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Pflanzengesellschaften im Gasteinertal |
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Die Vegetation des Ackerlandes ist durch wenige spezialisierte Arten gekennzeichnet. Das Unkraut wird dabei in Ackerkrautgesellschaften (Segetalpflanzen - Ackerwildkräuter, Unkräuter) und Ruderalgesellschaften (auf Ödland - also nicht kultiviert, aber auch nicht mehr naturnah) unterteilt, obwohl einige Arten auch auf beiden Standorten vorkommen können. Viele Arten der Segetalflora sind nicht ureinheimisch, sondern Alteingebürgerte (Archaeophyten), deren Heimat im (östlichen) Mediteranraum und in der südlichen westasiatischen Steppenlandschaft liegt. Sie sind zusammen mit dem Getreidebau der Jungsteinzeit bei uns eingewandert. Die Hauptstrategien der Beikräuter entsprechen den 2 Lebensformen: die Einjährigen (Samenunkräuter) mit Viola arvensis, Myosotis arvensis, Avena futura und Anagallis, sowie den Stauden mit Elymus repens und Cirsium arvense.
Systematik: Hier werden nach Ellenberg 1996 folgende 5 Klassen in dieser Gruppe geführt: 1 - Secalietea (= Stellarietea mediae, Halmfruchtges.), 2 - Chenopodietea (= Stellarietea mediae, Hackfrucht u. kurzlebige Ruderal-Ges.), 3 - Bidentetea tripartiti (Zweizahn-Melden-Ufer-Ges.), 4 - Artemisietea vulgaris (Ausdauernde Ruderal-Ges.), 5 - Plantaginetea majoris (=Molinio-Arrhenatheretea, Tritt- und Flutrasen).
Kurzlebige Ruderalfluren -
Auf diesen (oftmals gestörten Standorten) gibt es die Wegmalve Malva neglecta,
Eisenkraut Verbena officinalis, Ausgebreitete Melde Atriplex patula,
Duftlose Ruderalkamille Tripleurospermum inodorum (=Matricaria perforata),
Stechapfel Datura stramonium und Pioniere wie Tussilago farfara.
Beifußgesellschaften, Klettengesellschaften
Hier wachsen gewöhnlich Artemisia vulgaris, Schwarznessel Ballota nigra,
Arctium ssp. In trockenen, warmen Lagen die Eselsdistel-Flur (Onopordum acanthium)
mit Bilsenkraut Hyoscyamus niger.
Ruderale Schotterfluren
Natternkopf Echium vulgare, Echter Steinklee Melilotus officinalis.
Pflasterritzengesellschaften
Kleines Liebesgras Eragrostis minor, Plattrispe Poa compressa, in feuchteren
Ruderalfluren Niederliegendes Mastkraut Sagina procumbens, in trockeneren
Ruderalfluren Graukresse Berteroa incana, Mäuse-Gerste Hordeum murium,
Hundezahngras Cynodon dactylon, Stink-Gänsefuß - chenopodium vulvaria.
Frische, halbschattige ruderale Heckensäume
Zaunrübe Bryonia ssp., Geum urbanum, Chaerophyllum temulum, Alliaria petiolata.
Subalpine Lägerfluren
Sie entwickeln sich um Almhütten, wo das Almvieh lagert. Leitart ist der Alpenampfer
Rumex alpinus, oft zusammen mit dem Echten Eisenhut Aconitum napellus.
Die Annäherung an die Schutzhütte zeigt der Gute Heinrich Chenopodium bonus-henricus an.


Quellen: Die Einleitung wurde dem Buch: "Exkursionsflora von Österreich" von Wolfgang Adler, Karl Oswald und Raimund Fischer, Verlag Eugen Ulmer 1994 und die Systematik dem Buch: "Exkursionsflora von Deutschland" Kritischer Band, Rothmaler, Spektrum Akademischer Verlag Heidelberg, Berlin 2002 entnommen. Die Beschreibung der einzelnen Klassen, Ordnungen, Verbände und Assoziationen hingegen sind Teil der 3 Bände: "Die Pflanzengesellschaften Österreichs" von Ladislav Mucina, Georg Grabherr, Thomas Ellmauer und Susanne Wallnöfer, Gustav Fischer-Verlag 1993.
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Vegetationsökologie - Gasteinertal
Segetal- und Ruderalgesellschaften
© 11.5.2004 by Anton Ernst Lafenthaler
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