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Si - Gesteine/Mineralien im Gasteinertal: Glossar - Begriffserklärungen
Gesteine, Mineralien Gesteine, Mineralien
Gesteine Gasteins
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  • Hohe Tauern
  • Gesteinskunde - Glossar

    Gesteine sind Gruppierungen von Mineralen (oder organischen Resten), die infolge natürlicher Prozesse entstehen und sich in der Natur gesetzesmäßig wiederholen. Sie bilden Schichten oder selbständige Körper und beteiligen sich im Wesentlichen am Aufbau der Erdrinde.
    Gesteine bestehen somit entweder aus mehreren Mineralien oder aber nur aus einem Mineral (z.B. Marmor), dann aber sind sie physikalisch nicht homogen. Minerale, die sich wesentlich an der der Zusammensetzung der Gesteine beteiligen, nennt man gesteinsbildend. Im Unterschied zu den Mineralen haben Gesteine also eine unterschiedliche chemische Zusammensetzung und variable physikalische Eigenschaften, die von geologischen Prozessen abhängen.

    Die Begriffe werden in der älteren wie neueren Literatur ebenso unterschiedlich gebraucht, wie in den verschiedenen Ländern. Hier sollen zur Begriffsentwirrung Gemeinsamkeiten und Unterscheidungskriterien angeführt werden . . .


    A           G            
        P   R S T           Z

    Begriffserklärungen

    A

    Altkristallin
    Der Begriff Altkristallin wurde 1849 von der Geologischen Reichsanstalt geprägt. Er bezeichnet eine charakteristische, hauptsächlich aus Paragneisen, Glimmerschiefern, Amphiboliten, Kalkmarmoren, Muskowitpegmatiten und aus verhältnismäßig wenig Granitgneis aufgebaute Gesteinsgesellschaft. Sie baut vor allem die kristalline Zentralzone der Ostalpen auf und findet sich in Form der Randgneise (östl. und südliche Hochalmgruppe) auch in den Hohen Tauern.
    Anmerkung: Was in der Schweiz "Schieferhülle" heißt, entspricht bei uns dem "Altkristallin".
    Der Begriff Altkristallin wurde zumindest z. Teil vom Kärtner Geologen F. v. Rosthorn geprägt. Er stellte als Privatgelehrter fest, dass der Großglockner aus Grünschiefer besteht. Er sah die Gesteine der Schobergruppe lokal über den Schiefern der Hohen Tauern lagern und dass die Gesteine zwischen Möll und Drau, Gurk und Lavant arm an Granitgneis sind. Sie setzen sich hauptsächlich aus Granatglimmerschiefer und Plagioklasgneis zusammen und bedingen sanfte Bergformen (Schobergruppe, Kreuzeckgruppe, Nockberge etc.). Die Gesteinsgesellschaft der Hohen Tauern nannte Rosthorn erste Urgebirgsgruppe und stellt ihr die zweite Urgebirgsgruppe als Altkristallin gegenüber.
      QUELLE: Erläuterungen zur Geologischen Karte der Umgebung Gasteins von Christof EXNER - 1957

    G

    Glimmerschiefer
    Bei stärkerer Metamorphose gehen die - Phyllite - die selbst aus Tonschiefer entstehen in Glimmerschiefer über. Sie zeigen markante Schieferstruktur, weisen in der Regel einen silbrigen Glanz auf und bestehen vorwiegend aus Quarz, Glimmer und weniger als 10% Feldspat. Bei Anwesenheit anderer Minerale wird ein entsprechendes Attribut vorgesetzt (z.B. Granat-Glimmerschiefer).
      QUELLE: Kosmos Mineralienführer von Duda und Rejl - 2003

    P

    Paragneis
    Tonschiefer, die einer starken Metamorphose unterliegen, heißen Paragneise. Sie sind fein- bis grobkörnig mit schiefriger, waben- und manchmal maschenförmiger Struktur. Sie setzten sich aus Quarz, Feldspäten, sowie Muskovit- und Biotitglimmern zusammen. Oft sind auch Pyroxene, Amphibol, Cordierit, Granat und Sillimanit anwesend.
      QUELLE: Kosmos - Mineralienführer - 2003
    Bei der Entstehung von Gneis dient als ausgangsmaterial sowohl Magmatite als auch Sedimentite, wie Granit oder auch Schiefertone. Die aus Magmatiten entstandenen Gneise heißen Orthogneis, jene aus Sedimentiten hervorgegangenen Paragneis. Im Handstück ist eine derartige Unterscheidung nicht möglich, schon jedoch im Gelände.
    Sedimentgesteine werden durch Metamorphose zu Parametamorphiten (z.B. Paragneis aus Tonschiefer), magmatische Gesteine zu Orthometamorphiten (z.B. Orthogneis aus Granit).
    Bei steigendem Metamorphosegrad erfolgt die Entwicklung über das Schieferstadium zm Gneis und zwar durch zurücktreten der Glimmeranteile zugunsten von Feldspäten. Paragneise sind eher grau, mittelkörnig bis feinkörnig und öfter streifig und lagig inhomogen.
      QUELLE: Steinbach’s Naturführer - Gesteine // Lehrbuch der Mineralogie von Hans Jürgen Rösler - 1990 // Der neue BLV Steine- und Mineralienführer - 2002
    Phyllit
    Tonschiefer, die der schwächsten Metamorphose ausgesetzt sind, werden Phyllite genannt. Sie zeigen einen charakteristischen seidigen Glanz und sind meistens schwarz, grau oder silbergrau und bestehen vor allem aus Quarz, Albit, Serizit und manchmal auch aus Chlorit und Biotit. Enthält Phyllit in größeren Mengen ein anderes Mineral, so wird der Name des Minerals als Attribut vorgesetzt (z.B. Calcitphyllit). Phyllite gehen somit durch Einwirkung mäßig erhöhten Drucks und erhöhter Temperatur (=Metamorphose) aus Tonschiefer hervor. Bei stärkerer Metamorphose gehen sie in - Glimmerschiefer - über.
    Phyllit (griech. Blatt) ist ein feinschuppiger Schiefer mit deutlichen Seidenglanz auf den Schieferungsflächen. Hauptgemengteile sind Serizit und Quarz. Nebengemengteile sind Biotit, Feldspäte, Chlorit, Pyrophyllit, Graphit, Granate und Epidot. Phyllit ist in Platten bis zu 0,1 mm spaltbar. Einzelne Kristalle (sog. Porphyroblasten) sind merklich größer als die mineralische Grundmasse. Dadurch werden die Glimmerplättchen bogenförmig gelagert, so dass der Phyllit im Querbruch ein wellenförmiges Aussehen erhält. Beim Quarzphyllit überwiegt der Quarz gegenüber Glimmer, beim Serizitphyllit Serizit und Quarz bei weitgehendem Fehlen der Nebengemengteile.
      QUELLE: Der neue BLV Steine- und Mineralienführer von W. Schumann - 2002 // Kosmos - Mineralienführer - 2003

    R

    Regionalmetamorphose
    Dabei werden die Oberflächengesteine, insbesondere Sedimente, durch tektonische Vorgänge in unterschiedlich große Krustentiefe versenkt. Bei der Gebirgsbildung werden diese Gesteine durch seitlichen Druck beansprucht und z.T. gefaltet, so dass es zu einer schiefrigen Gefügeausbildung kommt (metamorphe Schiefer). Typische regionalmetamorphe Schiefer sind Phyllite (niedrig oder epizonal metamorph), Glimmerschiefer (mittel oder mesozonal metamorph) und Gneis (stark oder katazonal metamorph). Im Bereich von hohen Drücken und Temperaturen kommt man in den Grenzbereich der Anatexis (Aufschmelzung).
      QUELLE: Lehrbuch der Mineralogie von Hans Jürgen Rösler - 1991

    S

    Schieferton
    Tonstein und Schieferton sind klastische Sedimente, bei denen die Korngröße unter 0,002 mm liegt. DD: Tonschiefer ist ein metamorphes Gestein, wo die Korngrößenangabe nicht mehr gilt, weil ja bereits Kornwachstum durch die Metamorphose stattgefunden hat. Die Unterscheidung wird aufgrund des Gefüges getroffen. Bei feinplattig ausgebildeten Gefüge spricht man von Schieferton. Diese Schiefrigkeit ist durch die Einregelung der blättrigen Tonminerale zurückzuführen, offensichtlich durch den Überlagerungs-Druck der darüberliegenden Sedimentlast. Charakteristisch ist der erdige Geruch der Tonminerale.
    siehe auch - Tonschiefer
      QUELLE: Steinbach’s Naturführer - Gesteine

    Serizit
    Serizit ist feinschuppiger Muskovit. Beim Serizitphyllit (=Serizitschiefer) überwiegen Serizit und Quarz ohne wesentliche Nebengemengteile.

    T

    Tauernkristallisation
    Die Gesteinsverformung und Verschiebung von Gesteinsmassen in die Tiefe bei der Gebirgsbildung, welche die Umbildung des Zentralgranits in den Zentralgneis bewirkte, war mit einer Neubildung von Mineralen verbunden. Diese Neubildung von Mineralien in Gneisnähe wird als Tauernkristallisation bezeichnet. Die typischen Minerale der Tauernkristallisation sind Albit, Biotit, Muskowit, Granat, Chlorit, Chloritoid, Hornblende, Turmalin, Fuchsit, Disthen. Pyrit, Magnetit.

    Tonschiefer
    Entstehen durch schwache Regionalmetamorphose pelitischer Gesteine (=toniges Sediment). Der echte, kristalline Tonschiefer gehört zweifelsfrei zu den metamorphen Gesteinen. Deutlich erkennbar die Schieferung im rechten Winkel zur Schichtung. Schiefertone quellen, Tonschiefer nicht. Das Gefüge ist feinkörnig, ausgezeichnete Schieferung mit flacher Abgliederung. Die Farbe geht von schwarz (Graphit) bis blau, grün (Chlorit), braun (Limonit). Mehrfarbigkeit ist möglich.
    Tonschiefer steht genetisch zwischen - Schieferton - und Phyllit.
      QUELLE: Steinbach’s Naturführer - Gesteine

    Z

    Zentralgneis
    Der Zentralgneis kann sehr verschieden aussehen und ist kein einheitliches Gestein, wohl aber von ein und demselben granitischen Schmelzfluss. Durch Verformung des ursprünglichen Zentralgranit sind in geologisch späterer Zeit die unterschiedlichen Abarten des Zentralgneis entstanden. Der Name Zentralgneis will nur besagen, dass es sich um die innerste erschlossene, im zentralen Teil der östlichen Ostalpen herrschende Gesteinsart handelt. Typischer Zentralgneis (Typozentralgneis) ist der flasrige, mittel- bis grobkörnige Granitgneis aus dem Mittelabschnitt des Tauerntunnels. Er wird auch als "porphyrischen Granitgneis" bezeichnet.
      QUELLE: Erläuterungen zur Geologischen Karte der Umgebung Gasteins von Christof EXNER - 1957

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    Gesteine und Minerale in Gastein
    © 5.6.2005 by Anton Ernst Lafenthaler
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