiver" Blockgletscher ist, oder um "inaktive", sich nicht mehr bewegende Schuttmassen. Die ständig gefrorenen Schuttmassen bestehen aus feinkörnigen Gesteinsmaterial, während die oberste, etwa 0- 5 m dicke Schicht aus grobblockigem Material im Sommer auftaut. "Fossile Blockgletscher" zeigen zwar noch die charakteristischen Strukturen intakter Blockgletscher, das Eis ist jedoch ausgeschmolzen und ihre Oberflächen sind eingesunken.
    Biotoptyp (Sbg.1994): Erscheinungen des Dauerfrostes, Blockgletscher 3.7.1.5

    Vegetationsfreier bis -armer Fels
    Darunter werden alle natürlichen (anstehenden Felsflächen, Steilwände, Felsstufen etc.) in der nivalen Stufe verstanden. Die Flechtenbedeckung ermöglicht Datierungsrückschlüsse, wobei flechtenbedeckte und flechtenfreie bzw. -arme Bereiche als eigene Biotope abzugrenzen sind.
    Biotoptyp (Sbg.1994): Vegetationsfreier bis -armer Fels 3.7.1.6

    Silikatfels-Flechten
    in arbeit
    kein Bild

    Vegetationsfreier bis -armer Schutt
    Hier werden Hangschutt, Blockfelder, Moränenablagerungen, Murgänge usw. sowie fluviale Ablagerungen (Bach- und Flussakkumulationen) zusammengefasst. Die Flechtenbedeckung ist zu berücksichtigen.
    Biotoptyp (Sbg.1994): Vegetationsfreier bis -armer Schutt 3.7.1.7

        

    Entsprechend der - Biotopkartierung für Salzburg - bzw. der Kartierungsanleitung, bearbeitet von Günther Nowotny und Hermann Hinterstoisser et al. April 1994 beinhaltet der Biotopkomplex - Alpine Hochlagen an und über der Waldgrenze (inkl. Schutt- und Felsfluren unter der Waldgrenze) - noch die Biotopgruppen - 3.1 Felsspalten- und Mauerfugengesellschaften - 3.2 Steinschutt- und Geröllgesellschaften - 3.3 Alpine Polstergesellschaften - 3.4 Subalpin-alpine Zwergstrauchheiden - 3.5 Alpine Rasen - und die - 3.6 Schneebodengesellschaften - . . .
    Anmerkung: Der Schlüssel für die - Biotoptypen nach Haeupler & Gavre - bzw. nach Haeupler & Muer (2000) unterscheidet hier entsprechend die terrestrischen Lebensräume T5 - Schutt- und Geröllfluren - mit den Firnflächen - T5.5.

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    Gastein im Bild - Ökologie/Biotoptypen - Alpine Rasen
    © 29.9.2006 by Anton Ernst Lafenthaler
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