Suchfunktion Home Inhaltsverzeichnis Gasteinertal, Biotoptypen
OB/S1 - Ökosysteme/Biotoptyp: Hochmoore (bis Übergangsmoore) ohne Gehölze
Biotoptyp - semiterrestrisch Semiterrestrische
Lebensräume
Biotoptyp - S1
  • S 1. 3 – Bultkomplexe
  • S 1 - . . . Tabelle

  • Biotope - Haeupler & Gavre
  • Biotoptypen - Land Sbg.
  • Naturbilder - . . . Biotope
  • Biotoptyp . Gasteinertal

    Hochmoore

    Im niederschlagsreichen Klima können sich Decken dauernd feuchter Torfmoose ausbilden (Sphagnum-Arten), deren abgestorbenen unteren Teile vom Wasser durchtränkt bleiben und die Oberfläche immer weiter wächst. Die vorherige Vegetation stirbt ab. Rings um diese Hochfläche (=Hochmoor) verläuft ein Randsumpf, der einem Flachmoor entspricht. Auf der Hochfläche wechseln häufig kleine, meist von Ericaceen besiedelte Hügel - die Bülten, mit nassen Senken - den Schlenken. Nur wenig Blütenpflanzen können am Hochmoor gedeihen z.B. Calluna vulgaris, Vaccinium oxycoccos, Vaccinium uliginosum, Andromeda polifolia - Eriophorum vaginatum - Trichophorum cespitosum u.a. Cyperaceae, sowie die Drosera-Arten.

    Hochmoore sind rein ombrotrop (= regenwassergespeist) und können somit auch Regenwassermoore genannt werden. Sie erreichen durch ihre Torfdecken eine gewisse Unabhängigkeit vom geologischen Untergrund. Hochmoore sind nährstoffarm mit einem pH-Wert von 2,5 – 4 und einem C/N-Verhältnis von 20 – 50. Der Calciumgehalt ist gering. Sphagnum-Arten dienen als Wasserspeicher. Rotteprodukte sind Sphagnum, Eriophorum und Ericaceen. Regenwasser, atmosphärischer Staub und Pilze (Mykorrhiza) sind die Nährstofflieferanten mit einer entsprechenden anspruchslosen Vegetation.

    Biotopstrukturen und Pflanzengesellschaften

    Kühkar, Hochmoor

    Ombrotrophe Hochmoore werden gegliedert in baumfreie, plateauartigen Hochmoorflächen und in ombro- bis minerotrophe, heide- und baumbestandene Randgehänge (Laggs). Kesselmoore entstehen in abflusslosen Senken, z.B. in Toteislöchern der Moränenlandschaften (Übergänge zu ombrogenen Torfwachstum sind möglich). So ergibt sich eine intermediäre Stellung zwischen Hoch- und Niedermoore. Quell-, Hang- und Gebirgsmoore sind meist ombrotrophe Moore, die auf lokale Vernässung in Gebirgssätteln, an Berghängen oder in Geländemulden entstehen.
    Quellmoore sind mineralstoffhaltige, wasserdurchströmte Moore, in denen sich sogar Quelltöpfe und Quellkolke bilden. Auch diese Moore zeigen meist die ombrogene Hochmoorvegetation.
    Die Hangregenmoore der Mittelgebirge entstehen durch Stauwasser oder Überrieselungwasser an Berghängen; sie weisen meist intensive Torfbildung auf. Hier mischen sich die ombro- und minerotraphenten Arten (ombrosolige Moore). Sie besitzen häufig ausgeprägte, gehölzbestandene Randgehänge, besonders an bergseitigen Auskeilungen der Torfdecken.
    Gebirgsmoore sind anspruchslos und von Binsen (Trichophorum cespitosum) bzw. von Ericaceen dominierte flache Vegetationsstrukturen und nahezu vernichtet. Sie werden ausschließlich von Regenwasser gespeist.

    Die Hochmoor-Biotoptypen sind heute nur noch als kleine Moorgebiete anzutreffen. Ombotrophe Moore (Regenmoore) sind torfmoosreich mit ausgeprägter Gliederung in Bulten und Schlenken. Typische Vegetationskomplexe sind Scheuchzerio-Caricetea fuscae und Oxycocco-Sphagnetea. Dabei ist die Hochmoorbult-Gesellschaft (Erico-Sphagnetum magellanici) die bezeichnende mitteleuropäische Bultgesellschaft auf wachsenden Hochmooren.

    Die Moore im Gasteinertal liegen meist an oder über der Waldgrenze und sind somit kaum oder nicht bewaldet. Pinus mugo ist aber nicht selten anzutreffen. Geradezu regelmäßig findet sich das Wollgras - Eriophorum - und die Haarsimse - Trichophorum cespitosum. Im Gebirgsmoor in der Erzwies ist - Empetrum hermaphroditum - bestandsbildend.

    Der Biotoptyp Hochmoore gliedert sich in Schlenken, Kolke (S1.1), Schwingrasen (S1.2), Bultkomplexe (S1.3), Torfstiche (S1.3) und abgetorfte Flächen (S1.5). Die bevorzugte Pflanzengesellschaft ist Scheuchzerio-Caricetea ...

    Die im Gasteinertal vorkommenden Biotope der
    Hochmoore ohne Gehölze
    Biotop-Typ S1 bzw. Land-Sbg. 142 . . .

    Hochmoor - Bultkomplexe

    Biotoptyp S 1.3 / Land-Sbg 1.4.2
    Der Biotoptyp Hochmoore-Bultkomplexe wird ausschließlich von Regenwasser gespeist. Die schwach erhabenen Bulte werden von Torfmoosen beherrscht und zwar von Sphagnum magellanicum et rubellum et papillosum; noch häufiger in neuerer Zeit Sphagnum fallax. Hochmoor-Biotoptypen sind heute nur noch als kleine Moorgebiete anzutreffen, wenn sie als Schutzgebiete ausgewiesen sind.
    Biotoptyp: Hochmoore, Bultkomplexe S1.3 (Haeupler & Garve 1983) - Hochmoore 5.2 (Flora alpina 2004) - Hochmoore, Moor- und Bruchwälder 142 (Biotoptypenkatalog Sbg. 1994)
    Hochmoorbiotop Gebirgs-Regenmoor - Hochmoor, Dystrophe Gewässer
    Hochmoore, Bultkomplexe - S1.3 – Oxycocco-Sphagnetea
    Kennzeichen: Dunkelbraune Wasserfärbung durch den Gehalt an gelösten Huminstoffen. Sphagnum megellanicum u.a. sind bestandsbildend. Wollgras und Heidekraut - Calluna vulgaris begleiten hier die Torfschicht. Zwergstrauchheiden finden sich ganz dicht wenig außerhalb des Moores.
    Vorkommen in Gastein: Kühkar.
    Bildnachweis © Anton Ernst Lafenthaler - Kühkar, Gasteinertal am 30.6.2006

    Biotoptypen : Ellenberg 1996 - Biotoptypen, Gasteinertal Home Inhaltsverzeichnis Lebensräume im Gasteinertal - Zwischen-, Niedermoore


    Home Suche Inhaltsverzeichnis Animalia Planta Fungi Ausgangspunkte Ereignisse Mineralogie

    Ökosysteme/Biotoptyp: Semiterrestrische Lebensräume
    Hochmoore im Gasteinertal
    © 1.11.2006 by Anton Ernst Lafenthaler
    ob-s1