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P6 - Flora/Gasteinertal: Bryophyta - Moospflanzen
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Bryophyta - Moospflanzen

Definition: Moose sind chlorophyllhaltige, autotroph lebende Landpflanzen. Sie sind morphologisch nicht immer als echte Thalluspflanzen zu betrachten, da sie auch in blatt-, stängel- und wurzelartige Gebilde gegliedert sein können. Andererseits sind aber die Ähnlichkeiten mit den Farn- und Samenpflanzen nur scheinbar.
Der Bau der Archegonien entspricht aber denen der Farnpflanzen sehr, weswegen beide auch als Archegoniaten aufgefasst werden, ohne das hiermit eine engere Verwandtschaft mit den Farnpflanzen zum Ausdruck gebracht werden soll.
Die "Blätter" bestehen in der Regel nur aus einer Zellschicht, die "Wurzeln" (Rhizoide) gar nur aus einer Zelle oder Zellreihe. Das "Stängel"-Gewebe ist ebenfalls nur gering differenziert und ohne echte Leitbündel.

Morphologie

Moose, Bryophyta Der Stängel der Moospflanzen ist in der Regel wenig differenziert. Lediglich bei den Laubmoosen kommt es zu primitiven Leitelementen (die Hydroiden für den Wasser- und die Leptoiden für den Assimilattransport). Die gestreckten Zellen können zu einen äußeren Festigungsring (Mnium) oder innen zu einem Zentralstrang (Polytrichaceae) vereinigt sein. Gelegentlich kommt es zu einer Hyalodermis wie bei den Torfmoosen (Sphagnum) unter der man eine Außenhaut (Epidermis) und große, dünnwandige, bald den lebenden Inhalt verlierenden Zellen (Hyalozyten) versteht.

Die weiblichen Geschlechtsorgane - Archegonien - sind flaschenförmig und umschließen mit einer Hülle steriler Zellen die Eizelle. Die männlichen Geschlechtsorgane - Antheridien - sind kolbenförmig.
Aus der befruchteten Eizelle entwickelt sich die ungeschlechtliche, sporenbildende Generation, der Sporophyt, bei den Moosen als Sporogon bezeichnet. Dieser besteht im Wesentlichen aus einem Stiel (Seta) und der Kapsel, von der sich gelegentlich ein Kapselhals und ein Deckel differenziert. In der Kapsel werden nach Reduktionsteilung meist viele haploide Sporen gebildet. In der Mitte der Kapsel befindet sich öfters ein Säulchen (Columella) aus nicht sporenerzeugendem Gewebe. Die Öffnung erfolgt bei allen Lebermoosen mit Schlitzen (schizokarp) und bei den meisten Laubmoosen mit einem Deckel (stegokarp).

Die Archegonien und damit die Sporogone stehen bei den Laubmoosen und den beblätterten Lebermoosen stets an der Spitze der Sprosse (akrogyn). Die thallösen Lebermoose entwickeln ihre Archegonien dagegen von der Thallusspitze rückwärts versetzt, also anakrogyn. Bei Fehlen oder Zurücktreten der geschlechtlichen Vermehrung ist bei den Moosen auch vegetative Vermehrung durch mehrzellige, meist grüne Körper, die Brutkörper, möglich (Marchantia polymorpha).

Systematik
Die jeweilige Ordnung kann auf den nachfolgenden Seiten eine oder aber auch mehrere Familien enthalten.
Es werden 4 Klassen unterschieden: (1) Hornmoose - (2) Laubmoose - (3) foliose und - (4) thallose Lebermoose.

1. In der Klasse der thallösen Anthocerotae (Anthocerotopsida) - H o r n m o o s e - ist der Sporogon horn- oder schotenförmig ausgebildet, mit basalem Wachstumsgewebe. Sie bilden eine kleinere Gruppe mit etwa 100 Arten, die in einer einzigen Ordnung, den Anthocerotales zusammengefasst sind.

2. Bei den Musci (Bryopsida) - L a u b m o o s e - ist der Vorkeim kräftig entwickelt, überwiegend fädig, verzweigt. Die beblätterte Moospflanze wächst meist mit dreischneidiger, selten mit zweischneidiger Scheitelzelle. Häufig ist eine Blattrippe mit Stängel und primitiven Leitelementen, ebenso Rhizoide mit Querwände. Die Sexualorgane stehen bei den Laubmoosen in Gruppen an den Enden der Hauptachsen oder an kleinen Seitenzweigen, umgeben von den obersten Blättchen, die oft als besondere Hüllblätter (Perichaetialblätter) ausgestaltet sind.
Bei der Bestimmung ist häufig die Blattzellform entscheidend, sowie die Ausbildung von basalen Blattflügeln. Von Bedeutung ist auch das Auftreten von Papillen, die durch die Verdickung der Zellwand ohne Beteiligung des Zell-Lumens entstehen und Mammillen, bei denen sich die Blattzellen mitsamt ihrem Lumen vorwölben. Die Laubmoose werden heute in 3 U-Klassen untergliedert: Sphagnidae, Andreaeidae und Bryidae.

Die in Gastein vorkommenden Bryidae beinhalten u.a. Moospflanzen aus folgenden Ordnungen:
Dicranales - Eubryales - Grimmiales - Hypnobryales - Polytrichales - Pottiales

3. Die als Hepaticae zusammengefassten - L e b e r m o o s e - sind in Stängel und Blättchen gegliedert und werden neuerdings aufgeteilt in die Klassen Marchantiopsida (thallose Lebermoose) und Jungermaniopsida (foliose Lebermoose) . Die thallosen wie foliosen Formen sind durch Übergangsformen miteinander verbunden. Erste zeigen eine geringe morphologische Differenzierung und tragen unterseits nur glatte Rhizoide. Die foliosen Formen tragen am Gametophyten einfache Blättchen ohne Mittelrippe, in zweizeiliger Stellung. Der Sporogon entwickelt erst die Kapsel, dann den Stiel. Die Öffnung entspricht Rissen. Hier sollen die Arten aus den bekannten Ordnungen - Marchantiales - und - Jungermaniales - vorgestellt werden.

Siehe auch die Seiten:
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Flora/Gasteinertal: Bryophyta - Moospflanzen
© 6.12.2004 by Anton Ernst Lafenthaler
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