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OB/L4 - Ökosysteme/Biotoptyp: Bäche, Flüsse, Wasserfälle
Biotoptyp - limnisch Limnische Lebensräume
im Gasteinertal
Biotoptyp - L 4
  • L 4. 1 - Bäche
  • L 4. 3 - Altwässer
  • L 4. 6 - Wasserfälle
  • L 4 - . . . Tabelle

  • Biotope - Haeupler & Gavre
  • Biotoptypen - Land Sbg.
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    Fließende Gewässer

    Viele Fließgewässer haben durch das ausgebaute oder begradigten Flussbett ihren naturnahen Charakter verloren. Direkte und schleichende Eutrophierung durch Kunstdünger, Stickstoff- und Phosphatdisposition aus der Luft und durch Oberflächenwasserzufuhr. Diese bedingt einen drastischen Rückgang der Tier- und Pflanzengesellschaften. Hochwasserschutz und Ufersicherung sind im bebauten Gebiet aber unumgänglich. Einen "naturnahen" Gewässerbau zu praktizieren bedeutet aber, mehr Platz für die Flüsse zu schaffen, um die Abflusskapazität und den Flusswiderstand und damit die Flussgeschwindigkeit zu verringern. Die verschiedenen Pflanzengesellschaften hängen von der Wasserführung des Flusses ab.

    Biotoptypen nach Haeupler & Gavre 1983

    (Syntaxonomie nach POTT 1995 - Pflanzengesellschaften)
    Stark fließende Bäche und Flüsse (meist sommerkalt - Rhitral) - L4.1
    Für derartige Bäche im Ober- und Mittellauf sind Geröll-, Kies- und Sandtransporte kennzeichnend. Ebenso hohe Wasserfrachten und hohe Fließgeschwindigkeiten (Schneeschmelze) bedingen ein makrophytenarmes Milieu. Die Kaltstenothermie ermöglicht es zahlreichen Glazialrelikten noch zu existieren (Bryum schleicheri u.a.).
    Typische Bewohner der stark fließenden Bäche und Flüsse sind die Forelle. Alle Vegetationstypen der Mittelgebirgsflüsse werden dem Ranunculion fluitantis-Verband zugeordnet. Die starke mechanische Belastung durch die Wasserströmung erlaubt nur wenigen Arten das Überleben, wobei noch zusätzlich die Wasserhärte eine Rolle spielt. In nährstoffarmen Bachoberläufen der planaren bis alpinen Stufe kennzeichnen im Wasser flutende Schwaden von Haken-Wasserstern – Callitriche hamulata – und Wechselblütigem Tausendblatt – Myriophyllum alterniflorum. Oligotrophe, kalkarme, sauber und rasch fließende Gewässer werden in Quellnähe vom Veronico beccabungae-Callitrichetum stagnalis besiedelt. Dieser Biotoptyp ist bei uns mit den zahlreichen Gebirgsbächen inklusive der Gasteiner Ache vertreten.

    Altläufe in Verbindung mit dem Fluss - L4.3
    Es gibt keine anerkannte Definition von Auengewässer. Eine Einteilung kann nach der Entstehung, nach Art der Flussanbindung, Alter, Größe, Tiefe, Verlandungsgrad usw. erfolgen. Die meisten Autoren definieren Auengewässer als Altläufe bzw. Altarm, d.h. Flussschlingen (Mäander), die durch Flussbettverlagerungen an einem oder beiden Enden vom Strom abgeschnitten wurden und einer Stillgewässerverlandung unterliegen.
    Nach der Entstehungsart von Gewässern unterscheidet GEPP (1985) Flussarme, Altarme, Nebengerinne, Auentümpel und Auweiher. Vorflutgräben, Fischteiche, Baggerseen sind Mikrohabitate, die auch in Auen vorkommen. Andere Autoren stellen die Wasserführung und Flussanbindung in den Vordergrund. WENDELBERGER (1952) unterteilt Auengewässer in Altarme, Altwasser, Auweiher und Autümpel. Altarme sind nach dieser Definition mit einem oder beiden Enden an den Fluss angebunden. Altwasser hingegen haben keine oberirdische Mittelwasserstandverbindung zum Fluss, sind jedoch über das Grundwasser (Druckwasser) direkt an den Fluss gebunden. Auweiher und Autümpel schließlich sind weitgehend Flusswasser unabhängig und werden nur von Regen- und Grundwasser gespeist.

    Wasserfälle - L4.6
    Diese Biotoptypen der Fließgewässer bilden eindrucksvolle Naturschauspiele. Sie zählen zu den Extrembiotopen mit hohen Strömungsgeschwindigkeiten und sauerstoffreichen, kalten Wasser. Das Spritzwasser und der Sprühnebel ermöglichen speziellen Pflanzengesellschaften das Überleben.

    Die im Gasteinertal vorkommenden Biotope
    Fließende Gewässer
    Biotop-Typ L4 bzw. Biotoptyp-Sbg 1.2 u. 1.3

    Stark fließende Bäche und Flüsse - Rhitral

    Biotoptyp L 4.1 / Land-Sbg. 1.2.2
    Der Biotoptyp - Stark fließende Bäche und Flüsse, sommerkalt - ist im Gasteinertal mit zahlreichen Gebirgsbächen und Alpenflüssen vertreten. Die Nassfelder Ache vereinigt sich mit dem Anlaufbach zur Gasteiner Ache, die den imposanten Wasserfall bei Badgastein bilden. Der Kötschachbach vereinigen sich bei Bad Bruck mit der Gasteiner Ache, die nach Norden fließend zahlreiche weitere Zuflüsse erhält u. a. den Angertalbach.
    Biotoptyp: Fließende Gewässer L4.1 (Haeupler & Garve 1983) - Fließende Gewässer 1.2 (Flora alpina 2004) - Bäche 122 (Biotoptypenkatalog Sbg. 1994)
    Gebirgsbach
    Code 1221
    Gebirgsbach
    Kennzeichen: Der Gebirgsbach befindet sich in den Höhenstufen oberhalb der Montanstufe. Kaltes Wasser (max. 10°), hohe Sauerstoffsättigung, starkes Gefälle und hohe Fließgeschwindigkeit kennzeichnen den Gebirgsbach. Typische Bewohner der stark fließenden Bäche und Flüsse sind die Forelle.
    Vorkommen im Gasteinertal: Höhkar
    Bildnachweis © Anton Ernst Lafenthaler - Höhkar, Gasteinertal am 19.8.2006
    Mittelgebirgsbach, Kötschachtal
    Code 1222
    Mittelgebirgsbach
    Kennzeichen: In tieferen Lagen liegt die Wassertemperatur zwischen 3 und 15°C, der Sauerstoffgehalt ist reichlich. Neben stärkeren Gefälle treten auch ruhigere Fließstrecken auf. Steinen und große Kiese bedecken den Grund.
    Vorkommen im Gasteinertal: Kötschachtal
    Bildnachweis © Anton Ernst Lafenthaler - Prossau, Gasteinertal am 27.6.2006

    Altläufe in Verbindung mit dem Fluss

    Biotoptyp - L4.3 / Land-Sbg. 1.3.1
    Der Biotoptyp ist im Gasteinertal in Verbindung mit Grauerlenauen am Talboden zwischen Bad Bruck und Klammstein ebenso anzutreffen wie in der Verflachung zwischen Böckstein und Bad Gastein. Sie werden im Biotoptyp Altwässer zusammengefasst und schließen Flussarm, Totarm und Auenstillgewässer mit ein. Diese sind Stillgewässerverlandung, die entweder über das Grundwasser als Altwasser (Auweiher, Autümpel) oder aber über einem in Verbindung stehenden Fluss gespeist werden, wenn dieser Hochwasser führt (Altarme - Totarme).
    Biotoptyp: Altläufe in Verbindung mit dem Fluss L4.3 (Haeupler & Garve 1983) - Altwässer 131 (Biotoptypenkatalog Sbg. 1994)
    Altwässer
    Code 1311
    Altarm - Altwässer
    Kennzeichen: Dieses Auengewässer ist dadurch charakterisiert, dass es mit einem Fluss, hier de Gasteiner Ache in Verbindung steht, aber nur bei Hochwasserführung auch wirklich Wasser zugeführt wird. Diese Definition nach Wasserführung und Flussanbindung wird als Altarm oder Totarm bezeichnet.
    Vorkommen im Gasteinertal: Östlich des Badesee beim Bertahof
    Bildnachweis © Anton Ernst Lafenthaler - Vorderschneeberg, Gasteinertal am 21.4.2008

    Kleine, langsam fließende Gräben

    Biotoptyp - L4.4 / Land-Sbg. 1.2.5
    Der Biotoptyp kleine, langsam fließende Gräben ist immer eine durch Menschenhand entstandene Biotopform. Bei ausreichender Uferbreite bieten diese Gräben aber zahlreichen Organismen eine Lebensmöglichkeit und viele feuchtliebende Pflanzen wird die Ansiedlung ermöglicht.
    Biotoptyp: Altläufe in Verbindung mit dem Fluss L4.4 (Haeupler & Garve 1983) - Gräben 125 (Biotoptypenkatalog Sbg. 1994)
    Gräben
    Code 1311
    Entwässerungsgraben - Potamogetonetea
    Kennzeichen: Dieser Biotoptyp ist durch eine anthropogene Maßnahme entstanden. Es kommt durch Be- bzw. Entwässerung zu einer Veränderung der ursprünglichen Verhältnisse, bietet so aber vielen Organismen Lebensraum. Besonders entlang von bereits viele Jahre bestehenden Gräben ist häufig eine von zahlreichen feuchtigkeitsliebenden Arten geprägte Vegetation zu finden.
    Bildnachweis © Anton Ernst Lafenthaler - Maierhofen, Gasteinertal am 21.5.2008

    Wasserfälle

    Biotoptyp - L4.6 / Land-Sbg. 1.2.4
    Der Biotoptyp Wasserfälle ist im Gasteinertal gar nicht selten. Abgesehen vom bekannten Wasserfall bei Badgastein sind es die Wasserfälle in der Hinteren Prossau, zahlreiche kleinere Wasserfälle beidseits des Anlauftales, weiters der bekannte Schleierfall und Bärenfall im Nassfeldertal, um nur einige zu nennen, da beinahe jede Schlucht hier im Gasteinertal Wasserfälle kennt (z. B. Gadaunerer Schlucht, Angertal Schlucht etc.).
    Biotoptyp: Wasserfälle L4.6 (Haeupler & Garve 1983) - Wasserfälle 4.1 (Flora alpina 2004) - Sonderform: Wasserfall, Klamm 124 (Biotoptypenkatalog Sbg. 1994)
    Gasteiner Wasserfall
    Code 1241
    Gasteiner Wasserfall
    Kennzeichen: Im oberen Bereich sind die Felswände teilweise mit Fichten besetzt. Im Bereich der Brücke befinden sich Häuser. Talwärts sind es Schluchtwald- und Hochstaudenarten.
    Vorkommen im Gasteinertal: Zentrum von Badgastein
    Foto: © in Arbeit
    Gasteiner Klamm
    Code 1242
    Klamm
    Die Gasteiner Ache hat sich in Jahrtausenden durch den harten Klammkalk gesägt und so die Gasteiner Klamm geschaffen. Die Vegetation der Klamm gleicht sich hier schon sehr dem Salzachtal an. Erst sind es noch wenig Fichten, Weiden, Grauerlen, Eschen und wenig Birken, dann folgen Buchen bzw. buchendominierte Laub(misch)wälder und Grauerlen, wie sie für Schluchtwälder charakteristisch sind.
    Vorkommen im Gasteinertal: Klammstein
    Bildnachweis © Anton Ernst Lafenthaler - Klammstein, Gasteinertal am 8.12.2006

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    Ökosysteme/Biotoptyp: Limnische Lebensräume
    Fließende Gewässer (L4)
    © 3.2.2007 by Anton Ernst Lafenthaler
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