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OVT1 - Vegetation/Gasteinertal: Talflora Gasteins
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    Talflora, Wiesen und Wald

    Almwiese, Klammstein

    Vor Beginn des Ackerbaues war Mitteleuropa und selbstverständlich auch das Gasteinertal weitgehend bewaldet. Das Nutzvieh kann im Winter aber nur durch Stallfütterung gehalten werden und so ist die Mähwirtschaft notwendig geworden, was zur Umwandlung von Mager- in Fettwiesen durch Düngung führte, wobei bei uns neben der Einsaat noch die wegen der Geruchsbelästigung nicht sehr beliebte "Jauche" verwendet wird . . .

    Eine durchgehende Stallfütterung (das ganze Jahr über) gekoppelt mit Futterpflanzenanbau ist bei uns aber nicht die Regel. Die Kühe verbleiben bis zum Almauftrieb im Stall, dann genießen sie die Sommermonate ober der Baumgrenze, um im Herbst noch einigen Wochen auf den Wiesen der Nieder- bzw. Heimalm zu verbringen. Die - Astenalpe - birgt so eine typische Gasteiner Heimalm-Flora mit Margariten - Leucanthemum - dem Punktierten Enzian - Gentiana punctata - und dem giftigen Weißen Germer - Veratrum album - den das Vieh stets unberührt stehen lässt. Das hier ebenfalls häufige JohanneskrautHypericum - ruft beim Vieh durch das photosensibilisierenden "Hypericin" Hautentzündungen hervor. Im September werden die Tiere dann noch auf den Wiesen im Tal belassen, um nach dem ersten Schnneefall endgültig im Stall zu verbleiben . . .

    Die Wiesen im Gasteinertal

    Beweidung und Mahd behindern das Aufkommen von Holzpflanzen und fördern das Wachstum regenerationskräftige Gräser und ausdauernde krautige Stauden, besonders niedrigwüchsige und rosettenbildende Pflanzen, wie - Trifolium - Plantago - Taraxacum - u.a.
    Auch die von den Tieren nicht gefressenen Weide-Unkräuter, betreffend die Gattung - Rumex - und trittresistente Arten wie - Lolium perenne - profitieren, während durch Düngung empfindliche Magerwiesenpflanzen, wie viele Orchideen und Gentiana-Arten zurückgehen . . .

    In Mähwiesen könne nur Arten überleben, die ihren Lebensrhythmus so anpassen, dass sie noch vor dem Grashochstand blühen und fruchten, wie z.B. bei uns der Löwenzahn - Taraxacum officinale - oder das Gänseblümchen - Bellis perennis - der Glatthafer - Arrhenatherum - oder der Wiesenkerbel - Anthriscus - blühen im 1. - Heracleum und Cirsium oleraceum im 2. Grashochstand. Colchicium autumnale hingegen blüht im letzten Tiefstand, bildet die Blätter aber bereits aus, bevor es überhaupt zum 1. Grashochstand kommt.
    In der Intensivlandwirtschaft kommen spezielle Saatgutmixturen zur Anwendung, wobei spezielle Sorten von Lolium perenne gemischt mit Trifolium repens oder T.pratensis verwendet werden. Die weltweit verbreiteste Futterpflanze ist Medicago sativa. Bei uns hingegen herrscht nach wie vor die wegen der Geruchsbelästigung nicht sehr beliebte "Jauche" als Dünger vor . . .

    In Gastein sind es nur mehr die Mähwiesen, die sich beständig halten, um im Winter genug Futter für das Weidevieh zu haben. Mais wird nur mehr ganz selten angebaut (Dorfgastein) und das "Korn" und mit ihnen die Korn- und Mohnblumen, wie sie noch vor 50 Jahren häufig waren, sind ganz verschwunden. Mahd (Mähwiesen) und/oder Beweidung (Weiden) verhindern die Ansiedlung von Bäumen - viele der Wiesen im Tal sind aber auch zu nass. Das Tal scheint früher generell eine Sumpflandschaft gewesen zu sein. Reste derartiger - Sumpfbildungen - finden sich nach wie vor beidseits der Gasteiner Ache von Klammstein bis Bad Bruck - Moorbildungen - hingegen gibt es nur mehr in den Bergen . . .

    Als Magerwiesen gelten nährstoffarme Böden die nur einmal im Jahr gemäht und kaum oder gar nicht gedüngt werden. Das Vorkommen von Agrostis tenuis zeigt uns kalkarme Magerwiesen an, Bromus erectus hingegen kalkreiche.
    Fettwiesen werden im Jahr 2-3 x gemäht und danach oft auch noch nach dem Almabtrieb beweidet. Sie erfordern dauernde Düngung. Entdecken wir Arrhenatherum elatius auf diesen Wiesen oder in höheren Trisetum flavescens, so handelt es sich um derartige Wiesen.
    Sumpfwiesen werden bei uns kaum genutzt . . .
    Artenarme Kunstwiesen (Einsaaten), wie sie bei uns auch zu sehen sind beherbergen - Lolium perenne - und den Wiesenklee - Trifolium spec. - u.a.

    Der Wald im Gasteinertal

    Föhnsturmschöden 2001 - Kötschachtal

    Im Tal tauchen besonders entlang der Gasteiner Ache, aber auch beidseits der Talhänge große Bestände von Weißerlen - Alnus incana - auf, südlich von Luggau auch noch einige Eichen. In den tieferen Lagen des Tales, bevorzugt am Eingang des Tales Richtung Dorfgastein sind Birken - Betulaceae - anzutreffen. Der Bergahorn ist gemeinsam mit dem Spitzahorn aus der Familie der - Aceraceae - ebenfalls ein bei uns sehr häufiger Baum, der aber gerne unterhalb der 1.000 Metergrenze bleibt.

    Bis vor 100 Jahren reichte der Wald nur mehr an wenigen Stellen bis ins Tal. Das Holz wurde erst für den Bergbau, dann wohl auch für den Bau der Tauernbahn gebraucht. Wiesen, die früher Standort von Wälder waren, reichten nun bis 1000 m hinauf. Mittlerweile ist die Bewaldung wieder fortgeschritten und reicht heute wieder bis in Talnähe. Der Föhnsturm im Herbst 2001 hat auch im Gasteinertal große Schäden verursacht, kann aber dem Fortbestand des Waldes nichts anhaben . . .

    Laderdinger Almen

    Leitpflanze des gesamten Tales ist aber die Fichte - Picea abies - die bis zur Kampfzone bestandsbildend ist. Die Tanne - Abies alba - ist praktisch zum Aussterben verurteilt, da offensichtlich die nährstoffarmen Böden mit saurer Rohhumusauflage ihr nicht besonders zusagen. Typische Unterwuchsarten sind bei uns Heidel- und Preiselbeere - Vaccinium - ausgewählte Farne - Blechnum - und ausgewählte Gräser wie das Reitgras - Calamagrostis.
    Im hochmontanen Wald der Zentralalpen wird die Fichte mit zunehmender Höhe durch die Zirbe und der sommergrünen Lärche, alle aus der Familie der - Kieferngewächse - ersetzt, die die - Krummholz- und Kampfzone - bilden.

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    Vegetation/Gasteinertal: Talflora
    © 5.1.2004 by Anton Ernst Lafenthaler
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