OSI - Vegetationsökologie/Gasteinertal: Trockenwaldsäume, Hochstaudenfluren
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Pflanzengesellschaften im Gasteinertal |
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Vegetationsökologie . Gasteinertal
Trockenwaldsäume, Schlagfluren, hochmontan-subalpine Hochstaudenfluren
Diese Gruppe ist mit 3 Klassen vertreten. Einerseits sind es die wärmeliebenden und bei
uns nicht auftretenden Trockenwaldsäume und Saumgesellschaften, die bevorzugt
im Pannonischen Gebiet und wärmeren Teilen Kärntens auftreten.
Von der Forstwirtschaft geprägt und auch bei uns häufig sind die Waldschlaggesellschaften,
wobei diese Sukzessionsstadien von Einjährigen zu Zweijährigen und sich weiter über
staudenreiche Gesellschaften zum Vorwald und schließlich zum Wald zeigen.
Besonders artenreich sind dabei die subalpinen Hochstaudenfluren.
Die Wildlägerfluren und Balmen sind vor Regen geschützt, trocken und zugleich
nährstoffreich durch die Exkremente des Wildes. Sie zeigen eigentümliche Artenzusammensetzungen.
Systematik:
Hier werden in der Gruppe Trockenwaldsäume, Schlagfluren, hochmontan-subalpine Hochstaudenfluren
3 Pflanzenklassen geführt:
1 - Trifolio-Geranietea sanguinei (Trockenwaldsäume),
2 - Epilobietea angustifolii (Schlagfluren und Vorwaldgehölze ),
3 - Betulo-Adenostyletea (Hochmontan-subalpine Hochstaudenfluren).
Naturnahe Gebüsche und Staudenfluren
An den Waldrändern sind i.d.R. lichtliebende Waldmäntel ausgebildet, also Strauchgesellschaften, in wärmeren Lagen mit Rot-Hartriegel (Cornus sanguinea), Schlehdorn und Liguster.
Unmittelbar daran schließen die aus Stauden bestehenden Waldsaumgesellschaften an. Diese günstigen, gut wasserversorgten (Taufzone!) und zugleich lichtreichen Standorte sind meist recht arten- und blütenreich.
Die Wärmegebundene Mantel- und Saumgesellschaften sowie Staudenfluren sind auf wärmere Gebiete beschränkt und kommen in Gastein praktisch nicht vor.
Waldschlagfluren
Stärker anthopogen, nämlich von der Forstwirtschaft geprägt sind die
Waldschlaggesellschaften - nährstoffreich, bodenbasisch bis mehr oder weniger sauer,
lichtliebend und kurzlebig (Sukzessionstadien); collin bis obermontan.
Je nach Basenreichtum und Feuchtigkeit sind sie recht verschieden ausgeprägt.
Tollkirsche - Atropa belladonna (kalkliebend), Fuchs-Greiskraut - Senecio ovatus (=fuchsii),
Digitalis grandiflora (kalkzeigend), Schmalblatt-Weidenröschen - Epilobium angustifolium
(säurezeigend).
Die staudenreichen Gesellschaften sind Glieder der Sukzession, die meist mit reichlich
Einjährigen (wie weicher Holzahn - Galeopsis pubescens, Wald-Greiskraut -
Senecio sylvaticus), dann Zweijährige (Verbascum thapsus) beginnt, sich über
sträucherreiche Stadien (mit Rubus idaeus, Bromberren - Rubus sect. rubus und bis
untermontan Schwarzhollunder - Sambucus nigra bzw. mittel- bis obermontan Rot-Hollunder -
Sambucus racemosa) zum Vorwald (mit den Vorhölzern Sal-Weide - Salix caprea und Espe -
Popolus tremula) und schließlich zum Schluss-Wald "zurück" entwickeln.
Besonders artenreich und eindrucksvoll sind die nachfolgend beschriebenen subalpinen Hochstaudenfluren.
Hochstaudenfluren und Hochstaudengebüsche
Die Hochstaudenfluren und Hochstaudengebüsche (Grünerlen) sind
nährstoffreich, feucht und reichen von montan bis subalpin.
Die Subalpine Hochstaudenfluren stehen im engen Kontakt mit den
Grünerlen-Gebüschen, oft in Lawinenrinnen.
Alnus viridis, Salic appendiculata, Grauer Alpendost - Adenostylis alliariae,
Alpenmilchlattich - Cicerbita alpina, Meisterwurz - Peucedanum astruthium, Aconitum vulparia,
Aconitum degenii (=paniculatum), Doronicum austriacum, Ranunculus platanifolius,
Saxifraga rotundifolia, Delphinium elatum, Cirsium spinosissimum, aber auch das
kleinwüchsige Zweiblüten-Veilchen - Viola biflora.
Wildlägerfluren und Balmen
Eine eigentümliche Spezialität sind die kleinräumigen Pflanzengesellschaften
in Halbhöhlen. Sie sind vor Regen geschützt, trocken und zugleich
nährstoffreich (Düngung durch Exkremente des Wildes - "Wildläger")
Sie sind sehr nährstoffreich und reichen von montan bis subalpin.
In diesen Balmen-Fluren wachsen Seltenheiten
wie die Österreichische Rauke - Sisymbrium austriacum, Herabgebogene Igelsame -
Lappula deflexa und der Weiße Lerchensporn - Corydalis capnoides.