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OB - Ökosysteme/Biotope: Biotoptypen - limnisch, semiterrestrisch, terrestrisch
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Biotoptypen
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    Biotop, Reedsee

    Bei der Bestimmung von Lebensräumen - Biotop - muss immer bedacht werden, dass Natur keine Grenzen kennt. Zwischen den Biotoptypen gibt es unzählige Übergänge und Zwischenformen. Das Vorkommen bestimmter Pflanzen- und Tierarten, die landschaftliche Erscheinungsform, die Entstehungsgeschichte u.a.m. ermöglichen es uns, Lebensräume zu definieren und zu beschreiben.
    Biotop bezieht sich somit auf die Lebensstätte einer Lebensgemeinschaft und soll hier anhand von charakteristischen landschaftlichen Erscheinungsformen und den dort lebenden Arten beschrieben werden.

    Der Einteilung nach Haeupler & Gavre unterscheidet 3 große Biotop-Gruppen und zwar die - T-terrestrischen - die - S-semiterrestrischen - und die - L-limnischen - Lebensräume. Die Biotopkartierung des Landes Salzburg (Biotoptypen nach G. Nowotny & H. Hinterstoisser et al. 1994) fasst die L - limnischen und S - semiterrestrischen Lebensräume (nach Haeupler & Gavre 1983) zum Biotopkomplex 1 - ans Wasser gebundene Lebensräume zusammen. Die restlichen Biotopkomplexe entsprechen den T - terrestrischen Lebensräumen.


    Biotoptypenkatalog Salzburg

    Für das Land Salzburg gelten die Biotoptypen, die in der Kartierungsanleitung von G. Nowotny & H. Hinterstoisser et al. 1994 aufgelistet sind.
    Die Biotopkomplexe und deren Untergruppen werden in der nachfolgenden Tabelle angeführt.

    Biotopkomplexe nach G. Nowotny & H. Hinterstoisser et al. 1994
    1 - Ans Wasser gebundene Lebensräume 1.1 - Stehende und langsam fließende Gewässer - 1.2 - Fließgewässer - 1.3 - Auen - 1.4 - Moore und Moorwälder - 1.5 - Röhrichte und Großseggensümpfe - 1.6 - Feuchtlandschaftsreste in der Kulturlandschaft
    2 - Naturwälder bzw. naturnahe Wälder und Gebüschstrukturen sowie sonstige Gehölze 2.1 - Laubwälder - 2.2 - Nadelwälder - 2.3 - Hochmontan-subalpine Hochstaudengebüsche und Hochstaudenfluren - 2.4 - Waldränder und Vorwaldgesellschaften - 2.5 - Gehölze in der Kulturlandschaft
    3 - Alpine Hochlagen an und über der Waldgrenze (inkl. Schutt- und Felsfluren unter der Waldgrenze) 3.1 - Felsspalten- und Mauerfugengesellschaften - 3.2 - Steinschutt- und Geröllgesellschaften - 3.3 - Alpine Polstergesellschaften - 3.4 - Subalpin-alpine Zwergstrauchheiden - 3.5 - Alpine Rasen - 3.6 - Schneebodengesellschaften - 3.7 - Nivale (glaziale) Typen
    4 - Biotoptypen der Kulturlandschaft 4.1 - Mager- und Trockenstandorte - 4.2 - Wirtschaftsgrünland - 4.3 - Wildkrautfluren in Äckern - 4.4 - Aufgelassene Abbaufläche
    5 - Morphologische und geologische Formbildungen und Systeme sowie zoologisch definierte Biotoptypen 5.1 - Glazialmorphologische Systeme - 5.2 - Geologische Formen und Bildungen - 5.3 - Zoologisch definierte Biotoptypen - 5.4 - Höhlen und Stollen
    6 - Kulturlandtypen 61 - Wirtschaftsgrünland, Äcker, Gärten - 62 - Wirtschaftswälder, Monokulturen und Schlagfluren - 63 - Betriebene Abbauflächen - 64 - Kulturlandtypen des Siedlungsraumes - 65 - Sport-, Freizeit- und Erholungsflächen
    Die Kartierungsanleitung für Salzburg wurde herausgegeben vom Amt der Salzburger Landesregierung, Abteilung 13, Referat für Naturschutzgrundlagen und Sachverständigendienst, bearbeitet von Günther Nowotny und Hermann Hinterstoisser et al. April 1994.

    Die Klassifikation von Biotoptypen beruht vorwiegend auf standort- und vegetationskundlichen Kriterien, wobei hier immer auch die vorkommenden Pflanzengesellschaften mit einbezogen werden. Die Pflanzengemeinschaften werden im Archiv - Pflanzensoziologie - näher beschrieben. Bei der Gliederung vegetationsarmer Biotope muss allerdings auf abiotische Standortfaktoren zurückgegriffen werden.

    Die Lebensräume im Gasteinertal

    Die Lebensräume im Gasteinertal werden soweit möglich nach der Kartierungsanleitung von G. Nowotny und H. Hinterstoisser 1994 definiert. Gleichzeitig soll auch eine Verbindung zu den Biotoptypen nach nach Haeupler & Gavre 1983 versucht werden.

    Als - T - terrestrischen Lebensräume nach Haeupler & Gavre gelten die Wälder (T1), Waldlichtungsfluren und Gebüsche (T2), die Zwergstrauchheiden (T4), die Wiesen und Weiden (T7), die alpinen Rasen (T3) sowie die gehölzfreien Fels- und Geröllfluren (T5). Sie werden im Biotoptypenkatalog für Salzburg den Biotopkomplexen Wälder (1), alpine Hochlagen (2), Kulturlandschaften (3), morphologisch bzw. geologische Formbildungen (4) und den Kulturlandtypen (5) zugeteilt.

    Als - S - semiterrestrischen Lebensräume nach Haeupler & Gavre gelten die gehölzfreien Hochmoore (S1), die Hochmoor-Randsümpfe (S2) und die gehölzreichen Übergangsmoore und Bruchwälder (S3). Sie werden im Biotoptypenkatalog für Salzburg den ans Wasser gebundenen Lebensräumen (1) zugeordnet, gemeinsam mit den - L - limnischen Biotopen wie den Seen und Teichen (L3), den Quellwässer wie Quellfluren (L2) und letztlich den fließende Gewässern (L4) mit Fluss- und Bachauen . . .

    Biotoptypen nach Haeupler & Gavre 1983

    Die Hauptbiotoptypen nach Haeupler / Muer (2000) sind die (H) - Salzwasser und/oder Tidebeeinflussten Lebensräume (hyaline Biotope), die (L) - Binnegewässer (Limnische Biotope), die (S) - Semiterrestrischen Lebensräume (Moore, Sümpfe, Bruchwälder) und letztlich die (T) - Terrestrischen Lebensräume (Wälder, Wiesen, Gebüsche etc.). Eine syntaxonomische Entsprechung findet sich bei POTT 1995.

    Lebensräume nach Haeupler & Gavre 1983 - Auszug
    T - Terrestrisch S - Semiterrestrisch L - Limnisch
  • Wälder - T1
  • Waldlichtungsflur/Gebüsche - T2
  • Krummholz/ Alpine Rasen - T3
  • Schutt-/Felsflur - T5
  • Magerrasen - T6
  • Wiesen/Weiden - T7
  • Krautfluren, Staudenhalden - T8
  • Kulturpflanzen - T9
  • Urbane Formationen - T10
  • Hochmoore - S1
  • Sümpfe/ Niedermoore - S2
  • Moor/ Bruchwälder - S3
  • Unterirdische Gewässer - L1
  • Quellgewässer/Quellfluren - L2
  • Stehende Gewässer - L3
  • Fließende Gewässer - L4
  • Fluss-/Bachauen - L5
  • Eine tabellarische Gesamtübersicht finden Sie bei den - BiotopTypen - nach Haeupler & Gavre 1983

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    © 5.8.2004 by Anton Ernst Lafenthaler
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