Suchfunktion Home Index Pflanzen im Gasteinertal
GP2scr - Pflanzenwelt/Gasteinertal: Scrophulariaceae - Alpenhelm, Augentrost, Ehrenpreis, Läusekraut
Zum Archiv - Index Pflanzen - Index
Rachenblütler
  • Alpenhelm
  • Augentrost
  • Ehrenpreis
  • Klappertopf
  • Läusekraut

  • Archiv . . .
  • Rachenblütler

    Scrophulariaceae

    Die - Rachenblütler - als Braunwurzgewächse bekannt, sind mit etwa 4.500 Arten eine sehr große Familie. Es sind meist Kräuter, selten Sträucher. Nicht selten gedeihen sie als Halb- oder gar Vollschmarotzer. Die Krone ist verwachsenblättrig und mehr oder weniger deutlich 2-lippig. Die Frucht ist eine Kapsel.

    In dieser Familie finden sich schwer zu bestimmende Arten, wie z.B. die große Gruppe des Ehrenpreis (Veronica), der Klappertopf, der Augentrost u.v.a. Auch eine der giftigsten Pflanzen überhaupt, der Fingerhut gehört in diese Familie . . .

    Der Alpenhelm

    Bartisia alpina

    Bartisia alpina, Alpenhelm

    Der Alpenhelm ist ein Überbleibsel der Eiszeit und heute nur mehr auf die Alpen beschränkt. Er bevorzugt Höhen von 1800 - 2500 m und kalkreiche, moorige Stellen, wo der Schnee lange liegen bleibt und so auch im Frühling noch relativ hohe Feuchtigkeit im Boden herrscht.

    Er wird selten höher als 10 cm und hat glänzende violette Blüten. Auch die oberen Blätter sind violett überlaufen. Er lebt als Halbschmarotzer und bedient sich der Wurzeln unterschiedlichster Pflanzen. Seine Blühperiode ist im Sommer.

    Das gestutzte Läusekraut

    Pedicularis recutita

    Läusekraut

    Der Gattungsname - Läusekraut - kommt von der früheren Verwendung der Pflanze gegen Läuse bei Tier und Mensch. Sie vertragen das Gift Aucubin nicht, das aber auch für einige Warmblütler giftig ist.
    Besonders in den Alpen und somit auch bei uns gibt es viele Arten dieser Gattung, deren Unterscheidung selbst Botanikern manchmal Schwierigkeiten bereiten. Es gedeiht meist nur auf kalkfreien, sandigen oder torfigen Böden. Das Läusekraut ist wie der Alpenhelm ein Halbschmarotzer, das vorwiegend Riedgräser anzapft. Alle Arten stehen unter Naturschutz.

    Der Klappertopf

    Rhinanthus

    Klappertopf

    Der Klappertopf ist eine bei uns sehr häufig anzutreffende Gattung. Ganze Almwiesen werden im Frühjahr in ein saftiges Gelb verwandelt. Wegen des Gehalts an Aucubin ist er nicht besonders beliebt als Futtermittel; außerdem lebt er als Halbschmarotzer. Herbiziden hält er ausgezeichnet stand; Überdüngung allerdings schätzt er nicht als Lebensgrundlage.

    Besonders üppig kommt bei uns der Klappertopf auf den Wiesen oberhalb des Hauserbauern in Dorfgastein und auf den Gadaunerer Hochalmen vor. Hier ist er geradezu dominant gegenüber allen anderen Pflanzenarten.

    Augentrost

    Euphrasia

    Augentrost

    Der Augentrost ist auf unseren Wiesen im Tal ebenso anzutreffen wie hoch im Gebirge. Sein Aussehen allerdings ist je nach Standort verschieden und man könnte meinen, unzählige Arten existieren. Doch der Schein trügt. Selbst spezialisierte Botaniker, welche um eine Spezifizierung bzw. Artentrennung bemüht sind, scheitern aufgrund der geringen morphologischen Unterschiede. Die Anwesenheit von Drüsenhaaren bzw. deren Fehlen wird ebenso als Unterscheidungsmerkmal herangezogen wie die Spreite des Deckblattes. Bei uns finden sich u.a. sehr kleine Arten, die wahrscheinlich zu Unrecht der Art Euphrasia minima zugeordnet werden. So gesehen ist die Bezeichnung Augentrost ist den Fachleuten so gar kein Trost, da eine systematisch Gliederung noch keineswegs geklärt ist.

    Augentrost

    Die Krone ist weiß mit gelbvioletter Zeichnung bis hin zu ganz violett überlaufen. Die Laubblätter und Deckblätter sind drüsenhaarig. Die Pflanze enthält ebenfalls Aucubin. Als Halbschmarotzer sind sie nicht schädlich, da ihre Standorte ohnedies keine intensiver Nutzung unterliegen. Stickstoffreiche Düngung machen ihr allerdings den Garaus.

    Ehrenpreis

    Veronica

    Gamander-Ehrenpreis

    Der Ehrenpreis ist wohlbekannt und jeder meint dabei fast immer den Gamander-Ehrenpreis. Er blüht bereits im Frühjahr und wächst oft in kleineren aber sehr individuellen Beständen in Wiesen, an Waldrändern und Waldwegen. Versucht man ihn zu pflücken. so fallen die Blüten sogleich ab. Das hat ihm wohl den Namen "Männertreu" eingebracht.

    Wald-Ehrenpreis

    Auch der Wald-Ehrenpreis ist relativ verbreitet. Hier kriecht der Haupttrieb oft mehrere Zentimeter am Boden und zweigt dann Blühtriebe ab. Die derben Blätter sind kurzstielig und gesägt. Der Name Ehrenpreis war ursprünglich nur auf diese Wald-Ehrenpreis gemünzt, denn man verwendete sie als Heilpflanze, was sich auch im lateinischen Namen - Veronica officinalis - ausdrückt. Heute wird sie aber als solche nicht mehr verwendet, was ihren weiteren Bestand sichert.

    Natürlich gibt es im Alpengebiet und so auch im Gasteinertal ganz besondere und viel seltenere Arten.

    Veronica bellidioides, Gänseblümchen-Ehrenpreis So ist der blattlose Ehrenpreis - Veronica aphylla - wahrlich eine Besonderheit und nur an wenigen Orten anzutreffen. Das Alpen-Ehrenpreis - Veronica alpina - hingegen ist schon häufiger und nahezu überall im Hochgebirge des Gasteinertales existent, wird aber aufgrund seiner kleinen Blüten gerne übersehen.

    Der Felsen-Ehrenpreis - Veronica fruticans - wiederum ist mäßig häufig anzutreffen und nur bei guter Beobachtungsgabe aus der Vielfalt der Alpenflora zu erkennen. Wirklich selten scheint mir der - Gänseblümchen-Ehrenpreis - der nur an wenigen Stellen an der Westflanke des Gasteinertales vorkommt, meist hoch oben am Grat auf bodensauren Magerrasen . . .

    Weitere Rachenblütler siehe - Scrophulariaceae . . .

    Pflanzenwelt Gasteins - Pflanzen, Gasteinertal Home Inhaltsverzeichnis Pflanzen im Gasteinertal  - Pflanzen : Rauhblattgewächse


    Home Suche Inhaltsverzeichnis Pilze Tiere Wanderwege Momente Ereignisse Geologie Ökologie

    Pflanzenwelt/Gasteinertal: Rachenblütler
    © 16.7.2005 by Anton Ernst Lafenthaler
    gp-rach