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GOb42 - Biotoptypen/Gasteinertal: Biotoptypen der Kulturlandschaft
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Gasteinertal
Ökologie

Biotoptypen . Gasteinertal

Wirtschaftsgrünland

Fettwiesen 4.2.1

Bei den Fettwiesen handelt es sich um dichte, hochwüchsige Wirtschaftswiesen mit guter Wasser- und Nährstoffversorgung des Bodens. Sie werden als ertragreiche Futtergraswiesen intensiv genutzt (zwei bis drei Mahden pro Jahr). Die zunehmende Intensivierung der Nutzung und Düngung führt zu einer Artenverarmung, sodass als Biotoptyp nur mehr die bereits selten gewordene Glatthaferwiese erfasst wird.
Glatthaferwiesen des Arrhenatherion-Verbandes sind Fettwiesen auf nährstoffreichen, warmen, trockenen bis frischen Böden. Die Gesellschaften sind sehr artenreich, ihre bezeichnenden Elemente sind beweidungsempfindlich.
Alle übrigen Fettwiesen wie die Goldhaferwiesen, die Rotschwingelweiden, die Bürstlingsrasen u.a. gehören dem Komplex Kulturlandtypen, insbesondere dem - Wirtschaftsgrünland - an.

Biotoptyp (Sbg.1994): Biotoptypen der Kulturlandschaft - Wirtschaftsgrünland 4.2

Glatthaferwiesen
Die Glatthaferwiese - Arrhenatheretum elatioris - ist eine zwei bis dreimähdige, recht artenreiche Kulturwiese der tieferen Lagen. Die ökologischen Grenzen dieser Pflanzengesellschaft sind relativ weit und reichen von ziemlich trockenen Ausbildungen mit Aufrechter Trespe - Bromus erectus bis hin zu feuchten, gut nährstoffversorgten Typen mit Kohldistel - Cirsium oleraceum. Prägende Art ist der Glatthafer - Arrhenatherum elatius, daneben können noch zahlreiche weitere Grasarten und Kräuter auftreten. Dieser ursprüngliche Kulturwiesentyp wird zunehmend zurückgedrängt und ist heute in seiner typischen Ausprägung häufig nur noch an schlecht bewirtschaftbaren Flächen (steile Wiesen, Straßenböschungen etc.) zu finden.
Biotoptyp (Sbg.1994): Glatthaferwiesen 4.2.1.1.
Archiv : Biotopkartierung
Glatthaferwiese, Bellevuealm Glatthaferwiese, Bad Gastein
Glatthaferwiesen 4.2.1.1.

Vorkommen im Gasteinertal: Mit 5 Biotopen finden sich wenig Glatthaferwiesen im Gasteinertal. Sie liegen allesamt im Bereich Bad Gastein. Alle übrigen, zahlreich vorkommenden Fettwiesen und -weiden gehören der Kategorie - Kulturlandtypen - an.

Glatthaferwiesen sind im Juni blühende, mit verschiedenen Kräutern besetzte Heuwiesen an sonnigen Hängen. Diese wärmeliebenden, mäßig trockenen bis trockenen oder wechseltrockenen, den Halbtrockenrasen ähnliche, zweischürige Wiesen sind in Gebieten mit relativ niedrigen Niederschlägen und sehr durchlässigen Böden vorzufinden. In montanen Gebieten allerdings nur in südexponiert trockenen Lagen.
Die Kohldistel-Glatthaferwiesen sind hochwüchsige, dicht und aufgrund guter Wasserversorgung des Bodens saftig grüne Heuwiesen auf mäßig feuchten Standorten unterhalb von 500 m Seehöhe. An weniger feuchten Stellen wird der Glatthafer durch den Wiesenfuchsschwanz ersetzt - Fuchsschwanz-Glatthaferwiese. Charakteristisch ist der zartrosa Ton des Wiesen-Schaumkrautes im Frühling. Es sind mit Mist und Jauche gedüngte Heuwiesen. Häufig durch Düngung aus Pfeifengraswiesen hervorgegangen. Nahe Verwandtschaft zu den Dotterblumenwiesen.
Goldhaferwiesen sind im Gegensatz dazu bunte, kräuterreiche Bergwiesen der kühlen, niederschlagsreichen, mittleren Gebirgslagen. Im Vergleich zu Glatthaferwiesen schwächer wüchsiger. An Stelle des Glatthafers gelangt in höheren Lagen der Goldhafer - Trisetum flavescens, oft zusammen mit Polygonum bistorta zur Vorherrschaft. Von der montane Stufen (600 - 900 m), in den Alpen bis 1700 m. Der Übergang von Glatthaferwiesen zu Goldhaferwiesen ist fließend und liegt zwischen 500 und 700 m Meereshöhe, in den Alpen bei 1000 m.

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Entsprechend der - Biotopkartierung für Salzburg - bzw. der Kartierungsanleitung, bearbeitet von Günther Nowotny und Hermann Hinterstoisser et al. April 1994 beinhaltet der Biotopkomplex - Biotoptypen der Kulturlandschaft - noch die Biotopgruppen - 4.1 Mager- und Trockenstandorte - 4.3 Wildkrautfluren in Äckern und die - 4.4 Aufgelassenen Abbauflächen - wie Steinbruch, Bergbauhalden oder Schottergruben.
Anmerkung: Der Schlüssel für die - Biotoptypen nach Haeupler & Gavre - bzw. nach Haeupler & Muer (2000) nennt hier entsprechend der terrestrischen Lebensräume T7.1 die - Fettwiesen - Molinio-Arrhenatheretea aus der Kategorie Wiesen und Weiden - T7.

Biotope im Gasteinertal

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Wirtschaftsgrünland
© 29.10.2010 by Anton Ernst Lafenthaler
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