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SG - Gesteine im Gasteinertal: Eruptiva
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Eruptiva

Eruptivgesteine

Die Eruptiva entstehen durch Verfestigung von geschmolzenem Gesteinsmaterial. Das Magma im Erdinneren wandert durch Druckentlastung in die Erdkruste und bildet Gesteinskomplexe, die man Intrusiva (Tiefengestein) nennt. Dabei überwiegt als häufigstes Gestein der Granit. Ein derartiges Gestein kommt in den Hohen Tauern als porphyrischer Gneisgranit vor - ein Produkt der Metamorphose bei der Gebirgsbildung . . .

Zur Erkennung und Benennung der Eruptiva ist die Abschätzung der Korngröße, die Bestimmung der das Gestein aufbauenden Minerale inkl. ihr Mengenverhältnis, sowie Textur, Struktur und die gegenseitige Beziehung verschiedener Gesteine im Gelände ausschlaggebend. Sie bestimmen letztlich den Namen des Gesteins.

Trotz des komplexen Mineralbestandes des Magma bestehen die Eruptiva im wesentlichen aus den Mineralen - Quarz - Feldspäte - Glimmer - wobei die Feldspat-Vertreter helle (felsische Minerale) und die Glimmer, Olivine, Amphibole und Pyroxene dunkle (mafische Minerale) sind. Die Farbzahl gibt den Anteil der dunklen, mafischen Minerale an (0 - 100). Bei einer porphyrischen Textur, wie sie beim porphyrischen Granitgneis vorkommt, sind in einer einheitlichen Grundmasse große Körner von Phänokristallen eingeschlossen.

Gebirgsbildende Eruptivgesteine in Gastein

Der Porphyrischer Gneisgranit ist das vorherrschende Eruptivgestein, welches durch die Gebirgsbildung zu - Granitgneis - umgewandelt wurde. Dieser Gneisgranit ist wenig bzw. kaum geschiefert. Größere Feldspat- und Quarzkörner sind vorherrschend. Insgesamt bildet diese Gesteinsart glatte Felswände, wie wir sie z.B. auf dem Korntauern, am Hölltorkogel und in der hinteren Prosau antreffen.

Der Zentralgneis entspricht einem porphyrischen Granitgneis und zählt bereits zu den Metamorpha. Bei diesem im wellig geschieferten und von Muskovitschlieren durchzogenen Gestein erreicht der Kalifeldspat eine Größe bis zu 5 cm. Der glasklare Quarz hebt sich vom porzellanweisen Feldspat gut ab. Ist der Feldspat weniger sperrig angeordnet spricht man von "Augengneis" . . .
Vorkommen in Gastein: Rauchzapflkogl, Glaserer, Gamskarlspitze, Radeckalm.
Der zur Feldspatgruppe gehörende Albit ist ein verwitterungsbeständiger Plagioklas, kommt auch in den Granitstöcken der Hohen Tauern vor und ist aus der Restschmelze hervorgegangen. Es erscheint uns als spaltenfüllendes Gestein hell und feinkörnig.

Die in Gastein vorkommenden Eruptiva alphabetisch geordnet . . .
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ARCHIV - Beschreibung einzelner Gesteine
Granit Granit
Zentralgranit
Der Name Granit nimmt Bezug auf das körnige Gefüge (granum= Korn). Feldspat, Quarz und Glimmer sind dabei die entscheidenden Mineralien. Die verschiedenen Farben rühren von den Feldspäten her. Der Quarz erschient dabei grau. Der dunkle Glimmer (Biotit) ist gleichmäßig verteilt oder nestartig angehäuft. Die Größe der Gemengteile ist sehr verschieden. Der Quarz erstarrt nach der Gesteinsschmelze als letztes und füllt somit die noch verbleibenden Lücken aus. Die Mineralkörner sind regellos angeordnet. Je nach den unterschiedlichen Gemengteilen werden verschiedene Granite unterschieden. Die im Jungpaläozoikum granitischen Schmelzen (in Form von Plutonen), liegen in den Hohen Tauern heute als Zentralgneis vor. Während der alpidischen Gebirgsbildung wurden die granitischen Intrusionskörper metamorph überprägt.
Rosafarbener Mikrogranit ? : Der dominierende Feldspat ist hier der Orthoklas, welcher dem Granit die rosa Farbe verleiht. Die Grundmasse Quarz erscheint grau. Die dunklen Einsprenkelungen sind Biotit-Kristalle.
Gefüge: mittelkörnig mit Kristallen von 1- 3 mm im Durchmesser.
Vorkommen in Gastein: Palfner See!
Symbol Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Weißenbachtal, Palfnersee/Gasteinertal 2003
Aplit Aplit
aplitischer Gneisgranit
Helles, feinkörniges Ganggestein (griech: "einfacher Stein"). Alle Mineralien körnig, ohne Eigengestalt der Kristalle, zuckerartiges Gefüge. Oft granitische Zusammensetzung (Granitaplit) mit Alkalifeldspat und Plagioklas je zur Hälfte. Gesteinsfarbe weiß, gelblich bis rot. In Gastein als aplitischer Gneisgranit häufig auch in Verbindung mit Glimmerschiefern.
Vorkommen in Gastein: nördlich der - Bockhartscharte - Basis der Woisgenzone, Göttinger Spitze, Böcksteinkogel u.a.
Symbol Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Gasteinmuseum/Gasteinertal am 11.5.2005
Gneisgranit, porphyrisch Porphyr. Gneisgranit Dieser ist wenig geschiefert. Größere Feldspat- und Quarzkörner, wobei die großen Kalifeldspäte regellos eingelagert sind, Biotit (=Dunkelglimmer) bilden mittelgroße Plättchen, sind aber nur wenige Millimeter. Der Muskovit (Hellglimmer) tritt zurück. Der Quarz bildet keine Spaltflächen! Insgesamt bilden sie glatte Felswände.
Vorkommen in Gastein: Korntauern (Anlauftal-Anstieg), Hölltorkogel, hintere Prossau.
Symbol Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Korntauern/Gasteinertal am 1.10.2003
Magmatische Lagerstätten
Ein Erz hat gefügemäßig den Charakter eines Gesteins (Erz bezeichnet alle metallischen Gemengteile eines Gesteins). Erz-Lagerstätten bezeichnet das Vorkommen von Erzen in der Erdkruste. Nach der Entstehung unterscheidet man magmatische, sedimentäre und metamorphe Lagerstätten. Hier werden die die aus dem Magma hervorgegangenen Lagerstätten angeführt.
Galmei Zink-Erze
Galmei
Galmei ist ein Sammelname für karbonatische und silikatische Zinkerze die sich aus den Erzmineralien - Hemimorphit - Hydrozinkit, Smithsonit, Willemit u. a. zusammensetzen (hier Hemimorphit und Franklinit?). Bildung in hydrothermalen Verdrängungslagerstätten (meist tief thermal in Karbonatgesteinen). Es entsteht als Verwitterungsprodukt des Sphalerit in hydrothermalen Verdrängungslagerstätten. Siehe auch die Gesteinsformationen der- Nachtkarwand - . . .
Symbol Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Nachtkarwand/Gasteinertal am 15.7.2005
Siehe auch die Seiten:
- Gesteine - Sedimentite - Metamorpha -
- Index - Mineralien - im Gasteinertal
- Geologie - Zentralalpen - Gastein

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Die Gesteinsbestimmung und deren Beschreibung ist ohne Gewähr.
Fehlbestimmungen können nicht ausgeschlossen werden.

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Gesteine im Gasteinertal: Eruptiva - Eruptivgesteine
© 29.8.2003 by Anton Ernst Lafenthaler
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