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Tb - Zentralalpen/Gasteinertal: Moränenwälle
Gasteinertal, Geologie Geologie : Gasteinertal
Geologie - Gasteinertal

Hohe Tauern . Gasteinertal

Gletscherablagerungen

Moränenwälle

Die eiszeitlichen Talgletscher der letzten Eiszeit hinterließen mächtige Grund- und Seitenmoränen mit einheitlicher Blockführung - meist Granitgneisblöcke. Meist bestehen sie aus den Gesteinen der unmittelbaren Umgebung (Lokalmoränen). Es sind entweder Gesteine von Bergstürzen, die vom Gletscher verfrachtet wurden oder aber es sind Gesteine, die vom Gletscher bei seinem neuerlichen Vorstoß im Gletschervorfeld antraf bzw. vor sich herschob.
Durch den periodenweisen Rückzug bzw. neuerlichen Vorstoß der letzten eiszeitlichen Vergletscherung während der klimatischen Schwankungen bildeten sich Moränenwälle, die heute als Endmoränen die Grenzen anzeigen. Die Schneegrenze (heute bei etwa 2800 m Seehöhe) der letzten Eiszeit (Würm) lag im Schlernstadium bei etwa 800-900 m, im Gschnitzstadium um etwa 600 m und im Daunstadium um 300-400 m unter der heutigen. Dann folgte eine Wärmeperiode die etwa von 8000 - 2000 Jahren v. Chr. andauerte und wo die Schneegrenze um etwa 300 m höher lag als heute. Um etwa 1000 vor Christi scheint es wieder kälter geworden zu sein. Den letzten Gletschervorstoß gab es im 16. Jahrhundert (Fernau). Seither gehen die Gletscher, mit Ausnahme von episodenhaften Vorrückungen im Jahr 1820, 1850 und 1920 kontinuierlich zurück.
Während im Schlernstadium die Talgletscher noch bis ins Salzachtal reichten und deshalb auch Endmoränen fehlen, bildete sich im Gschnitz-Stadium der große eiszeitlichen Talgletscher im Gasteinertal zurück und hinterließ zahleiche Endmoränen, insbesondere an den Talengen, da sich hier bei neuerlichem Anwachsen der Gletscher viel Blockwerk ansammeln konnte. Im sich weitendem Tal flußabwärts, wo sich kein Widerstand bot, bildeten sich auch keine Endmoränen aus. Auch bei der Talenge des Bahnhofes Bad Hofgastein sind keine Endmoränen nachweisbar.
Gehängeschutt unter steilen Felswänden finden sich als Schuttkegel im Hochgebirge und sind nicht immer von Moränen zu unterscheiden. Schwemmkegel in den Haupttälern sind das Ergebnis ganzjährig wasserführender Bäche und Flüsse. Hier befinden sich auch die meisten Ansiedlungen, da sie gegen hohe Grundwasserstände des Haupttales geschützt sind. Die Lawinenschuttkegel sind, wie Exner schreibt - meist mit den aus steilen Felsrinnen herabkommenden Schwemmkegeln kombiniert - wie in der Pletschen im hintersten Anlauftal.

Um Bergstürze zeitlich einzuordnen, können Findlinge wie Moränen gute Hinweise geben. Der Bergsturz des Hirschkarkogel wird bei Exner (1956) als interstadial gesehen, da die Moräne des eiszeitlichen Gasteiner Talgletschers mit bis 1.600 m Seehöhe hinaufreichenden Zentralgneisfindlingen über dem Bergsturz liegen.
Dieselbe Interpretation erfährt das Bergsturzblockwerk am Hang des Graukogels mit den weithin sichtbaren, nach Osten einfallenden Glimmerschieferplatten in der Gipfelregion. Das Bergsturzblockwerk besteht aus Granitgneis, welcher nach Exner (1956) über den Glimmerschiefern der Woisgenzone (Hoher Stuhl und Graukogel) lag. Die Glimmerschiefer dienten als Gleitbahn. Die Moräne mit Zentralgneisfindlingen (aus dem Anlauftal) liegt in Resten über dem Bergsturzgebiet, sowohl in der Tal- als auch in der hochgelegenen Bergregion. deshalb wird die Bergrutschung ebenfalls als interglazial interpretiert, auch wenn die Unterscheidung von Moränenblockwerk und Findlingen nicht ausreichend gelang.
Postglaziale Bergstürze hingegen sind insofern sicherer zu beurteilen, weil über den Gesteinsblöcken keine Moränenwälle zu finden sind. Dazu gehören z. B. das Blockwerk an der Nordostflanke des Graukogel (Reedgraben) oder der Bergsturz bei der Zitteraueralm im Hirschkar (unterhalb des neu errichteten Felsenweges) und immer noch anhaltend am Ingelsberg bei Bad Hofgastein (Kalkglimmerschiefer und Grünschiefer gleiten über Schwarzphyllit).
siehe : Postglaziale Erscheinungsformen - . . .

Endmoränen im Gasteinertal

Endmoränen sind südlich im Gasteinertal noch gut auszumachen. Selbst in tieferen Lagen, wie es die Verflachung Böckstein-Bad Gastein darstellt, ist der Moränenwall, welcher von der Bellevuealm über die Pyrkerhöhe bis zum Schachengut reicht zwar nicht so ohne weiteres erkennbar aber doch auszumachen. Auch die noch gut erhaltenen Gletschertöpfe, welche als Naturdenkmal geschützt in Bahnhofs- und Wasserfallnähe zu bewundern sind, blieben uns als Resultat der Gletscherschmelze erhalten. Es sind Moränenwälle aus dem Gschnitz-Stadium.
Um das ungefähre Zeitalter einer Moräne zu bestimmen, sind verschiedene Vorgehensweisen möglich. Moränenwällen in über 2000 m Seehöhe fehlt das feine Zerreibsel, wegen der zu geringen Abriebmöglichkeit aufgrund der kurzen Distanzen. Sie bestehen aus groben Material und viel Blockwerk. Je tiefer im Tal die Moränenwälle liegen, umso feiner auch die Gesteinsmassen. Letztlich wurde das gesamte Tal mit Geröll, Schutt und Sand bis über 100 m aufgefüllt. Eine Datierung von Moränenwällen ist auch mittels Bestimmung des maximalen Flechtendurchmessers der überall auf den Granitblöcken wachsenden Landkartenflechte (Rhizocarpon geographicum) möglich. Je nach Standort wachsen diese pro Jahr etwa 0,25 - 0,6 mm radial in die Breite. Flechten können über 1.000 Jahre alt werden. Ist die Wachstumsrate an einem Standort bekannt, kann die letzte Eisbedeckung berechnet werden.

Gschnitz-Stadium (13.000 - 14.200 Jahre v. Chr.)
Der - Bad Gasteiner Talriegel - wird dabei von zwei Moränenwälle begrenzt, wobei die zugehörige Gletscherzunge den Bad Gasteiner Talriegel um bis zu 250 m überragte und bis nach Badbruck reichte. Auch der Gletschertopf südlich der Pyrkerhöhe scheint in dieser Zeit seine Entstehung zu verdanken.
Exner berichtet uns dazu: "In der westlichen Talflanke ist die zugehörige Ufermoräne in 1.300 m Seehöhe über dem Bahnhof Bad Gastein zu sehen. Sie zieht geradlinig, nach N abfallend, zur Schwarzwand und weiter bis zu einer Stelle in 1.100 m Seehöhe oberhalb des Beginns der Erzherzog Johann-Promenade. Die östliche Ufermoräne verläuft oberhalb des Hartweges, der von der Windischgrätzhöhe zur Rudolfshöhe führt. Sie ist z. B. in 1.260 m Seehöhe beim Schachenhof vorhanden." - Eine weitere, jüngere Moränenbildung befindet sich bei der Pyrkerhöhe beim Bahnhof Bad Gastein. Es ist ein nach Norden konvex gebogener 6m hoher Moränenwall am Südhang der Pyrkerhöhe, nordwestlich des Doppelgletschertopfes und zieht vom Landhaus Pfarrmaier zum Hotel Krone. Die Talstation der Stubnerkogelbahn steht auf der Fortsetzung dieses Moränenwalles. Der Granitgneis unter der Moräne erweist sich als stark poliert.

Daun-Stadium (Rückzugsstadium der Würmeiszeit um 11.000 v. Chr.)
Die meisten noch nachzuweisenden Endmoränenwälle der Eiszeit gehören dem Daunstadium an. Die Gletscher im Nassfeld, Anlauf- und Kötschachtal erreichten in dieser Zeit zum letzten Mal die Talsohle des Gasteinertales und häuften mächtige Endmoränenwälle an, die heute die Almregionen prägen.
Im Nassfeld zeigt sich eine mächtige Endmoräne um die Mündung des Schlapperebenbaches von der Röckalm bergwärts nach Westen. Eine zweite liegt an den Mündungen des Rock- und Höllkares und reicht von der Egger bis zur Brandtner Alm. Dabei sind riesige Kalkglimmerschieferblöcke im Moränenschutt vorhanden. Gneismaterial aus dem Weißenbachtal ist nur wenig im Moränenwall nachzuweisen.

Einem Bericht (Mathias Bichler, 2014 - 2015) zufolge, befinden sich - talauswärts des Nassfeldes - erkennbare Wallsystem bei der Schareckalm und im Tal gegenüber (hier sind 2 Wälle ausgebildet). Der mindestens 20 m mächtigen Sedimentkörper bei der Schareckalm zeigt eine sandige Matrix mit Augengneis-, Schwarzschiefer- und Kalkglimmerschiefer-Komponenten. Diese Seitenmoränenablagerung erstreckt sich (teilweise unterbrochen) über 700 m. Das Gestein unterscheidet sich gut von den umlagernden Flussablagerungen des Siglitzbaches und der Nassfelder Ache. Der Gletscher scheint somit bis zum Parkplatz bzw. bis zur Schöneggalm gereicht zu haben.
Oberhalb der - Moaralm - befinden sich ebenfalls Seitenmoränenwälle bis zur Brandtneralm. Als Gesteinskomponenten findet man Siglitz-Gneis, Glimmerschiefer, Kalkglimmerschiefer und Schwarzschiefer. Große erratische Kalkglimmerschiefer-Blöcke liegen den Wällen auf oder sind eingearbeitet. Daraus wird geschlossen, dass die Gletscher aus den westlich gelegenen Karen (Höllkar, Silberkar etc.) dominiert haben und nicht jener aus dem Weißenbachtal (wie auch Exner, 1956 bemerkte). Der höchste Wall (von 1.690 m bis 1.750 m) kennzeichnet das Egesen-Maximum, wo sich ein langgestrecktes Moor entwickelt hatte.
Südlich der - Nassfeldalm - sind bis zu 5 m hohe (mächtige) Seitenmoränenwälle erhalten, welche sich im Süden dem Schlapperebenkar zuwenden. In der sandigen Matrix finden sich Siglitz-Gneis-, Schwarzschiefer- und Granatglimmerschiefer-Komponenten. Daraus kann eine Gletscherzunge rekonstruiert werden, die aus dem Schlapperebenkar genährt wurde und bis zum Talboden reichte. Im Bericht 2014/15 heißt es abschließend: " Im Einklang mit den Ergebnissen von Jaksch (1956) kann davon ausgegangen werden, dass die Gletscher aus den westlichen Karen die dominierenden Eismassen während einer Konfluenz mit dem Gletscher aus dem Weißenbachtal waren."

Nassfeldalm-Burgstall, Gasteiner Nassfeld Moaralm, Gasteiner Nassfeld Schareckalm, Gasteiner Nassfeld Schareckalm, Gasteiner Nassfeld
Moränenwälle im Gasteiner Nassfeld

Im - Kar südlich des kleinen Silberpfenning - sind nach Bichler 2014 mehrere parallele Wälle (entsprechen dem Egesen-Stadium) erhalten. Im oberen Bereich zeigen sie eine girlandenartige Wall-Form. Sie werden als Seiten- bis Endmoränenablagerung gesehen. Die Paläo-Schneegrenze wird bei ca. 2.260 m angenommen. Unmittelbar neben den Egesen-zeitlichen Moränenablagerungen liegen periglazial überarbeitete Schuttbereiche, die die Morphologie einer Blockgletscherablagerung aufweisen.

Kl. Silberpfennig, Bad Gastein Kl. Silberpfennig, Bad Gastein
Moränenwälle im Bockharttal

Auch im - Angertal - können glaziale Ablagerungen rekonstruiert werden. Nach einer geologische Aufnahmen im Quartär (nachzulesen in den Blättern 154 Rauris 155 Bad Hofgastein, Mathias Bichler, 2014-2015) werden neben den Grundmoränen im Tal, an der Mündung des Lafenbaches Grundmoränen nachgewiesen. Als höchstgelegene Eisrandterrasse wird die Gschnitz-Seitenmoräne von der Antoniushütte (ca. 1.510 m) bis oberhalb Gut Rieser (ca. 1.290 m) beschrieben mit einer Mächtigkeit von über 200 m. Starke Vernässung und Quellaustritte sind im oberen Bereich der Moräne auffällig. Der Wall senkt sich talauswärts von ca. 1.150 m auf ca. 1.090 m.
Der Wall knapp vor der Mündung des Lafenbaches ist etwa 30 m hoch und ca. 450 m lang und erstreckt sich auf einer Höhe von 1.226 m bis 1.208 m. Er entspricht ungefähr der Endposition der damaligen Vergletscherung. Im hinteren Bereich hat sich an einer Stelle ein kreisrundes, ca. 2 m tiefes Moor gebildet.
Weiter erstreckt sich vom Bacheinschnitt unterhalb der Straße auf Höhe des Lackenbauergutes (und Aslgut) bis zum Gut Hartl eine mächtige Eisrandablagerung von mindestens 50 m (Mathias Bichler, 2014-2015).
Auch im - Kar des Tischkogels - sind ebenfalls Seitenmoränenwälle vorhanden, die dem Gschnitz-Stadium zugeordnet werden und eine glaziale Ausdehnung bis zu einer Seehöhe von ca. 1.520 m vermuten lassen. Oberhalb der Gschnitz-Wälle im Kar des Tischkogels ist eine schlangenförmige Wallform auszumachen, die fast die gesamte Breite des Kares einnimmt. Der Wall folgt dabei weniger dem Gradienten des Hanges, sondern verläuft eher parallel zum Hang.
Die glazialen Wälle unterhalb vom - Zitterauer Tisch - im Angertal entpuppen sich als Blockgletscherablagerungen. Die westlich anschließenden von Exner (1956) kartierten Wälle unterhalb nördlich des Ortberges (2.401 m) sind glaziale Wälle. Eine Egesen-zeitlich glaziale Zunge ergab eine rekonstruierte Schneegrenze bei ca. 2.140 bis 2.180 m. Die Gesteinsmassen nordwestlich des Zitterauer Tisches sind Gleitmassen im Ausmaß von ca. 4 ha.
Im - Kar östlich des Kleinen Silberpfennigs - finden sich ebenfalls Moränenwälle, wobei der höchste Ansatzpunkt des obersten Moränenwalles bei ca. 2.160 m liegt. Zumindest drei abtrennbare Wälle mit einer grobblockigen Ausprägung sind im orographisch linken Gebiet vom Schattbach nachzuweisen. Die Seitenmoränenwälle sind bis zu einer Seehöhe von ca. 1.830 m verfolgbar. Die Wallformen direkt im Karbereich, die von Exner (1956) als glazial kartiert wurden, sind allerdings Blockgletscherablagerungen.

Hirschkar, Bad Gastein Tischkogelkar, Bad Gastein Zitterauer Tisch, Gasteinertal
Moränenwälle im Gebiet Zitterauer Tisch

Exner, 1956 erwähnt noch zahlreiche weitere Endmoränen aus der Vereisungsperiode des Gasteinertales, wie z.B. im Ödenkar, Blumfeld, Wildenkar, Mallnitzgrube, Höhkar, Grasleiten, Tauern Alp, Hölzerne Wände, Schober Kar, vorderes und hinteres Lainkar, Palfner Alm, nordwestlich Graukogel, südöstlich Reedsee, Kessel Alm (F. Becke, 1908), südlich Bockhartunterbaustollen, südlich Kleiner Silberpfennig, südlich Schattbach Alm, Hirschkar, Stubner Alm, obere Schloßalm, Hirschkarkogel, Mauskarkogel, Siebenspitz, südlich Rastötzen Alm, westlich Laderdinger Gamskarlspitze.

Palfnerkar, Bad Gastein Palfnerkar, Bad Gastein Palfnerkar, Bad Gastein Palfnersee, Bad Gastein Palfnersee, Bad Gastein
Moränenwälle im Palfnerkar und der Palfneralm
Wiedneralm, Bad Hofgastein Wiedneralm, Bad Hofgastein
Moränenwälle - Wiedner Alpe

Endmoränen der Vereisungsperiode 1820 und 1850

Die heute noch gut sichtbaren 1850-Moränenwälle liegen über 2.000 m Seehöhe und zeigen eine noch geringe Bewachsung. Die zur Datierung herangezogenen Flechte (Rhizocarpon geographicum) weist bei den 1850-Wällen eine Ausdehnung von bis mittlerweile über 5 cm auf. Die großen Gletschervorstöße n. Chr. Geburt beginnen in den Alpen um 1600. Weitere Vorstöße sind um 1680, 1740, 1770 (bis 1780), 1820, 1850, 1890 und 1920 belegt, wobei die Moränen aus dem späten 17. Jahrhundert und aus dem 18. Jahrhundert weniger ausgeprägt und schwer auszumachen sind, da die späteren, größeren Vorstöße die älteren Moränenwälle beseitigten. Die "kleine Eiszeit" dauerte vom 16 Jahrhundert bis um die Mitte des 19. Jahrhunderts, wobei das Jahr 1816 in den Alpen der kälteste seit über 1000 Jahren war.

Schlappereben Kar - Im Vorfeld Schlappereben Kees, dort, wo die sich sammelnden Bäche in Form einer Schlucht durch den Karriegel durchbrechen (Kar auf etwa 2.230m Seehöhe, nordwestlich vom Wasigerkopf), findet sich der 1820-Wall. Dieser ist bewachsen und stark erodiert, 5m hoch und hat 20m Abstand zum oberhalb gelegenen 1850-Wall. Er besteht aus grobem Kalkglimmerschieferblockwerk. Auch im Akar ist noch knapp unterhalb eines 1850-Wall ein 1820-Moränenwall auszumachen, abgrenzbar durch den größeren Durchmesser der Landkartenflechte (bis 7 cm).
Im - Bräuwinkel - füllte der 1850-Gletscher den Karboden vollständig aus. Der Endmoränenwall, welcher nördlich und östlich den Karboden begrenzt ist 5m hoch und besteht hauptsächlich aus Kalkglimmerschiefer. 1850-Wälle sind meist noch unbewachsen, entsprechend dem vegetationslosen Vorfeld des Gletschers und sind so auch meist schon von weitem kenntlich.
Im hinteren, obersten - Lainkar - westlich vom Hölltorkogel beschreibt Kurt Jaksch den Rest eines Endmoränenwalles von 1820, der in deutlichem Abstand (zirka 200 m) von der nächst inneren Endmoräne liegt, die hier auf den Vorstoß von 1890 zurückgeht. Hier findet man nördlich der Lainkarspitzen einen flechtenlosen Moränenwall von 1920.
Im - Akar - oberer Marchriedel, nordwestlich des Hölltorkogels finden wir ebenfalls Moränenwälle aus unterschiedlicher Zeit. Flechtenmessungen von Kurt Jaksch zeigten, dass an tiefster Stelle Blockwerk mit Rhizocarpon bis zu 7 cm Durchmesser liegt, was einem Gletschervorstoß um 1820 entspricht, gefolgt von bergwärts liegendem Blockwerk mit Rhizocarpon bis zu 5 cm Durchmesser. Dieser entspricht dem 1850-Wall. Noch weiter bergwärts befindet sich der 1890-Wall (Rhizocarpon mit max. 3,5 cm Durchmesser), gefolgt von flechtenlosem Moränenschutt aus dem Jahr 1920 im obersten Bereich. Westlich der Moränenwälle liegt Schutt, welcher bis ins obere Lainkar reicht.

Bräuwinkel, Gasteinertal Bräuwinkel, Gasteinertal Akar, Gasteinertal Korntauern, Gasteinertal Kesselkar, Gasteinertal
1850-Moränenwall im Bräuwinkel, im Akar, am Korntauern und im Kesselkar
Mallnitzgrube, Gasteinertal Mallnitzgrube, Gasteinertal Hörkar, Gasteinertal
Moränenwälle im Hörkar (=Hierkaar, Höhkar)
Lainkar, Gasteinertal Lainkar, Gasteinertal Palfner Seekopf, Gasteinertal Lainkarscharte, Gasteinertal
Moränenwälle im Lainkar

Weitere Endmoränen in den Vereisungsperioden 1820, 1850 (Fernaustadium) und 1920 sind zusammengefasst noch gut auszumachen z. B.
im Kesselkar östlich über der Prossau
Nordwestabdachung des Graukogels
am Weg zum Korntauern in 2080 m Höhe
im Wildenkar, im Höhkar, im Ödenkar
nördlich unter der Kolmkarspitze und gegenüber im Kar,
an mehreren Stellen unterhalb der Bockartseen und den zum Stubnerkogel führenden Höhenweges,
Im Osten des Gasteiner Tales sind kleine Wälle vom Gamskarkogel südlich und südöstlich der Rastötzenalm zu nennen.

Siehe auch die Seiten:
Detailprofile - Bergstürze/Blockwerk -
Geologie - Tektonik - Hohe Tauern -
Querschnitt - Zentralalpen -

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Anmerkung: Beschreibungen und Textstellen der Geologie von Gastein wurden überwiegend den Publikationen von Christof Exner entnommen, der als Geologie von 1946 bis 1955 im Gasteinertal wissenschaftlich tätig war, sowie Einzelpublikationen wie auch dem geologischen Bericht auf den Blättern 154 Rauris und 155 Bad Hofgastein, Mathias Bichler 2014-2015. Die Angaben sind ohne Gewähr. Falschinterpretationen der publizierten Arbeiten können meinerseits leider nicht ausgeschlossen werden.

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