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Pi - Terminologie: Frucht-Typen
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Frucht-Typen
  • Schließfrüchte
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  • Sammelfrüchte
  • Fruchtstände
  • Frucht-Typen

    Die Frucht ist als Blüte im Zustand der Samenreife definiert. Dabei können auch andere Organe neben den Fruchtknoten mit einbezogen werden. wie z.B. der Kelch, die Staubblätter etc. Die mannigfaltige Ausgestaltung der Früchte beruht auf der unterschiedlichen Entwicklung der die Samen umhüllenden Fruchtblätter. Sie bilden die Fruchtwand, das Perikard. Das Perikard besteht aus Exokarp (=Außenhülle des Fruchtknotens und Endokarp (Innenschicht. Dazwischen liegt das Mesokarp. Die Fruchtwand (Perikarp) geht somit aus der Wand des Fruchtknotens hervor und hat charakteristische Ansatzstellen (Plazenten) für die Samen.

    Der Pappus entspricht einen umgebildeten Kelch und meist als Haarkranz ausgebildet, seltener als Hautsaum, becherförmig, schuppig oder widerhakig, grannig, borstig oder fiedrig.

    Nach der Stellung des Fruchtknotens (ober-, unterständig), der Differenzierung der Fruchtwand, der Art der Samenfreigabe oder ob sich die Frucht einzeln oder zu mehreren von der Mutterpflanze sollte eine nicht immer befriedigende Einteilung getroffen werden.
    Einzelfrüchte gehen aus einem einzigen Fruchtknoten hervor. Dabei unterscheidet man Schließfrüchte, Streufrüchte und Zerfallfrüchte. Bei Sammelfrüchten und/oder Fruchtstände sind es mehrere gleichzeitig in Form von Verbänden.

    Art der Samenfreigabe bzw. Verbreitung

    A - Schließfrüchte - Nuss, Nüsschen, Karyopse, Achäne, Beere, Steinfrucht.
    B - Streufrüchte - Balgfrüchte, Hülse, Kapsel, Schote, Schötchen).
    C - Zerfallsfrüchte - Die Früchte sind mehrfächrig. Die meist einsamigen Teilfrüchte bleiben geschlossen (Spaltfrüchte, Bruchfrüchte).
    D - Sammelfrüchte - Blüten mit chorikarpen Gynoeceum, die durch Achsengewebe oder durch nachträgliche Verwachsung bzw. Verklebung zu einer Verbreitungseinheit verschmelzen.
    E - Früchtverbände - kommen dadurch zustande, dass ganze Blütenstände zu einer Verbreitungseinheit verwachsen.

    Schließfrüchte

    Sie fallen geschlossen ab und öffnen sich auch nach der Reife nicht . . .

    A - Schließfrüchte
    Nuss Fruchtwand trocken (holzig, ledrig oder häutig); es verholzen alle 3 Perikardschichten (Exo-, Meso-, Endokarp) zu einer harten Schale. Vorblätter können eine Fruchtkapsel (Cupula) bilden. Karyopsen und Achaenen sind Sonderformen.
    Beispiele: Haselnuss, Erdnuss, Ulme - siehe Skizze: Flügelnuss.
    Nüsschen Bei einem chorikarpen Gynoeceum nennt man die Schließfrüchte Nüsschen.
    Beispiel - Ranunculus spec.
    Karyopse Die Fruchtwand ist mit dem Samen so innig verwachsen, dass sie nicht mehr zu trennen sind. Siehe Skizze - Triticum aestivum. Der Fruchtknoten liegt immer oberständig (Poaceae).
    Beispiele: Weizen
    Nussfrucht Achäne Wie bei der Karyopse ist hier ebenfalls der Same mit der Fruchtwand verwachsen. Der Fruchtknoten liegt hier aber unterständig (Asteraceae). Bei den Doldenblütlern werden sie als Doppelachaenen bezeichnet, weil die Frucht in 2 Teilfrüchte zerfällt.
    Beispiele: Asteraceae - Valeriana - ...
    Beere Die Fruchtwand ist auch nach der Reife fleischig (selten trocknet sie bei der Reife ein) - meist vielsamig. Eine Sonderform der Beere sind die Citrusfrüchte.
    Beispiele: Tomate, Aubergine, Paprika, Kürbis, Banane, Stachelbeere, Gurke - Nebelbeere - Weinbeere, Melone, Datteln, Avocado, Kiwi, "Muskatnuss".
    Citrusfrüchte Citrusfrüchte sind eine Sonderform von Beeren. Dabei ist nicht die Fruchtwand (= Perikarp) selbst fleischig-saftig. Der saftige Anteil kommt durch Einstülpungen des Endokarps zustande, welcher Saftschläuche umschließt und in die Fruchtfächer einstülpt. Diese Saftschläuche füllen die Fruchthöhlen aus und umschließen die zentral-winkelständigen Samen. Die - Citrusfrucht - selbst besteht aus mehreren Fruchtblättern. Diese sind nur durch wenig Mesokarp getrennt. Die eigentliche Schale besteht aus Meso- und Exokarp und ist unterschiedlich schwer vom Endokarp zu trennen (Zitronen lassen sich schwer, Mandarinen leicht schälen).
    Steinfrucht Die Fruchtwand ist in eine steinharte Innenschicht (Steinkern) und eine saftige oder doch wenigstens fleischige Außenschicht gegliedert.
    Beispiele: Kokusnuss, Mandeln, Weichsel, Vogelkirsche, Traubenkirsche, Schlehdorn, Pflaume, Marille,Pfirsich, Sanddorn, Hollunder, Mango, Olive

    Streufrüchte

    Die Fruchtwand öffnet sich nach der Reife und entläßt die Samen . . .

    B - Streufrüchte
    Balgfrucht Die Balgfrucht entwickelt sich aus nur 1 Fruchtblatt. Sie springt mit der Reife an nur einer Längslinie (meist an der Bauchnaht) auf.
    Beispiel: Rittersporn - Schwalbenwurz -
    Hülse Die Hülse wird ebenfalls wie die Balgfrucht aus nur 1 Fruchtblatt gebildet. Sie trennt sich aber bei der Reife an 2 Längslinien, der Bauchnaht und der Mittelrippe in 2 freie Lappen (Leguminosen). Entweder fehlt eine Scheidewand oder die Hülse ist durch eine falsche Längsscheidenwand zweifächrig.
    Beispiel: Gartenbohne, Tragant, Spitzkiel.
    Kapsel Die Kapsel wird aus 2 oder mehreren Fruchtblättern gebildet. Sie kann ungefächert oder durch echte oder falsche Scheidewände gefächert sein. Die Öffnungsmechanismen sind unterschiedlich. Beispiel: Springkraut - Epilobium -
    Schote Die Schote ist eine Sonderform der Kapsel und entwickelt sich aus 2 oder 4 Fruchtblätter, wobei 2 Fruchtblätter an ihren Rändern miteinander verwachsen sind (parakarp) und sich klappig von ihren die Placenten tragenden Rändern ablösen, zwischen denen eine falsche Scheidewand ausgespannt ist. Die randliche Plazentarleisten wuchern gegen die Mitte und bilden eine Trennhaut (falsche Scheidewand). Die 2 Fruchtblätter verbleiben als samenlose Klappen. Diese lösen sich vom samentragenden, auf dem Fruchtstiel stehengebliebenen Plazentarrahmen (= Replum). Die Schote ist immer mindestens 3 x so lang wie breit.
    Beispiel: Gänsekresse
    Schötchen Schoten, die höchstens 3 x so lang wie breit sind werden als Schötchen bezeichnet.
    Beispiel: Hirtentäschel

    Zerfallfrüchte

    Die Früchte sind mehrfächrig. Die meist einsamigen Teilfrüchte bleiben geschlossen . . .

    C - Zerfallfrüchte
    Spaltfrucht Diese Früchte zerfallen bei der Reife durch Spaltung echter Scheidewände längs in mehrere Teilfrüchte, deren Wandung jeweils einem ganzen Fruchtblatt entspricht. Oft bleibt ein stielartiger Fruchthalter (Karyophor) stehen.
    Beispiel: Kümmel, Ahorn, Brillenschötchen.
      Bruchfrucht Die Früchte zerfallen bei der Reife durch Spaltung falscher Scheidewände in mehrere Teilfrüchte, deren Wandung jeweils nur Teilen eines oder mehreren Fruchtblätter entspricht. Die Fruchtteile sind stets einsamig und bleiben geschlossen. Hierher gehören die Gliederhülsen, Gliederschoten und die Klausenfrucht.
    Gliederhülse Diese Bruchfrucht wird aus nur einem Fruchtblatt gebildet und zerfällt quer in einzelne Glieder.
    Beispiele: Hufeisenklee, Kronwicke, Alpen-Süßklee
    Gliederschote Diese Bruchfrucht besteht aus 2 oder 4 Fruchtblätter und zerfällt in 2 ungleiche Glieder - z.B.: Raphanus (coenokarpe Bruchfrucht)
    Klausenfrucht Diese Bruchfrucht zerfällt längs durch Spaltung echter und falscher Scheidewände. Die Teilfrüchte gehen aus 1 Fruchtknoten hervor und entsprechen ein Mehrfaches der Zahl der Fruchtblätter.
    Beispiele: Boraginaceae

    Sammelfrüchte

    Blüten mit chorikarpen Gynoeceum, die durch Achsengewebe oder durch nachträgliche Verwachsung bzw. Verklebung zu einer Verbreitungseinheit verschmelzen . . .

    D - Sammelfrüchte
    Sammelsteinfrüchte Die Einzelfrüchte entsprechen Steinfrüchten.
    Beispiele: Himbeere - Brombeere
    Sammelbalgfrüchte Da die Balgfrüchte aus apokarpen Fruchtblättern bestehen, müssten sie sich bei der Reife an den Verwachsungsnähten öffnen. Bei der Apfelfrucht als Sonderform der Balgfrüchte werden diese aber vom fleischigen Blütenboden umschlossen und infolgedessen an der Öffnung behindert.
    Beispiele: Apfel, Birne, Quitte, Vogelbeere
    Sammelnussfrüchte Die Einzelfrüchte entsprechen Nussfrüchten. Die Einzelfrüchte der Erdbeere liegen auf einem fleischig aufgeworfenen Blütenboden. Bei der Rose liegen die Nüsschen entsprechend in einem Achsenbecher (Hagebutte).
    Beispiele: Erdbeere, Hagebutte.
    Apfelfrüchte Die - Apfelfrucht - ist eine Sonderform der Sammelbalgfrucht. Hier werden die Balgfrüchte vom fleischigen Blütenboden umschlossen und infolgedessen an der Öffnung behindert. Nach einer anderen Auffassung sollen das Apfelgewebe rein aus dem Blütenboden bestehen, während der inner Teil der Frucht ein Teil des fleischigen Mesokarps sein soll. Die Einzelfrüchte sind vollständig mit dem Achsenbecher verbunden.

    Fruchtstände

    Ganze Fruchtstände verbinden sich zu einer einzelfruchtähnlichen Ausbreitungseinheit. Sie gehen nicht aus Einzelblüten, sondern aus ganzen Blütenständen hervor. . . .

    E - Fruchtstände
    Fruchtverband Die Früchte der Einzelblüten werden durch die Blütenachse zusammengehalten.
    Die Doppelbeere der Alpen-Hecken-Kirsche wird aus 2 Fruchtknoten zweier Blüten gebildet. Bei der Klette wird der ganze Kopf mit den Widerhakigen Hüllblättern verbreitet.
    Beerenverband Beim Beerenverband der Ananas sind nicht nur die Einzelbeeren saftig, sondern auch die Tragblätter zwischen den Früchten.
    Steinfruchtverband Die Feige ist ein Beispiel eines Steinfruchtverbandes.
    Nussfruchtverband Die Linde entspricht einem Nussfruchtverband.
    Die Doppelbeere der Alpen-Hecken-Kirsche wird aus 2 Fruchtknoten zweier Blüten gebildet. Bei der Klette wird der ganze Kopf mit den widerhakigen Hüllblättern verbreitet.
    Der Maiskolben könnte als Karyopsenverband gesehen werden. Er ist allerdings ein Produkt jahrtausenderlanger Auslese. Bei der (unbekannte) Wildform dürften sich die Körner wohl einzeln gelöst haben.

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    Flora Gasteins - Terminologie: Fruchttypen
    © 29.9.2002 by Anton Ernst Lafenthaler
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