| Biotoptyp L3.1 / Land-Sbg. 1.1.1 |
Der Biotoptyp Seen wird wie die anderen Biotoptypen dieser Kategorie weiter unterteilt
entsprechend des Standortes und Nährstoffgehalt der Gewässer - siehe auch -
Gewässertypen.
Es bestehen auch Beziehungen zu den - semiterrestrischen - Lebensräumen.
Im Gasteinertal sind es überwiegend Gebirgsseen; aber auch Karseen und Gletscherseen - Bildgalerie - . . .
Biotoptyp: Seen L3.1 (Haeupler & Gavre 1983) - Ruhende Gewässer 1.1 (Flora alpina 2004) -
Seen 1.1.1 (Biotoptypenkatalog Sbg. 1994) |
 Code 1111 |
Gebirgssee - Alpiner See.
Kennzeichen: Seichter bis tiefer, meist relativ kleiner See in einer Hohlform im Hochgebirge mit
unregelmäßigem Umriss und von Blockgesteinen umgeben, meist klar; wenig Biomasse im Wasser erkennbar und meist
schüttere Ufervegetation.
Zuflüsse oft als zahlreiche Rinnsale oder als Bäche, manchmal auch unterirdisch, da das Wasser in den Gesteinsflüssen versickert.
Temperatur ganzjährig sehr niedrig (8 – 12 °C), nur kleine jahreszeitliche Schwankungen.
Gebirgsseen zeigen keine stabile Schichtung und sind sauerstoffgesättigt bis Untersättigt, oligotroph.
Eine eigene spezifische Flora und Vegetation ist nicht auszumachen.
Die Vegetationsperiode ist sehr kurz und das Nährstoffangebot gering.
Vorkommen im Gasteinertal: Großer Tauernsee als eiszeitlicher Moränensee im alpinen Gasteinertal (Bild).
Im Gasteinertal gibt es zahlreiche Gebirgsseen, wie z.B. Reedsee, Palfnersee, Bockhartsee, Knappenbäudelsee, Paarseen u.v.a.
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Korntauern/Gasteinertal am 1.10.2003
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 Code 111 |
Gletschersee - Glazialer See
Kennzeichen:
Gewässer in den vergletscherten Kammlagen der Alpen, relativ klein, kein regelmäßiger Umriss,
sehr kalt, trübe durch Gletschermilch, im Sommer Eisbrocken auf dem Wasser schwimmend,
frei von Vegetation, Blockufer. Erst wenn sich der Gletscher zurückgezogen hat,
verschwindet die Gletschertrübe.
Wasserspeisung durch Gletscherbach oder direkt aus dem Gletschertor, im Sommer
deutlich höherer Wasserspiegel, die meiste Zeit des Jahres zugefroren.
Substrat rein mineralisch, verschiedene Korngrößen, oligotroph, sauerstoffarm.
Erst wenn sich der Gletscher zurückgezogen hat, verschwindet die Gletschertrübe.
Vorkommen in Gastein: Östlich des Kreuzkogels. Die Moräne wird gebildet von Siglitzgneis, Quarz und Glimmerschiefer.
Bildnachweis © Anton Ernst Lafenthaler - Keuchenscharte, Gasteinertal am 23.7.2006
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| Biotoptyp L3.3 - Land-Sbg. 1.1.3 |
Der Biotoptyp Temporäre Kleingewässer beinhaltet hier auch die nicht dystrophen Kleingewässer -
die Weiher und Teiche (diese sind im Gegensatz zu
den Weihern künstlich angelegt und können abgelassen werden). Die Tümpel
werden gesondert behandelt.
Biotoptyp: Temporäre Kleingewässer L3.3 (Haeupler & Garve 1983) - Aquatischer Lebensraum 1.3 (Flora alpina 2004) -
Temporäre Kleingewässer 113 (Biotoptypenkatalog Sbg. 1994) |
 Code 1131 |
Weiher - oligotrophe Gewässer
Standortmerkmale:
Geringe Phytoplanktongewinnung und spezielle Verlandungssukzessionen sind charakteristisch.
Gefährdung durch nitratbelastetes Grund- und Oberflächenwasser.
Es findet sich hier Sphagnum fallax und Sparganium.
Im Uferbereich schließen Zwergsträucher an.
Vorkommen in Gastein: Arltörl, Fulseck
Bildnachweis © Anton Ernst Lafenthaler - Fulseckweg, Gasteinertal am 29.9.2006
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 Code 1132 |
Teich, naturnah - "Feuchtbiotop"
Standortmerkmale:
Kleines, flaches, recht junges Gewässer mit mehr oder minder regelmäßigen Umriss.
Oft ohne oberirdischen Zu- und Abfluss, Regenwasserspeisung und diffuser Oberflächenabfluss,
schwankender Wasserspiegel, kann auch austrocknen.
Untergrund aus Lehmschicht (aber evtl. auch Beton oder Folie) oder aber im Grundwasser liegend, meso- bis eutroph.
Teiche sind künstlich angelegte Weiher, werden wie hier aber
Vorkommen in Gastein: Arltörl, Fulseck
Bildnachweis © Anton Ernst Lafenthaler - Fulseckweg, Gasteinertal am 29.9.2006
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| Biotoptyp L3.3 - Land-Sbg. 1.1.4 |
Der Biotoptyp Temporäre Kleingewässer beinhaltet
neben Weiher und Teiche auch die Tümpel.
Tümpel sind zu- und abflusslose Kleingewässer von geringer Wassertiefe und
schwankendem Wasserstand bzw. Wasserführung.Ihr Caharakteristikum ist das zeitweise
Austrocknen und die geringe Tiefe, die den Pflanzen die Besiedlung des Tümpelgrundes ermöglichen.
Moortümpel sind dystrophe Gewässer.
Biotoptyp: Temporäre Kleingewässer L3.3 (Haeupler & Garve 1983) - Aquatischer Lebensraum 1.3 (Flora alpina 2004) -
Temporäre Kleingewässer 114 (Biotoptypenkatalog Sbg. 1994) |
 Code 1141 |
Gebirgs-Tümpel - Alpiner Tümpel, oligotroph
Standortmerkmale:
Geringe Wassertiefe, teilweise meso- bis dystroph. Im montanen bis subalpinen Bereich
jedoch keine geschlossene Pflanzendecke am Grunde des Tümpels.
Vorkommen in Gastein: Graukogel, Erzwies u.a.
Bildnachweis © Anton Ernst Lafenthaler - Graukogel, Gasteinertal am 16.10.2006
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| Biotoptyp L3.3 - Land-Sbg. 1.3.1 |
Die Auenstillgewässer stehen nur über das Grundwasser mit dem Strom
in Verbindung und werden durch die Grundwasserschwankungen beeinflusst.
Sie sind in der Regel aus Altarmen hervorgegangen, weisen aber im Gegensatz zu diesen aufgrund der
fehlenden Überschwemmung bzw. Durchströmung einen üppigen Pflanzenbewuchs auf.
Biotoptyp: Temporäre Kleingewässer L3.3 (Haeupler & Garve 1983) -
Auenstillgewässer 131 (Biotoptypenkatalog Sbg. 1994) |
 Code 1311 |
Au-Tümpel - Auenstillgewässer
Standortmerkmale:
Ein sehr selten gewordener Gewässertypus ist der Autümpel, ein bis mehrere Meter tiefer
Topf, aus dem unter Druck klares und kaltes Wasser hervorquillt.
Die Autümpel sind gleichsam die Ventile des Grundwasserkörpers.
Autümpel sind weitgehend Flusswasser unabhängig und werden nur von Regen- und Grundwasser gespeist.
Die Umgebungseinflüsse sind generell sehr stark, kein ständiger Zufluss von Grund- oder Regenwasser.
Starke Wasserschwankungen bis zur Zeitweisen Austrocknung, geringes Volumen, geringe Tiefe.
Das Substrat ist sehr unterschiedlich und kann mineralischer oder organischer (z.B. Falllaub) Herkunft sein.
Alle Gewässerparameter schwanken stark. Die Temperatur der Wasseroberfläche geht parallel zur Lufttemperatur.
Vorkommen in Gastein: Talsohle, Bad Bruck
Bildnachweis © Anton Ernst Lafenthaler - Gasteinertal am 16.6.2008
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| Biotoptyp L3.3.3 - Land-Sbg. 1.1.5 |
Der Biotoptyp Freischwimmende Pflanzendecken beinhalten
die Pleustophytengesellschaften und gehören zu den artenärmsten Pflanzengemeinschaften.
Sie sind meist sehr einfach strukturiert und setzen sich aus frei auf der Wasseroberfläche schwimmenden
und/oder submers schwebende Arten zusammen und bilden dann 1-2schichtige Pleustophytengesellschaften.
Unter den Wuchsformen spielen die Lemniden ( klein, frei auf der Wasseroberfläche schwimmend),
Hydrochariden (groß und frei schwimmend), Riccieliden (klein, submers schwebend)
und Ceratophylliden (groß, submers schwebend) die tonangebende Rolle.
Biotoptyp: Freischwimmende Pflanzendecken L3.3.3 (Haeupler & Garve 1983) -
Makrophyten- und Schwimmblattgesellschaften 115 (Biotoptypenkatalog Sbg. 1994) |
 Code 1141 |
Freischwimmende Pflanzendecken - Lemnetea minoris
Standortmerkmale:
Sie sind frei schwebend und wurzeln nicht im Boden des Gewässergrundes.
Sehr artenarme Bestände. Ihre Vermehrung durch Sprossung führt zu großflächigen Beständen.
Sie verdriften leicht und halten sich nur in windgeschützten Stillgewässern.
Lemnetalia minoris sind einschichtig auf der Oberfläche triebende Wasserlinsen.
Bildnachweis © Anton Ernst Lafenthaler - Badbruck, Gasteinertal am 9.5.2008
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| Biotoptyp L3.3 - Land-Sbg. 1.4.1 |
Der Biotoptyp Temporäre Kleingewässer beinhaltet oligotrophe und dystrophe
Stillgewässer wie Moorkolke, Schlenken, Moortümpel und andere Moorgewässer.
Die oligotrophen, wie die dystrophen Gewässer können dabei kalkarme oder aber kalkreich sein und
zeigen entsprechend spezielle Verlandungssukzessionen.
Die dystrophen Gewässer zeichnen sich durch eine huminstoffreiche,
brauner Wasserfärbung mit geringer Schichttiefe und Sauerstoffarmut aus.
Sie führen hochspezialisierte Pflanzengesellschaften.
Biotoptyp: Temporäre Kleingewässer L3.3 (Haeupler & Garve 1983) - Aquatischer Lebensraum 1.3 (Flora alpina 2004) -
Dystrophe Gewässer 141 (Biotoptypenkatalog Sbg. 1994) |
 Code 1411 |
Moortümpel - dystrophe Gewässer
Standortmerkmale:
Oft ohne natürlichen Zu und Abfluss, Wasserspiegel wenig schwankend wegen der puffernden Wirkung
des Mooses. Hohe Temperaturschwankungen an der Oberfläche im Tag-/Nachtrhythmus sowie jahreszeitlich,
sauerstoffarm wegen starker Zehrung durch Abbau der organischen Substanz, dystroph, organotroph,
huminsäurereich, sehr weiches bis weiches Wasser.
Moorseen und Moortümpel sind meist arm an Wasserpflanzen und Wassertieren. Hier sind es Braunseggen und Torfmoose, die
das Bild dieses Moortümpels prägen.
Vorkommen in Gastein: Mooskarl
Bildnachweis © Anton Ernst Lafenthaler - Mooskarl, Gasteinertal am 24.8.2006
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| Biotoptyp L3.3 - Land-Sbg. 1.5.1 |
Der Biotoptyp Temporäre Kleingewässer beinhaltet oligotrophe und
dystrophe Stillgewässer, wobei hier auch die Ufer- u. Verlandungsbereiche ohne Gehölze
inkludiert sind.
Alle Röhrichte, in denen das Schilfrohr – Phragmites australis – eine mehr oder weniger große
Rolle spielt, werden dabei dem Phragmition-Verband zugeordnet.
Biotoptyp: Temporäre Kleingewässer L3.3 (Haeupler & Garve 1983) - Aquatischer Lebensraum 1.3 (Flora alpina 2004) -
Röhrichte 151 (Biotoptypenkatalog Sbg. 1994) |
 Code 1511 |
Schilfröhricht - Phragmition australis
Stehende Gewässer, inkl. Ufer- u. Verlandungsbereiche ohne Gehölze - L3.3 - Scirpo-Phragmitetum
Standortmerkmale:
Schilfröhricht – Scirpo-Phragmitetum - ist ein hohes und dichtes Röhricht stehender Gewässer, es wächst von etwa 150 cm unter bis 30 cm über Wasser auf eutrophem Schlamm und Flachmoortorf. Im natürlichen Zustand ist das Bild geprägt von Schoenoplectus lacustris, Phragmites australis, Typha angustifolia et latifolia.
Folgegesellschaften von abgetrockneten Phragmitetea-Gesellschaften
sind häufig Mädesüß-Fluren mit Cirsium arvense und Calystegia sepium.
Vorkommen in Gastein: Dorfgastein
Bildnachweis © Anton Ernst Lafenthaler - Gasteinertal am 24.8.2006
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| Biotoptyp L3.5 - Land-Sbg. 1.1.2 |
Der Biotoptyp Stau-Seen wird ebenfalls von Potamogetonetea-Gesellschaften
geprägt. Es sind oligotrophe, kalkarme und kalkreiche Gewässer, also
nährstoffarme Gewässer mit teilweise großen Schichttiefen und ganzjährig
sauerstoffreichem Tiefenwasser. Stauseen weisen in der Regel keine natürliche
Ufergestaltung auf. Lokalklimatisch und tierökologisch sind sie aber dennoch von Bedeutung.
Biotoptyp: Stauseen L3.5 (Haeupler & Garve 1983) - Ruhende Gewässer 1.1 (Flora alpina 2004) -
Seen 112 (Biotoptypenkatalog Sbg. 1994) |
 Code 1122 |
Stauseen - Speichersee
Kennzeichen:
Gewässer mit mehreren Zuflüssen, aufgestaut mit Steinschüttdamm, Erddamm oder Beton-Staumauer.
Standortmerkmale: Sehr großes Wasservolumen im Verhältnis zur zufließenden Wassermenge.
Die Wassertiefe kann von der Stauwurzel zur Staumauer stark zunehmen. In der Regel kommt es zu hohen
Wasserspiegelschwankungen. Die Wasserabgabe ist gesteuert. Im Grundablass wird meist Tiefenwasser abgezogen,
d.h. das Hypolimnion wird entfernt.
Wegen der Wasserstandsschwankungen kommt es kaum zur Ausbildung einer Uferzone, meist nur Phytoplankton.
Auf den entblößten Ufern können sich Ruderalfluren entwickeln.
Häufig werden Fische eingesetzt wie auch hier im unteren Bockhartsee.
Vorkommen in Gastein: Bockhart
Der Bockhartsee bei uns war ursprünglich kein Stausee, sondern ein Moränensee aus der Glazialzeit. Erst spät wurde
er als Stausee konzipiert, um das unterhalb des Schleierfall gelegene Kraftwerk zu speisen.
Der untere Bockhartsee ist seitdem wesentlich höher als der ursprüngliche See. Nun wird er neuerlich um 8 m weiter aufgestaut, was
eine Baustelle bis September 2007 bedingt.
Bildnachweis © Anton Ernst Lafenthaler - Kreuzkogelweg, Gasteinertal am 27.7.2006
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 Code 1122 |
Speicherteich - Speicherstausee
Kennzeichen:
Künstlich angelegter Teich zum Zwecke der Beschneiung der Schipiste im Winter. Wasser wird meist hineingepumpt
bzw. kontrolliert abgelassen.
Vorkommen in Gastein: Stubneralm, Schlossalm . . .
Bildnachweis © Anton Ernst Lafenthaler - Stubneralm, Gasteinertal 16.6.2007
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