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OBT8 - Ökosysteme/Biotoptyp: Krautfluren, Säume, Staudenhalden
Gasteinertal, Ökologie Ökologie
Gasteinertal
Inhalt

Biotoptypen . Gasteinertal

Krautfluren . Säume . Staudenhalden

. . . außerhalb der Auen . . .

Ruderalfluren sind unter dem Einfluss des Menschen entstandene Pionierbiotope bzw. vom Menschen geschaffene bzw. stark gestörte Standorten wie z.B. Mülldeponien, Misthaufen, Bauschutt, Gebäuderuinen, Erdhaufen, Schotterflächen und Lagerplätzen aller Art, sowie Flächen bei Gebäuden oder Verkehrswegen. Aufgrund der unterschiedlichen Bedingungen kann die Ruderalflur sehr vielgestaltig sein, häufig weist sie auch eingeschleppte oder verwilderte Arten auf.

Ruderalflur tieferer lagen auf Schuttplätzen etc. umfassen mehrere Pflanzengesellschaften. Die Wermut-Klettenflur mit den bestimmenden Arten Gemeiner Beifuß - Artemisia vulgaris und Klettenarten - Arctium spec. kommt auf frischen bis mäßig trockenen, zumeist lehmigen und oftmals nitratbeeinflussten Standorten im Siedlungsbereich vor. Bei Ruderalfluren höherer Lagen - also der montanen Stufe, wird sie durch das massenhafte Auftreten der Ackerkratzdistel - Cirsium arvense, der Gemeinen Kratzdistel - Cirsium vulgare ersetzt. Die Wollkratzdistelflur bevorzugt trockene, mäßig stickstoffbeeinflusste Standorte an Wegrainen, Straßenrändern und in Extensivweiden der montanen Stufe über kalkhaltigem Untergrund. Prägende Art ist die Wollkratzdistel - Cirsium eriophorum, daneben treten noch weitere Cirsium-Arten sowie die Brennnessel auf.
Beispiele für Ruderalfluren auf tiefgründigen, nährstoffreichen Standorten und frischen bis feuchten Böden sind u. a. die Brennnessel-Giersch-Flur mit den prägenden Arten Brennnessel - Urtica dioica und/oder Giersch - Aegopodium podagraria, die Wasserdostgesellschaft mit dem Gemeinen Wasserdost - Eupatorium cannabinum meist an Waldrändern und die Stink-Storchenschnabelflur an feuchteren Standorten mit dem Ruprechtskraut - Geranium robertianum und dem Mauerlattich.

Biotoptypen nach Haeupler & Gavre 1983

Syntaxonomie nach POTT 1995
Staudenfluren und Säume trockener Standorte - T8.1
Von ausdauernden Stauden geprägte Säume sind meist an Waldrändern, an Fließwasserufern oder entlang von Grenzen bewirtschafteter Flächen mit überwiegend krautiger Vegetation. Hier sind es die Staudenfluren wie die wärmebedürftigen Blutstorchschnabelsäume - Geranion sanguinei und die mesophilen Säume.
Stickstoffbedürftige Krautfluren und Säume - T8.2
Hier sind vor allem stickstoffbedürftige wie ausdauernde Krautfluren wie die Brennnessel-Giersch-Säume oder kurzlebige frische Waldlichtungsfluren mit Springkraut aber auch ausdauernde Krautfluren. Eine wärmebedürftige Ruderalgesellschaft ist die Rainfarnflur mit den Kennarten Gemeiner Beifuß und dem gelbblütigen Rainfarn - Tanacetum vulgare. Eine typische straßenbegleitende Vegetationseinheit in tieferen Lagen ist die Straßenrandflur mit Wegwarte - Cichorium intybus, neben der auch noch die Wilde Möhre - Daucus caroticus und der Pastinak - Pastinaca sativa vorherrschen.
Kurzlebige Ruderalfluren - T8.3
Hierzu zählen die Käsepappelflur an stickstoffreichen Stellen in der Umgebung von Bauernhöfen mit den Kennarten Käsepappel - Malva neglecta und Kleiner Brennnessel - Urtica urens sowie die Mäusegerstenflur auf warm-trockenen, mäßig stickstoffhaltigen Böden in vor allem urbanen Bereichen, die durch das Vorkommen der Mäusegerste - Hordeum murinum, der Virginischen Kresse - Lepidium virginicum und der Geruchlosen Kamille - Tripleurospermum inodorum gekennzeichnet ist.
Huflattich-Pionierfluren - T8.4
Auf oftmals oberflächlich verdichteten und etwas staufeuchten bis wechseltrockenen Böden kommt die Huflattichflur vor, deren kennzeichnende Art der Erstbesiedler Huflattich - Tussilago farfara ist.

Die in Gastein vorkommenden Biotope der
Krautfluren, Säume, Staudenhalden
Biotop-Typ T8 bzw. Land-Sbg 6.1
Pfeil

Huflattich-Pionierflur

Biotoptyp T 8.4 / Land-Sbg. 6.1.4
Der Biotoptyp Huflattich-Pionierfluren (Kontakt zu T7.5) - Poo-Tussilaginetum farfarae - kommt auf schweren lehmig-tonigen Böden, wechselfeuchter Standorte vor. Typisch für Böschungen, Aufschüttungen und Halden. Die Begleitarten kennzeichnen diese Gesellschaft als Dauco-Melilotion-Gesellschaft. Andere Huflatttich Dominanzbestände werden aufgrund anderer Begleitarten entsprechend anderen Gesellschaften zugeordnet.
Biotoptyp: Huflattich-Pionierfluren T8.4 (Haeupler & Garve 1983) - Wirtschaftsgrünland, Äcker, Gärten 6.1 (Biotoptypenkatalog Sbg. 1994)
Huflattichflur, Pfefferwiese
Code 6143
Huflattich-Pionierflur -
Huflattich-Pionierflur T8.4 - Poo-Tussilaginetum farfarae
Auf oftmals oberflächlich verdichteten und etwas staufeuchten bis wechseltrockenen Böden kommt die Huflattichflur vor, deren kennzeichnenden Art der Erstbesiedler Huflattich - Tussilago farfara ist. Er wird entsprechend der Biotopkartierung von Salzburg der Ruderalflur tieferer Lagen auf Schuttplätzen zugeordnet.
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Vorkommen in Gastein: siehe Biotopkartierung Salzburg - Code 6143
Bildnachweis © Wiese oberhalb Bahntrasse, Bad Hofgastein 2018
Weiterführende und verwandte Themen :
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Anmerkung/Quelle: Die Informationen wurden den Unterlagen bzw. dem Buch
"Biotopkartierung Salzburg" - Kartierungsanleitung von G√ľnther Nowotny und Hermann Hinterstoisser et al., Amt der Sbg. Landesregierung, 1994 und
dem Buch "Biotoptypen" von Richard Pott, Verlag Eugen Ulmer GmbH & Co, 1996 entnommen. Angaben ohne Gewähr.

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Biotoptypen Gasteins: Krautfluren, Säume, Staudenhalden (T8)
© 2008 by Anton Ernst Lafenthaler
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