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OBT5 - Ökosysteme/Biotoptyp: Block- und Geröllhalden
Terrestrische Lebensräume - Übersicht Terrestrische Lebensräume
im Gasteinertal
Biotoptyp - T 5
  • T 5. 1 - Steinschutt/Geröllflur
  • T 5. 2 - Felsflur
  • T 5 - . . . Tabelle

  • Biotope - Haeupler & Gavre
  • Biotoptypen - Land Sbg.
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    Block- und Geröllhalden

    Moos-Steinbrech

    Die Steinschutt- und Geröllgesellschaften der Klasse - Thlaspietea rotundifolii - leben überwiegend an natürlichen Standorten in den alpiden Gebirgen. Ihr Biotop sind die hier beschriebenen gehölzfreien Fels- und Geröllfluren, entsprechend dem Biotoptyp - T5 (nach Haeupler & Garve 1983). Die zugehörige Klassengruppe sind die - Pionier- und Rasengesellschaften - auf Fels, Felsschutt und Sandböden. Gleichzeitig werden hier auch die alpinen Polstergesellchaften angeführt, da sie teilweise die gleichen Standorte besiedeln. Der - Biotoptypenkatalog Salzburg - kennt hier eine eigene Biotopgruppe, die der - Alpinen Polstergesellschaften - . . .


    Biotoptypenkatalog Salzburg

    Biotopkartierung von G. Nowotny & H. Hinterstoisser

    Die Biotopkartierung von G. Nowotny & H. Hinterstoisser für das Land Salzburg unterteilt die Gruppe der Steinschutt- und Geröllgesellschaften in 4 Biotoptypen ein und zwar in die - Subalpin-alpine Silikatschuttgesellschaft - die Schieferschuttgesellschaft - die Kalkschuttgesellschaft - und die - Montane, d.h. an tiefere Lagen gebundene Schuttgesellschaft. Die Höhlen und Stollen werden gesondert dem Biotopkomplex "Morphologische und geologische Formbildungen" zugeordnet. Zusätzlich werden die "Alpinen Polstergesellschaften" abgetrennt.

    Biotoptypen nach Haeupler & Gavre 1983

    (Syntaxonomie nach POTT 1995 - Pflanzengesellschaften)
    Steinschutt- und Geröllfluren - T5.1
    Grobschutthalden insbesondere häufig an der Basis von Felswänden bilden Extremstandorte. Beweglichkeit des Substrates, Mangel an Feinerde, mechanische Beanspruchung der Pflanzen sowie gelegentliche Wassermangelsituationen sind hier die entscheidenden Standortfaktoren. Damit Pflanzen überhaupt anwachsen können, muss eine Ansammlung von Feinerde in tieferen Schichten, sowie eine isolierende "Steinluftschicht" vorhanden sein, die vor allzu rascher Austrocknung schützt. Generell ist die Vegetationsdichte von Schutthalden vom Feinerdegehalt abhängig.

    Saxifraga rudolphiana

    Aufgrund ihres instabilen und von Ort zu Ort verschieden beschaffenen Wurzelraumes erscheinen die Schuttbesiedler in stark wechselnden Kombinationen und mit wechselnden Deckungsgraden. Es sind die extremsten Phanerogamen-Gesellschaften der hohen Alpengipfel mit Verbreitung auf Silikatgestein, Kalkschieferschutt (Glimmerschiefer) und auf Kalkgestein. Auf bewegten und konsolidiertem Blockschutt gibt es ebenfalls spezialisierte Pionierbestände.
    Je nachdem, wie die Schuttpflanzen sich mit spezifischen Wuchsformen an das Substrat anpassen, werden sie als Schuttwanderer (bilden lange, sich sekundär bewurzelnde Kriechtriebe im Schutt), Schuttstauer (bilden durch büschel- oder horstartige Austriebe ruhende Widerlager), Schuttstrecker oder Schuttdecker bezeichnet.
    Biotoptyp T 5. 1 (Haeupler & Gavre 1983) - 3 (Flora alpina 2004) - Code: 31 (Biotoptypenkatalog Sbg. 1994)

    Felsfluren - T5.2
    Die von Farnen und Moosen beherrschte - Felsspalten- und Mauerfugengesellschaften - entwickeln sich in feinerdearmen und trockenen Klüften, Spalten und Fugen im Fels. Die Arten keimen im Dunkeln und müssen über genügendes Reservereservoir verfügen. Geringer Wurzelraum und Wasservorrat bedingen eine lückige Vegetation, ein langsames Wachstum und eine geringe Konkurrenzkraft.

    Trauben-Steinbrech

    Felsspaltenbewohner sind hohen Strahlungen, dem Frost und Wind ungeschützt ausgesetzt. Als Anpassungsstrategien gelten die Ausbildung von Flach- und Kugelpolster oder Sukkulenz oder die Ausbildung von Rosetten und Spalieren (z.B. Sempervivum). Beispiele dazu wären Saxifraga paniculata in sonnigen Felsspalten oder Primula auricula auf alpinen Steinrasen und Felsspalten.
    Alpine Felsspaltenbewohner reichen kaum in die montane Stufe hinunter, weil sie dort aufgrund der wärmeren Lage der Trockenheit anheimfallen. Wenige Felspflanzen in wärmeren Regionen kommen in schattigen, sonnenabseitigen Lagen vor.
    Biotoptyp T 5. 2 (Haeupler & Gavre 1983) - 3 (Flora alpina 2004) - Code: 31 (Biotoptypenkatalog Sbg. 1994)

    Schwermetalltolerante Sippen wachsen auf schwermetallhaltigen Gestein oder aber auf Abraumhalden des Bergbaus. Oft sind es nur schwer abgrenzbare Arten, die ihren Stammformen morphologisch sehr nahe stehen, ökophysiologisch aber als U-Arten oder Kleintaxa zu werten sind. Als Ökotypen von Glazialrelikten dürfen Minuartia verna, Thlaspi alpestre, Armeria maritima und Viola calaminaria mit ihren schwermetalltoleranten Abkömmlingen gelten.
    Im Gasteinertal sind derartige Sippen wenig dokumentiert.
    Die Felsfluren beinhalten noch neben den Felsspalten und steilen Felswänden die Höhlen, Stollen und Schächte.

    Die im Gasteinertal vorkommenden Biotope der
    Fels- und Geröllfluren
    Biotop-Typ T5 bzw. Biotoptyp-Sbg 3.1 ... 3.2 und 3.7

    Steinschutt- und Geröllfluren

    Biotoptyp T 5.1 / Land-Sbg 3.2
    Der Biotoptyp Steinschutt- und Geröllfluren ist mit der Pflanzengesellschaft - Thlaspietea rotundifolii - assoziiert. Hauptcharakteristikum ist die Bewegung des Untergrundes, des Tal abgleitenden und -rollenden Grobschutts. Unterschieden werden dabei die Biotope auf Silikatgestein, auf Kalkgestein, auf Schiefergestein aber auch solche auf Schwermetallrasen und Erdrutsche. Insgesamt gehören sie zu den Extrembiotopen.
    Biotoptyp: Steinschutt- und Geröllfluren T 5.1 (Haeupler & Gavre 1983) - 3.3 (Flora alpina 2004) - Steinschutt- und Geröllgesellschaften 3.2 (Biotoptypenkatalog Sbg. 1994)
    Subalpin-alpine Silikatschuttgesellschaft
    Steinschutt- und Geröllfluren auf Silikatgestein
    Typische Vertreter dieses Biotoptyps (T5.1.1) sind Ranunculus glacialis, Saxifraga oppositifolia, Cerastium uniflorum, Saxifraga biflora, Linaria alpina, Doronicum clusii, aber auch Androsace u.a. Geum reptans ist ein klassischer Schuttkriecher und typisch für die Alpensäuerling-Gesellschaft (Oxyrietum digynae) mit Oxyria digyna (hochalpine-nivale Stufe). In den hochmontanen bis subalpinen Stufe der Alpen entspricht die Rollfarn-Gesellschaft (Cryptogrammetum crispae) dem alpinen Oxyrietum digynae.
    Biotoptyp: Steinschutt- und Geröllfluren auf Silikatgestein T 5.1.1 (Haeupler & Gavre 1983) - Subalpin-alpine Silikatschuttgesellschaft 3.2.1.1 (Biotoptypenkatalog Sbg. 1994)
    Cryptogramma crispa
    Code 3211
    Rollfarnflur - Cryptogrammetum crispae
    Kennzeichen: In den hochmontanen bis subalpinen Stufe der Alpen ist bei uns die Rollfarn-Gesellschaft - Cryptogrammetum crispae - häufig, die zwischen oft riesigen Granitblöcken als Glazialrelikt vorkommt. Charakteristische Art ist der Rollfarn - Cryptogramma crispa.
    Vorkommen in Gastein: Hintere Radeckalm, Kühkar u.a.
    Bildnachweis © Anton Ernst Lafenthaler - Radeckalm, Gasteinertal am 17.7.2006
    Androsacetum alpinae
    Code 3211 (3312)
    Alpen-Mannschildflur - Silikatalpine Polsterflur, Androsacetum alpinae
    Steinschutt- und Geröllfluren, hochmontan-alpin – T5.1.1.1 - Androsacion alpinae
    Kennzeichen: Dieser Biotoptyp zeigt nur einen geringen Deckungsgrad und kommt auf bewegtem Silikatschutt vor. Sie können auch zu den silikatalpinen Polsterfluren (Code 33) gereiht werden.
    Vorkommen in Gastein: Kreuzkogel
    Bildnachweis © Anton Ernst Lafenthaler - Kreuzkogelweg, Gasteinertal am 27.7.2006
    Schieferschuttgesellschaft
    Die Flur des Zweiblütigen Steinbreches - Saxifragetum biflorae - stellt eine typische Pioniergesellschaft grusiger Feinschuttböden mit meist nur geringem Deckungsgrad (unter 10%) dar. Charakteristische Arten sind der Zweiblütige Steinbrech - Saxifraga biflora, der Rudolfsteinbrech - Saxifraga rudolphiana, der Gegenblättrige Steinbrech - Saxifraga oppositifolia, das Einblütige Hornkraut - Cerastium uniflorum, das Alpenleinkraut - Linaria alpina und das kleine Rispengras - Poa minor. Die Hungerblümchen-Steinbrechflur - Drabo-Saxifragetum - besiedelt meist relativ wenig bewegte, feinschuttreiche, gut durchfeuchtete, sehr nährstoffreiche Schuttböden basischer Reaktion in der alpinen Stufe. Kennzeichnende Artens sind vor allem Hoppe’s Felsenblümchen - Draba hoppeana und das Farnblattläusekraut - Pedicularis alspeniifolia. Auf frischen, basenreichen Feinschuttböden zumeist n Gratlagen, seltener auf den noch kaum besiedelten Teilen von Moränenwällen findet man die Gesellschaft des Ährigen Grannenhafers - Trisetetum spicati. Charakterarten sind der Ährige Grannenhafer - Trisetum spicatum - und der Zwergenzian - Gentiana nana.
    Biotoptyp: Steinschutt- und Geröllfluren T 5.1 (Haeupler & Gavre 1983) - Schieferschuttgesellschaft 3.2.1.2 (Biotoptypenkatalog Sbg. 1994)
    Saxifraga biflora
    Code 3212 (3313)
    Flur des Zweiblütigen Steinbreches - Saxifragetum biflorae
    Die Flur des Zweiblütigen Steinbreches - Saxifragetum biflorae - stellt eine typische Pioniergesellschaft grusiger Feinschuttböden mit meist nur geringem Deckungsgrad (unter 10%) dar. Charakteristische Arten sind der Zweiblütige Steinbrech - Saxifraga biflora, der Rudolfsteinbrech - Saxifraga rudolphiana, der Gegenblättrige Steinbrech - Saxifraga oppositifolia, das Einblütige Hornkraut - Cerastium uniflorum, das Alpenleinkraut - Linaria alpina und das kleine Rispengras - Poa minor. Sie können auch zu den Polstergesellschaften, alpin, auf Schiefer (Code 3313) gereiht werden.
    Vorkommen in Gastein: Silberpfennig, Hohe Geißel u.a.
    Bildnachweis © Anton Ernst Lafenthaler - Silberpfennig, Gasteinertal am 19.7.2003
    Draba hoppeana
    Code 3212
    Hungerblümchen-Steinbrechflur - Drabo-Saxifragetum
    Die Hungerblümchen-Steinbrechflur - Drabo-Saxifragetum - besiedelt meist relativ wenig bewegte, feinschuttreiche, gut durchfeuchtete, sehr nährstoffreiche Schuttböden basischer Reaktion in der alpinen Stufe. Kennzeichnende Artens sind vor allem Hoppe’s Felsenblümchen - Draba hoppeana und das Farnblattläusekraut - Pedicularis alspeniifolia.
    Vorkommen in Gastein: Silberpfennig u.a.
    Bildnachweis © Anton Ernst Lafenthaler
    Steinschutt- und Geröllflur auf Kalkgestein
    Kalkschuttgesellschaft
    Kalkgestein kommt bei uns bevorzugt im Bereich Dorfgastein richtung Norden vor, wo der Klammkalkzug das Gasteinertal abschließt. Hier ist es die Alpen-Pestwurzflur, die als offene Pioniergesellschaft auf feinerdereichen, frischen Kalkschutthalden oftmals im Umfeld von Bacheinzugsgebieten mit periodischen Bergstürzen und Vermurungen vorkommt. Die Bergbaldrian-Wurmfarn-Gesellschaft bevorzugt bereits gefestigtem Grobschutt. Die Schildfarn-Geröllflur - Polystichetum lonchitis - ist auf ruhenden Kalkschuttblockhalden vor allem in der subalpinen Stufe ausgebildet. Eine Pioniergesellschaft auf frischen, zeitweise austrocknenden, feinerdereichen Kalkschutthalden der montanen Stufe ist die Wundklee-Löwenzahn-Gesellschaft. Steinkrautgesellschaften mit Sedum acre und Sedum sexangulare wachsen an Kalkfelsgrusbiotopen auf trocken-warmen Kalkfelsköpfen und gelten als Primär-Lebensräume dieser dauerhaften, thermophilen Pioniertrockenrasen.
    Biotoptyp: Steinschutt- und Geröllfluren auf Kalkgestein L 5.1.2 (Haeupler & Gavre 1983) - Kalkschuttgesellschaft 3.2.1.3 (Biotoptypenkatalog Sbg. 1994)
    Petasites
    Code 3213
    Alpen-Pestwurzflur - Petasitetum paradoxi
    Feinschutt- und Mergelhalden im Hochgebirge auf Kalkstein - T5.1.2.2.2
    Kennzeichen:Petasites paradoxus bildet auf Kalkschutthalden, vorzugsweise auf Bergstürzen und Vermurungen in der subalpinen und montanen Stufe mit ihren tiefen, zugfesten Wurzeln eine offene bis lückige Pioniergesellschaft (Petasitetum paradoxi – Schneepestwurz-Halde) auf alluviale Kies- und Sandschwemmböden. Die Schneepestwurz bildet, ähnlich wie der Kahle Alpendost (Adenostyles glabra), im Oberflächenschutt ein langgestrecktes, etagenförmiges, weit verzweigtes Wurzel- und Sprosssystem. Die unterseits weißfilzigen, großen Blätter von Petasites paradoxus finden sich häufig an den Rändern von Schmelzwasserrinnen.
    Vorkommen in Gastein: - Heinreichalm, Bernkogelgebiet u.a.
    Pflanzengesellschaften: Petasition paradoxi, Moehringio-Gymnocarpietum robertiani
    Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Schuhflicker/Gasteinertal am 2.6.2002
    Montane - an tiefere Lagen gebundene Schuttgesellschaft
    Wärmeliebende Schuttfluren auf Kalkgestein
    Die Rauhgrasflur - Stipetum calamagrostis - ist in ihrer typischen Ausprägung eine wärmeliebende Kalkschuttgesellschaft. Bei der Montanen Ruprechtsfarnflur - Gymnocarpietum robertiani - handelt es sich um eine meist offen Pioniergesellschaft auf frischen, durchsickerten Kalkschutthalden der Montanstufe. Bevorzugter Standort ist Grobschutt über humusreicher Feinerde in zumeist schattiger Lage. Hierher gehört auch die Schwalbenwurzflur - Vincetoxicum hirundinaria-Gesellschaftund die Gesellschaft des Schmalblättrigen Hohlzahns.
    Biotoptyp: Steinschutt- und Geröllfluren auf Kalkgestein L 5.1.2 (Haeupler & Gavre 1983) - An tiefere Lagen gebundene Schuttgesellschaft 3.2.1.4 (Biotoptypenkatalog Sbg. 1994)
    Gymnocarpium robertiani
    Code 3214
    Montane Ruprechtsfarnflur - Gymnocarpietum robertiani
    Wärmeliebende Schuttfluren bzw. Steinschutt-Halden auf Kalkstein - T5.1.2.1 - Stipion calamagrostis
    Kennzeichen: Das Gymnocarpietum robertiani ist eine vom Ruprechtsfarn beherrschte Gesellschaft auf halbschattigen, frischen Kalk- und Gipsschutthalden. Offene bis geschlossene Pionierbestände sind mit zahlreichen Moosen und felsbewohnenden Arten durchsetzt.
    Vorkommen in Gastein: - Luggau, Unterberg, Rastötzengraben u. a.
    Bildnachweis © Anton Ernst Lafenthaler - Rastötzengraben, Gasteinertal am 19.6.2006
    Schwermetallrasen - Schuttgesellschaft
    Schwermetalltolerante Sippen wachsen auf schwermetallhaltigen Gestein oder aber auf Abraumhalden des Bergbaus. Natürliche Schwermetallrasen kommen nur sehr kleinflächig vor und zeichnen sich durch endemische Pflanzenarten aus.
    Im Gasteinertal sind derartige Sippen nicht (?) dokumentiert. Am Oberen Bockhartsee sind derartige Sippen aber sicher vorhanden, wie z.B. beim Giftbrünnl.
    Giftbrünnl, Bockhartsee
    Code 3211
    Sonderstandort - Schwermetallbelasteter Hangsumpf
    Schwermetallrasen, Galmeifluren - T 5.1.3 - Violetalia calaminariae
    Kennzeichen: Wasser sickert durch das Erdreich. Meist in Mulden oder Hanglage, mit tiefgründigen, weichem (morastigen) mineralischen Substrat und nur geringen Anteil an organischen Pflanzenmaterial. Dieser als "Giftbrünnl" bekannter Standort ist kenntlich durch das lebhafte Grün des Rasens und dem kontrastiertem braunen Niederschlag. Hier finden sich bis 5 mg Arsen/Liter.
    Vorkommen in Gastein: - Bockhartsee - "Giftbrünnl"-
    - Pflanzengesellschaften: in Arbeit!
    Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Bockhartsee/Gasteinertal am 3.10.2003

    Biotoptyp T 5.1 / Land-Sbg 5.2
    Lesesteinhaufen - Trockenmauern - Steinriegel
    Über Jahrhunderte hinweg zusammengetragene "Lesesteine" als Teil der Biotopgruppe Steinschutt- und Geröllfluren (nach Pott) bilden oft bis zu mehrere hundert Meter lange und bis 15 Meter breite und mehrere Meter mächtige "Steinriegel". Je nach Lage und Bewirtschaftung der Nachbargrundstücke finden sich 2 Typen von Steinriegel: 1. Geröllhaldenähnliche Steinansammlungen - meist Kalkstein - die nur sehr schütter bewachsen sind und 2. Durch Nährstoffansammlung (Einwehung bzw. Humisierung durch abgebautes Pflanzenmaterial) in eine fortgeschrittene Sukzession übergegangene Steinriegel mit Einzelsträuchern, Hecken oder ganze Feldholzinseln, die solche Steinriegel oft so verdecken, dass die ursprüngliche Landschaftscharakteristik gar nicht mehr erkennbar ist.
    Lesesteinhaufen
    Code 5241
    Steinmauer - Lesesteinriegel, Feldrain
    Lesesteinhaufen - T 5.1.4
    Kennzeichen: Lesesteinriegel und Lesesteinhänge bieten vielen pionierhaften Gebüschelementen neue Ansiedlungsmöglichkeiten in der Kulturlandschaft. Die aufgeschichteten Steine lassen das Niederschlagswasser rasch versickern und sind deshalb sehr extreme Trockenstandorte, auf denen sich je nach Sonneneinstrahlung und Exposition die unterschiedlichsten Lebensraumspezialisten ansiedeln. Diese gehören zu den interessantesten Trockenbiotope unserer Kulturlandschaft. Kultur und Natur sind hier eng verzahnt.
    Vorkommen in Gastein: - Badbruck
    Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Badbruck / Gasteinertal am 30.4.2008

    Felsflur

    Biotoptyp T 5.2 / Land-Sbg 3.1
    Der Biotoptyp Felsflur bzw. Felsspalten- und Mauerfugengesellschaften sind Extrembiotope. Sie weisen eine enge Bindung an das Untergrundgestein auf. Felsspalten in der alpinen Stufe erfordern aufgrund der Standortfaktoren Trockenheit, hohe Windgeschwindigkeit, hohe Strahlungsintensitäten und extreme Temperaturgegensätze extreme Anpassungsmechanismen. Die hier vorkommenden Pflanzenarten sind an diese Bedingungen speziell angepasst. Auch anthropogen geschaffene Mauern und Mauerfugen stellen entsprechend spezifische Lebensräume dar.
    Biotoptyp: Felsfluren, Mauern T 5.2 (Haeupler & Gavre 1983) - 3.2 (Flora alpina 2004) - Felsspalten- und Mauerfugengesellschaften 3.1 (Biotoptypenkatalog Sbg. 1994)
    Kalkfelsspaltengesellschaft
    Felsspalten- und Mauerfugengesellschaften weisen eine enge Bindung an das Untergrundgestein auf. Auf karbonatischem Material sind es z.B. die Schweizer Mannschildflur. Sie besiedelt Kalk- und Dolomitfelsen. Bei der Blasenfarnfelsflur handelt es sich um eine Fugengesellschaft in feuchten, basenreichen, meist kalkführenden Felsen oder Mauern vor allem in der montanen und hochmontanen Stufe. Die Mauerrautenflur - Asplenietum trichomano-rutae-murariae - hat ihren Hauptlebensraum auf anthropogen bedingten Sekundärstandorten in Mauerfugen.
    Biotoptyp: Felsfluren, Mauern T 5.2 (Haeupler & Gavre 1983) - 3.2 (Flora alpina 2004) - Felsspalten- und Mauerfugengesellschaften 3.1.1.1 (Biotoptypenkatalog Sbg. 1994)
    Androsace helvetica
    Code 3111 (3311)
    Schweizer Mannschildflur - Kalkalpine Polstergesellschaft
    Felsspalten auf Kalkstein in trockenen Kalkfugenfluren (mit Mauerraute) - T5.2.2.2
    Kennzeichen: Die Schweizer Mannschildflur - Androsacetum helveticae - besiedelt Kalk- und Dolomitfelsen in der alpinen Stufe. Typische Arten sind der Schweizer Mannschild - Androsace helvetica. Die Schweizer -Mannschildflur kann auch zu den Kalkalpinen Polstergesellschaft (Code 3311) gereiht werden.
    Vorkommen in Gastein: - Schuhflicker u.a.
    Pflanzengesellschaften: Potentillion caulescentis (Syn: Androsacion helveticae, Asplenion rutae-murariae)
    Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Schuhflicker/Gasteinertal am 2.6.2002
    Silikatfelsspaltengesellschaft
    Die Silikatspaltengesellschaft tieferer Lagen kommt an lichtreichen, oftmals sonnenexponierten Standorten in der Montanstufe vor. Prägende Arten sind der Nordische Streifenfarn - Asplenium septentrionale und der Dickblättrige Mauerpfeffer - Sedum dasyphyllum - sowie wenige andere Begleiter. Der Felsfluren der höchsten Silikatgipfel sind im Bundesland Salzburg durch Arten wie Himmelsherold - Eritrichum nanum, Echte Edelraute - Artemisia mutellina und verschiedene Steinbrecharten charakterisiert.
    Biotoptyp: Felsfluren, Mauern T 5.2 (Haeupler & Gavre 1983) - 3.2 (Flora alpina 2004) - Silikatfelsspaltengesellschaft 3.1.1.2 (Biotoptypenkatalog Sbg. 1994)
    Sedum dasyphyllum
    Code 3112
    Silikatspaltengesellschaft tieferer Lagen - Sedum dasyphyllum
    Felsspalten, Silikatfugenfluren - T5.2.2.1 - Androsacetalia vandelii
    Kennzeichen: der Dickblättrige Mauerpfeffer - Sedum dasyphyllum kommt wie Nordische Streifenfarn auf Silikatgestein aber auch auf Schiefergestein vor, wo starke Sonneneinstrahlung vorherrscht.
    Vorkommen in Gastein: Rastötzengraben, Poserhöhe . . .
    Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Poser Höhe, Gasteinertal am 9.9.2005

    Biotoptyp T 5.2 / Land-Sbg 3.7
    Felsfluren / Nivale (glaziale) Typen
    Der Biotoptyp Felsflur oberhalb der Vegetationsgrenze entspricht den Nivalen (glazialen) Typen und umfasst alle Lebensräume, die von Schnee und Eis geprägt werden bzw. wurden. Obwohl hier extreme Lebensbedingungen herrschen, kommen doch noch einige pflanzliche und tierische Organismen vor. Unter den pflanzlichen Pionieren sind es besonders die Flechten . . .
    Biotoptyp: Felsfluren T 5.2 (Haeupler & Gavre 1983) - Nivale (glaziale) Typen 3.7 (Biotoptypenkatalog Sbg. 1994)
    Rhizocarpetea
    Code 3716
    Silikatfels-Flechten - Rhizocarpetea geographici
    Steile Felswände, Fels mit Flechtenüberzug - T5.2.1.2 - Asplenietea
    Vegetationsfreier bis -armer Fels in der subalpinen bzw. nivalen Stufe.
    Von diesem Biotop kann noch der "nackte Fels" - T5.2.1.1 - gesondert abgegrenzt werden.
    Kennzeichen: Diese flechtenbedeckten bzw. -armen Bereiche werden hier als eigene Biotope ausgewiesen. Spinnentiere sind in derartigen Biotopen nicht selten anzutreffen.
    Vorkommen in Gastein: - Schareck, Hohe Geißel etc.
    kein foto

    Biotoptyp T 5.2 / Land-Sbg 5.3
    Felsfluren / Nivale (glaziale) Typen
    Der Biotoptyp steile Felswände beinhaltet hier die spezifische Lebensansprüche einer oder mehrer Tierarten, was zu zoologisch definierte Biotoptypen veranlasst. Dabei werden auch wichtige Lebensräume als Horst- und Schlafplätze ausgewiesen.
    Biotoptyp: Felsfluren T 5.2 (Haeupler & Gavre 1983) - Zoologisch definierte Biotoptypen 5.3 (Biotoptypenkatalog Sbg. 1994)
    Horst- und Schlafwand
    Code 5311
    Horst- und Schlafwand
    Steile Felswände T5.2.1 - Von diesem Biotop kann noch der "Vogelfelsen" - T5.2.1.2.4 - gesondert abgegrenzt werden.
    Kennzeichen:
    Es handelt sich meist um hohe, z. T. senkrechte bis vereinzelt überhängende Felswand. Die Fläche bietet verschiedenen Greifvögeln eine Horst- und Schlafgelegenheit. Potentielle Brutwände sind dadurch charakterisiert, dass sie unterhalb der Baumgrenze liegen sowie weitgehend vegetationsfrei und sehr steil bis überhängend sind.
    Vorkommen in Gastein: - Weißwand u. a.
    Bildnachweis © Anton Ernst Lafenthaler - Poserweg, Gasteinertal 11.5.2008

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    Ökosysteme/Biotoptyp: Terrestrische Lebensräume (T5)
    Gehölzfreie Fels- und Geröllfluren
    © 1.11.2006 by Anton Ernst Lafenthaler
    ob-t5