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GOb41 - Biotoptypen/Gasteinertal: Biotoptypen der Kulturlandschaft
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Gasteinertal
Ökologie

Biotoptypen . Gasteinertal

Mager- und Trockenstandorte

Halbtrockenrasen 4.1.1 - artenreichen Magerstandorten 4.1.2

Es sind meist niedrigwüchsige, oft lückige Pflanzengesellschaften auf flachgründigen, nährstoffarmen, trocken-warmen bis -heißen Standorten. Aufgrund der Vielzahl an buntblühenden, zum Teil sehr seltenen Pflanzenarten und der großen Fülle wärmebedürftiger Tierarten zählen sie zu den reizvollsten und interessantesten Lebensräumen. Den Halbtrockenrasen (4.1.1) und den artenreichen Magerstandorten (4.1.2) ist die Artenvielfalt gemeinsam. Charakteristisch ist das häufige Auftreten der Fieder-Zwenke - Brachypodium pinnatum und, besonders bei wechselfeuchten Ausprägungen, auch das Pfeifengras - Molinia caerulea.
Unter den Inneralpinen und präalpinen Trockenrasen sind vor allem die oft dealpinen, submontan bis montan verbreiteten Blaugras-Halbtrockenrasen mit Sesleria albicans gemeint. Blaugrashalden vom Typ des Polygalo amarae-Seslerietum albicantis finden sich an steilen Kalkfelsen und auf stark geneigten Kalkschotterhängen in oft treppenartigen, aus dem horstbildenden Blaugras aufgebauten Rasen. Es ist eine natürliche, sehr stabile Rasen-Reliktgesellschaft an natürlich waldfreien Standorten. Die Reliktrasen sind meistens durch eine Vielzahl floristischer Besonderheiten ausgezeichnet. Jedes inneralpine Talsystem ist durch eine eigene klimatisch bedingte und florengeschichtlich begründbare Einheit charakterisiert und jedes Tal besitzt eigene, spezifische Trockenrasenbiotope, die sich nach Abschmelzen der eiszeitlichen Gletscher zu verschiedenen Zeiten herausgebildet haben.
Biotoptyp (Sbg.1994): Biotoptypen der Kulturlandschaft - Mager- und Trockenstandorte 4.1

Halbtrockenrasen

In den Inneralpen steigen die Halbtrockenrasen bis in beträchtliche Höhen hinauf. Auf trocken-warmen Hängen von der obersten Waldstufe bis in die subalpine Stufe kommen üppige, blütenreiche Halbtrockenrasen vor allem in der extensiv genutzten Kulturlandschaft vor. Sie zeigen vielfältige Bindungen an die alpinen Blaugrasrasen mit Sesleria albicans sowie mit alpinen Trockenvegetationskomplexen.
Biotoptyp (Sbg.1994): Halbtrockenrasen 4.1.1

Beim Trespenhalbtrockenrasen - Mesobrometum handelt es sich um eine überwiegend menschlich bedingte Halbkulturformation, die durch einschürige Mahd oder auch Beweidung an der Stelle von anspruchsvollen Waldgesellschaften entstanden ist. Die Artengarnitur hat ihren Ausgangspunkt im Übergangsbereich natürlicher Trockenrasen felsiger Standorte zu angrenzenden Wald- oder Gebüschformationen. Prägende Art ist die Aufrechte Trespe - Bromus erectus, die zwar eine ökologisch weite Amplitude besitzt, hier aber ihr Optimum aufweist. Das Mesobrometum ist außerordentlich artenreich und beherbergt zahlreiche Orchideen - Orchis militaris et ustulata et morio - sowie eine Reihe von Trockenheit liebenden Arten wie den Knolligen Hahnenfuß - Ranunculus bullbosus, die Frühlingssegge - Carex caryophyllea, den Wassersalbei - Salvia pratensis, den Kleinen Wiesenknopf - Singuisorba minor, den Hügelwaldmeister - Asperula cynchica, die Fiederzwenke - Brachypodium pinnatum agg., das Echte Labkraut - Galium verum und viele andere mehr.
Biotoptyp (Sbg.1994): Trespenhalbtrockenrasen 4.1.1.1

Der Blaugrashalbtrockenrasen - Carlino-Caricetum sempervirentis - nimmt eine Mittelstellung zwischen dem Trespenhalbtrockenrasen und der Tieflandausbildung einer Blaugrashorstseggenhalde ein. Die Artengarnitur ähnelt der des Trespenhalbtrockenrasens, zeichnet sich aber durch das häufige Auftreten der Silberdistel - Carlina acaulis - und einer Reihe von dealpinen Arten aus.
Blaugrasrasen sind lückige Rasen auf nacktem Kalkgestein bzw. auf dessen Verwitterungsschutt. Die Struktur des Rasens wird von dichten Horsten des Sesleria varia bestimmt. Daneben spielen niedrige Spaliersträucher wie Teucrium montanum, Helianthemum nummularium und Thymian praecox sowie andere Kräuter eine wichtige Rolle.
Biotoptyp (Sbg.1994): Blaugrashalbtrockenrasen 4.1.1.2

Vorkommen im Gasteinertal: Beide Biotoptypen, der Trespenhalbtrockenrasen ebenso wie der Blaugrashalbtrockenrasen sind im Gasteinertal nicht gesondert als eigene Biotope ausgewiesen, schon jedoch ein Halbtrockenhang bei der Schlossalmbahn und ein Halbtrockenrasen im Angertal.

Artenreiche - wechselfeuchte - Magerstandorte

Artenreiche Magerstandorte sind im Gegensatz zu den vorher genannten Halbtrockenrasen im Gasteinertal nicht selten. Dabei sind die Magerweiden und -matten, sowie die Fels- und Trockenrasen inkludiert.
Biotoptyp (Sbg.1994): Artenreiche - wechselfeuchte - Magerstandorte 4.1.2
Archiv : Biotopkartierung
Blumenwiese, Dorfgastein Orchideenweide, Klammstein Buckelige Magerwiese, Haitzing Magerwiese, Kastristen Magerwiese, Schachen Magerwiesenstreifen, Bad Hofgastein
Artenreiche - wechselfeuchte - Magerstandorte 4.1.2.0

Vorkommen im Gasteinertal: Artenreiche - wechselfeuchte - Magerstandorte wie Magerwiesen und Magerweiden sind im Gasteinertal mit insgesamt 38 Biotopen vertreten.

Borstgrasrasen tieferer Lagen (Tieflandbürstlingrasen)
Die Tieflandausprägung des Bürstlingrasens sind wie das Nardetum der subalpinen und unteren alpinen Stufe durch Beweidung entstanden, unterscheiden sich jedoch von diesem durch eine recht charakteristische Artengarnitur, die eine Mischung aus Arten des Trespenhalbtrockenrasens (4.1.1.1), der Pfeifengraswiese (1.4.3.2.1) und des Davallseggenmoores (1.4.3.1) darstellt. Namensgebende Art ist der Bürstling - Nardus stricta, der relativ resistent gegenüber dem Gefressenwerden durch das Weidevieh ist und daher durch intensive Beweidung in hohem Maße gefördert wurde.
Biotoptyp (Sbg.1994): Tieflandbürstlingrasen 4.1.2.1
Archiv : Biotopkartierung
Tieflandbürstlingrasen, Haberreith Magerwiesensaum, Angertal
Tieflandbürstlingrasen 4.1.2.1

Vorkommen im Gasteinertal: Ein Magerwiesensaum beim Lackenbauer und ein Magerrasen nahe Haberreith, sind im Gasteinertal als - Tieflandbürstlingrasen - kartiert. Der Biotoptyp - Fingerkraut-Furchenschwingel-Trockenrasen, der Federgras-Steppenrasen oder gar ein Sadebaum-Bestand kommen im Gasteinertal nicht vor.

Fingerkraut-Furchenschwingel-Trockenrasen - Fingerkraut-Furchenschwingel-Trockenrasen - Potentilleto-Festucetum sulcatae - besiedelt als steppengrasartiger Rasen steile Südhänge der inneren Alpentäler, wo er hohe Sonneneinstrahlungen und große Temperaturgegensätzen bei gleichzeitiger Niederschlagsarmut ausgesetzt ist. Prägende Arten sind der Furchenschwingel - Festuca stricta ssp. sulcata et ssp. trachyphylla, das Glanzlieschgras - Phleum phleoides, das Zwergfingerkraut - Potentilla pusilla, die Zypressenwolfsmilch - Euphorbia cyparissias, die Karthäusernelke - Dianthus carthusianorum und das Trübgrüne Sonnenröschen - Helianthum ovatum.
Biotoptyp (Sbg.1994): Federgras-Steppenrasen 4.1.2.2

Federgras-Steppenrasen - Der Federgras-Steppenrasen ist auf steilen, südexponierten Hängen auf Karbonatgestein angesiedelt. Die Pflanzengesellschaft wird von den Horsten des Französischen Federgrases - Stipa eriocaulis geprägt, die ihr Optimum auf lichtreichen, flachgründigen Standorten hat. Daneben sind noch weitere wärmeliebende Arten wie die Felsenbirne - Amelanchier ovalis, die Schwalbenwurz - Vincetoxicum hirundinaria, das Breitblättrige und das Rosskümmelartige Laserkraut - Laserpitium latifolium et siler, die Herzblättrige Kugelblume - Globularia cardifolia und andere zu finden.
Biotoptyp (Sbg.1994): Federgras-Steppenrasen 4.1.2.3

Sukkulenten-Pioniervegetation auf Silikatfels - Die Sukkulenten-Pioniervegetation auf Silikatfels ist geprägt von Arten der Gattung Sedum, Sempervivum und Jovibarba. Bei Kleinflächigkeit werden diese aber subsummiert.

Vorkommen im Gasteinertal: Es sind keine Biotope des Biotoptyps - Sukkulenten-Pioniervegetation auf Silikatfels - im Gasteinertal bekannt.

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Entsprechend der - Biotopkartierung für Salzburg - bzw. der Kartierungsanleitung, bearbeitet von Günther Nowotny und Hermann Hinterstoisser et al. April 1994 beinhaltet der Biotopkomplex - Biotoptypen der Kulturlandschaft - noch die Biotopgruppen - 4.2 Wirtschaftsgrünland mit den Fettwiesen - 4.3 Wildkrautfluren in Äckern und die - 4.4 Aufgelassenen Abbauflächen - wie Steinbruch, Bergbauhalden oder Schottergruben.
Anmerkung: Der Schlüssel für die - Biotoptypen nach Haeupler & Gavre - bzw. nach Haeupler & Muer (2000) nennt hier entsprechend der terrestrischen Lebensräume T6.2 die - Trocken- und Halbtrockenrasen - aus der Kategorie Magerrasen - T6.

Biotope im Gasteinertal

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Mager- und Trockenstandorte
© 29.10.2006 by Anton Ernst Lafenthaler
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