OB/L - Ökosysteme/Biotope: Ans Wasser gebundene Lebensräume
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Biotope - Übersicht |
| Biotoptyp - L |
L 1 – Unterirdische Gewässer
L 2 – Quellgewässer, Quellflur
L 3 - Stehende Gewässer
L 4 – Fließende Gewässer
L 5 - Fluss- und Bachauen
S - Semi-Terrestrische L. - . . .
T - Terrestrische L. - . . .
Biotopkartierung - Salzburg
Biotoptypen - Haeupler & Gavre
Naturbilder - . . . Biotope
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Biotope . Gasteinertal
Limnische Lebensräume
Stehende und fließende Gewässer
Das Süßwasser bedeckt im Vergleich zu den marinen und terrestrischen
Standorten einen relativ kleinen Teil der Erdoberfläche, aber seine Bedeutung
für den Menschen ist viel größer als die Fläche vermuten lässt.
Gewässer dienen der Wasserversorgung der am Land lebenden Lebewesen.
Man unterscheidet prinzipiell stehende Gewässer (Stillgewässer: See, Teich,
Flach- und Hochmoor) und Fließgewässer (Quelle, Bach, Fluss).
Weiters gehören die Auenwälder bzw. Fluss- und Bauchauen in diese Kategorie.
Begrenzende Faktoren aller Süßwasserstandorte sind die Temperatur,
die Sichttiefe, die Strömung, die Atemgas- und Salzkonzentration u.a.m.
Obwohl die Temperatur im Wasser nur wenig schwankt, ist sie dennoch ein
limitierender Faktor. Geringe Temperaturschwankungen können großen Einfluss
auf die Organismen im Wasser haben.
Die Sichttiefe (Eindringen von Licht in Wasser) ist durch suspendierte
Partikel eingeschränkt, was die Photosynthese verringert. So sind Trübungen,
besonders wenn sie durch tonige und sandige Partikel hervorgerufen werden, oft für
das Leben ein limitierender Faktor.
Strömungen bestimmen entscheidend die Verteilung lebenswichtiger Gase
(O2, CO2) und Nährsalze.
Die Konzentration von Sauerstoff und Kohlendioxid, sowie lebenswichtiger Salze im
Wasser, insbesondere Nitrate, Phosphate und auch Kalzium wirken
limitierend, wobei das Süßwasser einen Salzgehalt von 0,5 Promille nicht überschreitet.
Biotoptypenkatalog Salzburg
Biotopkartierung von G. Nowotny & H. Hinterstoisser
Nach dem - Biotoptypenkatalog Salzburg 1994 - werden hier mit der Kategorie 1 - Ans Wasser gebundenen
Lebensräume - nicht nur die limnischen Lebensräume wie
die 1.1 - Stehenden und langsam fließenden Gewässer -
(ausgenommen Auenstillgewässer - 131 und dystrophen Gewässer - 1411), die
1.2 – Fließgewässer und die 1.3 - Auen - sondern auch die semiterrestrischen Lebensräume
(nach Haeupler & Gavre) mit eingeschlossen, nämlich die 1.4 - Moore und Moorwälder.
Auch die 1.5 - Röhrichte und Großseggensümpfe finden hier ihren Platz.
Biotoptypen nach Haeupler & Gavre 1983
(Syntaxonomie nach POTT 1995 - Pflanzengesellschaften)
Bei den Biotoptypen nach Haeupler/Gavre 1983 können unterschieden werden:
L1 – Unterirdische Gewässer ◊
L2 – Quellgewässer, Quellfluren ◊
L3 – Stehende Gewässer ◊
L4 – Fließende Gewässer ◊
L5 – Fluss- und Bachauen.
Siehe dazu die - Tabelle - Biotoptypen nach Haeupler/Gavre 1983 . . .
L1 – Unterirdische Gewässer
Insbesondere das Grundwasser (L1.1) ist hier von Bedeutung. Höhlengewässer (L1.2)
und Gewässer in künstlichen Höhlungen (L1.3)
sind möglicherweise in den immer noch zahlreich vorhandenen, verfallenen Bergbaustollen relevant. Siehe dazu
- Unterirdische Gewässer - . . .
L2 – Quellgewässer, Quellfluren
Diese beinhalten Tümpelquellen (L2.1) und die Karstquelltöpfe L2.2 mit Charetea, die
Sicker- und Rieselquellen, Sumpfquellen (L2.3) mit den Montio-Cardaminetea-Gesellschaften
L2.3.1 – kalkarm (Weichwasser) – Philonotidion seriatae-Ges.
mit Cardamine-Montion, Philonotidion seriatae, Cratoneurion commutati und die
Waldquellfluren. Weiters gehören hierher die
Sturz- oder Fließquellen (L2.4) mit den Montio-Cardaminetea-Gesellschaften, die
LQuellbäche (L2.5) mit Montio-Cardaminetea, die Thermalquellen (L2.6) mit div. Algen-Gesellschaften und
gefasste Quellen (L2.7) - siehe: Quellgewässer, Quellfluren - ...
Biotoptyp L 2 (Haeupler & Garve 1983) - Kategorie 4 (Flora alpina 2004) - Code: 121 (Biotoptypenkatalog Sbg. 1994)
L3 – Stehende Gewässer
Diese Gewässer beinhalten auch die Ufer- und Verlandungsbereiche ohne Gehölze. Dazu gehören
die Seen (L3.1), temporäre Kleingewässer (L3.2) und Kleinstgewässer (L3.2) mit den Potamogetonetea-Gesellschaften
ebenso wie die Stauseen (L3.5), kommerzielle Fischteiche (L3.6), Zier- und Gartenteiche (L3.7),
Rieselfelder, Klärteiche (L3.8),
Kieselgruben-, Steinbruch- und Tagebauwässer (L3.9) in Sandgruben - siehe:
Stehende Gewässer...
Biotoptyp L 3 (Haeupler & Garve 1983) - Kategorie 1.1 (Flora alpina 2004) - Code: 11 (Biotoptypenkatalog Sbg. 1994)
L4 – Fließende Gewässer (incl. Uferbereiche ohne Gehölze)
Es sind die Bäche und kleinen Flüsse (L4.1), stark fließend und meist sommerkalt und die
große Flüsse und Ströme (L4.2), langsam fließend und sommerwarm mit den Potamogetonetea- und Nymphaion-Gesellschaften, die Altläufe in Verbindung mit dem Fluss (L4.3),
kleine, langsam fließende Gräben (L4.4), temporäre Fließgewässer (L4.5),
Wasserfälle (L4.6), technisch ausgebaute Fließgewässer (L4.7),
Stauhaltungen in Flüssen (L4.8), Kanäle und träge fließende Kunstgewässer (L4.9),
Beton und Steinrinnen (L4.10) - allesamt mit Potamogetonetea-Gesellschaften - siehe:
Fließende Gewässer...
Biotoptyp L 4 (Haeupler & Garve 1983) - Kategorie 1.2 (Flora alpina 2004) - Code: 12 (Biotoptypenkatalog Sbg. 1994)
L5 – Fluss- und Bachauen-Lebensräume
Hierher gehören die Gebirgsfluss- und Bachauen (L5.1) mit Epilobion fleischeri und Alnion incanae mit den
Flussgeröllfluren, alpinen Schwemmuferfluren, Auengebüsche (Weiden, Grünerlen u.a.) und Auenwälder (Weiden, Grauerlen) - Alnetum incanae.
Die Fluss- und Bachauen tieferer Lagen (L5.2) – Salicion albae - beinhalten hier die
Weichholz-Auenwälder (Silberweiden u.a.) und
Hartholz-Auwälder (Ulmen-Eschen-Eichen-Auwälder) und den einjähriger Bewuchs trockenfallender Flussufer mit Bidentetea tripartitae - siehe: Fluss- und Bachauen-Lebensräume...
Biotoptyp L 5 (Haeupler & Garve 1983) - Code: 13 (Biotoptypenkatalog Sbg. 1994)
Gewässertypen
Oligo-, dys-, meso- eu- und hypertroph
Fast alle natürlichen bzw. naturnahen Gewässer unterliegen heute mehr oder weniger der Eutrophierung. Eutrophierungsparameter sind dabei für Pflanzen verfügbare Stickstoffverbindungen und Phosphate.
Ihre Zunahme geht mit der Phytomassenproduktion der Gewässer einher. Je nach Nährstoffgehalt werden unterschiedliche Seentypen unterschieden, die in ihrer Vegetation erheblich voneinander abweichen. Folgende Haupttypen stehender Binnengewässer können unterschieden werden:
Oligotrophe Gewässertyp: pH-Wert im sauren Bereich, wenig Chlorid-, Stickstoff- und Phosphorverbindungen. Sie gehören zu den pleistozänen Quarzsandgebieten. Der Untergrund zeigt nur eine geringe Schlammauflage. Kennzeichnend sind dabei Littorelletea-Gesellschaften; in kalkoligotrophen Gewässern hingegen sind es die Charetea fragilis-Gesellschaften.
Dystropher Gewässertyp: Dieser Typ tritt in ehemaligen und rezenten Hochmoorgebieten über Torfsubstraten auf. Sie sind nährstoffarm und ihre Gesamthärte liegt unter denen der oligotrophen Quarzsandgewässer. Derartige Moorgewässer sind außerdem mit Huminsäure aus dem Torfschlamm des Untergrundes oder der Umgebung angereichert. Insgesamt ist der dystrophe Gewässertyp nur eine sauerhumusreiche Ausprägung des oligotrophen Typs.
Mesotrophe Gewässer: Sie gehen mit zunehmender Trophierung aus den erstgenannten hervor und finden sich in leicht nährstoffreichen Silikatgebieten. Chloride, Stickstoff und Phosphate sind leicht erhöht, der pH-Wert neutral. Auf dem Gewässerboden findet sich meist eine Muddeschicht (Gyttja).
Eutropher Gewässertyp: Die Stickstoffwerte liegen hier um 4 mg/l und die Phosphatwerte zeigen meist Werte über 0,5 mg/l. Die Mudde unter Wasser kann bereits stellenweise einer Faulschlammschicht gewichen sein.
Hypertrophe (polytrophe) Gewässer: Hoher Nährstoffgehalt. Der pH-Wert liegt im alkalischen Bereich. Hoher Salzgehalt infolge Mineralstoffdünger. Der Gewässerboden zeigt stets eine Faulschlammschicht (Sapropelschicht).
Als oligotrophe, kalkarme und kalkreiche Gewässer gelten Heidegewässer, Dünengewässer, Niedermoorgewässer, Karstseen, Stauseen u.a. Es sind nährstoffarme Gewässer mit teilweise großen Schichttiefen und ganzjährig sauerstoffreichem Tiefenwasser. Spezielle Verlandungssukzessionen sind charakteristisch (Littorelletea – silikatoligotroph, Gesellschaften der Charetea fragilis (kalkoligotroph) und typischen Röhrichtelemente).
Dystrophe Stillgewässer
sind Moorkolke, Schlenken, Moortümpel und andere Moorgewässer. Es sind huminstoffreiche, meist nährstoff- und kalkarme, saure Gewässer mit brauner Wasserfärbung. Geringe Schichttiefen, Sauerstoffarmut des Tiefenwassers und starke Temperaturschwankungen bedingen eine hochspezialisierte Vegetation und Pflanzengesellschaften der Potamogetonetea pectinati, der Utricularietea intermedio-minoris, der Littorelletea, der Scheuchzerio-Caricetea fuscae und der Phragmitetea australis.
Bei den mesotrophe/eutrophe Stillgewässer
sind auch anthropogene Stillgewässer mit mittlerer bis guter Nährstoffversorgung subsumiert. Typisch sind Pflanzengesellschaften wieLemnetea minoris, Potamogetonion, Nymphaeion albae, Hydrocharition morsus-ranae, Utricularietea intermedio-minoris sowie Scheuchzerio-Caricetea nigrae. Im eutrophen Bereich sind es weitgehend nur noch Lemnetea und Potamogetonetea.