| Biotoptyp T7.1 - Land-Sbg. 4.2 |
Der Biotoptyp Glatthaferwiesen des Arrhenatherion-Verbandes sind Fettwiesen auf
nährstoffreichen, warmen, trockenen bis frischen Böden.
Die Gesellschaften sind sehr artenreich, ihre bezeichnenden Elemente sind
beweidungsempfindlich. Mähweiden nehmen eine Mittelstellung ein.
Die Glatthaferwiese - Arrhenatheretum elatioris ist eine zwei bis dreimähdige, recht artenreiche
Kulturwiese der tieferen Lagen. Die ökologischen Grenzen dieser Pflanzengesellschaft
sind relativ weit und reichen von ziemlich trockenen Ausbildungen mit Aufrechter Trespe -
Bromus erectus bis hin zu feuchten, gut nährstoffversorgten Typen mit Kohldistel -
Cirsium oleraceum. Prägende Art ist der Glatthafer - Arrhenatherum elatius, daneben können
noch zahlreiche weitere Grasarten und Kräuter auftreten. Dieser ursprünglich Kulturwiesentyp
wird zunehmend zurückgedrängt und ist heute in seiner typischen Ausprägung häufig nur noch an
schlecht bewirtschaftbaren Flächen (steile Wiesen, Straßenböschungen etc.) zu finden.
Biotoptyp: Fettwiesen T7.1 (Haeupler & Garve 1983) - Meso- und hygrophile Wiesen und Weiden 6.3 (Flora alpina 2004) -
Glatthaferwiesen 4211 (Biotoptypenkatalog Sbg. 1994) |
 Code 4211 |
Glatthaferwiese - Arrhenatheretum
Glatthafer-Talfettwiesen – T7.1.2 - Arrhenatherion
Kennzeichen:
Typische Tal-Glatthaferwiesen - Arrhenatheretum typicum - sind gekennzeichnet durch
locker- bis hochwüchsige, 2- 3schürige Heuwiese mit stockwerkartigem Aufbau und zwar einer
bodenanliegende Moos- und Streuschicht, einer bodennahe Schicht mit Rosettenpflanzen
gefolgt von Unter- und Mittelgräser, sowie Kräuter. Die Obergräser bestehen bevorzugt aus Doldenblütlern.
Dieser Wiesentyp ist auf gute Wasserversorgung angewiesen.
Im Gasteinertal sind es vornmehmlich Trockene Glatthaferwiesen wie z.B. die Salbei-Glatthaferwiesen.
Dominierende Grasart ist der Glatthafer - Arrhenatherum elatius. Typische Glatthaferwiesen kommen
bis etwa 600 m Seehöhe vor. Daucus caroticus sind Wegbegleiter in Glatthaferbeständen.
Im Gasteinertal sind es trockene Glatthaferwiesen wie z. B. die Salbei- oder die Kohldistel-Glatthaferwiese.
Vorkommen in Gastein: Hauserbauer u.v.a.m.
Bildnachweis © kein Bild |
 Code 4211 |
Kohldistel-Glatthaferwiese - Cirsio-Arrhenatheretum
Glatthafer-Talfettwiesen – T7.1.2 - Arrhenatherion
Kennzeichen:
Hochwüchsige, dicht und aufgrund guter Wasserversorgung des Bodens saftig grüne Heuwiesen auf mäßig fechten Standorten unterhalb von 500 m Seehöhe.
An weniger feuchten Stellen wird der Glatthafer durch den Wiesenfuchsschwanz ersetzt - Fuchsschwanz-Glatthaferwiese. Charakteristisch ist der zartrosa Ton des Wiesen-Schaumkrautes im Frühling.
In tieferen Lagen der Alpen als Vorläufer vieler Mehrschnittwiesen.
Mist- und jauche gedüngte Heuwiese. Häufig durch Düngung aus Pfeifengraswiesen hervorgegangen.
Nahe Verwandtschaft zu den Dotterblumenwiesen.
Charakteristische Arten:
Alopecurus pratensis, Angelica sylvestris,
Arrhenatherum elatius, Cardamine pratensis, Cirsium oleraceum, Crepis biennis,
Holcus lanatus, Lychnis flos-cuculi, Melandrium rubrum,
Sanguisorba officinalis, Rhinanthus alectorolophus,
Vicia sepium.
Anmerkung: siehe auch die Kohldistelwiese (Angelico-Cirsietum oleracei).
Vorkommen in Gastein: in arbeit
Bildnachweis © kein Bild |
 Code 4211 |
Salbei-Glatthaferwiese - Salvio-Arrhenatheretum
Glatthafer-Talfettwiesen – T7.1.2 - Arrhenatherion
Kennzeichen:
Im Juni blühende, mit verschiedenen Kräutern besetzte Heuwiese an sonnigen Hängen
und niederschlagsarmen Standorten unterhalb von etwa 800 m Seehöhe.
Es sind wärmeliebende, mäßig trockene bis trockene oder wechseltrockene, den Halbtrockenrasen ähnliche,
zweischürige Wiesen.
In montanen Gebieten, wie auch in Gastein kommen sie nur in trockenen Lagen (südexponiert) vor, die nicht grundwasserbeeinflusst
sind. Sie wird als Heuwiese genutzt. Kommt Jauche zum Einsatz, macht sich Kerbel und Bärenklau
breit und mindert die Heuerträge.
Es ist eines der artenreichsten Biotope überhaupt mit besonders seltenen Tier- und Pflanzenarten.
Charakteristische Arten:
Arrhenatherum elatius,
Avena pubescens, Bromus erectus,
Centaurea jacea,
Centaurea scabiosa, Chrysanthemum leucanthemum, Dactylis glomerata,
Knautia arvensis, Lotus corniculatus,
Ranunculus bulbosus, Rhinathus spec.,
Salvia pratensis, Tragopogon pratensis, Trifolium pratense.
Vorkommen in Gastein: Hauserbauer, Mitterbauerwiese u.v.a.m.
Bildnachweis © kein Bild |
| Biotoptyp T7.1 - Land-Sbg. 6.1 |
Der Biotoptyp Fettwiesen - Molinio-Arrhenatheretea -
umfasst die Vegetationstypen der Intensivweiden, der Fettwiesen, sowie des
Feuchtgrünlandes mit den
Staudengesellschaften, die strukturell zu den Hochstaudenfluren
stickstoffreicher Ufer überleiten.
Der Verband Polygono-Trisetion umfasst die Schnittwiesen der Hochlagen.
Die alpinen Milchkrautweiden - Poion alpinae - sind gedüngte Viehweiden des Hochgebirges
und werden dem Biotop T3.4 - Alpine Rasen - zugeordnet.
Biotoptyp: Fettwiesen T7.1 (Haeupler & Garve 1983) - Meso- und hygrophile Wiesen und Weiden 6.3 (Flora alpina 2004) -
Wirtschaftsgrünland, Äcker, Gärten 61 (Biotoptypenkatalog Sbg. 1994) |
 Code 6111 |
Fettwiesenkomplex - Molinio-Arrhenatheretea
Fettwiesen – T7.1
Kennzeichen:
Fettwiesen (und Weiden) frischer Standorte zählen zu den gedüngten, gemähten oder wechselhaft
genutzten Futterwiesen. Die Überdüngung lässt besonders Doldenblütler gedeihen, was
den Futterwert mindert. Hier sind es Der Sauerampfer und der Löwenzahn bzw. der
Goldhafer, Wiesen- Knäuelgras und Scharfer Hahnenfuß,
der das Bild der Wiese prägt.
Vorkommen in Gastein: Tallagen, Gasteinertal
Bildnachweis © Anton Ernst Lafenthaler - Wieden, Gasteinertal 24.5.2008 |
 Code 6111 |
Fettwiese - Alopecurus-Arrhenatheretalia
Fettwiesen – T7.1
Kennzeichen:
Häufig sind die Fettwiesen durch Düngung und intensive Nutzung aus dem Biotoptyp Glatthaferwiese entstanden.
wobei der Glatthafer durch den Wiesenfuchsschwanz ersetzt wird - Fuchsschwanz-Glatthaferwiese.
Derartige Alopecurus-Arrhenatheretalia-Gesellschaften weisen als prägende Arten den Wiesenfuchsschwanz -
Alopecurus pratensis auf.
Vorkommen in Gastein: Tallagen, Gasteinertal
Bildnachweis © Anton Ernst Lafenthaler - Wieden, Gasteinertal 28.5.2008 |
 Code 6111 |
Goldhaferwiese - Trisetetum
Goldhafer-Bergfettwiesen – T7.1.3 - Polygono-Trisetion
Kennzeichen:
Bunte, kräuterreiche Bergwiesen in mittleren Gebirgslagen. Im Vergleich
zu Glatthaferwiesen schwächer wüchsiger. An Stelle des Glatthafers gelangt in
höheren Lagen der Goldhafer - Trisetum flavescens, oft zusammen mit
Polygonum bistorta zur Vorherrschaft und prägt so die Goldhaferwiese.
Dieser Wiesentyp wird durch Aufforstung bzw. durch Beweidung heute häufig
in andere Pflanzengesellschaften übergeführt.
Häufig in der montane Stufe (600 - 900 m), in den Alpen bis 1700 m.
Der Übergang von Glatthaferwiesen zu Goldhaferwiesen ist fließend und
liegt zwischen 500 und 700 m Meereshöhe, in den Alpen liegt der Übergangsbereich
um 1000 m. Kaum Staunässe. Übergang in Borstgrasrasen oder Trollblumen-Bachdistelwiese.
Nutzung: Entstanden durch Waldrodung häufig auch durch Trockenlegung von montanen Seggenrieden.
Extensive Futterwiese mit Rücklieferung der Nährstoffe über Stallmist. Bei intensiver Beweidung
Übergang in Kammgrasweide - Cynosuretum.
Charakteristische Pflanzen:
Trisetum flavescens,
Crepis mollis,
Alchemilla monticola,
Centaurea nigra,
Centaurea pseudophrygia,
Crocus albiflorus,
Geranium sylvaticum,
Phyteuma nigra,
Carum carvi,
Pimpinella major,
Meum athamanticum,
Leontodon hispidus,
Vorkommen in Gastein: Dorfgastein
Bildnachweis © kein Bild |
| Biotoptyp T7.3 - Land-Sbg. 1.6 |
Die Nass- und Streuwiesen und nassen Hochstaudenfluren,
bezeichnend für wechselfeuchtes, mäßig nasses bis nasses Grünland finden sich als auch
kleinräumige, komplexe Feuchtbiotope in der Agrarlandschaft, mehr oder weniger als Reste
von feuchten Gräben, Bächen, Tümpeln, Teichen mit Verlandungsvegetation, Röhricht, Feuchtwiesen,
Auen, Ufergehölzen usw. und gelten so als Feuchtlandschaftsreste in einer durch Beweidung veränderten
Kulturlandschaft.
sie sind Teil von Sumpfdotterblumenwiesen – Calthion p.p. und können so auch Arten aus diesen
Gesellschaften aufweisen.
Biotoptyp: Feucht- und Nasswiesen T7.3 (Haeupler & Garve 1983) - Meso- und hygrophile Wiesen und Weiden 6.3 (Flora alpina 2004) -
Feuchtlandschaftsrest 1.6 (Biotoptypenkatalog Sbg. 1994) |
 Code 1611 |
Flatterbinsensumpf
Sumpfdotterblumenwiesen – T7.3.5 - Calthion p.p.
Kennzeichen:
Die Assoziation besiedelt stark gestörte Böden; Juncus effusus ist eine Pflanze mit dem
Charakter eines Pioniers, welcher auch auf nassen Wegen, Waldschläge oder beweideten Flachmooren vorkommt.
Als Begleiter treten häufig Arten der Potentillo-Polygonetalia auf.
Eine diesem Biotoptyp zuzuordnende Gesellschaft ist der
Flatterbinsensumpf - Epilobio-Juncetum effusi, der an stau- und sickernassen, kalkarmen, aber
nährstoff- und basenreichen Standorten vorkommt. Die von den auffälligen, dunkelgrünen Horsten der
Flatterbinse - Juncus effusus - geprägten Bestände entwickeln sich zumeist unter dem Einfluss von
Beweidung aus Niedermooren oder Quellfluren u. a. Kleinstrukturen . . .
Vorkommen in Gastein: Mayerhofalmen (Dorfgastein)
Bildnachweis © Anton Ernst Lafenthaler - Prossau, Gasteinertal am 27.6.2006 |