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Pflanzen - Index | ||
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Simse und Binse werden generell in Volksnamen NICHT unterschieden. In süddeutschen Floren und in Österreich werden die Simsen als Binsen bezeichnet - in Norddeutschland scheint es umgekehrt.
8 Gattungen mit 300 bis 350 Arten werden unteschieden! Die Mehrzahl der Arten finden sich auf die südliche Hemisphäre.
Lediglich die 2 Gattungen Juncus und Luzula besiedeln auch die nördliche Hemisphäre und
somit auch Österreich.
Die Blätter sind 2-zeilig und entspringen am Knoten. Die Blüten stehen oft in rispigen Blütenständen, die Blütenhülle ist 6-teilig. Die Pollenkörner bleiben als Tetrade zusammen. Aus dem oberständigen Fruchtknoten bilden sich vielsamige oder 3-samige Kapselfrüchte. Der Embryo ist im stärkereichen Endosperm eingebettet. Der Blütenbau entspricht dem der Liliaceae. Die Blütenblätter sind keine Spelzen, obwohl ihr Aussehen diesen sehr ähnlich ist (deshalb auch die Bezeichnung "Scheingräser"). Der Fruchtknoten liegt oberständig. Blütenformel: P3+3 A3+3 G(3)obst.
Die Namengebung für die "Simsen und Binsen" ist sehr uneinheitlich und wird
es auch in Zukunft bleiben. Eine Ableitung aus dem lateinischen Sprachschatz scheint nicht allgemein akzeptiert (lat. iuncus - Binsen),
da der wohl westgermanische Name lediglich grasähnliche Sumpfpflanzen meint, so auch das Schilfrohr. Auch sollen die Binsen zum Aufbinden von Reben geeignet sein (lat. jungere - binden).
Luzula soll vom ital. lucere ableitbar sein. Die Zuordnung des Namens "Simse" ist nicht nachvollziehbar.
Eine mögliche Entwirrung könnte möglich werden, wenn man die Namengebung
von der Region abhängig macht oder aber man einigt sich auf eine pflanzenfamilienabhängige Bezeichnung: Simsen
bei den Juncaceae und Binsen bei den Cyperaceae. Einzig realistisch scheint mir, Luzula als Hainsimse
und Juncus als Binse (ebenso wie Scirpus) zu bezeichnen.
Es wird aber wohl weiter dabei bleiben -
die Binse als Simse und die Simse als Binse - ein "BinsenSimsenWirrWarr" . . .
Empfehlung nach Adler, Oswald und Fischer - Exkursionsflora von Österreich, 1994:
Juncus = Simse, Luzula = Hainsimse. Scirpus = Binse.
Für die Simsengewächse ist auch die Bezeichnung "Binsengewächse" bzw. "Binsen" in Gebrauch.
In Österreich sollte für diese Familie aber die Bezeichnung Simsengewächse verwendet werden,
da der Name "Binse" als Scirpus (= Binse der Römer) den Cyperaceae vorbehalten ist.
Empfehlung nach Rothmaler - Exkursionsflora von Deutschland, 2002: Juncus = Binse, Luzula = Hainbinse. Scirpus = Simse
Luzula - Hainbinse (dt.), Hainsimse (österr.) - Die Blüten der Hainsimsen sind keine Spelzenblüten, sondern besitzen eine 6-blättrige Blütenhülle.
Allerdings sind die Blütenblätter spelzenähnlich. Sie gehören somit zu den Scheingräsern.
Jede Blüte besteht aus 6 Staubgefäßen und einem 3-narbigen Fruchtknoten, der bei der Reife zu einer
einfächrigen Kapsel mit 3 Samen auswächst. Die Samen haben bei unseren Arten ein ölhaltiges Anhängsel;
dieses wird von Ameisen gern gefressen, die so zur Verbreitung der Samen beitragen.
Die Hainsimsen unterscheiden sich von den Simsen (Juncus) durch ihre flachen, grasartigen
und zumindest jung behaarten Blätter.
Juncus - Binse (dt.), Simse (österr.) - Die Blätter sind borstlich, rinnig, oft stängelartig und kahl. Die Kapseln sind vielsamig und 3-fächrig.
Die Hainsimsen (Luzula) zeichnen sich durch grasartig flache und teilweise behaarte Blätter aus,
sowie durch spirrige Blütenstände. Die Binsen bzw. Simsen (Juncus) haben
ebenfalls flache Blätter. Andere wiederum haben typische "Binsenblätter" - sie sind halmartig hohl
oder markerfüllt und sind vom Stängel oft nicht zu unterscheiden.
Arten der in Gastein vorkommenden Binsengewächse alphabetisch nach dem lateinischen Namen geordnet . . .
| ARCHIV - Beschreibung einzelner Arten | ||
| Juncus articulatus Glieder-Simse |
Biotop
Habitus
Blütenstand eine Spirre - Blüten an den Spirrenästen in endständigen Knäueln. Blatt röhrig mit Querwänden. Pflanze mit kriechenden Rhizom. Stängel kräftig. Perigonblätter bespitzt. Kapsel einfächrig, rotbraun bis schwarzbraun - äußere Perigonblätter bespitzt und wenig kürzer als die inneren. Stängel an der Basis zusammengedrückt, Perigonblätter gleich lang, Kapsel allmählich in einen Schnabel verschmälert. Collin bis montan. DD: Juncus alpino-articulaus (Laubblatt im Querschnitt rund, alle Perigonblätter und die Frucht stumpf) Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Dorfgastein Süd/Gasteinertal am 4.8.2004 |
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| Juncus alpino-articulatus Juncus alpinus Gebirgs-Simse Alpen-Simse |
Blüte
Gruppe
Habitus
Blütenstand deutlich endständig.Die einzelnen Blüten ohne Vorblätter. Blüte zu knäueligen Köpfchen vereinigt. Stängel steif und aufrecht. Pflanze mit Rhizom. Blütenstand aus mehreren Köpfen zusammengesetzt. Perigonblätter dunkelbraun, mit aufgesetzter Spitze. Nicht-blühende Triebe den blütentragenden Stängel nicht gleich, am Grund beblättert, ohne Längsscheidewände (daher einröhrig). Die oberen Laubblätter ungefurcht, im Querschnitt rund mit Querwänden, alle Perigonblätter gleich lang. Frucht eiförmig, stumpf. Wuchshöhe: 10 - 70 cm. DD: Juncus articulaus (Laubblatt im Querschnitt elliptisch, alle Perigonblätter und die Frucht zugespitzt). Moore, Sümpfe, kalkliebend. Montan bis subalpin. Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Rastötzenalm/Gasteinertal am 25.07.2005 |
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| Juncus effusus Flatter-Simse ◊ Bild-Galerie |
Perigon
Spirre1
Spirre2
Habitus1
Habitus2
Biotop
Stängel gelblichgrün, glatt, frisch ungerieft, trocken mit 30 - 60 Rillen. Das den Halm fortsetztende Tragblatt ohne verbreiterter Scheide, etwa 15- 30 cm lang. Staubbeutel oval, kürzer als die Staubfäden. Griffelrest auf gestutztem oder vertiefter Kapselspitze (kein Höcker). Bildnachweis © Anton Ernst Lafenthaler - Harbach am 7.7.2002 // Prossau, Gasteinertal am 27.6.2006 |
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| Juncus filiformis Faden-Simse |
Blütenstand (scheinbar) seitenständig, da sich ein Grundblatt genau in die Richtung des Stängels stellt.
Der Stängel ist (scheinbar) blattlos, am Grund mit Blattscheiden oder mit 1-2 grundständige Blätter.
Blütenstand dicht am Stängel sitzend mit bis zu 12 Blüten. Das waagrecht kriechende Rhizom bedingt
die kammartige Anordnung der Individuen. Halm stielrund, schwach zusammengedrückt, dünn (=filiformis)
mit zartem Mark. Halmdicke um 1 mm. Blütenblätter spelzenartig, weißlich-grünlich. 1 Fruchtknoten, 3 Narben.
Ab etwa 800 m häufig - bis 2500 m. Liebt nasse, kalkfreie, schwach saure Böden.
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Niedersachsenhaus/Gasteinertal am 14.07.2003 |
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| Juncus jacquinii Jacquins Simse Gämsen-Simse ◊ Bild-Galerie |
Habitus
Gruppe
Habitus
Blüte1
Blüte2
Laubblattspreite pfriemenförmig, stielrund - Blütenstand scheinbar seitenständig und etwas vom Stängels abstehend (daher scheinbar gestielt); Stängel so scheinbar blattlos. Die grundständigen Laubblätter sehr dünn, höher als der Stängel. Perigonblatt glänzend, schwarzbraun, zugespitzt. Die 3 Narben des Fruchtknotens korkenzieherartig, rötlich; die Staubblätter gelb. Wuchshöhe: 10 - 25 cm. Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Gamskarkogel/Gasteinertal am 29.7.2004 |
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| Juncus tenuis Zarte Binse |
Habitus
Habitus
Blütenstand nicht seitenständig. Jede einzelne Blüte mit 2 häutigen Vorblätter. Stängel nur oberwärts ästig. Stängel außer dem obersten Stängelblatt blattlos (nur grundständige Blätter). Grundblatt aufrecht, zart. Perigonblatt zugespitzt, länger als die Frucht. Oberstes Stängelblatt den Blütenstand weit überragend. Laubblatt-Öhrchen an der Scheide 2-6 mm lang, stumpf, nicht zerschlitzt. Wuchshöhe: 15 - 40 cm. Bildnachweis © Anton Ernst Lafenthaler - Aeroplanweg, Gasteinertal am 24.8.2006 |
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| Juncus trifidus Gämsen-Binse Dreispaltige Binse ◊ Bild-Galerie |
Perigon
Habitus
Grundständige Blattscheiden ohne der mit nur etwa 1 cm langen, borstenformigen Spreiten. Stängel mit meist 3 fadenförmigen Laubblättern im obersten Drittel des Stängels, die den Blütenstand weit überragen. Blütenstand 2-4blütig. Kalkfeindlich. Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Gadaunerer Hochalm/Gasteinertal am 9.7.2002 |
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| Luzula alpina Alpen-Hainsimse |
Habitus
Perigon
Spirre
Habitus
Blütenstand aus mehreren Ährchen und diese zu Köpfchen zusammengedrängt. Staubbeutel 1-2 x so lang wie der Staubfaden - äußere und innere Perigonblätter gleich lang - Same ca. 1 mm lang, Perigonblatt 3 mm lang. Blütenstand aus fast sitzenden Ährchen zusammengesetzt. Perigon schwarzbraun. Perigonblätter schmal hautrandig. Wuchshöhe: 15 - 35 cm. Anmerkung: Ist früher von Luzula multiflora subsp. multiflora nicht unterschieden worden! Bildnachweis © Anton Ernst Lafenthaler - Tennkogel 26.7.2008 // Schideck, Gasteinertal am 27.7.2006 |
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| Luzula alpinopilosa Braun-Haimsimse |
Blühende Spirre
Spirre
Stängelblatt
Mehrere Blüten liegen gedrängt auf den Ästen. Blütenstand rispig. Perigonblatt schwarzbraun. Tragblatt kürzer als die Spirre. Blatt spärlich bewimpert - Perigonblatt 2,5 mm lang, alle gleich lang. Blatt am Rand fast kahl (nur an der Scheidenmündung behaart). Grundblätter 1,5 - 3 mm breit. Kapsel dreiseitig, zugespitzt, Blätter erreichen den Blütenstand nicht. Kalkmeidend. Braunsimsenrasen Bildnachweis © Anton Ernst Lafenthaler - Eckelgrube/Nachtkarwand am 15.7.2005 // Frauenkogel, Gasteinertal am 15.7.2006 |
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| Luzula campestris Hasenbrot Feld-Hainsimse ◊ Bild-Galerie |
Perigon
Spirre
Blütenstand
Stängel-Blatt
Habitus
Gesamtblütenstand eine Spirre mit wenig gestielten Ährchen. Perigonblätter mit Stachelspitze. Inneres und äußeres Perigonblatt gleich lang. Staubbeutel länger als der Staubfaden. Perigonblatt 3-4 mm lang. Griffel länger als der Fruchtknoten. Bildnachweis © Anton Ernst Lafenthaler - Paarseenweg, Dorfgastein am 7.05.2006 |
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| Luzula campestris agg. Artengruppe Hügelhainsimse |
Blüten ind dichten Ähren, ungestielt bis kurz gestielt - Spirre mit kurzen verzweigten,
wenig gestielten Ährchen - Perigonblatt mit aufgesetzter Stachelspitze - Perigonblätter etwa gleich lang.
Hierher gehören die Luzula divulgata et campestris (darunter fällt auch die Luzula multiflora s.l.)
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Gamskarkogel/Gasteinertal am 4.7.2004 |
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| Luzula glabrata Kahle Hainsimse |
Blütenstand
Habitus
Blüte
Untere Stängelblätter bis max. 10 mm breit. Blüte bzw. Perigonblatt schwarz bis schwarzbraun, um 3 mm lang. Blatt kahl, höchstens an der Scheidenmündung behaart. Kapsel 3-seitig-kugelig, deutlich zugespitzt. Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Höhkar/Gasteinertal am 3.06.2003 |
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| Luzula luzuloides subsp. rubella Luzula alpida var. rubella Luzula nemorosa ◊ Bild-Galerie |
Habitus
Habitus
Blütenstand
Perigon
Blüten gelblichweiß. Perigonblatt so lang wie die Kapsel. Blütenbüschel 2-6-blütig. Ausläufer höchstens 4 cm lang. Blätter 3- 5 mm breit, am Rand dicht bewimpert. Rispe aufrecht, erst schmal zusammengezogen, später locker, oft überhängend. Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Rastötzenweg/Gasteinertal am 22.06.2001 |
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| Luzula luzuloides subsp.luzuloides Weißliche Hainsimse Luzula albida Luzula nemorosa ◊ Bild-Galerie |
Habitus
Rispe
Perigon
Blatt
Gruppe, Biotop
Perigonblatt so lang wie die Kapsel. Blütenbüschel 2-6-blütig. Blätter 3 - 5 mm breit, am Rand dicht bewimpert. Rispe aufrecht, erst schmal zusammengezogen, später locker, oft überhängend. Perigon schmutzigweiß. Perigonblatt 2,5 - 3 mm lang. Ausläufer bis 5 cm lang. Wuchshöhe: 30 - 70 cm. Bildnachweis © Anton Ernst Lafenthaler - Höhenweg, Bad Hofgastein am 27.05.2006 |
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| Luzula multiflora Vielblütige Hainsimse |
Habitus
Blüte
Gesamtblütenstand eine Spirre mit wenig gestielten Ährchen. Perigonblätter mit Stachelspitze. Inneres und äußeres Perigonblatt gleich lang. Staubbeutel etwa so lang wie der Staubfaden. Perigonblatt 2-3 mm lang. Griffel (fast) so lang wie der Fruchtknoten. Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Hochegg/Gastein am 17.7.2004 |
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| Luzula spicata Ähren-Hainsimse |
Blütenstiel traubig zusammengesetzt aus kurzwalzlichen- bis kugeligen Köpfchen.
LB rinnenförmig. Tragblatt des Blütenstandes lang gewimpert. Perigonblatt stachelspitzig.
Wuchshöhe: 7 - 25 cm.
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Kögerlweg/Gasteinertal am 30.5.2005 |
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| Luzula sylvatica Luzula maxima Wald-Hainsimse |
Blatt
Habitus
Spirre
Gruppe, Biotop
Blüten an den Ästen in mehrblütigen Ährchen - Grundblatt 10 mm breit, horstbildend. Blütenstand aus mehreren Ährchen zusammengesetzt (Köpfchen). Same ohne Anhängsel - unterstes Tragblatt kürzer als die Spirre. Blatt spärlich bewimpert - die inneren Perigonblätter länger als die äußeren. Bildnachweis © Anton Ernst Lafenthaler - Amoseralm, Gasteinertal 8.05.2006 // Rastötzenweg/Gasteinertal 22.06.2001 |
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- Familie : Taubnesselgewächse |
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Flora/Gasteinertal: Juncaceae - Simsengewächse, Binsengewächse
© 11.5.2004 by Anton Ernst Lafenthaler
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