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SM - Minerale im Gasteinertal: Karbonate
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Minerale

Karbonate

Man kann die Karbonate als Salze der Kohlensäure auffassen. Wichtigstes Strukturelement ist das Radikal [CO3]. Die einfachen, wasserfreien Karbonate entsprechen dem Typ X - [CO3], wobei X= Mg, Ca, Zn, Fe, Mn, Sr, Ba, Pb Ca und Co entsprechen. Bildung sedimentär oder hydrothermal.
Alle Carbonate schäumen in Verbindung mit Salzsäure. Die Ritzhärte ist gering. Karbonatische Gesteine sind meist blass; eingelagerte Schwermetalle können die Minerale aber kräftig färben.
Anmerkung: Der Grund für die unterschiedliche Kristallform der einfachen Karbonate liegt darin, dass die kleineren Kationenradien von Mg bis Ca eine [6]-Koordination mit dem [CO3]-Anion ermöglichen, während die größeren Kationen von Ca bis Pb zur [9]-Koordination führen. Ca[CO3] steht an der Grenze und ist daher dimorph.

Karbonate im Gasteinertal

Unterhalb der Baukarlscharte bis zum Giftbrünnl reichen die vom zersetzten Pyrit und Arsenkies gelb bis braun gefärbten Halden. Die Karbonate Siderit (Spateisenstein) und Manganspat sowie das Kieselzinkerz Galmei, ein Verwitterungsprodukt von Sphalerit haben hier den auflagernden Kalkmarmor der Schieferhülle verdrängt.
Westlich von Bad Hofgastein in einer abgerutschten Gesteinsmasse von Chloritschiefer in Verbindung mit einem Quarzgang kamen unregelmäßige Brocken mit an der Außenseite schwarze, innen aber weiße, graue, bräunliche und rote kugelige Knollen vor. Die roten Teile erweisen sich als ein Gemenge von Mangansilikat Rhodonit und dem Mangankarbonat Rhodochrosit (Manganspat). Die zertrümmerten Brocken zeigten sich mit grob kristallisierten Kalzit und Gangquarz verwachsen, eine sehr seltene Mineralvergesellschaftung. Karbonate kommen als Calcit an der Grenze zum Klammsteinkalk vor.

Minerale der Gruppe Karbonate alphabetisch geordnet . . .
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ARCHIV - Beschreibung einzelner Minerale
Aragonit-Strontianit-Gruppe
Die Gruppe umfasst kristallchemisch die wasserfreien, einfachen, rhombischen, kristallisierenden Karbonate des Ca, Ba, Sr und Pb.
Azurit Azurit
Kupferlasur
Chemismus : Cu3[OH/CO3]2 - Kristallsystem: monoklin - Kristallklasse: 2/m
Nach der azurblauen Farbe benannt mit 69,24% CuO. Monoklin. Kristalle ein- und aufgewachsen; meist dicktafelig bis rhomboedrisch; auch Kristallaggregate in Drusenhohlräumen. Strich hellblau. Kristalle durchsichtig bis durchscheinend, zum Teil hoher Glanz, kräftig blaue Farbe. Spaltbarkeit 2-3, Bruch muschelig.
Azurit ist normalerweise das erste Sekundärmineral nach Verwitterung von Kupfermineralien, meist Sulfiden. Danach entsteht meist durch Carbonatverwitterung daraus Malachit.
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Bildnachweis: Prof. Dr. Wolfgang Stoll, Hanau - Radhausberg, Gasteinertal
Calcit-Siderit-Gruppe
Zu dieser Gruppe gehören die trigonal kristallisierenden einfachen wasserfreien Karbonate der zweiwertigen Elemente Ca, Cd, Fe, Mn, Co, Zn und Mg. Die Karbonate Calcit, Rhodochrosit, Siderit und Magnesit sind ökonomisch außerordentlich wichtige Minerale, da sie genetisch viele Gemeinsamkeiten haben.
Foto Calcit
CaCO3
Kalkspat
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Chemismus : CaCO3 - Kristallsystem: trigonal - Kristallklasse: 3(inv)m
Calcit entspringt dem griech. Wortstamm und meint die Möglichkeit des kalzinierens d.h., das Karbonat durch Erhitzen zu pulvrigem CaO zersetzt wird. Die Endung "spat" meint die hervorragende Spaltbarkeit des Minerals.
Calcit ist die bei allen Drücken und Temperaturen stabile Form des Kalziumkarbonats. Es ist weltweit das formen- und flächenreichste Mineral überhaupt. Wichtige Grundformen sind Skalenoeder, Rhomboeder und Prismen bzw. deren Kombinationen. Die Hauptmenge des Calcits tritt gesteinsbildend auf und zwar feinkörnig als Kalkstein, pulvrig als Kreide und metamorph als grobkörniger Marmor. Es ist durchsichtig, weiß oder gefärbt. Strich weiß, hohe Doppelbrechung. Ausgezeichnete Spaltbarkeit, geringe Härte. Calcit bildet sich unter fast allen geologischen Bedingungen - magmatisch, postmagmatisch (hydrothermal) und sedimentär.
Gastein: Gegenüber beim Hotel Europe im Stollen findet man rosafarbenen Kalkspat. Der Granosyenitgneis der Radhausberg-Gruppe enthält rot gefärbten Kalkspat, auch solche, die im UV-Licht fluoreszieren. An der Grenze Klammkalk - Schieferhülle ist ebenfalls Calcit zu finden.
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Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Kögerlalmweg, Gasteinertal 8.4.2005
. . . . Rhodochrosit
Manganspat
Chemismus : MnCO3 -
Kristallsystem: trigonale - Kristallklasse: 3(inv)m
Die seltenen Kristalle sind Rhomboeder mit gekrümmter Kristallfläche. Meist dicht, derb, spätig oder körnig. Härte: 3,5 - 4,5. Bruch uneben. Rosenrot, manchmal hellgrau bis braun, durchscheinend. Strich weiß, glasartig. Erkennungsmerkmale: Farbe, Spaltbarkeit nach dem Rhomboeder. Gasentwicklung in heißer Salzsäure. DD: Rhodonit hat eine geringere Härte.
Vorkommen in Gastein: Wo der Zentralgneis in die Schieferhülle übertritt (z.B. Silberpfenig).
kein Foto
. . . . Siderit
Eisenspat
Chemismus : FeCO3 - Kristallsystem: trigonal - Kristallklasse: 3(inv)m
Kristalle von rhomboedrischen Habitus mit gekrümmten Flächen sind gewöhnlich ein Aggregat kleiner Kristalle. Auch dicht, spätig, körnig, faserig, traubig oder erdig. Zwillingsbildung nach dem Rhomboeder. Oft zahlreiche Zwillingslamellen. Härte: 3,5 - 4,5. Bruch uneben. Farbe grau, graubraun, gelblichbraun. Durchsichtig bis durchscheinend. Strich weiß Galsglanz. Erkennungsmerkmale: Rhomboedrische Form und Spaltbarkeit. Durch die braune Farbe unterscheidet es sich vom Dolomit und vom Kalzit. Es begleitet in hydrothermalen Gängen die Erze Pyrit, Kupferkies und Bleiglanz.
Vorkommen in Gastein: Wo der Zentralgneis in die Schieferhülle übertritt (z.B. Silberpfennig).
kein Foto
Dolomit-Ankerit-Gruppe
Hier sind die sog. Doppelsalze des CaCO3, FeCO3 und MnCO3 zusammengefasst. Die Minerale kristallisieren trigonal-rhomboedrisch, da in dem Calcitgitter die Mg-, Fe- und Mn-Atome schichtweise mit dem Ca abwechseln und dadurch die Symmetrie gegenüber Calcit erniedrigen. Diese Minerale sind der Calcit-Siderit-Gruppe sehr ähnlich.
. . . . Ankerit
Braunspat
Chemismus : CaFe(CO3)2 - Kristallsystem: trigonal
Trigonales Kristallsystem. Die Kristalle sind Rhomboeder, kommt aber auch in körnigen Massen vor. Die Farbe geht von weiß, gelblichbraun bis braun oder grau, bei Verwitterung dunkelbraun. Der Strich ist weiß. Durchscheinendes Mineral mit Glas- bis Perlmutterglanz. Das Magnesium im Dolomit wird durch Eisen ersetzt, sodass eine vollständige Reihe vom Dolomit zum Ankerit führt. Die Braunfärbung wird umso stärker, je mehr Eisen eingelagert wird. Ankerit löst sich in Salzsäure auf.
Vorkommen in Gastein: Laderding, Erzwies.
kein Foto
Bastnäsit-Dawsonit-Gruppe
Hier werden Minerale zusammengefasst, deren Karbonatanteile durch dreiwertige Elemente ausgezeichnet sind; einmal wie beim Bastnäsit, durch einen Gehalt an Seltenen Erden oder, wie bei Dawsonit, durch einen Al-Gehalt. Genetische Gemeinsamkeiten haben sie dadurch, dass sie meist in hochtemperierten Erzlagerstätten auftreten, meist als sekundäre Bildungen.
Synchisit Synchisit Chemismus : Ca (Ce,La) [F/(CO3)2] -
Kristallsystem: hexagonal
rhombisch ?, pseudohexagonal; dem Perisit sehr ähnlich. Wachsgelb bis braun, durchsichtig.
Ergänzungen von Prof. Dr. Wolfgang Stoll, Hanau : Synchisit ist in den Alpen neben Monazit, der Träger der seltenen Erden, der durch Aufnahme dieser Elemente aus Calcit (CaCO3) gebildet wird. In den Funden bei der oberen Astenalm überwiegt das Cer neben Lanthan, was das Mineral rosa-bräunlich färbt. In seltenen Exemplaren ist die Farbe bläulich-rosa, was das Überwiegen von Neodym anzeigt. Vorkommen: Nassfeldertal
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Bildnachweis: Prof. Dr. Wolfgang Stoll, Hanau - Nassfeldertal, Gasteinertal
Siehe auch die Seiten:
- Gesteine - Eruptiva - Metamorpha - Sedimentite -
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Die Mineralienbestimmung und deren Beschreibung ist ohne Gewähr.
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© 12.4.2005 by Anton Ernst Lafenthaler
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