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SG - Gesteine/Mineralien im Gasteinertal: Goldlagerstätten
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Gesteine . Gasteinertal

» Goldlagerstätten «

Die enorme Gesteinsvielfalt im Tauernfenster bei Gastein und ihre unterschiedlichen Entstehungsbedingungen führen zu einer großen Anzahl von Minerallagerstätten. Am weitesten verbreitet ist der an jungalpidische Scherzonen gebundene - Tauerngoldgang-Typus - in den Zentralgneis-Kernen (variszische Granite) des östlichen Tauernfensters (Gasteiner und Rauriser Tal). Im Auftrag der Landesregierung, Abteilung 16, konnte in den Jahren 1993 bis 1997 an zahlreichen Bunt- und Edelmetall-Lagerstätten Untersuchungen durchgeführt werden, deren Ergebnisse in einer Broschüre mit dem Titel "Bergbau- und Hüttenstandorte im Bundesland Salzburg", Salzburg 1998 veröffentlicht wurden. Im Teil-1 - Montangeologisch-mineralogische Grundlagen und Standortcharakteristika von Dr. Gerhard Feitzinger - werden die tektonischen Verhältnisse, Mineralisation und Gesteinsbildungen standortbezogen beschrieben und interpretiert. Dabei wird festgestellt, dass das Bergbaugebiet Siglitz-Seekopf-Pochkar-Bauleiten-Erzwies im Gasteinertal von allen Tauerngold-Bergbauen mit Abstand die größte geographisch zusammenhängende Ausdehnung aufweist, nämlich annähernd 5km in seiner N-S- und 1,5km in der W-E-Achse. "Das Buch vom Tauerngold" von Paar / Günther / Gruber, Verlag Anton Pustet, 2006 gibt ebenfalls standortbezogen Auskunft über die im Gasteinertal vorkommenden Mineralien und insbesondere deren Vorkommen des Tauerngoldes. Letztlich finden sich wertvolle Daten und Fakten im Buch "Tauerngold" von Dr. Wolfgang Stoll Fontaine-Verlag.

Gold-Silberverhältnis des Tauerngoldes

Je nachdem, wie hoch der Silberanteil vorliegt, zeigt sich das Tauerngold in unterschiedlichen Farbnuancen von intensiv goldgelb über hellgelb bis fast silberweiß. Bei einem Anteil von mehr als 25 Gewichtsprozent Silber kommt es zu einer nahezu silberweißen Färbung des Goldes (Elektrum). Reingold bzw. Gold mit sehr niedrigen Silbergehalten kommt selten vor. Untergeordnete Begleitelemente des Goldes sind Kupfer, Quecksilber und Eisen.
- Die Zusammensetzung des Tauerngoldes, die an mehr als 800 Einzelkörnern verschiedener Lokationen bestimmt worden ist, weist eine enorme Schwankungsbreite bzgl. des Gold-Silber-Verhältnisses auf. Der Feingehalt des Goldes (Verhältnis: Au/Au+Ag x 1000) in den gangförmigen Goldvererzungen variiert zwischen 341 und 958 Gewichtsprozent, wobei das Radhausberg-Gold nur geringe Unterschiede aufweist (853 bis 958), während im Siglitz-Distrikt mit 543 bis 872 wesentlich höhere Schwankungsbreiten vorkommen. So ist im Buch vom Tauerngold, im Kapitel-III (W. H. Paar) nachzulesen: "Der kleinere Wert des Feingehaltes ist charakteristisch für jenes Gold, das an silberreiche Paragenesen, oft in Begleitung von Galenit, Sphalerit und Chalkopyrit gebunden ist. Das in den Tauerngold-Paragenesen (Siglitz, Erzwies, Hirzbach etc.) besonders häufige Rissgold, das zumeist in Begleitung der genannten Buntmetallsulfide auftritt, ist immer silberreicher als das sogenannte Einschlussgold (in Pyrit), das eine ältere Goldgeneration darstellt."
Folgende Sulfosalz-Mineralien sind aus den Tauerngold-Revier Radhausberg (PAAR und TOPA 1998) nachgewiesen worden: Cosalit, Gustavit, Vikingit, Heyrovskyit - und aus dem Siglitz-Bockharttal (PAAR und TOPA 1998; NIEDERMAYR et al. 1993): Cosalit, Gustavit, Vikingit.
- Das Gold/Silber-Verhältnis der Golderze im Siglitz-Bergbau, wo im Zeitraum von 1938 bis 1944 gefördert wurde, ergibt sich ein gemitteltes Au/Ag-Verhältnis von 0,192 (Au : Ag rund 1 : 5). Der Durchschnitt der Bockhart-Haldenerze und jener von Schareck-Süd in 2880 m Höhe, also in Gletschernähe, liegt innerhalb des Variationsbereiches der Siglitzerze. Die silberreichen, aber goldarmen Erze der Erzwies zeigen hingegen ein signifikant niedrigeres Au/ Ag-Verhältnis (1 : 8,5).
Gold ist in Form winziger Körnchen in Sulfiden, vor allem Pyrit, Arsenopyrit, Galenit und Chalkopyrit, sowie Quarz und Limonit eingeschlossen. Für den Siglitz-Distrikt zeigte sich, dass 91% der unter dem Mikroskop sichtbaren Goldkörner an Pyrit, nur 6% an Arsenopyrit und der Rest (3%) an andere Sulfide und Quarz gebunden sind und bzgl. der Korngröße 33% des mikroskopisch nachweisbaren Goldes kleiner als 10 µm sind. Der Prozentsatz der Goldkörner über 15 µm beträgt für Rissgold etwas mehr als 55% - bei Einschlussgold nur mehr rund 17%.
- Quelle: Das Buch vom Tauerngold, G. Paar 2006 - Angaben ohne Gewähr!

Gangvererzungen . Tauerngold

- Die alpinen Goldlagerstätten im Gasteinertal sind dem Typus mesothermaler Gangvererzungen zuzurechnen und sind alle während der Abkühlphase der alpinen Regionalmetamorphose seit etwa 30 Millionen Jahren gebildet worden. Durch den anhaltenden Schub der afrikanischen Kontinentalplatte nach Norden gegen den Gebirgszug der Hohen Tauern wird dieser in west-östlicher Richtung gedehnt, wodurch sich Risse bzw. Klüfte bildeten. Diese füllten sich mit mobilen Mineralien, die als Lösung oder Schlamm aus tieferen Erdschichten nach oben wanderten und in den Fugen auskristallisierten. Die Mineralien liegen dann mit dem zuletzt auskristallisierenden Quarz als Oxide, Sulfide und Sulf-Arsenide als verfestigte Erze vor. Gold kommt ebenfalls in derartigen Erzen fein verteilt vor.
- Tauerngold liegt im Gasteinertal gediegen als mehr oder weniger große metallische Flitter und Plättchen im Gestein oder als chemische Verbindung mit anderen Metallen bzw. Mineralien vor. "Waschgold" liegt nur zu etwa 1/5 als als Freigold vor. Der größte Teil ist als kleine metallische Flitter in den das Erz mit den stets begleitenden Metall-, Sulfiden und Sulfarseniden eingeschlossen.
- Die Erze der Tauern enthalten vorwiegend Schwefel. Sie setzen sich zusammen aus Sulfiden, Sulfarsenide, seltener Sulfantimoniden und Wismutsulfiden mit den Schwermetallen Eisen, Kupfer, Blei, Zink und Mangan, in denen das Gold für sich alleine, mit Silber oder selten auch mit Quecksilber vorkommt. Meist aber liegt Gold chemisch ungebunden in mikroskopisch feinen Metallflittern vor. Auch kann es direkt als Metall den Nachbargesteinen aufliegen (z. B. auf Quarz), ohne chemisch gebunden zu sein. Verwittert das Erz oder der Granit, dann wird das Gold als "Waschgold" flussabwärts transportiert.
- Schwermetallerze enthalten neben Edelmetallen, Blei, Wismut auch viel Eisen. Diese Erze kommen zunächst als Sulfide und Sulfoarsenide zutage (silbrig und goldglänzende Erze). Durch Oxidation des ursprünglichen Mineralbestandes bilden sich Verwitterungsbedingt, goldglänzende Oxidationszonen ("Eisernen Hut"), da das enthaltene Gold als "Rost" chemisch unverändert zurückbleibt.
- Sulfiderze im Silberpfenniggebiet bzw. der Erzwies zeigen eine etwas andere Zusammensetzung, wobei diese neben viel Pyrit und Arsenpyrit auch Gold, aber noch viel mehr Silber enthält (Argentopyrit). Daneben kommt noch Blei als Galenit, Zink als Sphalerit und freies Arsen vor. Die Arsenopyrit-Kristalle der oberflächlich sichtbaren Erzausbisse sind (z.B. nördlich der Silberkarscharte) jedoch wegen ihres Silberanteils und der korrodierenden Erzverwitterung stets schwarz mit fein verteiltem Silber als Überbleibsel überzogen. Zudem zeigen sie gar keinen (die Arsen-Brache) oder nur schütteren Pflanzenbewuchs.
- Quelle: Tauerngold, Stoll 2019 - Angaben ohne Gewähr!

Gold-Silber-Vererzungen : Radhausberg

Im Gebiet Radhausberg mit dem Kreuzkogel, Salesenkogel und dem hinteren Nassfeld bis zum Weißenbachtal sind 2 Gneistypen zu unterscheiden und zwar den älteren, relativ geringmächtigen Romategneis (Granosyenitgneis nach EXNER 1956), der den Nordrand des Radhausberges aufbaut und den jüngeren, meist deutlich geschieferten, flach nach West einfallenden Siglitzgneis, der den Romategneis überlagert. Gerhard Feitzinger, 1998 beschreibt letzteren als einen: "hellen, fein- bis mittelkörnigen, Albitreichen Zweiglimmer-Granit- bis Granodioritgneis mit Vormacht des Hellglimmers und variablem Kalifeldspat-Gehalt. Konkordante Einlagerungen von Phyllit und Glimmerschiefer sind charakteristisch. Dem Zentralgneis auflagernde, vermutlich jungpaläozoische Glimmerschiefer mit Granat, Chloritoid, Albit, etc. bedecken vor allem eine schmale, N-S-gestreckte Muldenstruktur (Woiskenmulde) an der östlichen Begrenzung von Siglitz- und Romategneis. Am Kreuzkogel-Gipfel liegt ein geringmächtiger permoskythischer Quarzit auf dem Romategneis."
- Die Tauerngoldgänge führten derben Quarz mit direkt im Quarz eingewachsenen ged. Gold, deren Golddrähte und -bleche bis einige Millimeter ausmachten, was die Bezeichnung "Gold-Quarz-Gänge" rechtfertigt. Die Bergleute unterschieden dabei 3 Erzsorten, die hinsichtlich ihres Mineralgehaltes in Glaserz, Quarzkies und Derbkies eingeteilt wurden.
Glaserz - (Erztypus-III) entsprach einem Gemenge von ged. Gold, Tetradymit, Bleiglanz und diversen, stängelig ausgebildeten, z.T. Ag-hältigen Pb-Bi-Sulfosalzen, wie Cosalit, Vertreter der Lillianit-Gustavit-Mischreihe oder auch Wismutglanz. Begleiter ist Kobaltglanz. Glaserz enthält durchschnittlich 300-1.900 g/t Au+Ag. - PAAR und TOPA 1998 beschreiben "Glaserz" als einen mit silberhaltigen Blei-Bismut-Sulfosalzen und Galenit fein eingesprengten Quarz mit den größten Gehalten an Gold und Silber.
Quarzkies - (Erztypus-II) besteht vorwiegend aus Bleiglanz, Kupferkies und Pyrit, eingesprengt in Quarz, enthalten also feine Imprägnationen von Chalkopyrit, Galenit und Pyrit in Quarz. Das goldhaltige Silber wird mit 156 bis 1250 g/t angegeben.
Derbkies - (Erztypus-I) ist üblicherweise eine Verwachsung von Pyrit und Arsenkies mit wenig bzw. ohne Bleiglanz und Kupferkies und wenig Gangquarz, also im Wesentlichen ein Gemenge von Arsenopyrit, Pyrit, untergeordnet Galenit und Chalkopyrit. Der Gehalt an Au+Ag beträgt hier nur mehr 71-312 g/t. Nicht Gold führender Quarz zeigt sich grünlichweiß (eingewachsener Chlorit), glasig und blättrig der goldreiche Derbquarz ist hingegen ein meist fettig glänzender, milchig-weißer bis grauer Quarz, dessen dunkle Färbung auf zahlreiche Flüssigkeitseinschlüsse zurückgeht (Radhausberg). Freigold in besonders schöner Ausbildung ist aber zumeist an geringmächtige, kaum einige Zentimeter dicke und drusig entwickelte Quarzgänge gebunden, die meist nur Sulfosalze und Galenit enthalten. Gelblichweiß bis gelb verwitterten Oxidationsprodukte der Sulfosalze in der Ausbisszone gelten dabei als Indikator für eine Edelmetallführung. Das nur im mikroskopischen Bereich wahrnehmbare Gold ist in erster Linie an die wichtigen Goldbegleiter Pyrit und Quarz, seltener an Arsenopyrit, Galenit, Chalkopyrit oder Sphalerit gebunden.
Ein Erztypus-IV - ist entsprechend einer andersartigen Paragenese, durch eine silberreiche (goldarme) Galenit-, Sphalerit- und (untergeordnet) Chalkopyrit-Paragenese definiert, die als charakteristische Gangart eisen- und manganreiche Karbonate enthält (Bockhart-Nord-Erzwies). - Im Regelfall werden aber Mischerze angetroffen, also Kombinationen der Erztypen I-IV.
- Quelle: "Bergbau- und Hüttenstandorte im Bundesland Salzburg", G. Feitzinger 1998 - Angaben ohne Gewähr!

- Die charakteristische Edelmetall-führende Vererzung, wie sie für die Tauern-Gold-Quarz-Gänge charakteristisch ist, fehlt im Gasteiner Thermal- bzw. Heilstollen völlig. Dafür sind die Kluftwände mit offensichtlich jüngeren Mineralbildungen ausgekleidet, wie im Bericht der Salzburger Landesregierung (G. Feitzinger, 1998) nachzulesen. Es handelt sich dabei um das Zeolithmineral Desmin, darüber folgen Blätterspat (dünntafelig-blättriger Calcit) und als jüngste Bildungen die Uranmineralien Uranophan und Haiweeit, sehr selten auch Kasolit. Rezente Neubildungen an den Ulmen und auf der Sohle sind Uran-hältiger Hyalit (Glasopal), Schröckingerit und Zippeit (MEIXNER 1965).
- Im Hieronymus-Revier fanden sich goldführende Erze bevorzugt in "blaugrauem" Quarz ("Glaserz"), Freigoldeinlagerungen in weißem Quarz, und auch der "Ganggneis" konnte Träger einer Goldvererzung sein. Eine Besonderheit stellt die Ausfüllung des Kniebeißganges dar, die u. a. Molybdänit und aquamarinfarbenen Beryll "Lazulith" enthält. Die Lagerstättenmineralogie der Radhausberger Vererzung ist kompliziert, jedoch grundlegend für den Typus der Tauerngoldgänge. SIEGL (1951) konnte überzeugend auf das Auftreten komplexer Bismut-Sulfosalze (Cosalit, Galenobismutit) als wichtigen Komponenten des - Glaserzes - aufmerksam machen.

Erzmineralbestand am Radhausberg
- Jungalpine strukturkontrollierte Gold-Silber-Vererzungen der Tauerngoldgänge in - Metagranitoiden
- vorherrschend : Arsenopyrit, Pyrit, Sphalerit, Galenit, ged. Gold, Hämatit
- häufig : Markasit, Cobaltit, Chalkopyrit, Galenit-Matildit, Lillianit-Gustavit, Heyrovskyit, Vikingit, Cosalit, Galenobismutit, Bismuthinit, Tetradymit
- selten : Pyrrhotin, Covellin, Aikinit, Friedrichit, Gladit, Hessit.
- Quelle: Buch vom Tauerngold, 2006 - Angaben ohne Gewähr!

Gold-Silber-Vererzungen : Siglitz-Bockhart-Erzwies

Das genannte Gebiet wird von dem über 1.000m mächtigen Siglitzgneis gebildet, den sog. Siglitzlappen (EXNER 1957) als den westlichen Ausläufer des Hochalmkernes. Die höheren Abschnitte des Silberpfennigs und weite Teile der Erzwies werden von vermutlich permotriadischen Gesteinen der Angertalserie (parautochthone, mesozoische, metamorphe Sedimenthülle) aufgebaut, die den Gneis überlagert. Es handelt sich um eine Abfolge ehemals sandiger, toniger, mergeliger und insbesondere karbonatischer Sedimente, die heute metamorph als Quarzite, Chlorit-Serizit-Phyllite, Kalkmarmore bis Kalkglimmerschiefer und Dolomitschiefer vorliegen. Die nur wenige Meter mächtigen Dolomitschiefer sind nur an wenigen Stellen aufgeschlossen. Der bis 20m mächtige, flach NW-einfallende Kalkmarmor hingegen bildet in der Erzwies eine ausgedehnte Plattform. Über der sog. Angertalserie sind an verschiedenen Stellen Kalkglimmerschiefer der jurassischen Bündnerschieferformation aufgeschlossen. An ihrem Westrand werden Siglitzgneis und Angertalserie von paläozoischen Glimmerschiefern und Paragneisen überlagert, wie Gerhard Feitzinger, 1998 ausführt.
Die Edelmetallführende Vererzung im Gebiet ist durch eine Mehrphasigkeit gekennzeichnet:
- 1. Mineralisation im Gneis
Die relativ hoch temperierte ältere Paragenese besteht zur Hauptsache aus goldhältigem Pyrit und Arsenkies, begleitet von Quarz. Relativ Ag-armes Gold (85 Gew.% Au) ist in Form tröpfchenförmiger Einschlüsse in erster Linie an den Pyrit gebunden. Unmittelbar auf die Kiesvererzung folgt eine quantitativ eher unbedeutende, aber sehr Au-Ag-reiche Paragenese mit Bleiglanz und diversen Ag-Pb-Bi-Sulfosalzen (Mischkristalle aus der Reihe Gustavit-Lillianit, Ag-Heyrovskyit und Vikingit), die vorwiegend einschlussartig im Pyrit auftreten. Die Vererzung wird von einer Nebengesteins-Umwandlung begleitet, die etwa 80-120 cm weit in den Siglitzgneis verfolgbar ist. Die hydrothermale Veränderung wird in einer Serizitisierung ("Verglimmerung") der Feldspäte, insbesondere des Albits, und einer Anreicherung mit Pyrit, Kupferkies, Bleiglanz und Zinkblende deutlich. Durch das Vorherrschen von Pyrit und Arsenkies bilden sich auf den Halden, typisch rostigbraune bis ockerfarbene Verwitterungsprodukte wie Limonit, Fe3+-Sulfate und das blassgrüne Fe3+-Arsenat Skorodit. Serizit wandelt sich leicht in Tonminerale um. Diese Sekundärmineralien führen vielfach zu einer Zementation der Haldenoberfläche.
- 2. Mineralisation in Karbonatgesteinen
Beim Übertreten der vererzten Strukturen vom Siglitzgneis in die auflagernden Karbonatgesteine ist eine schlagartige und quantitative Veränderung der Mineralparagenese schon anhand der Schwarzfärbung des Haldenmaterials recht auffällig. VAVTAR (1982) spricht von "Siderit"-Gängen, da die Gangart zur Hauptsache aus grobspätigem Pistomesit, (= Siderit-Magnesit-Mischkristall mit 48-70 Mol.% FeCO3), besteht; daneben kommt noch Ankerit mit 25-48 Mol.% Ca(Fe,Mn)(CO3)2 vor. Zudem ist eine metasomatische Verdrängung des Kalkmarmors durch die Fe-reichen Karbonate festzustellen. Die Erzparagenese setzt sich vorwiegend aus Pyrit, Ag-reichem Bleiglanz, Zinkblende und Kupferkies in stark wechselnden Mengenverhältnissen zusammen. Akzessorisch konnte Vavtar ged. Gold sowie ged. Silber, Fahlerz und Matildit als Silberträger im Bleiglanz feststellen; weiter Arsenkies, Digenit, Covellin, Anglesit, Rutil und Quarz.
- Die Änderung des Ganginhaltes charakterisieren einerseits die Halden im oberen Bockhart (Haldenmaterial der Gold-Quarz-Gänge im Siglitzgneis - durch limonitische Oxidationsprodukte hellbraun) und andererseits jene im Baukarl bzw. jenseits der Baukarlscharte (Angertalserie), wo unter dem Einfluss der Verwitterung die Fe-Karbonate zu wechsellagernden Krusten aus Limonit und Mn-Oxiden umgewandelt werden und sich schwarz verfärben. Vavtar empfiehlt, dabei nicht mehr von Gold-Quarz-Gängen, sondern wegen der Parageneseänderung von "Siderit"-Gängen zu sprechen. Die metasomatischen Verdrängungen des Kalkmarmores erfolgte vorwiegend durch Ankerit und Siderit. Neben den "Sideritgängen" mit mehr oder weniger Pyritführung zeigen uns Handstücke aus grauem Calcitmarmor feinstkörnige, diffus verteilte Pyrite, die in dolomitischen Abschnitten nicht zu finden sind.
- Gold-Quarz-Gänge im Granitgneis führen hauptsächlich Arsenkies, Pyrit und Quarz und eher wenig Bleiglanz, Kupferkies, Zinkblende, Calcit und Siderit mit Akzessorien wie ged. Gold, Sulfide und Arsenide.
- Sideritgänge hingegen führen vorwiegend Pistomesit und Pyrit, daneben noch Bleiglanz, Zinkblende, Kupferkies, Ankerit, Calcit, Quarz, Goethit und Psilomelan. Akzessorien sind ged. Gold, ged. Silber, Arsenkies, Fahlerz, Schapbachit, Digenit, Covellin, Anglesit und Rutil (F. VAVTAR, 1982).
- Quelle: "Bergbau- und Hüttenstandorte im Bundesland Salzburg", G. Feitzinger 1998 - Angaben ohne Gewähr!

Was die Qualität der Erze der Bockharttaler Reviere bzgl. des Goldvorkommens betrifft, so ist zumindest aus dem 16. Jh. bekannt, dass "Erze mit reichem Goldgehalt für die Bockharter Reviere im historischen Originalschrifttum nur ein einziges Mal erwähnt werden, und zwar bei S. Martin im Ochsenstall im Bereich des Oberen Seekogels.".
Bergwerksverwalter Joseph Süß beschreibt nach Untersuchungen 1826: "... im höheren Revier auf der Sonnseite des Bockharts noch der nämliche Eisenspat und Bleiglanz vorkommt, wie in der Erzwies, und die Gänge erst tiefer, auf der Schattseite, wo das ursprüngliche Granit- und Gneisgebirg sich zeigt, Gold führend sind." - Zusammenfassend stellte Süß fest, dass der Bockharter Bergbau meistens nur auf Blei und Silber betrieben wurde.
Und weiter ist dem "Buch vom Tauerngold" die Beschreibung Reissachers 1848 bzgl. der Lagerstättenverhältnisse des gesamten Siglitz-Bockhart-Erzwieser Revieres folgendes zu entnehmen: "Der Adel besteht in der grössern Teufe, Siglitz, Seekopf und Pochhart, wo Gneiss das herrschende Gebirgsgestein ist, aus Arsenikkies und Eisenkies in vorwaltender Menge. Dann erscheinen Kupferkies, Blende und Bleiglanz mit Glaserz und gediegenem Gold. Letzteres ist seltener als am Radhausberg sichtbar. Das Ganggestein ist quarzig-schiefriger Gneis, in nichts von dem Nebengesteine verschieden ..." -
- Auf der Erzwies, nördlich der Baukarlscharte finden sich Arsenopyrit-Pyrit-Vererzungen, deren Verwitterung Skoridit und Limonit entstehen ließ. Goldhaltige Kiese sind somit auch in den Angertalmarmoren und nicht nur im Zentralgneis anzutreffen. Auch finden sich Mengen an Sphalerit, Galenit und Chalkopyrit in Begleitung von eisen- und manganreichen Karbonaten samt den dunkelgefärbten Verwitterungsprodukten Zahlreiche Quarzgänge durchschlagen den Zentralgneis. Auch bismuthältigen Sulfosalze kommen vor. Begleiter der erwähnten Spezies sind Bismuthinit, zum Teil in fingerlangen Kristallen, Vertreter der Reihe Bismuthinit-Aikinit (Krupkait, Gladit) sowie Cosalit, Tetradymit und ged. Gold. Eine im Jahr 1985 Haldenbeprobung (700 Proben, 106 Halden) ergaben für die Bereiche Bockhart, Baukarl und Erzwies Goldgehalte zwischen 3,5 und 6,6 g/t sowie Silbergehalte zwischen 43,3 und 45,6 g/t. spätere erneute Probenahme ergab Gold- und Silbergehalte von 4,5 bis 22,5 bzw. 288 bis 3590 g/t. Halden eines bestimmten Limonittypus enthalten im Durchschnitt 22,7 g/t Gold.
- Quelle: Buch vom Tauerngold, 2006 - Angaben ohne Gewähr!

Erzmineralbestand im Siglitz-Bockhart-Erzwies
Jungalpine strukturkontrollierte Gold-Silber-Vererzungen der Tauerngoldgänge in - Metagranitoiden
- vorherrschend : Arsenopyrit und Pyrit, ged. Gold.
- häufig : Markasit, Chalkopyrit, Sphalerit, Galenit, Lillianit-Gustavit, Heyrovskyit, Vikingit, Cosalit, Bismuthinit, Rutil.
- selten : Pyrrhotin, Covellin, Tetraedit-Freibergit, Akanthit, Elektrum, Galenit-Matildit, Matildit, Eskimoit, Ourayt, Schirmerit, Treasurit, Mummeit, Pavonit, Galenobismutit, Aikinit, Friedrichit, Krupkait, Gladit, ged. Bismut, Neyit, Tetradymit.
- in - Metasedimenten (Marmore, Phylitte, Schiefer)
- vorherrschend : Sphalerit, Galenit
- häufig : Arsenopyrit, Pyrit, Chalkopyrit, Tetraedit-Freibergit, Polybasit, Pyrargyrit, Akanthit, Elektrum
- selten : ged. Gold
- Quelle: Buch vom Tauerngold, 2006 - Angaben ohne Gewähr!

Weiterführende und verwandte Themen :
• Mineralogie : Klassifikation der Mineralien -
• Gesteinskunde : Eruptivgesteine - Plutonite, Vulkanite
• Gesteinskunde : Metamorphe Gesteine -
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• Geologie : Zentralalpen - Geolog. Übersicht

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Anm.: Beschreibungen und Textstellen der Geologie von Gastein wurden überwiegend der Broschüre der Salzburger Landesregierung,
vertreten durch die Abteilung 16 Umweltschutz mit dem Titel "Bergbau- und Hüttenaltstandorte im Bundesland Salzburg"
von Gerhard Feitzinger, Wilhelm Günther und Angelika Brunner, Salzburg 1998,
"Das Buch vom Tauerngold" von Paar / Günther / Gruber, Verlag Anton Pustet, 2006, dem Buch
"Tauerngold" von Dr. Wolfgang Stoll Fontaine-Verlag, 2019, sowie einer Publikationen von F. Vavtar, 1982 entnommen.
Falschinterpretationen können nicht ausgeschlossen werden. Beschreibung ohne Gewähr.

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